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Neuartiger Coronavirus: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Das neuartige Coronavirus (2019-nCoV) beunruhigt die Menschen weltweit. Bislang haben sich tausende Menschen in China infiziert, mehr als hundert Menschen sind gestorben und viele Länder melden Erkrankungsfälle. Nun sind auch erste Erkrankungsfälle in Deutschland bestätigt worden (Stand 28. Januar 2020). Wie groß ist die Gefahr durch das neue Virus? Und wie kann man sich schützen? Der AOK-Mediendienst hat mit Dr. Gerhard Schillinger, Arzt und Leiter des Stabs Medizin im AOK-Bundesverband, über die wichtigsten Fragen gesprochen.

Was sind Coronaviren?

Der neue Erreger gehört zum Stamm der Coronaviren. Diese Viren sind meist auf bestimmte Tiere wie Vögel oder Säugetiere spezialisiert, die sie als Wirt befallen. Die normalen Coronaviren des Menschen führen meist nur zu leichten Erkältungen. Coronaviren können aber auch zu sehr schwerwiegenden Erkrankungen führen, vor allem, wenn es ihnen beispielsweise gelingt, von Tieren auf den Menschen überzuspringen.

2002 bis 2003 hatte dies zur SARS-Epidemie geführt, die die Welt in Atem gehalten hat; 2012 kam die MERS-Epidemie im Nahen Osten. Viele Mediziner vergleichen das neue Virus mit dem SARS (Severe Acute Respiratory Syndrome)-Erreger.

Viele Eigenschaften des neuen Coronavirus (2019-nCoV) sind noch unbekannt, ebenso die Quelle. Derzeit (Stand 24. Januar 2020) gehen Seuchenexperten und -expertinnen davon aus, dass sich die ersten Patienten im Dezember 2019 auf einem Markt in der chinesischen Stadt Wuhan angesteckt haben. Dieser Markt wurde mittlerweile geschlossen.

Wie werden Coronaviren übertragen?

Der neue Erreger wurde wohl zuerst zwischen Tier und Mensch übertragen. Aber inzwischen verbreitet er sich durch eine Übertragung von Mensch zu Mensch, etwa durch Tröpfcheninfektion.

Kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Um die Ausbreitung zu vermeiden und sich vor einer Ansteckung zu schützen, sollte auf eine gute Händehygiene geachtet werden. Das heißt, regelmäßig – etwa nach Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln – die Hände mit Seife waschen (mindestens 30 Sekunden einwirken lassen) oder desinfizieren.

Husten und Niesen sollten in die Armbeuge erfolgen, damit der Erreger nicht über die Hand an Türgriffe oder ähnliches gelangt und sich so weiterverbreitet. Zu Erkrankten sollte zudem Abstand gehalten und allgemein aufs Händeschütteln verzichtet werden. Diese Maßnahmen sind angesichts der derzeitigen Grippewelle in Deutschland jedoch generell angeraten.

Welche Symptome werden durch das Virus ausgelöst?

Das neue Coronavirus kann zu schweren Atembeschwerden, Lungenentzündungen und hohem Fieber führen. Die Krankheit beginnt laut chinesischen Forschern mit Fieber, trockenem Husten, Abgeschlagenheit und Muskelschmerzen. Innerhalb von einer Woche tritt dann eine zunehmende Atemnot ein, die bei den schwer erkrankten Patienten zur Krankenhausaufnahme führte. Von 41 berichteten Patienten aus einer Klinik hatten 12 ein akutes Atemnotsyndrom, 4 mussten beatmet werden und bei zweien hiervon sogar das Blut außerhalb des Körpers mit Sauerstoff angereichert werden.

Die Inkubationszeit wird von chinesischen Ärzten auf 3 bis 6 Tage geschätzt, die kürzeste beobachtete Inkubationszeit betrug einen Tag, die längste 14 Tage.

Was soll ich tun, wenn ich glaube, dass ich mich angesteckt habe?

Es gibt in Bayern bereits 4 infizierte Personen aus einer Firma (Stand 28. Januar 2020). Zumindest der erste Patient in Bayern hatte sich wohl bei einem Gast aus China angesteckt, die zu einer Schulung in der Firma war. Dennoch ist bislang eine Ansteckung in Deutschland höchst unwahrscheinlich. Besonders aufmerksam sollten aber Menschen sein, die gerade in der Provinz Hubei in China waren oder Kontakt mit Menschen aus dieser Region hatten. Diese sollten bei Verdacht sofort einen Arzt anrufen.

Bei Anzeichen einer Coronavirus-Infektion werden Patienten umgehend im Krankenhaus isoliert. Es gibt mittlerweile einen Test, mit dem festgestellt werden kann, ob eine Infektion mit 2019-nCoV vorliegt. Der Test wird in der Berliner Charité durchgeführt. Die Ärztin oder der Arzt, der bei einem Patienten den Verdacht auf eine Erkrankung mit dem neuartigen Coronavirus stellt, aber auch das Labor, das das neuartige Coronavirus bei einem Menschen nachweist, muss dies unverzüglich dem Gesundheitsamt melden.

Bei nachgewiesener Infektion mit dem 2019-nCoV werden die Patienten und Patientinnen isoliert und auch das Behandlungspersonal unterliegt strengen Hygienerichtlinien mit Schutzkleidung, Handschuhen und Atemmaske. So soll eine Weiterverbreitung der Erkrankung verhindert werden.

Wie wird behandelt?

Eine spezifische Therapie gibt es für das neuartige Coronavirus derzeit nicht. Der Körper muss die Viren also selbst bekämpfen. Dabei können Erkrankte unterstützt werden, bis hin zur Beatmung und vorübergehenden extrakorporalen Oxygenierung. An einem Impfstoff zur Vorbeugung gegen das neue Coronavirus wird noch gearbeitet. Eine Impfung steht noch nicht zur Verfügung.

Was ist bei Reisen zu beachten?

Auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes (www.auswaertiges-amt.de > Sicher Reisen) gibt es aktuelle Gesundheitsempfehlungen für Auslandsreisen. Von Reisen in die chinesische Provinz Hubei und seine Provinzhauptstadt Wuhan wird derzeit abgeraten.

Weitere Informationen im Web:
Auf den Seiten des Robert Koch-Instituts unter:
www.rki.de > Infektionskrankheiten A-Z > Coronavirus-Infektionen > Neuartiges Coronavirus (2019-nCoV)

Außerdem:

Bei AOK-Clarimedis beantwortet ein Team aus Fachärzten, Krankenschwestern und Pharmakologen Fragen rund um die Gesundheit und hilft unter anderem bei den folgenden Themen: Verständliche Erklärung von Diagnosen, medizinischen Fachbegriffen und Laborwerten, Inhalte von Therapien und mögliche Alternativen, Wirkung, Neben- oder Wechselwirkungen von Medikamenten, Ansprechpartner und Detailinformationen zu Fachärzten und Spezialkliniken, Adressen und Ansprechpartner von Selbsthilfegruppen und aktuell eben auch Alles im Zusammenhang mit dem Corona-Virus.

Die kostenfreie Rufnummer ist: 0800 2266550
Die Anrufer sollten lediglich ihre Gesundheitskarte bereithalten, um beim Telefonat ihre Versichertennummer angeben zu können.

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