Bei der Bundesliga-Begegnung zwischen den Frauen von RB Leipzig und dem 1. FC Union Berlin mussten sich beide Seiten am Samstag im Cottaweg mit einem Unentschieden begnügen. Und: Mit dem Tod des Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas ist eine einflussreiche Stimme intellektueller und tagespolitischer Debatten verstummt. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, dem 14./15. März 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

RB vs. Berlin: Partie am Cottaweg endet mit Unentschieden

Im Bundesliga-Duell der Tabellennachbarinnen trennten sich die Frauen von RB Leipzig und dem 1. FC Union Berlin am Samstagnachmittag 2:2-Unentschieden. Im RB-Trainingszentrum am Cottaweg hatten die Gäste aus der Hauptstadt durch Sophie Weidauer bereits in der 2. Minute das erste Tor vorgelegt.

Die Leipzigerinnen fanden durch Lisa Baum (18.) jedoch eine schnelle Antwort und zogen durch einen Treffer von Marleen Schimmer (44.) kurz vor der Halbzeitpause sogar mit 2:1 in Front. Wenige Minuten nach Wiederbeginn köpfte aber Samantha Steuerwald (48.) nach einem Union-Eckball erneut das Unentschieden herbei. 2:2 – so lautete dann auch der Endstand.

Insgesamt 1.358 Zuschauer verfolgten die Partie vor Ort, davon waren rund 500 aus der Hauptstadt angereist. In der Tabelle bleibt RB Leipzig mit nun 22 Punkten auf Rang 10, direkt hinter den einen Punkt besseren Unionerinnen. Das nächste Heimspiel der Rasenballerinnen steht bereits am kommenden Sonntag, dem 22. März um 14:00 Uhr, gegen den SC Freiburg an.

Streitbarer Denker: Trauer um Jürgen Habermas (1929–2026)

Jürgen Habermas ist tot. Der Philosoph, Soziologe und einflussreiche Denker verstarb am Samstag mit 96 Jahren im oberbayerischen Starnberg.

Geboren in Düsseldorf, war Habermas seit Jahrzehnten ein intellektuelles Schwergewicht in Deutschland und darüber hinaus. 1956 wurde er Assistent von Theodor W. Adorno am Institut für Sozialforschung in Frankfurt am Main und Vordenker der Studentenbewegung, mit der er sich später überwarf. 1961 habilitierte sich Habermas mit dem Titel „Strukturwandel der Öffentlichkeit“. Das Buch „Theorie des kommunikativen Handelns“ (1981) gilt als sein Hauptwerk.

Habermas wird der zweiten Generation der durch die „Frankfurter Schule“ entwickelten „Kritischen Theorie“ zugerechnet, die sich unter anderem mit Macht- und Herrschaftsfragen auseinandersetzt. Bekannt wurde er auch durch Thesen über Diskurse und demokratische Willensbildung. Nach seiner Zeit als Leiter des Starnberger Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt hatte er bis zur Emeritierung 1994 einen Lehrstuhl für Philosophie in Frankfurt am Main.

Habermas erhob aber auch noch hochbetagt seine Stimme zu Fragen wie Religion, Pandemiemaßnahmen, Überwachungsskandalen oder Ukraine in der Öffentlichkeit, las und publizierte. In seiner langen Laufbahn beteiligte er sich an teils aufsehenerregenden Debatten – genannt sei nur der sogenannte Historikerstreit zur Einordnung der Shoah – und erhielt viele Auszeichnungen. Seine Ehefrau Ute Habermas-Wesselhoeft war 2025 verstorben, das Paar hatte drei Kinder.

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:

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Was sonst noch so los war:

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Zwei Unbekannte sollen am Samstag einen Geldtransporter in Schneeberg überfallen und dessen Fahrer verletzt haben. Die Polizei sucht nach Zeugen.

Auf der A4 bei Dresden verunglückte in der Nacht zum Sonntag ein Fahrzeug: Zwei Männer wurden schwer verletzt und ein Hund von Einsatzkräften gerettet.

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Israel hat eine neue Angriffswelle im Nahostkrieg gestartet.

Kalenderblatt: Blutige Märztage in Leipzig vor 106 Jahren

Wolfgang Kapp (1858–1922) war einer der Anführer des rechten Umsturzversuchs, nach dessen Scheitern er vorübergehend ins schwedische Exil flüchtete. Er starb im Juni 2022 in Leipzig, ehe er sich am Reichsgericht hätte verantworten sollen. Foto: gemeinfrei
Wolfgang Kapp (1858–1922) war einer der Köpfe des Umsturzversuchs: Nach dessen Scheitern flüchtete er vorübergehend ins schwedische Exil. Er starb im Juni 1922 in Leipzig, ehe er sich am Reichsgericht hätte verantworten sollen. Foto: gemeinfrei

Am 14. März 1920 fordert der sogenannte „Blutsonntag von Leipzig“ mindestens 17 Tote: Auf dem Augustusplatz kommt es zu Zusammenstößen von Reichswehr und Freikorps, als gegen den rechtsnationalistischen Berliner Kapp-Lüttwitz-Putsch protestiert wird.

15 Demonstranten und zwei Freikorpsmänner verlieren ihr Leben, etwa 40 Personen werden verletzt. Bei Kämpfen zwischen linksrevolutionären Aufständischen und Militär sterben in den Folgetagen weitere Menschen in Leipzig, schätzungsweise 150 – die genaue Zahl lässt sich nie mehr ermitteln. Sicher ist: Unter den Opfern sind auch Unbeteiligte.

Beispielhaft illustriert das dramatische Geschehen die Bedrohung der noch jungen Weimarer Republik. Der nach General Walther von Lüttwitz (1859–1942) und Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp (1858–1922) benannte Umsturzversuch in Berlin, dessen Wellen bis in die Arbeiterhochburg Leipzig reichen, bricht nach etwa 100 Stunden zusammen. Von Lüttwitz und Kapp gelingt die Flucht ins Ausland, ehe sie später zurückkehren. Kapps Tod knapp zwei Jahre später in Leipzig kommt einer möglichen Verurteilung wegen Hochverrats zuvor.

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