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Wissenschaftsministerin Stange: "Hochschulen sollten Engagement für Flüchtlinge als Studienleistung anerkennen"

Sachsen bedankt sich mit großer Party bei helfenden Studierenden

Mit einer großen Dankesparty hat sich Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange bei Sachsens Studierenden für deren ehrenamtliche Hilfe bei der Aufnahme und Betreuung von Flüchtlingen in den Hochschulsporthallen bedankt. Am Sonnabendabend tanzten, diskutierten und feierten 250 Studierende im Kleinen Haus des Staatsschauspiels Dresden. Bei Musik in allen Räumen von mehreren Bands und DJs, bei Wintergrillen und Gesprächen entstanden auch viele neue Kontakte, wurden gemeinsame Ideen für das weitere Engagement geboren.

Einige Studierende hatten auch Geflüchtete mitgebracht. Dabei waren auch Studentinnen und Studenten, die in Vereinen und Initiativen unentgeltliche Sprachkurse und Betreuungsangebote für die Geflüchteten organisieren und ausrichten. Veranstaltet wurde die Dankesparty vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gemeinsam mit der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften und dem Staatsschauspiel Dresden. Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange ermutigte in ihrer Dankesrede die Hochschulen, den Einsatz der Studierenden als Praktikum oder mit Credit Points auch offiziell anzuerkennen. Einige Hochschulen machen bereits von dieser Möglichkeit gebrauch.

„Ich bin sehr stolz, dass sich hunderte Studierende so schnell und in so großer Zahl registrieren ließen, die ersten oft chaotischen Tage in den Hochschulsporthallen überstehen halfen und auch heute noch mit dem Personal der Hilfsorganisationen für halbwegs geordnete Umstände sorgen. Ich bin angetan davon, wie kreativ sie entsprechend ihrer Qualifikation ihre Hilfe bei unentgeltlichen ersten Sprachkursen oder psychologischer, medizinischer und kultureller Betreuung organisieren und durchführen. Dafür gilt ihnen unser herzlicher Dank“, erklärt Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange. Überrascht sei sie nicht gewesen von dieser großen Hilfsbereitschaft, ergänzt sie, „weil ich weiß, wie international und weltoffen die Mitarbeiter und Studierenden an den Hochschulen sind“.

Die Ministerin kündigte an: „Wir wollen die Studierenden nach Kräften unterstützen, damit dieses Engagement Anerkennung erfährt. So ermutige ich die Hochschulen, den Einsatz der Studierenden als Praktikum oder mit Credit Points auch offiziell anzuerkennen, denn viele Studierende haben für die Flüchtlingshilfe ihre Jobs eingeschränkt und müssen damit Nachteile in Kauf nehmen.“ Ministerin Stange schätzt, dass das ehrenamtliche Engagement der Studierenden und vieler anderer Menschen auch noch erforderlich sei, wenn einmal alle Förderprogramme funktionieren, alle nötigen Sprach- und Integrationskurse professionell angelaufen seien. „Denn es ist ja gerade die ehrenamtliche, freiwillige Hilfsbereitschaft auch der Studierenden, die Hinwendung zu den Flüchtlingen, das Kümmern um Familien, Frauen und Kinder, die diesen mit viel menschlicher Wärme bedeutet: Ihr seid bei uns willkommen, wir helfen euch. Das ist die Grundvoraussetzung für eine gelingende Integration in unser Gemeinwesen in den kommenden Jahren“, erklärt Stange.

„Seit Sommer 2015 sind insbesondere die Turnhallen von Hochschulstandorten mit Flüchtlingen belegt. In den stellenweise binnen 24 Stunden errichteten Erstaufnahme-Einrichtungen wird durch Studierende, welche sich ebenso schnell organisierten, ein vielfältiges Angebotsprogramm organisiert und geboten. Dies reicht von Sprachkursen über Freizeitangeboten bis hin zu Patenschaften und Alltagsbegleitungen. Hilfsbereitschaft und Professionalität der Studierenden sind einfach überwältigend. Dafür wollten auch wir Danke sagen“, erklärt Paul Hösler, Sprecher der Konferenz Sächsischer Studierendenschaften KSS. Auch viele Rektorate und Hochschulverwaltungen seien erstaunt gewesen, wie schnell und sachkundig Kultur- und Sprachangebote durch Studierende organisiert und durchgeführt werden konnten. „Die Dankesparty war uns aber auch wichtig, weil sie den Studierenden eine gute Plattform zum Erfahrungsaustausch über ihre Hilfsangebote und zum Vernetzen gab“, ergänzt Hösler.

Wilfried Schulz, Intendant des Staatsschauspiels Dresden, erklärt: „Es ist unglaublich wohltuend und erfüllt einen mit Hoffnung, dass von den Studentinnen und Studenten ein Signal ausgeht, dass unsere Gesellschaft nicht nur aus einer Handvoll ängstlicher Montagsdemonstranten voller Ressentiments besteht. Dass vielmehr zum überwältigenden Teil Menschen den Freistaat und diese Stadt prägen, für die Weltoffenheit und Empathie keine leeren Worthülsen sind, sondern praktisch gelebte Realität. Das ist die Chance, die Dresden und Sachsen haben, Engstirnigkeit und eine gewisse Welt-Fremdheit zu überwinden.“

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