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Ehre für den NABU Sachsen: Die Bergbaulandschaft Hoher Forst gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe

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    Für die sächsische NABU-Ortsgruppe Kirchberg, die Kirchberger Natur- und Heimatfreunde, erfüllte sich am vergangenen Wochenende ein lang gehegter Traum: Ihr Projekt Hoher Forst wurde zum Weltkulturerbe ernannt. Am Samstag (06.07.) gab die UNESCO-Welterbekommission bekannt, dass die Montanregion Erzgebirge/ Krušnohoří sich fortan mit dem begehrten Titel schmücken darf.

    „Wir waren gerade auf einer Wanderung in Tschechien unterwegs, als das Telefon plötzlich nicht mehr stillstand“, erzählt Wolfgang Prehl, Vorsitzender der Kirchberger Natur- und Heimatfreunde. „Unsere Freude ist riesig. Besonders stolz sind wir, dass eine NABU-Gruppe mit ihrem Projekt, bundesweit einmalig, den Welterbetitel erhalten hat.“

    Susanne Kleiber, Landesgeschäftsführerin des NABU Sachsen, freut sich mit: „Wir sind begeistert, dass die Region und der Hohe Forst diesen verdienten Titel nun erhalten. Auch für den NABU Sachsen ist das eine große Ehre.“

    Seit dem Jahr 2000 beschäftigt sich der NABU Kirchberg mit dem einzigartigen Landschaftsgebiet des Hohen Forstes, dem Erzgebirge zugehörig und im Landkreis Zwickau gelegen. Hier wurde schon vor dem 13. Jahrhundert Bergbau betrieben, der sich bis ins 20. Jahrhundert fortsetzte und die Besiedlung der Region im Mittelalter prägte. Landschaftlich wird dieses Gebiet durch den typischen Erzgebirgswald mit dominierenden Fichtenbeständen bestimmt. Eine vielfältige Flora und Fauna ist hier zu Hause.

    Neuer Bergbaulehrpfad und freigelegter Engländerstolln

    „In den drei Fachbereichen unseres Vereins, Naturschutz, Bergbau und Heimatgeschichte, hatten wir die Vision, einen Natur- und Bergbaulehrpfad zu schaffen“, erinnert sich Prehl. Von 2001 bis 2002 wurde die Idee realisiert. Im 84 Hektar großen Waldgebiet des Hohen Forstes ist ein Lehrpfad auf 6,2 Kilometer Länge entstanden, ausgestattet mit Schautafeln und Sitzgruppen. Besondere Sehenswürdigkeiten dieses Bodendenkmals sind eine Turmhügelburg, die ehemalige Bergbausiedlung Fürstenberg und der Pingenzug des alten Silbererzbergbaustollns „Martin Römer“ aus dem 13. Jahrhundert.

    Im Jahr 2003 legte der NABU Kirchberg dann auf dem vereinseigenen Grundstück Zechenplatz das bis dahin verschüttete und zugemauerte Vereinsbergwerk Engländerstolln wieder frei. Gleise wurden gelegt und eine Beleuchtungsanlage eingebaut. Höhlungen in den Stollenwänden werden seitdem von Fledermäusen als Winterquartier angenommen, Falter, Bergmolche und Erdkröten gelangen durch ein Gittertor ungehindert in den Stollen. Überall im Hohen Forst brachte die NABU-Gruppe Nistkästen für Kleinvögel und Eulen an, die regelmäßig kontrolliert und gesäubert werden.

    „Dass wir das gesamte Gebiet immer mehr aufwerten konnten, hat uns bewogen, 2006 den Antrag beim Förderverein ‚Montanregion Erzgebirge‘ der Bergakademie Freiberg einzureichen, unseren Hohen Forst in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufzunehmen“, schildert Wolfgang Prehl.

    Seitdem ist vieles mehr passiert: Im Jahr 2014 wurde das Vereinsgrundstück zum Wanderrastplatz mit Schutzhütte, Huthaus und NABU-Naturschutzstation ausgebaut. Welche Anziehungskraft das Gelände des Hohen Forstes inzwischen ausübt, verdeutlichen die vielen Besucherinnen und Besucher, die bei Veranstaltungen unter und über Tage die Bergbaugeschichte erleben sowie bei geführten Wanderungen die Flora, Fauna und die Schönheiten unserer Natur und Heimat bestaunen.

    „Seit dem Jahr 2002 bis jetzt wurden von unserem Verein rund 38.500 Stunden ehrenamtliche Arbeit am Projekt Hoher Forst geleistet“, fasst der Vorsitzende des NABU Kirchberg zusammen. „Nach jahrelanger harter Arbeit, Nervenbelastung und schlaflosen Nächten ist für uns ein Traum wahr geworden. Diese besondere Auszeichnung für Mensch, Heimat und Natur wird Ansporn für die Zukunft sein, mit unserer tatkräftigen Vereinsarbeit nicht nachzulassen und unsere Mitmenschen weiter für den Erhalt und die Vielfalt unserer Natur sowie unsere Tradition zu begeistern.“

    Als nächstes planen die Kirchberger, ihren Engländerstolln zu einem Besucherbergwerk umzubauen. Im Sinne eines sanften Naturtourismus möchten sie interessierten Besuchern die Besonderheiten des Hohen Forstes noch näherbringen. „Es gibt viel zu tun“, sagt Wolfgang Prehl, „der Titel verpflichtet.“

    Hintergrund

    Das Weltkulturerbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří setzt sich aus 22 Bestandteilen zusammen: 17 auf deutscher und fünf auf tschechischer Seite. Die ausgewählten Denkmale, Natur- und Kulturlandschaften repräsentieren in ihrer Gesamtheit die wichtigsten Bergbaugebiete und Epochen des sächsisch-böhmischen Erzbergbaus. Jeder Bestandteil besteht aus verschiedenen Einzelobjekten beziehungsweise Landschaften – allein insgesamt rund 400 im sächsischen Erzgebirge.

    Weitere Infos zur NABU-Ortsgruppe Kirchberg: www.kirchberger-bergbrueder.de

    Weitere Infos zur NABU-Naturschutzstation Zum Hohen Forst: https://sachsen.nabu.de/wirueberuns/naturschutzstationen/26305.html

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