Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten: Warum jeder Mensch einen Kompass für das Gute und das Böse hat

Für alle LeserWir leben in einer Zeit der Fakenews, des großen Geplappers, der Schwurbler und Mythenerzähler. Ein Blick in die a-sozialen Netzwerke genügt, um die ganze Verwirrung sichtbar zu machen. Leute, die nicht mal wissenschaftliche Fakten akzeptieren, verkaufen sich als Aufklärer, Egomanen erfinden sich ihre „Wahrheiten“ selbst. Wird jetzt alles, was wir an Moral erworben haben, verramscht und verhökert? Das Buch des Philosophen Markus Gabriel ist wie eine riesengroße Tasse Espresso zum Wieder-Munterwerden.

Und Gabriel ist nicht irgendwer, auch wenn dem vom TV „aufgeklärten“ Neuzeitmenschen beim Stichwort Philosoph eher Leute wie Richard David Precht und Peter Sloterdijk einfallen. Beide durchaus sehr unterschiedlich in ihrer Herangehensweise. Markus Gabriel lehrt an der Universität Bonn Erkenntnistheorie sowie Philosophie der Neuzeit und der Gegenwart.

Und er macht in diesem Buch etwas, was die meisten „Star“-Philosophen, die sich im Licht der Medien präsentieren, gern vergessen: Er räumt die ganzen pompösen Kulissen von der Bühne, versucht auch nicht mit einem Waldspaziergänger wie Nietzsche die scheinbar unverständliche Gegenwart zu erklären (den er eher für einen großen Schwadroneur hält), sondern nimmt seine Leser/-innen mit zur Grundfrage aller Philosophie, seit die „alten“ Griechen um Platon und Sokrates überhaupt begonnen haben, über das Denken nachzudenken und die Erkenntnisfähigkeit des Menschen.

Man kann die Grundfrage unterschiedlich stellen – und das tut Gabriel auch. Etwa in der Frage aller Fragen – nein, nicht nach dem „Sinn des Lebens“ – sondern: Was ist ein gutes Leben? Auf die er sehr ausführlich zu sprechen kommt, weil das augenscheinlich das größte Problem unserer Gegenwart ist, in der die meisten Menschen versuchen, gute Leistungserbringer und Konsumenten zu sein, und trotzdem das dunkle Gefühl haben, dass sie ihr eigenes Leben nicht leben. Sondern immerfort von den Erwartungen anderer gejagt und gehetzt werden.

Und weil Gabriel mitten im Corona-Stillstand geschrieben hat, in dem auf einmal Millionen Deutsche im Homeoffice steckten und sich in der sich ausbreitenden Stille zu Recht fragten: Was war das eigentlich? Warum haben wir uns so jagen und treiben lassen, irre machen lassen in einem Hamsterrad, das uns nicht glücklich macht, aber die Welt vernichtet, weil alles, wirklich alles der blinden Wachstums- und Konsummaschine zum Fraß vorgeworfen wurde?

Auf einmal merkten viele, dass das wilde Hetzen eigentlich nicht das war, was sie glücklich gemacht hat.

Aber was ist es dann? Und da landet man zwangsläufig bei Platon und Kollegen, die sich in ihren Schriften meist mit nichts anderem beschäftigten: Ist der Mensch in der Lage, seinem Leben einen Wert zu geben? Und zwar keinen ökonomischen? Übrigens Gabriels Hauptkritikpunkt an Nietzsche, der moralische Werte einfach mit ökonomischen Werten vermengt hat und seine Anhänger bis heute verwirrt und eigentlich für blöd verkauft.

Nietzsches Nihilismus ist heute allgegenwärtig und aufs Engste mit dem Neoliberalismus verquickt, zu dessen Grundthesen es eben auch gehört, dass alles einen finanziellen Wert hat. Woraus dann solche kruden Thesen folgen wie: Man kann alles „in Wert setzen“, auch die Natur, den Menschen und seine sozialen Beziehungen. Und: Der Markt richtet alles.

Das Ergebnis sehen wir überall. Und Gabriel benennt es auch klar: Schon die Finanzkrise 2008 hat gezeigt, dass dieses neoliberale Denk- und Wirtschaftsmodell komplett versagt hat. Die Coronakrise und die noch viel drängendere Klimakrise zeigen es erst recht. Der „Markt“ regelt gar nichts. Wenn es um den Erhalt des menschlichen Lebens und menschenverträglicher Lebensbedingungen geht, versagt er komplett. Er kann mit Dingen, die man nicht „bewerten“ und verkaufen kann, nicht umgehen. Und wo er sie in die Fänge kriegt, plündert er sie gnadenlos.

Was natürlich die Ur-Frage in neuer (und zugleich uralter) Form wieder auf den Tisch packt. Nur weichen die meisten „Star“-Philosophen dieser Frage mit viel Wortakrobatik aus: Ist der Mensch in der Lage, das Gute vom Bösen zu unterscheiden? Wie entsteht Moral? Und: Kann der Mensch überhaupt moralisch handeln?

Nihilisten streiten das ab. Aus ihrer Sicht sind alle Werte beliebig, können von jedermann jederzeit neu definiert werden. Umgewertet werden, wie Nietzsche behauptet hat und die braven Bürger in der Stadt, die emsig ihrer „kleinen Moral“ folgen, wortgewaltig verdammt und abgewertet hat. Es war kein Zufall, dass Nietzsche tatsächlich zu den Vordenkern des Faschismus wurde. Denn Faschismus funktioniert nur so – er braucht den „Herrenmenschen“, der alle Skrupel fahren lässt und Menschen mit „Moral“ für „schwach“ hält oder – wie im Neusprech ja wieder üblich: für Gutmenschen.

Als wäre das Leben nach Prinzipien des Guten etwas, was sich nur ein paar „schwache“ Menschen ausdenken und nicht in Wirklichkeit Ergebnis einer langen Zivilisationsgeschichte, ein wertvolles Gut. Denn Tiere kennen keine Moral. Sie leben vielleicht Altruismus und Empathie, kennen soziale Verhaltensregeln in ihrer Gruppe. Aber sie sind nicht in der Lage zu erkennen, ob eine Tat gut oder schlecht ist, gute oder böse Folgen zeitigt. Zu dieser Erkenntnis ist nur der Mensch fähig. Das ist die Grundlage aller Erkenntnistheorie.

Die Ethik ist ein fester Bestandteil der menschlichen Entwicklungsgeschichte. Wäre der Mensch nicht zur Erkenntnis des Guten fähig, wäre er schon lange ausgestorben, stellt auch Gabriel fest, hätte er sich in Kriegen, Bürgerkriegen und Gemetzeln ausgelöscht, hätte keine Mittel gegen Seuchen und Hungerkatastrophen gefunden. Die Geschichte der menschlichen Zivilisation ist ein Lernprozess in Sachen Kooperation und Solidarität.

Was die meisten Menschen nicht sehen, weil auch die meisten Historiker falsche Bilder im Kopf haben und immer wieder reproduzieren – Bilder von kriegerischen Königen, Feldherren und blutigen Schlachten, frei nach Heraklit, der noch vor Platon lebte und so etwas wie ein früher Nihilist war und den Spruch prägte „Der Krieg ist der Vater aller Dinge“. Ein goldener Spruch für alle Diktatoren, Egomanen und Kriegsbrandstifter.

Das Gegenteil ist wahr. Nur sieht man es nicht, wenn man sich auf die großen Psychopathen der Weltgeschiche konzentriert und sie auch noch heilig spricht. Kooperation war die Mutter der Menschheitsgeschichte. Die ganze Zivilisation ist eine Geschichte der gelernten Kooperation, die ohne ein Wissen um das Gute und das Böse nicht funktioniert.

Und Markus Gabriel sagt etwas so Simples wie Eindrucksvolles: Jeder Mensch ist in der Lage, das Gute vom Bösen zu unterscheiden. Und: Da beides in der Regel unerreichbare Ideale bzw. Radikale sind, fallen alle unsere menschlichen Entscheidungen in den großen Bereich dazwischen. Wir treffen mehr oder weniger gute Entscheidungen. Aber die Vorstellung vom Richtigen und Guten gibt uns dabei eine Richtung.

Die Religionen haben daraus dann noch lauter Gewissensbisse gemacht, gerade die drei monotheistischen, die im Nahen Osten entstanden. Aber sie können alle drei nicht verhehlen, dass sie ihre ethischen Ursprünge in der Philosophie haben. Man braucht nämlich keinen Gott, der einem erst mal sagt, was richtig und was falsch ist. Das kann jeder Mensch selbst erkennen, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist. Denn die Menschen schaffen, indem sie immer neue Dinge ausprobieren und erfinden, auch immer neue Felder, auf denen die alten Fragen neu gestellt werden.

Dunkle Zeitalter aber entstehen, so Gabriel, wenn Menschen die alten Grundfragen der Moral beiseite wischen und neuen (oder auch alten) Vorurteilen nachjagen, die sie in geistige Verirrungen, Verblödungen und Verzweiflungen treiben. Der Neoliberalismus mit seiner radikal nihilistischen Weltsicht ist so eine Verirrung.

Deshalb leben wir in einem dunklen Zeitalter, betont Gabriel. Und trotzdem verschwindet Moral nicht, auch wenn sie in den Strategien rücksichtloser Konzerne, gnadenloser Aktionäre, blinder Lobbyisten und egoistischer Politiker nicht mehr vorkommt. Die meisten Menschen wissen sehr wohl, was gut ist und was böse.

„Wenn wir am Menschenbild des Zwangskonsumenten festhalten, kann sich das Axiom ,Wachstum erzeugt materiellen Wohlstand, nichts anders wollen die Menschen‘ nicht ändern. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind bekannt“, schreibt Gabriel.

Die Menschen haben einen Kompass, an dem sie jede ihrer Entscheidungen im Leben ausrichten können. Und wenn man genau hinschaut, sieht man auch, dass es tatsächlich moralischen Fortschritt gibt. Der Kampf um die Gleichberechtigung der Frau oder der von diversen Menschen gehört genauso dazu wie „Black lives matter“. All das sind Bewegungen, die keinerlei Resonanz erzeugen würden, würden nicht die meisten Menschen (selbst alte weiße Männer) eine Grundvorstellung von Gut und Böse haben. Also auch Vorstellungen von menschlichen Werten, die nichts mit Waren und Produkten zu tun haben. Und die auch nicht verhandelbar sind.

Weshalb auch die Herren Zuckerberg & Co. bei Gabriel nicht gut wegkommen: Wer seine Kommunikationsmaschinen so programmiert, dass mit den persönlichsten Daten der Nutzer Geschäfte gemacht werden, der hat den Boden der Moral schon verlassen. Der verhält sich a-moralisch.

Aber Gabriel verspricht ja noch mehr, wenn er im Untertitel „Universale Werte für das 21. Jahrhundert“ ankündigt.

Man darf nicht ungeduldig sein. Denn er hat recht: In dem ganzen Beliebigkeitsgeplapper des digitalen Zeitalters ist das Nachdenken über Werte und Moral völlig unter die Räder geraten (durch das mediale Aufschäumen unserer modernen Rechtsradikalen erst recht). Selbst seriösere Politiker klingen immer wieder so, als sei Moral verhandelbar, als würde sie für die einen gelten, für die anderen nicht.

„Black lives matter“ hat ja auch den Nebel beiseite gepustet, der über unserem gepflegten westlichen Rassismus lag, über unserer Abwertung von Menschen anderer Hautfarben, von anderen Kontinenten, aus anderen „Kulturen“.

Zu Kulturen hat Gabriel auch einiges zu sagen. Er braucht wirklich den langen Anlauf, um die Spreu vom Weizen zu trennen, unsere modernen Gesellschaftslügen von der simplen Erkenntnis, dass es keine Menschen unterschiedlicher Klassen und Werte gibt. Nicht einmal der Vergleich der großen Religionen bestätigt das.

Wo es um die ganz einfache Frage nach dem richtigen Handeln geht, haben alle Menschen sehr ähnliche Ansichten. Wer aber anfängt, die Unterschiede hervorzukehren und seine Vorurteile zu Wertungen macht, der wird blind dafür, dass alle Menschen dieselben Vorstellungen von Gut und Böse teilen, dasselbe Recht auf ein menschenwürdiges Leben haben und – im selben Boot sitzen.

Was nicht nur das Coronavirus zeigte, das ohne Ansicht von Geschlecht, Herkunft und Stand seine Wirtskörper sucht und von Mensch zu Mensch springt – oder fliegt. Die ökologische Krise zeigt es erst recht. Aber gerade sie war den Wohlstandsbewohnern des Nordens jahrelang verborgen. Sie konnten oder wollten auch nicht sehen, dass für ihr Billigfleisch die Wälder am Amazonas gerodet werden, dass die Urwälder Südostasiens für Palmölplantagen vernichtet wurden und die meisten Konsumprodukte unter umweltschädlichen Bedingungen in China oder Bangladesch hergestellt werden.

Die Globalisierung zeigt all ihre finsteren Folgen. Und eine davon ist, dass wir unsere Zerstörungen der lebendigen Natur exportiert haben – aus den Augen, aus dem Sinn. Aber dadurch hören sie nicht auf, böse zu sein. Auch die Tierquälerei in der Massentierhaltung finden die meisten Menschen böse – aber sie sehen nicht, was das mit der billigen Wurst im Supermarkt zu tun hat. Wir leben in einer Gesellschaft, in der das Böse unseres Tuns vor uns verborgen wurde. Absichtlich.

Denn wenn wir die Folgen unsere Tuns nicht sehen und nicht mit uns in Verbindung bringen, begreifen wir sie nicht als böse. Wir handeln weiter unmoralisch – aber mit zunehmend schlechtem Gewissen, wie es jetzt immer mehr mit Begriffen wie Flugscham, Autoscham, Fleischscham besetzt wird. Denn wenn wir ahnen, dass unser Tun eigentlich böse ist, beginnt die Scham. Menschen können sich tatsächlich schämen für das, was sie tun.

Woraus für Gabriel eben zwei Dinge folgen. Eines ist die direkte Mahnung an unsere nihilistischen Kultusminister, die die Philosophie aus den Schulen verbannt haben und meinen, sie könnten den Schülern solche Soft-Fächer wie Ethik und Religion als Wahlfächer vorsetzen, ohne sie mit den harten Grundlagen der modernen Erkenntnistheorie zu konfrontieren.

„Wir sollten unseren Kindern nicht nur das Rechnen, Schreiben und Lesen, sondern auch das Denken beibringen, das dazu einlädt, nach Weisheit und nicht nur nach Konsum und quantitativ messbarem Erfolg zu streben. Nur so lernt man, glücklich zu sein“, schreibt er kurz vorm Finale. Wenig später wird er noch deutlicher. Die Philosophie „als Alternative zur Religion und nur optional anzubieten zeugt von einer systemisch verankerten Verachtung der menschlichen Vernunft in unserem Schulsystem. Wir bringen unseren Kindern das elementare Rechnen, Schreiben und Lesen bei, aber nicht das rationale Nachdenken über die Grundlagen unseres Handelns. Auf diese Weise akzeptieren wir es als Gesellschaft, dass wir moralische Analphabeten produzieren.“

Und zum rationalen Nachdenken gehört dann auch die simple Erkenntnis, dass wir auf diesem einmaligen Planeten nicht allein sind, dass wir seine Schönheit und unsere gemeinsamen Lebensgrundlagen nur bewahren, wenn wir weltweit zu einem kooperativen und nachhaltigen Wirtschaften kommen.

Und auch respektieren, dass wir Teil der Natur sind und schon aus Überlebensgründen dazu verdammt sind, die Lebensvielfalt unseres Planeten zu erhalten und zu respektieren. Wir brauchen eine planetare Aufklärung, postuliert Gabriel. Und recht hat er. Nichts ist jetzt so tödlich wie ein rückwärtsgewandter Nationalismus, der glaubt, den eigenen Hintern retten zu können, während weltweit die Lebensgrundlagen in die Binsen gehen.

Man kann es als eine neue Stufe des kooperativen Denkens verstehen – dass wir lernen müssen im Kontext der ganzen Menschheit zu denken und mit allen Menschen gemeinsam die nachhaltigen Lösungen für unsere Zukunft zu finden.

Und dazu gehört nun einmal eine fundierte Erkenntnistheorie, die sehr wohl rational zu erkennen weiß, was das Gute und Richtige ist, das es anzustreben gilt. Es lässt sich nicht so erforschen wie die Naturgesetze in den Naturwissenschaften. Aber deshalb, so Gabriel, hört Philosophie nicht auf, wissenschaftlich zu sein. Denn sie vermag sehr wohl zu beschreiben, wie wir rational das Gute und das Falsche (Böse) unterscheiden können. Tatsächlich ist Philosophie jene Wissenschaft, die uns ermöglicht zu erkennen, wie wir in einer komplexen und unüberschaubaren Welt zu rationalen und guten und richtigen Entscheidungen kommen.

Es ist das beste Instrument, Licht ins Dunkel zu bringen: „Denn wie gesehen, besteht dieser (der moralische Fortschritt, d.Red.) darin, dass wir moralische Tatsachen aufdecken und erkennen, die durch die Komplexität unserer Handlungssituation oder absichtlich durch Propaganda, Manipulation und andere Blendwerke verdeckt sind.“

Das ist doch mal eine Botschaft: Der Mensch ist sehr wohl zur Erkenntnis des Guten und Richtigen in der Lage. Durch rationales Denken ist ihm der Weg zur Erkenntnis immer offen. Vernunft und Moral gehören zusammen, denn eins bedingt das andere. Und die Erkenntnis muss man konsequenterweise auch auf all das anwenden, was uns heute als Heilsversprechen angedreht wird – von der „Ideologieschleuder“ Internet bis zum gedankenlosen Wohlstandsrausch, der in Wirklichkeit nur die Konsumenten immerfort auf Trab hält, damit sie gar nicht erst zum Nachdenken über die Frage kommen: Wie möchte ich wirklich leben? Was ist für mich wirklich ein gutes Leben?

Markus Gabriel Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten, Ullstein, Berlin 2020, 22 Euro.

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