Das Sächsische Staatsministerium des Innern und der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden haben heute einen Kooperationsvertrag zur Bekämpfung von Antisemitismus unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist eine langfristige und kontinuierliche Zusammenarbeit, um antisemitischen Einstellungen und Straftaten in Sachsen wirksam zu begegnen und jüdisches Leben zu stärken.
Kern der Zusammenarbeit ist ein umfassendes bildungsorientiertes Angebot für die Polizei Sachsen. In den kommenden Monaten wird der Landesverband gemeinsam mit seinen Partnern, dem Dresdner Verein Hatikva und dem Kulturbüro Sachsen, an der Hochschule der Sächsischen Polizei (FH) insgesamt zehn ganztägige Workshops für Polizeikommissaranwärterinnen und -anwärter sowie Polizeimeisteranwärterinnen und -anwärter durchführen.
Die Seminare werden fundierte Kenntnisse zu Wesen, Erscheinungsformen und Ideologien des Antisemitismus vermitteln und die Handlungskompetenz der Polizei im professionellen und sensiblen Umgang mit Betroffenen stärken.
Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa: „Der Schutz jüdischen Lebens ist eine wichtige Aufgabe der sächsischen Polizei. Deshalb heben wir mit der neu gefassten Kooperation erfolgversprechende Möglichkeiten für umfangreiche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen zwischen Polizei und den jüdischen Gemeinden zur Stärkung der interkulturellen Kompetenzen geschaffen. Mit diesem Schritt unterstreichen wir das gegenseitige Vertrauen und das gemeinsame Verantwortungsgefühl.“
Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, Ekaterina Kulakova: „Wenn mir jemand vor zehn Jahren gesagt hätte, dass die Polizei zum Beispiel Weihnachtsmärkte und andere große Feiern so massiv schützen muss, hätte ich das nicht geglaubt. Heute ist das Realität. Ganz kritisch ist die Gefährdung jüdischer Einrichtungen.
Eine verständnisvolle und hoch sensible Zusammenarbeit zwischen dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden und der sächsischen Polizei ist vor diesem Hintergrund sehr wichtig. Durch die Workshops bekommen die angehenden Polizisten nicht nur praktische Unterstützung, sondern auch einen Einblick in das jüdische Leben heute und in die Sorgen der jüdischen Gemeinschaft. Landespolizeipräsident Jörg Kubiessa gilt großer Dank, dass er den Weg der engen Kooperation geht.“
Die neue Kooperation knüpft an das erfolgreiche Projekt „Klug gegen Antisemitismus“ an, das die Polizei Sachsen gemeinsam mit dem Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden zwischen 2022 und 2024 umgesetzt hat.
Der Landesverband Sachsen der Jüdischen Gemeinden bringt in die Kooperation bewusst auch eine Betroffenenperspektive ein. Beabsichtigt ist, das Vertrauen jüdischer Bürgerinnen und Bürger in staatliche Institutionen – insbesondere in die Polizei – zu stärken.






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