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Philosophie

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Ingolf U. Dalferth: Die Krise der öffentlichen Vernunft. Foto: Ralf Julke

Die Krise der öffentlichen Vernunft: Ingolf U. Dalferths Versuch, die fragilen Grundlagen unserer Demokratie auszuloten

Es ist ein spannendes Buch – auch in seinem Scheitern. Dabei steckt es schon im ersten Satz von Ingolf U. Dalferth in seinem Vorwort, in dem er auf die „merkwürdigen Züge theologischer Staats- und Gesellschaftsreflexion“ eingeht, die immer wieder versucht, die verschiedenen Formen politischer Herrschaft „theologisch zu legitimieren“. Dalferth ist selbst Theologe. Was er freilich […]

Bertrand Binoche: Was sind die Lumières (und nicht die Aufklärung)? Foto: Ralf Julke

Was sind die Lumières (und nicht die Aufklärung)? Vier Vorträge zum radikalen Denken der französischen „Aufklärer“

In Halle gibt es das Interdisziplinäre Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA). 2016 und 2019 hat man dort den Pariser Philosophen Bertrand Binoche zu Vorträgen eingeladen. Einer dieser beiden Vorträge stellte die vollauf berechtigte Frage „Was sind die Lumières (und nicht die Aufklärung)?“ Denn DIE Aufklärung gab es nie. Wahrscheinlich nicht mal in […]

Joachim Bauer: Das empathische Gen. Foto: Ralf Julke

Das empathische Gen: Warum wir alle spüren, wann wir tatsächlich ein gutes Leben führen

Falls Joachim Bauers Buch ins Englische übersetzt wird, wird es bestimmt auch Richard Dawkins mit höchstem Vergnügen lesen. Denn natürlich zielt schon der Titel auf Dawkins' berühmtes Buch von 1976 „The selfish Gene“, das in der deutschen Übersetzung als „Das egoistische Gen“ erschien. Aber natürlich gibt es auch kein „empathisches Gen“, was Joachim Bauer auch gleich erklärt. Die beiden Bücher sind sich viel näher, als man auf den ersten Blick meint. Und natürlich geht es um Evolution. Um was denn sonst?

Anders Indset: Das infizierte Denken. Foto: Ralf Julke

Das infizierte Denken: Warum unsere Absolutheiten uns daran hindern, eine enkelgerechte Welt auch nur zu denken

Auf Seite 225 fällt dann das schöne Wort „Herdenstupidität“. Willkommen in einer Welt, die 50 Jahre lang den falschen Traum geträumt hat, den Traum einer falschen Sicherheit. Und die nun merkt, dass sich Berge von ungelösten Problemen aufgetürmt haben. Und nicht nur der Philosoph und „Managementvordenker“ Anders Indset wundert sich darüber, dass die meisten Leute sichtlich unfähig sind, einen Weg aus dieser Sackgasse heraus überhaupt zu denken.

Matthias Horx: Die Hoffnung nach der Krise. Foto: Ralf Julke

Die Hoffnung nach der Krise: Matthias Horx erzählt, wie Veränderung mitten in der großen Krise beginnt

Schon nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 wagte sich der Journalist, Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx mit einem Buch an die Öffentlichkeit, in dem er seine Leser/-innen mitnahm in „Die Zukunft nach Corona“. Und bekam entsprechend auch deftige Reaktionen aus der Leserschaft. Eine zitiert er im Nachwort. Denn dass nach Corona auch nur das Geringste anders werden könnte, bezweifeln ziemlich viele Leute.

Markus Gabriel, Gert Scobel: Zwischen Gut und Böse. Foto: Ralf Julke

Zwischen Gut und Böse: Zwei philosophische Köpfe untersuchen die Leerstelle mitten in unserer Gesellschaft

Wenn sich ein Philosoph und ein philosophierender Wissenschaftsjournalist treffen, dann könnte das eine fröhliche Begegnung im Biergarten werden, aber auch ein ernsthaftes Gespräch, in dem sie die Frage zu klären versuchen, die die Philosophen seit 3.000 Jahren nie wirklich beantworten konnten: Was ist eigentlich das Gute und das Böse? Und wie gehen wir damit um, so als emotionsgetriebene Menschen, die meist gar nicht die Zeit haben, noch groß nachzudenken, bevor sie prekäre Entscheidungen treffen?

Slavoj Žižek: Ein Linker wagt sich aus der Deckung. Foto: Ralf Julke

Ein Linker wagt sich aus der Deckung: Slavoj Žižeks grandioses Plädoyer für eine Linke, die ihren Namen verdient

Na, wenn das nicht gleich mehrere rote Fahnen fürs bürgerliche Feuilleton sind. Ein neuer Kommunismus? Und das ausgerechnet jetzt, wo doch der Kapitalismus seit 30 Jahren überall siegt und der Kommunismus vor 30 Jahren so gründlich in die Knie ging und bewiesen hat, dass er es nicht kann? Aber: Hat er das? Und: Worum geht es wirklich? Das vergisst man irgendwann, denn wenn sich die Welt so gründlich verändert, ändert sich auch das Denken.

Berechtigte Frage. Foto: Marko Hofmann

Am 10. Februar im Soundcheck-Philosophie-Salon: Last Exit Coaching – Das gute Leben in der Selbstoptimierungsfalle?

Das Thema passt selbst jetzt, mitten im Lockdown. Denn auch wenn die Fitness-Center alle geschlossen haben (sollten), sieht man die auf ihre Fitness Bedachten durch die Straßen joggen, als gelte es, für die Olympischen Spiele zu trainieren, die Radfahrer auf ihren unbeleuchteten Rennrädern. Und abends beginnen die Häuser zu wackeln, weil sich die Selbstoptimierer lauter Hometrainer zugelegt haben. Zeit für einen Philosophie-Salon. Online natürlich.

Klub der Populisten. Grafik: Klub der Populisten

Soundcheck-Philosophie-Salon präsentiert den Klub der Populisten: „Endlich populär?“

Kurt Mondaugen: „Angesichts des aktuell so wirkmächtigen Rechtspopulismus verschlägt es uns manchmal die Sprache. Doch was lässt sich zum real existierenden Populismus der Gegenwart sagen? Wie sollte man es sagen? Und was ist eigentlich so falsch daran, im Reden und Handeln popularis sein zu wollen, also volksfreundlich? Aber wer ist überhaupt das Volk? Wir? Ihr? Oder einfach alle?“ Eine Frage, die am Dienstag, 24. November, vielleicht beantwortet wird.

Matthias Steinbach: Also sprach Sarah Tustra. Foto: Ralf Julke

Also sprach Sarah Tustra: Die fast vergessenen Grabenkämpfe um Friedrich Nietzsche in der DDR

Nietzsche ist ein schwer verdaulicher Brocken. Daran hat sich auch 30 Jahre nach dem Ende der DDR nichts geändert, wo der Philosoph regelrecht tabuisiert war. Immerhin galt er nach dem Verdikt von Georg Lukács dort regelrecht als geistiger Vater des Faschismus. Ab in die Kiste mit dem Burschen. Aber irgendwie wollte er nicht mal in der DDR-Zeit drin bleiben, stellt der Historiker Matthias Steinbach in diesem sehr persönlichen Buch zu Nietzsche im Osten fest.

Harald Lesch, Thomas Schwartz: Unberechenbar. Foto: Ralf Julke

Unberechenbar: Warum eine Gesellschaft ohne Reserven und Alternativen in die Katastrophe führen muss

Den Astrophysiker Harald Lesch kennen die meisten aus dem Fernsehen. Dort erklärt er anschaulich und kurzweilig die Phänomene der Naturwissenschaften. Aber der Wissenschaftler ist auch eine Ausnahme unter seinen Zunftkollegen: Er verbindet Wissenschaft mit Philosophie. Und klärt damit immer wieder auch neu die Frage: Was macht das Wissen über die Welt eigentlich mit uns Menschen? Und mit unserem Denken? Darum geht es in gewisser Weise auch in dieser Co-Produktion mit dem Theologen und Philosophen Thomas Schwartz.

Peformance mit Kurt Mondaugen. Foto: Peter Kann

Philosophie und Verwandlung: Impulsvorträge, Gespräche und Interventionen diesmal komplett online

Bei Philosophie denkt man meist an die schon lange toten großen Denker, quasi den „Club der toten Philosophen“ von Platon bis Schopenhauer. Aber Philosophie ist niemals „erledigt“, auch wenn zeitgenössische Philosophen und Philosophinnen meist nur wenig Aufmerksamkeit bekommen, die ein, zwei ganz Berühmten einmal ausgeklammert. Aber auch Leipzig hat philosophisch Spannendes zu bieten – zu erleben wieder am 13. November. Diesmal nur online.

Andreas Weber: Warum Kompromisse schließen? Foto: Ralf Julke

Warum Kompromisse schließen? Andreas Weber zeigt, warum nur gute Kompromisse Überleben erst möglich machen

Von den beiden Händen, die sich da auf dem Cover drücken, darf man sich nicht irritieren lassen. Das erinnert eher an eine der kompromisslosesten Parteien, die es in Deutschland mal gab. Und um die DDR geht es schon gar nicht. Es geht um unser Jetzt und unsere heutige Unfähigkeit, echte Kompromisse zu schließen. Faule Kompromisse sehen wir überall. Auch deshalb ist die Stimmung derzeit so aggressiv wie in einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Ehe.

Ulrich Ruschig: Die Befreuung der Natur. Foto: Ralf Julke

Die Befreiung der Natur: Warum Immanuel Kant auch bei seinem Freiheitsbegriff in einer Denkfalle gelandet ist

Erst jüngst geriet Immanuel Kant ja bekanntlich mitten hinein in eine Diskussion, in der man den Professor aus Königsberg gar nicht erwartet hätte: als Vordenker des Rassismus. „Die Anstalt“ machte sich sogar daran, ihn vom Sockel zu stürzen. Und wahrscheinlich ist es auch höchste Zeit dafür. Nicht weil Kant ein bösartiger Mensch war, sondern weil er die Bretter vorm Kopf hatte, die zu seinem Zeitalter gehörten. Auch in Sachen Natur hatte er ein fettes Brett vorm Kopf, kann Ulrich Ruschig feststellen.

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