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Polizeibericht, 6. Juni: Im großen Stil Zigaretten geklaut, Ehemalige Heeresbäckerei abgebrannt, Problembürger in Eilenburg

Innerhalb von nur wenigen Minuten zerstörten Sonntagnacht in Panitzsch Einbrecher ein Schaufenster und stahlen anschließend Tabakwaren im fünfstelligem Warenwert – Zeugen gesucht +++ Gestern Abend richtete das im Gebäudeinneren der stark verfallenen ehemaligen Heeresbäckerei ausgebrochene Feuer immensen Schaden an und gab dem nur noch in den Grundmauern stehendem Haus den letzten Rest +++ Ein Eilenburger hielt am Wochenende Nachbarn und Polizei auf Trab.

Im großen Stil Zigaretten geklaut

Innerhalb von nur wenigen Minuten zerstörten Sonntagnacht bisher Unbekannte in der Otto-von-Guericke-Straße, OT Panitzsch, ein Schaufenster, drangen in den Markt ein und durchsuchten die Räumlichkeiten. Darin widmeten sie sich nach einem ersten Überblick ausschließlich Tabakwaren, wobei sie Produkte von deutlich fünfstelligem Warenwert entwendeten. Die vorgefundene und im Rahmen der Tatortarbeit dokumentierte Situation lässt auf ein vorheriges Ausbaldowern durch die Täter schließen. Nun muss sich zeigen, ob die gesicherten Spuren und erbetenen Zeugenhinweise dazu führen, die Tat einer Aufklärung zuzuführen.

Wer sachdienliche Angaben tätigen kann, wendet sich bitte an die Kriminalpolizeiinspektion Leipzig, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Tel. 0341-966 4666 oder an jede andere Polizeidienststelle.

Brand in der ehemaligen Heeresbäckerei

Gestern Abend richtete das im Gebäudeinneren der stark verfallenen ehemaligen Heeresbäckerei ausgebrochene Feuer immensen Schaden an und gab dem nur noch in den Grundmauern stehenden Haus den letzten Rest. Das Feuer wurde durch einen Passanten entdeckt, der von weitem Rauch über dem ehemaligen Kasernengelände in der Olbrichtstraße aufsteigen sah. Schnell waren Einsatzkräfte der Feuerwehr herbeigerufen, die sich jedoch erst einmal einen Weg durch das unwegsame Gelände öffnen mussten. Am Brandort stellten sie dann fest, dass im Haus – dessen Dachstuhl bereits eingestürzt und dessen Mauerwerk bereits stark verwittert war – Unrat und Altreifen brannten.

Da auch keine Medien, wie Gas oder Strom, anlagen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass Unbekannte gezündelt hatten. Die Brandursachenermittler nehmen im Laufe des Tages ihre Arbeit auf – ermittelt wird wegen Brandstiftung. Noch am selben Abend meldete sich eine 57-Jährige bei der Polizei. Sie habe drei Jugendliche gesehen, die am Abend das Gelände verließen.

Beschreiben konnte sie die 16 – 17-Jährigen folgendermaßen:

  1. Jugendliche: männlich, ca. 180 cm groß, dunkle, gelockte Haare
  2. Jugendliche: weiblich, bunte Bänder in den Haaren, trug kurze Hose und schwarze, kaputte Strümpfe
  3. Jugendliche: weiblich, Schlitze in den Kleidungsstücken, kurzer Rock, schwarze, kaputte Strümpfe

Bei den Ermittlungen wird geprüft, ob die drei in irgendeinem Bezug zu dem Brand stehen könnten.

Schlägerei in Straßenbahn

Aus noch nicht aufgeklärter Ursache geriet am Samstagabend ein Mann (47) in einer Straßenbahn der Linie 11 mit einer etwa zehnköpfigen Gruppe Jugendlicher in Streit. Als dieser darin mündete, dass der Mann geschlagen wurde, stoppte der Straßenbahnfahrer (40) die Fahrt und schritt ein. Leider attackierten die Jugendlichen daraufhin auch seine Person, bevor sie schließlich die Flucht ergriffen. Die weiteren Ermittlungen müssen die Abläufe unter Einbeziehung weiterer Zeugenaussagen und der Videoaufzeichnungen aus der Straßenbahn aufhellen.

Ausgebrannter Lkw auf der Autobahn

Kurz nach Mitternacht erhielt die Polizei den Notruf eines Lkw-Fahrers (52), der auf der BAB 14 Richtung Dresden unterwegs war. Dieser stand mit seinem Sattelzug (Zugmaschine Mercedes-Benz vom Typ Actos) auf dem Standstreifen zwischen den Anschlussstellen Nossen/Nord und Nossen/Ost, da es aus seinem Lkw stark qualmte. Bei Eintreffen der Gesetzeshüter brannte der besagte Sattelzug jedoch schon lichterloh – Vollsperrung der Richtungsfahrbahn! Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehren waren bereits am Werk und versuchten, das Feuer zu löschen. Doch das erwies sich als äußerst schwierig. So entschlossen sie sich, die Ladung des Anhängers vom Typ „Rohr“ zu löschen und zogen die 20 Tonnen Obst und Gemüse auf die Straße.

Dort konnte die Ladung gelöscht und anschließend in Containern vom Brandort abtransportiert werden. Kurz vor 05:00 Uhr waren der Lkw und die Ladung gelöscht. So konnte der linke Fahrstreifen für kurze Zeit geöffnet werden, um Fahrzeuge an dem Brandort vorbeizuleiten. Anschließend wurde die komplette Fahrbahn zur Bergung des Sattelzuges und ihrer Reinigung für weitere ca. zwei Stunden voll gesperrt. Erst gegen 07:15 Uhr rollte der Fahrzeugverkehr wieder Richtung Dresden.

Mit Arglist Smartphone geraubt

Mit weiblichem Charme und Liebesversprechen lockte gestern Nachmittag eine 14-Jährige einen Jüngling (14) aus der Wohnung, indem sie ihn übers soziale Netzwerk in den Hinterhof bat. Er machte sich auf den Weg und traf die Angebetete. Gemeinsam besprachen sie Wichtiges – doch plötzlich tauchten zwei Männer auf. Geradewegs gingen sie zum 14-Jährigen und verlangten die Herausgabe seines Smartphone.

Um der Forderung Nachdruck zu verleihen, zückte einer der Männer sein Messer. Just in dem Moment griff der andere dem Jungen in die Hosentaschen und zog das Telefon heraus. Dann griff er in die andere Tasche und förderte ein Schlagring zu Tage. Erst als die Mutter des Jungen aus dem Fenster schaute, den Ärger mitbekam und die Unbekannten anschrie, rannten diese vom Hof – gefolgt von dem 14-Jährigen. So ging die Flucht von der Dieskaustraße bis zum Adler. Dort verlor er ihre Spur. Nun ermittelt die Polizei wegen Raub.

Problembürger

Am späten Samstagabend animierte ein Eilenburger (30) seine Nachbarn mittels lautstark abgespielter Musik und Böllerwürfen, die Polizei zu rufen. Vor Ort konnten die Beamten die Lärmquelle unschwer lokalisieren, aber deren Erreichen war wiederum nicht ganz einfach, denn aufgrund der Lautstärke nahm der Verursacher weder reguläres Klingeln noch derbes Klopfen wahr. Erst die Pause zwischen zwei Musikstücken erbrachte den gewünschten Erfolg, wobei ein sichtlich Desorientierter an der Wohnungstür erschien. Zunächst fragte er verwundert, ob es denn schon 22 Uhr sei und trat hernach für das weitere Gespräch in den Hausflur – nicht ohne seine Wohnungstür zweimal zu verschließen.

In der Folge gab er den Lärm bereitwillig zu, stritt jedoch ab, Böller in den Hof geworfen zu haben. Im Gegenteil, ein Böller sei durch sein Fenster geflogen und er hätte nur mit Mühe einen Brandausbruch verhindern können. Dies wollten die Beamten sich natürlich gern näher betrachten und erbaten Einlass. Darauf reagierte der Mann zwar etwas zurückhaltend, öffnete aber schließlich doch die Pforte. Obwohl in der Einraumwohnung ein stolzer Vorrat an geleerten Flaschen und Assietten lagerte, gelang es, am Boden die Reste eines zerfetzen Böllers auszumachen. Allerdings wies die Version des Mannes einen wesentlichen Haken auf, denn in seiner Wohnung waren eine ganze Reihe zulässiger Pyrotechnik, aber auch Knaller ohne jedes Prüfzeichen aufzufinden und just ein solcher Böller war auch am Boden explodiert. Offenbar hatte ein Wurf das Fenster verfehlt. Die Beamten entschlossen sich deshalb, die übrigen illegalen Böller (62 Stück) sicherzustellen und fertigten eine Anzeige nach dem Sprengstoffgesetz.

Nicht einmal 24 Stunden später verlegte sich der 30-Jährige leider auf die ihm verbliebene Pyrotechnik und sorgte abermals für einen Polizeieinsatz. Unter musikalischer Untermalung, welche wiederum jede Lärmgrenze missachtete, zündete er unter anderem eine manipulierte Silvesterrakete. Deren Flugbahn verfehlte nur knapp den Kopf einer Nachbarin (41), die zu diesem Zeitpunkt auf ihrem Balkon stand. Da der Mann nachfolgend gar keine Ambitionen zeigte, mit der Polizei zu sprechen, nutzen unterstützende Kollegen einer geschlossenen Einheit den großen Schlüssel und rammten die Tür auf.

Um den Hausfrieden letztlich etwas dauerhafter herzustellen, griffen die Beamten auf das Sächs. Polizeigesetz zurück, nahmen den Mann (1,68 Promille Atemalkohol) in Gewahrsam, beschlagnahmten die Musikanlage und sämtliche Pyrotechnik. Dafür mussten sie sich allerdings durch das vorhandene Chaos wühlen und fanden so auch offenbar aus Pyrotechnik herausgelöstes Schwarzpulver sowie Zündschnüre. Zudem entdeckten sie als Haustiere gehaltene Schlangen, Ratten, Mäuse und Spinnen, wobei einige der Tiere bereits verendet waren. Hierzu wurden das Veterinäramt und ein Tierheim beigezogen. Ferner tauchten zwei Schreckschusswaffen und mehrere Cliptüten auf, die betäubungsmittelrelevante Anhaftungen aufwiesen.

Da der 30-Jährige nun zunächst seiner bevorzugten Freizeitbeschäftigungen beraubt ist, besteht die vage Hoffnung, er findet die Zeit, sich und seine Wohnung zu sortieren.

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Alexander Schiebel. Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

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Für alle LeserDer Oekom Verlag hatte 2017 schon den richtigen Riecher, als er Alexander Schiebels Buch „Das Wunder von Mals“ mit dem Untertitel versah: „Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet“. Auch wenn es jetzt ein Südtiroler Landesrat und 1.600 Südtiroler Obstbauern zu sein scheinen, die neben Alexander Schiebel auch Karl Bär, Agrarreferent im Umweltinstitut München, vor Gericht gezerrt haben. Nun wollen sie auch noch Oekom-Verleger Jacob Radloff anklagen lassen. Deutlicher kann die ach so stille Agarindustrie gar nicht zeigen, wie sehr ihr dieser Münchner Verlag ein Dorn im Auge ist.