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BMBF-Projekt: Forscher arbeiten an neuem Therapieansatz für fortgeschrittenen Brustkrebs

Ein neues Forschungsprojekt untersucht, wie sich mit Hilfe neuartiger Substanzen verschiedene Arten von fortgeschrittenem Brustkrebs behandeln lassen. Geleitet wird es von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU), der Universität Greifswald und der Universitätsmedizin Rostock. Gemeinsam wollen die Teams neue Wirkstoffkandidaten entwickeln, die ein spezielles Enzym in den Tumorzellen attackieren, das für das Wachstum und die Ausbreitung der Tumoren eine entscheidende Rolle spielt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt mit einer Million Euro.

Brustkrebs ist heute die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Laut dem Robert-Koch-Institut erhalten etwa 69.000 Frauen pro Jahr in Deutschland die Erstdiagnose Brustkrebs. „Wird die Erkrankung früh erkannt, lässt sich der Krebs häufig gut operieren. Bei fortgeschrittenen Fällen ist weder therapeutisch noch operativ noch viel machbar“, sagt der Pharmazeut Prof. Dr. Andreas Hilgeroth von der MLU.

Häufig ist der Tumor dann sehr groß und hat schon in den Körper gestreut, also Metastasen gebildet. Diese reagieren jedoch auf andere Medikamente als der ursprüngliche Tumor, weshalb bei fortgeschrittenen Erkrankungen häufig sehr starke Medikamente zum Einsatz kommen. Das wiederum könne zu starken Nebenwirkungen führen und die Patientinnen selbst schädigen, so Hilgeroth.

In ihrem neuen Projekt wollen die Forscher den Krebs mit Hilfe eines speziellen Wirkstoffs auf zwei Ebenen bekämpfen: „Zum einen wollen wir den Brustkrebs selber attackieren, zum anderen auch die Metastasierung im Körper unterdrücken“, sagt Hilgeroth.

Im Fokus der Forschung steht ein spezielles Enzym, das vor allem in Krebszellen sehr häufig vorkommt: Brk, die „breast tumor kinase“. Das Enzym befindet sich häufig in den Zellmembranen und entfaltet dort seine gefährliche Wirkung: „Brk kann sich selbst aktivieren, unterstützt dann das Wachstum von Tumoren und macht diese invasiv. Das bedeutet, dass sie selbst Blutgefäße bilden und in andere Gefäße eindringen können, um dort Metastasen zu bilden“, erklärt Hilgeroth. Gleichzeitig blockiert das Enzym die Wirkung von gängigen Medikamenten, die bei bestimmten Brustkrebserkrankungen eingesetzt werden.

In Vorarbeiten konnten die Wissenschaftler aus Greifswald, Halle und Rostock bereits zeigen, dass die Eigenaktivierung des Enzyms durch die neu entwickelten Substanzen gehemmt werden kann und dass diese auch das Wachstum von Tumorzellen hemmen. Die Forscher wollen ihren Ansatz nun weiter verfeinern und überprüfen. „Wir planen damit einen dreifachen Effekt: Das Krebsgeschehen, die Ausbildung von Tumorresistenzen und die Bildung von Metastasen sollen unterbunden werden“, so Hilgeroth.

Jetzt will das Team zudem genauer untersuchen, welche Rolle das Brk-Enzym bei der Entwicklung von Tumoren spielt und ob die neuen Stoffe auch die Invasivität der Tumoren behindern können. Die Erkenntnisse sollen auch dabei helfen, die Entwicklung und Ausbreitung von Brustkrebs im Allgemeinen besser zu verstehen.

Die an der MLU entwickelten Substanzen werden in Greifswald von Prof. Dr. Christoph Ritter, der das BMBF-Projekt koordiniert, hinsichtlich ihrer Eigenschaften überprüft, die Beweglichkeit von Tumorzellen zu hemmen. Auch soll die Rolle von Brk untersucht werden, die zu einem Wirkverlust von Tumormedikamenten führt. Forscher der Universitätsmedizin Rostock um Prof. Dr. Burkhard Hinz testen die hemmende Wirkung der Substanzen auf die Gefäßbildung und in Modellorganismen.

Das Verbundprojekt wird im Rahmen der BMBF-Förderrichtlinie „Targetvalidierung für die pharmazeutische Wirkstoffentwicklung“ gefördert. Die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt sollen möglichst rasch in eine konkrete Anwendung überführt werden. Deshalb orientieren sich die Forscher bereits in der Anfangsphase an industriellen Standards und suchen auch den Kontakt zur Pharmaindustrie.

Das menschliche Gehirn: Ständig aktiv, aber manchmal an neuen Reizen nicht die Bohne interessiert

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