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Donnerstag, 21. Januar 2021
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Susanne Schaper (Linke) zu Bertelsmann-Studie zur Betreuung in Pflegeheimen: Keine falschen Schlussfolgerungen

Von Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag

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    Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt zum Ergebnis, dass ein großer Teil der Pflegebedürftigen vor allem in Süd- und Westdeutschland durch den Eigenanteil für ihren Heimplatz finanziell überfordert wird. Demnach liegt derselbe in fast der Hälfte aller Städte und Kreise in Deutschland über dem durchschnittlichen Haushaltsbudget der über 80-Jährigen.

    Die sozialpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Susanne Schaper, kommentiert: Es ist ein Spannungsfeld: Einerseits sind viele Seniorinnen und Senioren auf Sozialleistungen oder die finanzielle Unterstützung der eigenen Familie angewiesen, um sich einen Platz in einem Pflegeheim leisten zu können. Andererseits sollen die Pflegekräfte angemessen bezahlt werden. Es wäre aber falsch, wie die Bertelsmann-Stiftung zu suggerieren, dass vor allem die in Westdeutschland durchschnittlich höhere Pflegeentlohnung die dort höheren Heimkosten verursacht. Ebenso falsch wäre es, das Problem nur in Westdeutschland zu verorten. Auch in Sachsen steigen die Ausgaben der Kommunen für die Sozialleistung „Hilfe zur Pflege“, die ältere Menschen erhalten, die sich den Heimplatz nicht leisten können. In Leipzig sind das immerhin rund 25 Prozent. 2013 betrugen sie knapp 60 Millionen Euro (Drs 6/111), 2014 schon von mehr als 66 Millionen Euro (Drs 6/3180). 2006 waren es reichlich 40 Millionen (Drs 5/7340).

    Ich warne vor falschen Schlussfolgerungen. Wenn die Staatsregierung jetzt auf die Idee kommen sollte, dass die Löhne der Pflegekräfte in Sachsen weiter niedrig gehalten werden müssten, um die Heimplätze erschwinglich zu halten, wäre sie auf dem Holzweg. Zum einen würden dadurch noch mehr Pflegefachkräfte, an denen es dem Freistaat schon heute mangelt, zur Abwanderung gedrängt. Zum anderen drohen hier ohnehin westdeutsche Zustände, was die Heimbetreuungsquote angeht, sobald mehr Menschen nach einem Leben mit Niedriglöhnen und gebrochenen Erwerbsbiografien in Rente gehen. Der DGB und wir warnen nicht umsonst vor Altersarmut, die besonders jene treffen wird, die heute schon wenig verdienen. Deren Rente wird kaum reichen, um sich selbst hier im Osten einen Pflegeheimplatz leisten zu können.

    Die Studie der Bertelsmann-Stiftung

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