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Malaria – Nicht nur ein Problem der Reisemedizin

Experte des Klinikums St. Georg erklärt anlässlich des Welt-Malaria-Tages, was zu beachten ist

Am 25.04.2019 ist Welt-Malaria-Tag, der dieses Jahr unter dem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgerufenen Motto „Zero Malaria starts with me“ (keine Malaria [auf der Welt] beginnt bei mir) steht. Dieses Leitmotiv erinnert zum einen daran, dass immer noch jährlich mehr als 200 Millionen Menschen an einer Malaria erkranken und fast eine halbe Millionen Menschen jährlich daran versterben.

Gerade Kinder unter fünf Jahren zeigen mit 70 Prozent der tödlichen Verläufe, wie schwerwiegend die eigentlich behandelbare Krankheit immer noch ist. Zum anderen soll mit dem Motto auch daran erinnert werden, dass die Bekämpfung der Malaria nicht allein ein medizinisches, sondern vor allem auch ein gesellschaftliches und politisches Problem darstellt, das nur in einem aufeinander abgestimmten Einsatz vieler angegangen werden kann.

Malaria als von Stechmücken übertragene, parasitäre Erkrankung kommt vor allem im Sub-Sahara Afrika vor. Hier finden sich die meisten Malariaerkrankungen (ca. 90 %). Eine besonders hohe Krankheitslast haben die westafrikanischen Länder wie Nigeria, Ghana, Togo und Kamerun, aber auch Kenia. Außerhalb Afrikas steht vor allem der Indische Subkontinent im Fokus.

Die nach Deutschland importierten Fälle sind in der Mehrzahl (ca. 60% bis 70%) der Falciparum-Malaria („Tropica-Malaria“) zuzuordnen. Sie stellt gleichzeitig auch die gefährlichste Form mit dem hohen Risiko dar, unbehandelt einen tödlichen Verlauf zur Folge zu haben. Dieses unterstreicht auch die anhaltende Bedeutung der Malariaprävention in der Reisemedizin.

„Das Klinikum St. Georg hat für die Diagnostik der Malaria eine 24/7-Bereitschaft durch die Experten der Klinik für Infektiologie / Tropenmedizin. Eine fachlich profunde Reiseberatung inklusive der erforderlichen Impfungen und ggfs. einer Malariaprophylaxe bietet die reisemedizinische Sprechstunde in der Infektionsambulanz“, erklärt die Geschäftsführerin des Klinikums, Dr. Iris Minde.

Dr. Thomas Grünewald, leitender Oberarzt der Klinik für Infektiologie / Tropenmedizin, ergänzt: „Prävention ist die wichtigste Grundlage. Es gibt derzeit noch keine prophylaktische Impfung. Das Malariarisiko und die Schwere der Erkrankung hängen von vielen Faktoren ab, wie z. B. dem Reisegebiet, der Reisezeit, der Aufenthaltsdauer und der lokalen Ausbreitung infizierter Anophelesmücken (des sog. Vektors = Überträger der Malariaparasiten) sowie nicht zuletzt auch dem Vorkommen von Resistenzen gegenüber Malariamitteln.

Generelle Empfehlungen ersetzen nicht die individuelle Reiseberatung, können jedoch schon das Risiko von Stechmücken-übertragenen Erkrankungen wie der Malaria erheblich reduzieren. Auch sollte immer bedacht werden, dass keine Prophylaxe 100%ig wirkt. Nach einer Reise in ein Malariagebiet sollte bei entsprechenden Krankheitssymptomen wie z.B. hohem Fieber, Gelenk- und Gliederschmerzen, aber auch Durchfall immer auch an das Vorliegen einer Malaria gedacht werden und eine entsprechende Diagnostik zeitnah durchgeführt werden.“

Um das Risiko einer Malaria und ggf. die möglichen Komplikationen einer Infektion so gering wie möglich zu halten, müssen Reisende in Endemiegebiete ausdrücklich auf die Möglichkeit einer Malariaübertragung hingewiesen werden. Reisende sollten wissen, dass eine Malaria bedrohlich und innerhalb weniger Tage nach Beginn der Symptome tödlich verlaufen kann.

„Die Malaria stellt einen akuten Notfall ähnlich dem Herzinfarkt oder Schlaganfall dar. Auch noch Monate nach Rückkehr sollte bei Fieber oder anderen unklaren Krankheitssymptomen ärztlicher Rat eingeholt werden und auf die zurückliegenden Reisen hingewiesen werden. Ganz wesentliche Präventions-maßnahmen sind vor allem der Schutz vor Mückenstichen durch lange Kleidung, Insekten-abweisende Sprays und Lotionen, sog. Repellents, sowie eine regelrecht indizierte und eingenommene medikamentöse Prophylaxe mit entsprechenden Malaria-Medikamenten“, führt Grünewald weiter aus.

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Arbeitslosenzahlen im Mai. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

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