Klaus Simon: „Zur Welt kommen“ oder Wie alles mit allem verbunden ist

Für alle LeserUm das Büchlein bin ich gedanklich mehrfach herumgelaufen: Bespricht man es noch? Unseren Lesern ist das doch alles klar! Spätestens, seit wir die jüngsten Bücher von Richard Dawkins besprochen haben. Dann weiß man eigentlich, dass ein wissenschaftlicher Blick auf die Welt glücklich macht. Denn dann tut sich die faszinierende Größe eines Kosmos auf, den wir nur staunend bewundern, aber nie ganz erfassen können.

Aber Klaus Simon, Informatiker und Mitglied der Akademie Solidarische Ökonomie, möchte gern Mauern niederreißen. Mauern, die in den letzten Jahren oft erst wieder aufgerichtet wurden, weil einige mediale Kombattanten unbedingt klarmachen wollten, dass sie allein die Hüter der Wahrheit und der Moral sind – Fundamentalisten diverser Couleur, die aber in einer Medienlandschaft, die Glaubensgemeinschaften per se für Ordnungshüter der Ethik hält, stets gewaltiges Echo finden. Oft genug mit einem Unterton von: „Wenn du nicht gläubig bist, bist du kein vollwertiger Mensch.“

Die Argumentation bekommt man in verschiedenster Form immer wieder unter die Nase gerieben. Als würde Menschen, die mit einem allmächtigen Schöpfer nichts anfangen können, irgendetwas fehlen.

Fehlt ihnen etwas?

Simon zäumt das Pferd mal von vorn auf. Denn zuallererst geht es um die Art menschlicher Erkenntnis. Zu der übrigens seit noch gar nicht langer Zeit auch das Wissen gehört, 1.) dass es wohl bislang nur eine Spezies auf Erden gibt, die fähig ist, sich als denkend zu begreifen, und 2.) dass unser Gehirn zwar eine tolle Einrichtung ist, die Welt zu erkennen, dass wir aber schon deshalb, weil wir mit unseren eigenen Augen sehen und mit unserem eigenen Kopf denken, die Welt nur als Bild begreifen, als eine aus Milliarden Signalen zusammengesetzte Interpretation der Welt.

Was trotzdem eine faszinierende Höchstleistung ist, zu der sich das Säugetiergehirn im Fall Mensch entwickelt hat. Und das allein durch die Wirkmächtigkeit von Naturgesetzen, wie Charles Darwin sie beschrieben hat. Was schwer zu verdauen ist für manche Zeitgenossen. Ist aber so: Nicht nur der Mensch, auch sein zur Kognition und Reflexion fähiges Gehirn ist ein Produkt der Evolution.

Wobei auch Klaus Simon ganz am Ende so einen kleinen Zweifel stehen lässt, ob die Natur diese Spitzenleistung nicht doch wieder verwirft, einfach deshalb, weil eben doch ein nicht unerheblicher Teil dieser mit großem Denkwerkzeug ausgestatteter Zweibeiner dieses schlicht nur dafür nutzt, die sehr speziellen Lebensgrundlagen des homo sapiens systematisch zu vernichten.

Denn wenn man die Sache von ganz vom Anfang an her denkt – vom berühmten Urknall vor 13,7 Milliarden Jahren – dann ist allein schon dieser Urknall ein Faszinosum, ganz zu schweigen von dem, was in den folgenden Jahrmilliarden geschah. Das kann man zwar von der Erde aus nur noch an wenigen Orten sehen.

Unsere Nachthimmel sind ja mit Licht völlig zugemüllt, dass man froh sein kann, wenn wenigstens noch das Licht der leuchtkräftigsten Sterne durchkommt. Aber Simon hat das Büchlein auch mit guten Fotos angereichert – und eins von den Milliarden Sternen allein in der Milchstraße gehört dazu. Wobei wir ja heute wissen, dass die Milchstraße auch wieder nur eine von vielen Milliarden Galaxien ist.

Die Sonne bewegt sich in einem der äußeren Spiralarme der Milchstraße, in einer Zone, in der die energetischen Prozesse schon so weit beruhigt sind, dass sich stabile Planetensysteme ausbilden konnten. Das betont Simon nicht so sehr. Man merkt, dass es für ihn selbstverständlich ist, diese riesigen Räume und gewaltigen Zeitspannen immer mitzudenken.

So, wie es für wissenschaftliches Denken eigentlich die elementarste Übung ist. Simon spricht hier von Atheismus, was es in Bezug auf die Gläubigkeit der alten Welt auch ist: All das funktioniert nach erkennbaren Gesetzen. Nirgendwo ist ein Schöpfer zu sehen. Und allein die Prozesse in diesem Weltall bedingen all das, was wir sehen – einen faszinierenden Kosmos und (wenn wir dann auf die Erde zoomen) die grandiose Einmaligkeit des Lebens.

Auch das wissen wir mittlerweile ja ziemlich genau: Auf Lichtjahre weit sind wir mit diesem belebten Planten ziemlich allein. Es gibt keinen belastbaren Hinweis darauf, dass es da draußen noch eine weitere belebte Welt gibt.

Die Möglichkeit, dass es so eine Welt gibt, ist hoch. Denn was vor 3,5 Milliarden auf der Erde begann, ist für sich auch wieder etwas Gesetzmäßiges. Wenn die richtigen chemischen und termischen Bedingungen existieren, beginnt ein Prozess, der zu immer komplexeren organischen Strukturen führt – auch wenn das verdammt lange gedauert hat von den ersten Einzellern bis zu den mehrzelligen, sich geschlechtlich fortpflanzenden Lebewesen.

Dawkins hat es so schön angemerkt: Eigentlich braucht die Natur nur genug Zeit. Wenn alles Material vorhanden ist, schafft sie das irgendwann. Auf der Erde hat sie rund 3 Milliarden Jahre gebraucht. Und dann noch einmal über 550 Millionen Jahre, um dann auch noch den „Gipfel der Schöpfung“ hinzukriegen – ein selbstreflektives Lebewesen, das nicht nur emsig die ganze Erde besiedelte, sondern sich auch eine Frage stellte, die sich wohl kein anders Lebewesen stellen kann: Warum?

Das ist die berühmte Frage nach dem Sinn des Lebens, über die ja Douglas Adams seine herrlichen „Anhalter“-Romane geschrieben hat – um sich dann, als ein Supercomputer (woher kommt eigentlich dieser blöde Glaube an die Superschlauheit von Computern?) die Antwort ausspuckt, über die Unfassbarkeit der Frage lustig zu machen.

Denn im wissenschaftlichen Sinn ist „Warum?“ keine Frage. Sie macht einfach keinen Sinn. Denn sie impliziert, dass Jemand oder Etwas das alles gemacht haben muss, um ein Ziel zu erreichen.

Dass die Menschen in frühzivilisatorischen Zeiten diesen Jemand regelrecht personifizierten, hat auch mit einer Beobachtung zu tun, die natürlich auch damals alle machen konnten: Der Garten Eden war „wie für den Menschen gemacht“. Als hätte ihm jemand diese herrliche Welt, in der die Schafe auf grünen Wiesen weiden und „Milch und Honig fließen“, extra angefertigt. Das ist der Kern des religiösen Denkens: Man empfindet sich als Zweck der ganzen Welt, weil man annimmt, dass das alle für uns gemacht wurde.

Ein Argument, das ja schon Darwin vom Tisch fegte. Denn dass das alles so gut zu uns passt, hat eben nichts mit einem vorsorglichen Schöpfer zu tun, der „an alles gedacht hat“. Wir sind nur Lebewesen, die an diese vorgefundene Welt bestens angepasst sind. So wie Milliarden andere Lebewesen auch. Das Biotop Erde passt deshalb ideal zum Menschen, weil sich die menschlichen Vorfahren über Jahrmillionen bestens an ihre Umwelt angepasst haben. Die, die das nicht geschafft haben, sind bekanntlich alle ausgestorben. Von denen finden wir nur noch ein paar Knochen.

Aber die Denkweise, wie sie sich in Altertum ausgeprägt hat, lebt bis heute fort – neben der wissenschaftlichen. Sie ist nicht verschwunden. Wofür Klaus Simon auch Verständnis hat, denn es sieht tatsächlich so aus, dass ein Gefühl wie „Ich bin geborgen in Gottes Hand“ Menschen trösten kann, ihnen Beruhigung und Vertrauen gibt.

Vertrauen, das sie oft bei anderen Menschen nicht finden. Da hilft die Vorstellung, ein übermächtiges Wesen kümmere sich dennoch um alles und sorge dafür, dass das alles auch gut wird und am Ende einen Sinn ergibt. Menschen haben – berechtigterweise – Angst vor Chaos, Leere und Sinnlosigkeit.

Und Simon sieht durchaus zwei Übergangsstufen, die diese beiden Haltungen fließend miteinander verbinden. Es sind im Grunde Stufen des Staunens, jener unglaublichen Betroffenheit, die uns erfasst, wenn wir wirklich mal wieder die grandiose Schönheit der Welt sehen und eine Ahnung bekommen, wie unermesslich das alles ist. Das ist, so Simon, die Basis für religiöse Gefühle. Und so etwas kennen auch Wissenschaftler. Er zitiert Einstein. Aber auch von vielen anderen weiß man es: Da wird selbst dieses Staunen über das Unfassbare zur Triebkraft des Forschers.

Denn der fragt sich natürlich immer: Was steckt dahinter? Wie funktioniert das?

Und wiegen und messen will er es auch. Dass wir heute wissen, wie riesengroß und voller Welten der Kosmos ist, ist das Ergebnis von wenigen Jahrzehnten Spitzenforschung. Genauso geht es uns mit der Mikrowelt – der Welt der Quarks. Die dort stattfindende Forschung hat uns ja erst recht verunsichert, weil wir nun zwar irgendwie ahnen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“, aber dafür sind die Teilchen immer ungreifbarer geworden.

Oder besser formuliert: Wir wissen jetzt mittlerweile so viel über die Materie, dass wir wissen, dass unsere alten Bilder von Realität und Materie dort nicht mehr anwendbar sind. Unser Gehirn ist nicht dafür eingerichtet, diese Prozesse tatsächlich so wahrzunehmen, wie sie stattfinden.

Am Ende versucht Klaus Simon noch zu beschreiben, wie wir aus dem alten Dilemma herauskommen, das uns als Spezies derart auf den Holzweg gebracht hat. Denn jeder nüchterne, also auch wissenschaftliche Blick auf die Welt zeigt ja, dass sich die meisten Menschen dumm und irrational benehmen. Sie wissen um die zerstörerischen Folgen ihres Handelns – und machen trotzdem so weiter. Als gäbe es, wenn sie alles kaputtgemacht haben, auch noch eine Party für soviel Blödheit.

Obwohl wir heute sehr genau sagen können, welche Folgen unser Handeln hat – für die überlastete Erde, für unser eigenes Überleben.

Simon geht zwar vor allem auf die riesigen Atomwaffenarsenale ein, die das höhere Leben auf der Erde mehrfach auslöschen können. Aber auch unser Umgang mit der Atmosphäre, mit den Meeren, den Wäldern und fruchtbaren Landschaften ist heller Wahnsinn. Der eng verflochten ist mit der Wirtschaftsart, die wir Kapitalismus nennen, die aber über ihre Besessenheit vom „Immer mehr“ gerade dabei ist, die Lebensgrundlagen der Menschheit komplett zu zerstören.

Es geht nicht um die Erde oder die Natur an sich. Die werden sich nach ein paar Millionen Jahren, wenn dieser Fehlwurf „Mensch“ schon lange verschwunden ist, wieder berappeln und neue Wege der Weiterentwicklung finden.

Es geht um uns. Und wenn wir als Spezies Mensch überleben wollen, müssen wir unser eigenes Denken verändern. Dazu müssen wir raus aus der passiven Rolle, in der wir so tun, als würde irgendein höheres Wesen uns den Arsch retten. Das wird nicht passieren. Und Simon holt auch die Gläubigen mit hinein in sein Modell. Denn da sie Gott nicht erkennen können und nicht wissen können, was er mit all dem bezweckt, wissen sie auch nicht, was in Zukunft passieren soll. Möglicher Ansatz – und darüber haben auch die großen Dogmatiker des Christentums gern nachgedacht: Dieses unbegreifliche Geschöpf hat den Menschen in Freiheit gesetzt (Das, was Luther bei Paulus fand). Das heißt: Er hat sein Geschöpf dazu befähigt, den richtigen Weg zum Leben und zu Überleben selbst zu finden. Der Mensch hat die Freiheit, über sein eigenes Überleben zu befinden – oder kläglich zu scheitern, weil er die einmalige Chance („die ihm Gott gegeben hat“) nicht genutzt hat.

Wir sollten also aufhören, die Welt immer nur zu betrachten, meint Simon, sondern beginnen, uns endlich selbst „als unmittelbarer Bestandteil des Universums“ zu begreifen. Wir sind hier nicht zu Gast. Es gibt kein Rettungsboot oder eine zweite Erde zum Auswandern. Das hier ist der Platz, auf dem wir leben können – ein einmalig schöner Planet, mit dem wir umgehen, als hätten wir noch 100 davon im Regal und könnten den einen Erdball einfach wegschmeißen, wenn wir unser Leben darauf verunmöglicht haben.

Und dann wird Simon wieder evolutionär. Denn er sieht dieses Denkorgan auf unseren Schultern auch als Herausforderung: Wir müssen begreifen, dass wir der biologischen Evolution zwangsläufig eine kulturelle folgen lassen müssen. Wir selbst müssen lernen, uns nachhaltig zu verändern und unserem Lebensraum Erde anzupassen. Das ist nicht das Gegenteil, aber etwas anderes als „Macht euch die Erde untertan“. Was bei Letzterem rauskommt, sehen wir ja. Jetzt müssen wir lernen, unsere Lebensgrundlage zu retten, uns wieder als Teil eines Ganzen zu begreifen, ohne das wir nicht existieren können.

Das Büchlein ist eine Einladung. Auch an alle Verunsicherten, Ratlosen und tief Religiösen, die gern wissen wollen, wie man zumindest gedanklich erst einmal aus dem Untergangs-Schlamassel herauskommt, in dem wir heute stecken. Es steht eine Aufgabe vor uns, eine große. Und vielleicht sollten wir auch lernen, destruktiv denkende homo sapiens zu unterscheiden von denen, die begriffen haben, dass man für kosmische Probleme kosmische Lösungen braucht und ein ganzheitliches (wirklich ganzheitliches) Denken.

Klaus Simon Zur Welt kommen, Büchner Verlag, Marburg 2018, 14 Euro.

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