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„Verrückt, aber machbar!“

Startschuss für die Entwicklung des Robert-Koch-Parks als Bildungs- und Kulturort für Grünau

Der Robert-Koch-Park soll zu einem soziokulturellen Treffpunkt in Grünau werden. Aus Anlass der offiziellen Übergabe des Mietvertrages zwischen dem Städtischen Klinikum St. Georg und dem Haus Steinstraße e.V. haben heute Oberbürgermeister Burkhard Jung, die Geschäftsführerin des Städtischen Klinikums St. Georg, Dr. Iris Minde, und die Geschäftsführerin des Haus Steinstraße e.V., Ulrike Bernard, das Projekt vorgestellt. Das Projekt ist Teil des Arbeitsprogramms 2023 der Stadt Leipzig im Bereich „Leipzig schafft soziale Stabilität“.

Dem Oberbürgermeister ist die erste Besprechung im Mai 2017 noch gut in Erinnerung: „‘Verrückt, aber machbar!‘ habe ich gesagt – und war gleich begeistert, als Ulrike Bernard mir die Idee vorgetragen hat, aus dem etwas verwilderten Klinikpark mit seinen leerstehenden denkmalgeschützten Gebäuden im Schwerpunktgebiet Leipzig-Grünau einen Kultur- und Bildungsstandort für alle Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln.

Und heute beginnt die Idee, Wirklichkeit zu werden. Mit dem Mietvertrag kann der Haus Steinstraße e.V. nun die ersten Angebote umsetzen und können die Kooperationspartner einbezogen werden.“

Der Verein Haus Steinstraße und andere Träger wollen das Parkgelände inklusive der darauf stehenden Gebäude in den nächsten Jahren entwickeln und zu einem Anlaufpunkt und Mitmach-Zentrum für den Stadtteil Grünau aufbauen. Ulrike Bernard: „Wir haben ein sozialräumliches Konzept für Grünau entwickelt, das sich der Herausforderungen annimmt. Mit hervorragenden Akteuren der Leipziger Kultur-, Sozial- und Bildungslandschaft und natürlich mit den Bewohnern wird es gelingen, Grünau aus diversen Problemlagen zu ziehen.“

Auch Dr. Iris Minde hat eine Problemlösung im Blick: „Wir trennen uns schweren Herzens von den Gebäuden. Gleichzeitig muss man aber auch eingestehen, dass die denkmalgeschützten Villen nur bedingt oder gar nicht zur medizinischen Nutzung geeignet sind. Umso mehr freut es mich, nun das erste Gebäude in die guten Hände des Vereins Haus Steinstraße zu übergeben und dieses einem gesellschaftlich wertvollen Nutzen zu wissen.

Der Park wird für die Bevölkerung dadurch noch zugänglicher und sichtbarer. Ich bin mir sicher, dass alle Akteure zukünftig gut miteinander agieren und voneinander profitieren werden.“

Unter Federführung des Haus Steinstraße e.V. haben sich mehrere Einrichtungen und Vereine zu einer Projektgemeinschaft zusammengeschlossen: Inspirata e.V., Zukunftswerkstatt Leipzig e.V., INAB gGmbH, Denkmalsozial gGmbH, BBW gGmbH. Weitere Gespräche zur Kooperation mit Musikschule Leipzig, Volkshochschule Leipzig, Stadtbibliothek Leipzig/Grünau, Caritas und Akteuren des Quartiers sollen folgen.

Auch Architekten, Ingenieure, und die HTWK unterstützen das Projekt beispielsweise durch die Gründung einer Arbeitsgruppe für ökologische Sanierung. Sie planen, acht große und kleine Gebäude und fast das gesamte Parkgelände zu nutzen sowie das Quartier einzubeziehen. In den nächsten Monaten beabsichtigt der Verein ein Eröffnungsfest, um alle Unterstützer aus Politik, Verwaltung, Kultur, Sozial- und Jugendhilfe, Wirtschaft und Bürger einzuladen.

Geschichte des Robert-Koch-Parks

Der Robert-Koch-Park ist eine 1913 vollendete Parkanlage in Leipzig-Grünau. Der Park und seine Gebäude wurden zwischen 1910 und 1913 als Sommersitz für den Leipziger Landmaschinen-Fabrikanten Paul Sack (1863–1923) und dessen Familie nach Entwürfen der Leipziger Architekten August Hermann Schmidt und Arthur Johlige geschaffen. 1947 wurde der Sacksche Park enteignet; neuer Eigentümer wurde die Stadt Leipzig.

1948 wurde hier ein Tuberkuloseheim mit 40 Betten eröffnet, das 1955 zum Bezirkskrankenhaus für Lungenkrankheiten erweitert wurde und 1960 den Namen „Robert-Koch-Klinik“ erhielt. 1984 wurde der Robert-Koch-Park der Öffentlichkeit übergeben. Die Klinik gehört seit dem Jahr 2000 zum Klinikum St. Georg.

Der Leipziger OBM-Wahlkampf in Interviews, Analyse und mit Erfurter Begleitmusik

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