Um es gleich mal vorweg zu nehmen, Taschendiebe schlagen das ganze Jahr über zu. Aber es gibt bestimmte Orte oder Situationen, welche den Taschendieben in die Hände spielen – und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Großes Gedränge in Bus und Bahn, Menschenansammlungen in Geschäften und Bahnhöfen bieten Taschendieben beste Chancen. Gerade jetzt in der Adventzeit, wo viele Menschen auf die gut besuchten Weihnachtsmärkte strömen oder sich in die Kaufhäuser drängen, sind diese Gelegenheiten gegeben und wir nehmen das zum Anlass, um vor dieser Form der Straßenkriminalität zu warnen.

Taschendiebe sind professionelle agierende Täter, die häufig grenzüberschreitend in ganz Europa aktiv sind. Sie gehen meist in Teams von mindestens zwei bis drei Tätern arbeitsteilig vor. Häufig nutzen sie Ablenkungsmanöver wie Anrempeln, Ansprechen, vermeintlich freundliche Gesten und Berührungen oder ein absichtlich verursachtes Gedränge.

Einige lenken das Opfer ab, indem die Täter absichtlich die Kleidung der Opfer beschmutzen und dann beim Säubern der Sachen helfen. Die Ablenkungen sind vielfältig, das Schema bleibt aber immer gleich: Einer lenkt das Opfer ab, der Zweite stiehlt die Beute und gibt sie an einen Dritten weiter, der dann verschwindet.

Statistische Angaben für Sachsen: Die Fälle von Taschendiebstahl sind in den letzten Jahren rückläufig (2019: 2 411 Fälle; 2020: 1 575 Fälle; 2021: 1 305 Fälle). Das liegt sicher auch an dem eingeschränkten Handlungsspielraum der Täter durch die Corona-Maßnahmen. Trotzdem ist jeder Diebstahl eine Straftat zu viel.

Das zumeist professionelle Vorgehen der Taschendiebe lässt sich daran erkennen, dass von den registrierten Delikten kaum eines im Versuchsstadium stecken blieb und die Täter nur selten ermittelt werden konnten. In Sachsen endeten 2021 lediglich 13 Fälle ohne Erfolg. Mit 9,7 Prozent aufgeklärten Fällen gehörte Taschendiebstahl 2021 zu den Straftatengruppen mit der niedrigsten Aufklärungsquote.

Leipzig war unter den sächsischen Großstädten am stärksten durch Taschendiebstahl belastet. 2021 entfielen auf 100 000 Einwohner 103 Delikte. Vergleichbare Großstädte in den anderen Bundesländern registrierten teilweise deutlich höhere Häufigkeitszahlen (Düsseldorf 395, Bremen 243, Essen 212, Dortmund 205). In Dresden kamen 48 Fälle auf 100 000 Einwohner, in Chemnitz 33.

Folgende Verhaltenstipps der Polizei schützen Sie vor Taschendiebstahl:

  • Nehmen Sie grundsätzlich nur so viel Bargeld und Zahlungskarten mit, wie Sie benötigen.
  • Verwahren Sie Geld, Smartphone und andere Wertsachen immer in verschiedenen verschlossenen Innentaschen der Kleidung, die möglichst dicht am Körper sind.
  • Tragen Sie Hand- oder Umhängetaschen stets geschlossen und mit der Verschlussseite zum Körper.
  • Passen Sie besonders im Gedränge verstärkt auf Ihre Wertsachen auf und achten Sie ganz bewusst auf Taschendiebe. Diese erkennt man häufig an ihrem suchenden Blick nach Beute.
  • Vorsicht gilt, wenn Ihnen jemand zu nahe kommt oder Sie plötzlich anrempelt. Bestehen Sie darauf, dass der für Fremde übliche Abstand eingehalten wird.
  • Vermeiden Sie, dass beim Bezahlen an Kasse oder Verkaufsstand Fremde Einblick in Ihre Brieftasche haben.

Wenn Sie Opfer oder Zeuge eines Taschendiebstahls geworden sind:

  • Rufen Sie umgehend die Polizei unter dem Notruf 110 und melden Sie sich auch, wenn Ihnen verdächtige Personen auffallen. Auf großen Märkten ist häufig eine mobile Polizeiwache vor Ort.
  • Lassen Sie sofort sämtliche in Verlust geratene Zahlungskarten sperren. Dies ist unter dem bundesweiten Sperrnotruf 116 116 möglich. Melden Sie den Vorfall direkt der Polizei. Diese kann die Sperrung des elektronischen Lastschriftverfahrens per Unterschrift (SEPA-Lastschriften) auch veranlassen.
  • Behalten Sie in den nächsten Wochen sorgfältig ihre Kontobewegungen im Auge und melden Sie unbefugte Abbuchungen Ihrer Bank oder Sparkasse.

Mehr Tricks der Taschendiebe finden Sie finden Sie auf der Internetseite der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen/aktuelles/detailansicht/taschendiebe-lieben-weihnachtsmaerkte-1/

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