Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters plant 2018 Großveranstaltung in Leipzig

Monströser Kirchentag 2018: Die nächste Million?

Für alle LeserMitten in den evangelischen Kirchentag platzte am Freitag, 26. Mai 2017, erstmals die Meldung, dass es im kommenden Jahr eine weitere religiöse Veranstaltung von internationaler Bedeutung in Leipzig geben könnte. In einer ersten Presseaussendung überraschten die Leipziger Piraten mit der Information, dass ihre Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann einen Antrag für den Leipziger Stadtrat vorbereite, in welchem ein kommunaler Zuschuss für einen weiteren Kirchentag in Leipzig beantragt werden soll. Von bis zu einer Million Euro war die Rede.

Es ist mehr als ein kleiner Spaß, den sich Ute Elisabeth Gabelmann mit ihrem Antrag erlaubt. Und er ist folgerichtig. Denn er bringt ihre Ratskollegen gewollt in eine Zwickmühle. Da es sich bei der Kirche des fliegenden Spaghettimonsters (Wiki) um eine internationale Glaubensgemeinde handelt, welche zum Beispiel in Deutschland aufgrund des gemeinnützigen Körperschaftsstatus wie jede anerkannte Religionsgemeinschaft rechtlich den beiden maßgeblichen christlichen Kirchen gleichgestellt ist.

Auch in der Struktur ähnelt die nach eigenen Angaben 10 Millionen Anhänger umfassende Glaubensrichtung der katholischen und der evangelischen Kirche. Der Gründer Bobby Henderson ist zwar ein us-amerikanischer Physiker, doch gleichzeitig der weltweit anerkannte Prophet der „Pastafaris“, welche an ihren Gott, das nicht nachweisbare, fliegende Spaghettimonster glauben.

Der oberste Grundsatz der 2005 als Gegenbewegung zu den Kreationisten entstandenen Religionsparodie lautet demnach: „Die Welt wurde vom nicht nachweisbaren Fliegenden Spaghettimonster erschaffen. Alle Hinweise auf eine Evolution wurden von ebendiesem bewusst gestreut, um die Menschen zu verwirren.“ Die zehn Gebote der christlichen Religionen sind den Anhängern ihre acht „Mir wär’s wirklich lieber, du würdest nicht …“.

Manchen wäre es sicher lieber gewesen, Ute Elisabeth Gabelmann hätte den Antrag nicht in Erwägung gezogen. Immerhin müssten sich nun alle Ratsmitglieder, welche den kommunalen Zahlungen von jeweils einer runden Million Euro an den Katholikentag (2016) und den gerade beendeten Kirchentag mit jeweils zweifelhaftem Teilnehmererfolg zugestimmt haben, nun der Frage stellen, wie sie es mit der Gleichbehandlung der Religionen in Leipzig halten.

Zudem beantragt Gabelmann hier Gelder nicht nur für eine anerkannte Kirche, auch die „Umwegrendite“-Debatte ist damit wieder auf dem Tisch – mehr noch als bereits angesichts des schwachen Zuspruchs zum Kirchentag 2017 in Leipzig zu erwarten war.

Ein Gott, dessen Existenz nicht bewiesen werden kann: Das fliegende Spaghettimonster. Foto: Alexander Böhm

Ein Gott, dessen Existenz nicht bewiesen werden kann: Das fliegende Spaghettimonster. Foto: Alexander Böhm

Ökonomisch vertretbar?

Anhand der Anhängerzahl könnten die 15.000 verkauften Veranstaltungstickets des Kirchentages in Leipzig durchaus auch erreicht, wenn nicht gar übertroffen werden. Ökonomisch gesehen ist also ein ähnliches Argumentationsmuster der Pastafaris möglich, wie es auch beim Katholikentag angewandt wurde. Hier hatten der Zentralrat der Katholiken und die Verwaltung der Stadt Leipzig den Stadträten und Bürgern den Zuschuss von einer Million Euro mit den Einnahmen für die Geschäfte der Stadt, aber auch für das Stadtsäckel selbst verargumentiert. Das Ergebnis lautete dann zwar nur auf rund 180.000 Euro Rückfluss – was jedoch den zweiten Zuschuss an die evangelische Gemeinde 2017 in Höhe von 950.000 Euro nicht schmälerte.

Nun steht also die dritte Kirche, welche bereits 2016 zum Katholikentag mitfeierte, an der Pforte und klopft wegen Steuergeld an. Man darf also gespannt sein, ob Oberbürgermeister Burkhard Jung die Gelegenheit erneut beim Schopfe packen wird und wie einst vor der Abstimmung zum Katholikentag 2014 im Stadtrat vehement für die Religionen eintreten und gegen die (zu erwartenden) Kritiker des Stadt-Zuschusses für das Spaghettimonster antreten wird.

Zur Erinnerung – Die zwei Stadtrats-Debatten zu den Zuschüssen

Die Debatte und die Abstimmung zum Katholikentag 2016, vom 17. September 2014 im Leipziger Stadtrat. Quelle: L-IZ.de

Die Debatte und die Abstimmung zum Kirchentag 2017, vom 17. Dezember 2015 im Stadtrat Leipzig. Quelle: L-IZ.de

Stadträtin und Gemeindemitglied Ute Elisabeth Gabelmann alias "Schwester Farfalle" (rechts) tritt 2016 der Kirche bei. Foto: Alexander Böhm

Stadträtin und Gemeindemitglied Ute Elisabeth Gabelmann alias „Schwester Farfalle“ (rechts) tritt 2016 der Kirche bei. Foto: Alexander Böhm

Ute Elisabeth Gabelmann im kurzen Interview zum derzeitigen Stand der Dinge

Sehr geehrte Frau Gabelmann, werden Sie tatsächlich eine Million Euro bei der Stadt Leipzig im Stadtrat für ein Kirchentreffen der Kirche des „Fliegenden Spaghettimonsters“ beantragen?

Ja, ich werde tatsächlich Gelder für ein Kirchentreffen der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters beantragen. Nein, die Höhe wird nicht eine Million Euro sein (wir sind nicht gierig), sondern sich an einer eigenen Bedarfsplanung orientieren. Wie viel Geld dies sein wird, kann ich aktuell noch nicht sagen, da der Antrag noch in der Bearbeitung ist.

Wie ermittelt sich die Höhe der beantragten Gelder für Sie?

Die Höhe wird sich an den bereits bekannten Kostenpunkten orientieren, sicherlich auch an der gesellschaftlichen Bedeutung dieses Kirchentreffens, aber auch daran, mit welcher Umwegrentabilität für die Stadt Leipzig zu rechnen ist.

Planen Sie, auch das Land Sachsen sowie den Bund als Geldgeber für Ihre Festlichkeiten in Leipzig anzufragen?

Sowohl die Bundes- als auch die Landesebene mit einzubeziehen, liegt im Interesse der Veranstalter. Natürlich steht zu befürchten, dass ein Antrag „von außen“ auf einer niedrigen Verwaltungsebene wegdiskutiert wird. Daher konnte ich auf Kommunalebene verstärkend eingreifen. Derzeit spreche ich mit den Veranstaltern über Lösungsmöglichkeiten, wie man deren Anliegen Gehör verschaffen kann.

Können Sie bereits mehr zum Zeitpunkt im Jahre 2018 sagen, den Inhalten der Veranstaltung und dem Motto, unter dem das Kirchentreffen in Leipzig stehen wird?

Soweit ich informiert bin, sind die Planungen bereits angelaufen. Da die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters sich jedoch im Gegensatz zum Katholikentag und zum evangelischen Kirchentag keine hauptamtlichen Mitarbeiter leisten kann, ist sie dabei vollständig auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. D. h. zum jetzigen Zeitpunkt sind die Planungen noch nicht sehr weit fortgeschritten, so dass auch noch ein Datum aussteht.

Es wird allerdings sicherlich zu einer wärmeren Jahreszeit und eventuell über ein verlängertes Wochenende stattfinden, um vielen Gläubigen und anderen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen. Die Veranstalter werden zu gegebener Zeit über inhaltliche Punkte informieren, um die Öffentlichkeit entsprechend einzustimmen.

Zur Kirche des fliegenden Spaghettimonsters im Netz

Die aktuelle LEIPZIGER ZEITUNG mit dem Titel „Glauben oder Wissen“ ist jetzt im Handel

Lokale Berichterstattung über den Stadtrat, Politik und Wirtschaft? Werden Sie Unterstützer.

* Audio *KatholikentagStadtratKirchentagSpaghettimonster
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
Ein Kommentar


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wegen Foto der getöteten Sophia Lösche: Staatsanwaltschaft Chemnitz darf gegen Höcke ermitteln
Pro Chemnitz und AfD gemeinsam am 1. September 2018 in Chemnitz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNach dem Tod der damals 28-jährigen Studentin Sophia Lösche im Sommer dieses Jahres hatten zahlreiche Rechtsradikale den Fall für ihre Zwecke missbraucht. Sie verwiesen darauf, dass sich die junge Frau für Geflüchtete engagiert hatte und damit selbst eine Verantwortung trage. Auf der Pro-Chemnitz/Pegida/AfD-Demonstration am 1. September 2018 in Chemnitz war ihr Foto zu sehen. Danach hatten Familienangehörige unter anderem Anzeige gegen Björn Höcke erstattet. Der Justizausschuss des Thüringer Landtages hat nun Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Chemnitz ermöglicht.
Änderungen im Flüchtlingsaufnahmegesetz beschlossen – mehr Geld für Landkreise und Städte
Albrecht Pallas (MdL, SPD) Foto: Götz Schleser

Albrecht Pallas (MdL, SPD) Foto: Götz Schleser

Für alle LeserDer sächsische Landtag hat am Dienstag, den 11. Dezember, einige Änderungen im Flüchtlingsaufnahmegesetz beschlossen. Die Landkreise und kreisfreien Städte sollen noch in diesem Jahr mehr Geld vom Freistaat Sachsen erhalten. Zudem müssen Asylbewerber mit „geringer Bleibeperspektive“ nun bis zu zwei Jahre in einer Erstaufnahmeeinrichtung bleiben.
Sachsen erreichte im September einen neuen Höchststand bei der Beschäftigung
Beschäftigungsentwicklung in Sachsen. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle LeserUm rund 24.000 Personen (1,2 Prozent) erhöhte sich die Zahl der Erwerbstätigen in Sachsen im dritten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorjahr, meldet das Statistische Landesamt. Damit setzte sich der positive Trend seit Anfang 2016 weiter fort. Während die Zahl der Arbeitnehmer einen deutlichen Anstieg verzeichnete, ging die Zahl der Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen leicht zurück.
Der BUND nach Durchforsten der Nachhaltigkeitsstrategie 2018
Waldweg, noch mit Waldesgrün. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm 27. November veröffentlichte die sächsische Staatsregierung ihre neue „Nachhaltigkeitsstrategie 2018“. Die plumpste irgendwie ins Wasser. Eigentlich interessierte sich kein Mensch dafür. Nur beim BUND Sachsen tat man sich das Papierchen an und fand – passend zum heißen Sommer 2018 – viel heiße Luft und keine konkreten Taten.
Wer den Klimawandel ignoriert, wird auch den sächsischen Wald nicht retten
Holzeinschlag im Leipziger Auwald. Foto: Gernot Borriss

Foto: Gernot Borriss

Für alle LeserSchon am 26. November versuchte Agrarminister Schmidt das Desaster in den sächsischen Wäldern in diesem Jahr mit Zahlen auf den Punkt zu bringen. Am 14. Dezember gab es dann eine Landtagsdebatte, in der ihm gehörig der Kopf gewaschen wurde – nicht für seine Waldpolitik, sondern für seine völlig fehlende Klimaschutzpolitik. Denn beides gehört zusammen. So ein Jahr wie 2018 kann sich in Sachsens Wald jederzeit wiederholen.
Man kann nicht das Existenzrecht Israels verteidigen und das eines eigenständigen Palästina vergessen
Die Ratsversammlung im Leipziger Neuen Rathaus. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSeit November läuft ein Antrag durchs Verfahren im Stadtrat, den gleich drei Fraktionen zusammen eingereicht haben: CDU, SPD und Grüne. Und den man – vom Sinn her – sofort unterschreiben könnte: „Gegen jeden Antisemitismus“. Aber drei Stadträt/-innen meinen: Da fehlt noch was. Und sie haben ebenfalls recht.
ReMembering Leipzig kann seit November besucht werden
Die Karte von ReMembering. Screenshot: L-IZ

Screenshot: L-IZ

Für alle LeserEin ereignisreiches Jahr liegt hinter Jane Wegewitz und Tom Pürschel vom Team „ReMembering Leipzig“: Nach vier Workshops, dem Netzwerktag, der Überarbeitung der Datenbank sowie mit einigem Auf und Ab – unter anderem im Bemühen, ihr Projekt zu finanzieren – verabschiedeten sie sich erst einmal in eine Pause. So schnell kann’s gehen. Aber ihr Projekt steht im Netz. Und es ist wichtig.
Buchmesse antwortet auf Offenen Brief von „Leipzig nimmt Platz“
Götz Kubitschek (Antaios Verlag und „Institut für Staatspolitik“) und Jürgen Elsässer (Compact Magazin) auf der Leipziger Buchmesse. Foto: Luca Henze

Foto: Luca Henze

Für alle LeserIn den vergangenen Jahren hatten die Auseinandersetzungen mit den rechten Verlagen einen großen Teil der Berichterstattung über die Leipziger Buchmesse dominiert: Es gab Protest vor Ort, auf einer Kundgebung und sogar im Stadtrat, wo die Linksfraktion auf ein Verbot der Teilnahme der Verlage abzielte. Im Vorfeld der Buchmesse 2019 geht nun das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ in die Offensive und fordert einen eigenen Stand für antirassistische Initiativen und Verlage. Das Problem aus Sicht der Aktivisten: Die Buchmesse verlangt dafür die üblichen Standgebühren.
BSG Chemie Leipzig vs. 1. FC Lok Leipzig 0:1 – Zwei Meinungen zu einem Spiel + Video
Siegtreffer: Matthias Steinborn (Lok) bejubelt sein entscheidendes Tor. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserVideoDer 1. FC Lok Leipzig hat das Ortsderby bei der BSG Chemie mit 1:0 (0:0) gewonnen. Vor 4.500 Zuschauern erzielte Matthias Steinborn das entscheidene Tor nach 74 Minuten und ebnete Lok damit den Weg ins Halbfinale des sächsischen Landespokals. Dort trifft Lok im März auf den Chemnitzer FC. Chemnitz-Trainer David Bergner sprach von einem verdienten Lok-Erfolg, dem widersprach Chemie-Interimscoach Christian Sobottka.
Ticketverlosung: Am 21. Januar im Gewandhaus – The Best Of Ennio Morricone
Best Of Ennio Morricine PR

Best Of Ennio Morricine PR

Für alle LeserVerlosungDer weltbekannte Filmkomponist Ennio Morricone hat legendäre Filmmusik geschaffen. Seinen neuesten Oscar bekam er im Februar 2016 für Tarantino‘s „The Hateful 8“. Unsterblich machte sich Morricone bereits vor fast 50 Jahren mit seiner Musik zu „Spiel mir das Lied vom Tod“. Im Januar 2019 können seine Fans die unvergesslichen Werke Morricones nun live in 30 ausgesuchten Städten erleben. Freikäufer (Leserclub-Mitglieder) haben die Möglichkeit, hier 2x2 Konzertkarten zu gewinnen.
Mit einer falschen Ausstiegszahl versucht der Ministerpräsident, seine Kohlepolitik zu begründen
Das Kraftwerk Boxberg in der Lausitz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm Freitag, 14. Dezember, musste Ministerpräsident Michael Kretschmer im Sächsischen Landtag erklären, warum er gemeinsam mit den Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt und Brandenburg die Arbeit der Kohlekommission ausgebremst hat. Aber das Motiv war dasselbe, mit dem Sachsen seit Jahren jede Diskussion über den Kohleausstieg abwürgt: Erst neue Arbeitsplätze, dann vielleicht Ausstieg – irgendwann um 2050.
Ein 10-Punkte-Paket, um Leipzig gegen künftige Hitzesommer zu wappnen
Hitzefrei für alle. Grafik: Glücklicher Montag

Grafik: Glücklicher Montag

Für alle LeserDas Weltklima ändert sich, auch wenn solche Extremsommer wie der von 2018 erst einmal noch die Ausnahme sind. Aber sämtliche Klimaprojektionen für Sachsen verheißen in Zukunft genau solche langen und wasserarmen Hitzeperioden. Städte wie Leipzig sind bestens beraten, wenn sie sich auf solche Hitzesommer vorbereiten. Am Freitag, 14. Dezember, haben die Grünen dafür einen 10-Punkte-Antrag vorgestellt.
Am unvollendbaren Elster-Saale-Kanal soll erst einmal ein Radweg entstehen
Jahreskonferenz der Metropolregion Mitteldeutschland in Braunsbedra. Foto: Tom Schulze

Foto: Tom Schulze

Für alle LeserAm Donnerstag, 13. Dezember, tagte in Braunsbedra die Metropolregion Mitteldeutschland. Und sie setzte mit der 2020 in Leipzig stattfindenden „World Canals Conference“ und dem Elster-Saale-Kanal zumindest seltsame Themen, die nicht wirklich über die wirtschaftliche Zukunft der Region entscheiden werden, auch wenn das von Akteuren wie Heiko Rosenthal oft so klingt. Die Rettung der Region liegt nicht auf dem Wasser.
Udo Köpke: Die Vergötterung der Märkte oder Mit 100 PS in die Klimakatastrophe
Udo Köpke: Die Vergötterung der Märkte. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEin Zeitalter geht zu Ende. Eigentlich wissen es alle – aber Menschen sind eine seltsame Spezies: Sie können nicht aufhören, wenn ihre Sucht angefixt ist. Udo Köpkes Buch bindet drei große Geschichten zusammen, die selbst Journalisten und Politiker oft nicht zusammenbringen, obwohl sie alle zusammengehören: den entfesselten Kapitalismus, den Klimawandel und das absehbare Ende des Ölzeitalters. Denn Kapitalismus ist Ölzeitalter. Und was dann?
Auf der Insel: Ein Gespräch mit Norbert Leisegang von der Band „Keimzeit“ + Konzert-Bildergalerie vom 14.12.2018 in Leipzig
Norbert Leisegang und Keimzeit auf "Irrenhaus"-Tour am 14. Dezember 2018 im Leipziger Täubchenthal. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAuf den Keimzeit-Sänger Norbert Leisegang zu treffen, wird für einen musikinteressierten Mittvierziger mit Osthintergrund ganz schnell zu einer besonderen Zeitreise. Zurück in die letzten Tage der DDR, mitten hinein in das Gefühl von Aufbruch der 90er und anschließend direkt ins Heute. 30 Jahre Rückschau und ein aktueller Anlass: Die Band „Keimzeit“ ist wieder auf Tour, ungewöhnlich daran ist bei den spielfreudigen Brandenburgern der Anlass. Alle Songs der ersten Platte „Irrenhaus“ reisen mit und bergen eine Überraschung. Sie scheinen keinen Tag gealtert und aktuell wie einst.