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Elefantenkalb erkundet zeitweise die Außenanlage – Situation bleibt nach wie vor angespannt

Das am 25. Januar geborene Elefantenkalb erkundet ab heute je nach Wetterlage und Gruppensituation zusammen mit den Elefantenkühen Don Chung (36) und Rani (9) zeitweise die Außenanlagen des Elefantentempels. Dieser Schritt war nötig, weil die Aktivität unter freiem Himmel nicht nur die allgemeine Verfassung und insbesondere die körperliche Fitness verbessern, sondern auch die für ein gesundes Aufwachsen notwendige Versorgung mit UV-Licht sicherstellt.

Zudem wird die laufende Zusammengewöhnung mit den beiden Kühen Don Chung und Rani durch die neue Umgebung intensiviert und trägt zur Stabilisierung der kleinen Elefantengruppe bei.

Das Kalb hat durch den intensiven Kontakt zu den beiden Kühen in den letzten Wochen typisches Elefantenverhalten erlernt. Dazu gehört auch der routinierte Umgang mit den beiden potentiellen Tanten. Während Don Chung einen souveränen Umgang pflegt und den Kontakt sucht, zeigt sich Rani wesentlich aufgeregter, was wiederholt kritische Momente zur Folge hat.

Zum Schutz des Nachwuchses finden die gemeinsamen Ausflüge daher bis auf Weiteres im Beisein der Pfleger statt, die sich aber schrittweise zurückziehen werden. „Die Zeitfenster, in denen das Kalb auf der Freianlage zu sehen sein wird, werden wir tagesaktuell an unseren Informationsstellen bekanntgeben. Wir bitten um Verständnis, dass das Jungtier aufgrund von schlechter Witterung oder ungünstiger Herdensituation nicht jederzeit draußen auf der Anlage zu beobachten sein wird“, betont Zoodirektor Prof. Jörg Junhold.

Neben der Forcierung der Zusammenführung der Gruppe liegt der Fokus nach wie vor auf der Stabilisierung des Jungtieres. „Das Kalb macht langsam Fortschritte in der Entwicklung, allerdings hat es mit aktuell 105 kg noch nicht das Geburtsgewicht von 108 kg erreicht. Zudem mussten wir in der vergangenen Woche komplett auf Ersatzmilch umstellen, da Hoa keine Milch mehr hat.

Dies bedeutet den Verlust einer wichtigen Ernährungskomponente. Ferner wurde ein momentan nicht lebensbedrohlicher Nabelbruch diagnostiziert, der innerhalb der nächsten Wochen eine Operation erforderlich macht. Insofern können wir noch nicht von einer stabilen Situation sprechen“, ordnet Zootierarzt Dr. Andreas Bernhard den gesundheitlichen Zustand ein.

Hoa (33) hat derzeit keinen direkten Kontakt zu ihrem Jungtier. Sie wird zusammen mit der Elefantenkuh Trinh (36) und stundenweise auch mit Don Chung und Rani zusammengelassen, um die ursprüngliche Gruppenkonstellation nicht zu gefährden. In dieser Zeit wird das Kalb entweder durch die Pfleger beschäftigt oder schläft auf der Innenanlage. „Zum jetzigen Zeitpunkt können wir nicht abschätzen, ob oder wann wir Hoa wieder mit ihrem Kalb zusammenbringen.

Sie hat in der Vergangenheit mehr als deutlich ihre Ablehnung gegenüber dem Jungtier gezeigt, darum müssen wir genau abwägen, wann der richtige Moment gekommen ist. Bis dahin muss das Gruppengefüge zwischen Kalb und den „Tanten“ mehr als gefestigt sein, sodass diese ihm Schutz bieten“, erläutert Junhold die Situation um Hoa.

Für die neunjährige Rani setzt die behutsam gesteuerte Zusammenführung mit dem Kalb nicht nur wichtige Lernimpulse für das Erlernen sozialer Rollen im Herdenverbund, sondern hat noch einen anderen wichtigen Aspekt: Rani ist vom Leipziger Elefantenbullen Voi Nam (16) trächtig.

„Rani ist Erstgebärende und unterliegt als unerfahrene Mutter einem besonderen Risiko. Deshalb setzen wir alles daran, dass sie optimal auf die Geburt vorbereitet wird und hoffen natürlich, dass die Geburt und Aufzucht, die für das erste Quartal 2020 erwartet wird, positiv verläuft. Durch den intensiven Kontakt zu Hoas Kalb haben wir die Chance, Rani auf ihre eigene Mutterrolle vorzubereiten“, so Junhold.

Für die Besucher bleibt der Elefantentempel, der als Rückzugmöglichkeit für die kleine Herde dient, weiterhin geschlossen.

ZoonachwuchsMeölder
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Südfriedhof Leipzig. Foto: Ralf Julke

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