Jürgen Große „Der gekränkte Mensch“ (1): Wenn der Mensch sich selbst verwertet

Man kann in Leipzig mit der Straßenbahn fahren oder in Berlin mit der U-Bahn - der Anblick ist an vielen Tagen und an vielen Orten just derselbe: gekränkte, frustrierte, grimmige Gesichter. Mitten hinein geschrieben ein kaum überlesbarer Vorwurf an die umgebende Welt, ein Brodeln, das immer kurz vorm Ausbrechen ist. Was ist das, fragte sich Jürgen Große. Und zergrübelte sich seinen Kopf über das Phänomen.

Denn gesehen hat er es ja nicht nur bei den Erniedrigten und Beladenen, die mit ihrer Armut haderten. Er hat es auch bei Leuten gesehen, die sichtlich forsch zur Arbeit fuhren, bei Leuten in Freizeitkluft, bei Geschäftsmännern und Pelzträgerinnen. Was ist das, was in all diesen Menschen brodelt? Und könnte es sein, dass es in uns allen brodelt? Und warum?

Mittlerweile hat er drei Bücher über das Phänomen geschrieben. „Metaphysische Miniaturen“ im Untertitel. Also Philosophie im klassischen Sinn, die Dinge und Verhältnisse, in denen wir leben, zu begreifen. Aber nicht nur das. Große hat neben Philosophie auch Geschichte studiert. Das gehört zusammen, das wussten auch schon die Herren Hegel, Marx, Nietzsche, Adorno und Horckheimer. Das sind nur ein paar Namen, die Große zitiert. Auch sein drittes Buch zum Thema steckt voller Querverweise. Auch wenn das eher so aussieht, als schlendere er die ganze Zeit hin und her zwischen den Wohnungen der Herren und klopfe kurz mal an, um sich ihre Bestätigung dafür abzuholen, dass er wohl richtig liegt.

Psychologie hat Große nicht studiert. Aber das würde genauso dazu gehören. Denn eigentlich hat er mit seinen drei Bänden eine Art Psycho-Pathologie des Bürgers geschrieben. Nicht weit entfernt von den „Mitte“-Studien der Leipziger Sozialpsychologen um Elmar Brähler. Auch wenn er sich mit dem Rechtsextremismus der Mitte gar nicht beschäftigt. Muss er auch nicht. Er beschäftigt sich mit der Urmaterie, aus der der Bürger gebacken ist. Oder sich selbst gemacht hat. Denn der Bürger ist ja, wie man weiß, der Schöpfer seiner selbst. Ein Wesen ohne Geschichte, ohne Transzendenz. Einer, der sich durch das definiert, was er hat und was er darstellt.

Marx würde wohl seinen dicken Bauch reiben, wenn er das lesen würde. Denn mit dem Bürger selbst hat er sich ja so komplex nie beschäftigt. Auch nicht mit der Frage, was Menschen dazu treibt, immer mehr haben zu wollen, immer mehr sein zu wollen und alles und jedes mit einem Wert zu versehen, zu verwerten – und damit auch zu verschlingen.

Dass das einen Menschentypus braucht, der an nichts mehr glaubt und dem nichts mehr heilig ist, das hat Große schon in den Vorgängerbänden recht emsig besprochen, begangen, umwandert. Seine Miniaturen sind eigentlich lauter kurze, auch mal etwas längere Wanderabschnitte beim Schweifen durchs Gelände, durchs Museum des zum Endprodukt seiner eigenen Geschichte gewordenen Bürgers. Das Christentum mit seiner Predigt zur Unterordnung und demütigen Versagung des Lebens bekam dabei auch schon sein Fett weg. Ingenieur und Priester sind Große dabei die typischen Vertreter des bürgerlichen Form- und Mach-Wahns.

Man muss nicht allen seinen Spaziergängen folgen. Manche sind richtig frustrierend, weil sie eigentlich so logisch und konsequent sind. Wie jenes überall spürbare bürgerliche Denken, dass Geschichte am Ende ist, dass nun nichts Anderes mehr kommt außer der große Untergang. Darauf ist ja die ganze gegenwärtige Verwertungsgesellschaft angelegt: Alles wird in Besitz genommen, vermarktet, verbraucht, ausgelutscht bis zum letzten Gran. Menschliches Leben, genetische Codes, Rohstoffe, Landschaften, Freiräume, Ideen … Es liegt in der Natur der Sache, die immer schon nur eine Sache war. Auch 1789, als Bürger sich ganz revolutionär auch mal als Bestien betätigten und die Menschenrechte mit Blut auf den Thron hoben.

Menschenrechte, die Große mit richtig spitzer Zunge umschreibt. Denn er sieht darin auch wieder nur eine In-Wert-Setzung des Menschen: Wer Rechte und Freiheiten erst einmal setzen muss, der hat sie schon entäußert, der macht sie auch – schön zu beobachten in der heutigen, ach so moralischen Weltpolitik, zur Ware und zum Exportgut. Und verhandelbar.

Das ist kein sanfter Pfad, den Große da abzirkelt, das ist ein steiniges Pflaster. Denn gelernt haben wir doch alle, dass Selbst-Bestimmung und Selbst-Verwirklichung die erstrebenswerten Ideale unsere Lebens hinieden sind.

Sind sie nicht, sagt Große. Sie sind der direkte Weg in den völligen Verlust der eigenen Autonomie. Man muss nur die Augen  aufmachen und sieht, was dabei herauskommt, wenn der Bürger anfängt, sich selbst zu verwirklichen. Indem er sich neu definiert über Dinge, über Statussymbole, über neue Werte. Über lauter Dinge, die ihm auch in den Augen der anderen einen Wert zumessen. Davon lebt die Konsumgesellschaft, dass der autonome, unbewertete Mensch völlig verschwindet und an seine Stelle der verwertete Mensch tritt, der Mensch, der sich selbst vermarktet und aufwertet, um sich die Dinge leisten zu können, die ihn erst darstellbar machen als einen wert-vollen Menschen.

Man ahnt, wie dieser Berliner Philosoph mit zerfurchter Stirn hundert und tausend Mal um dieses schwer verdauliche Thema herumgegangen ist. Auch in Schleifen, bei denen man ihm nicht wirklich folgen mag – etwa wenn er versucht, die Frau als geschichtlich eigentlich noch nicht existierendes Wesen einzuordnen in diesen Prozess der Verbürgerlichung und In-Wert-Setzung. Obwohl sich diese Kopfschmerzen wohl auch lohnen, denn wir leben ja wieder mal in einer Zeit, in der an allen Ecken nach der Mobilisierung und Einpassung der Frau in den Wertsetzungsprozess der modernen Gesellschaft gerufen wird.

Man stolpert zumindest. Und kommt ins Grübeln. Könnte dieser Jürgen Große Recht haben? Kennt diese bürgerliche Gesellschaft wirklich keine Grenzen und füllt wirklich jeden, aber auch jeden Lebensbereich mit ihrem Denken, mit ihrer Not, die ja eine Not des Verlustes ist? Die eigene, authentische Beziehung zum eigenen Leben, zu Emotionen und Erfahrungen hat man ja eingebüßt, eingetauscht gegen Dinge, die einen Wert haben, einen ganz pekuniären, immer messbar, immer vergleichbar. Eine Tauschgesellschaft im ganz primitiven Sinn: Wer auf sich selbst und seine Authentizität verzichtet und sich fügt in die Verwertung als Angestellter, Eingefügter, Eingepasster, wird belohnt – mit Dingen, die ihm seinen Wert bescheinigen.

Dafür bezahlt man mit Kränkungen. Von Anfang an. Man gibt die Souveränität über das eigene Leben auf, um sich als Bürger in Wert zu setzen (oder setzen zu lassen). Man tauscht die Gewissheit seines Seins durch die völlige Ungewissheit des Habens ein: Wird so einer auch morgen noch derselbe sein (dürfen), der er heute ist, fragt Große so nebenbei. Und wird er sich das morgen auch noch leisten können?

Der Preis für den Verlust der Souveränität ist die Angst, die permanente Angst um den Verlust der Stellung, des Status, des Besitzstandes. Und die Angst ergreift den ganzen Kerl. Und wird zu Frust, Beleidigtsein und Wut – auf alle die, die sich (scheinbar) nicht einfügen und keinerlei große Anstrengung unternehmen müssen, um ein erfülltes Leben zu leben. Man weiß darüber zwar nichts, aber man mutmaßt es. Und lässt die Wut kochen – auf die „Schmarotzer in der sozialen Hängematte“, die „spätrömische Dekadenz“, die „Zigeuner“, „Penner“, Asozialen …

Die Bilder sind sofort da. Und man braucht nicht lange zu vergleichen: Aus dieser Gefühlsmelange entspringt das, was Decker, Kiess und Brähler den „Extremismus der Mitte“ nennen.

Aber das erörtern wir an dieser Stelle mal nicht. Wir beschäftigen uns lieber mit der Frage: Was bleibt eigentlich, wenn selbst die Scham auf der Strecke bleibt?

Jürgen Große „Der gekränkte Mensch. Dritter Band“, Leipziger Literaturverlag, Leipzig 2015

Jürgen Große „Der gekränkte Mensch“ (2): Woher kommt die Wut derer, die glauben, alles zu haben?

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