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Wenn ein Bundesland ein relativ dicht gestaffeltes, funktionierendes ÖPNV-System besitzt, brauchen viele seiner Bewohner in der Regel keinen privaten Pkw. Wenn dann jeder dritte Einwohner auch noch in einer der Großstädte mit funktionierendem ÖPNV lebt, sinkt der Bedarf weiter. Und so überrascht es auch nicht, dass Sachsen mit 544 Pkw je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohnern (EW) zum Stichtag 1. Januar 2026, wie im Vorjahr, rund 8 Prozent unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 593 Pkw je 1.000 EW lag.

Wie das Statistische Landesamt des Freistaates Sachsen anlässlich der Aktualisierung des Regionalatlas Deutschland mitteilt, stieg die Pkw-Dichte in Sachsen im Vergleich zum Vorjahr (542 Pkw je 1.000 EW) geringfügig um 0,3 Prozent an. Damit ist Sachsen aber weiterhin das Flächenland mit der geringsten Pkw-Dichte.

Pkw-Dichte nach Bundesländern. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt
Pkw-Dichte nach Bundesländern. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Und die Deutschen kaufen weiterhin Autos. Gerade Kreise in Bundesländern wie Bayern und Rheinland-Pfalz fallen mit einer Pkw-Dichte von über 700 Fahrzeugen auf 1.000 Einwohner auf.

Im Bundesländervergleich wurde ein Anstieg der Pkw-Dichte für alle Flächenländer registriert, melden die sächsischen Statistiker, während die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg einen Rückgang verzeichneten. Die höchste Pkw-Dichte in Deutschland wurde wiederholt im Saarland mit 649 Pkw je 1.000 EW (2025: 646 Pkw je 1.000 EW) und die niedrigste in Berlin mit 330 Pkw je 1.000 EW (2025: 334 Pkw je 1.000 EW) erfasst.

Eine Frage der Infrastrukturen

Was ja heißt: In Großstädten können deutlich mehr Menschen auf den eigenen Pkw verzichten. Nicht nur, weil das ÖPNV-Netz dichter ausgebaut ist, sondern weil auch alle lebensnotwendigen Infrastrukturen meist in der direkten Nachbarschaft zu finden sind – von Arztpraxen über Supermärkte, Kitas und Schulen bis hin zu den Freizeitangeboten.

Das heißt: Die Pkw-Dichte erzählt auch eine Menge über vorhandene bzw. nicht vorhandene Infrastrukturen.

Das gilt auch für Sachsen.

Pkw-Dichte nach Kreisen und Kreisfreien Städten in Sachsen. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt
Pkw-Dichte nach Kreisen und Kreisfreien Städten in Sachsen. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Bei den sächsischen Landkreisen und Kreisfreien Städte zeigte sich ein ähnliches Bild wie im Vorjahr. Die höchste Pkw-Dichte zum Stichtag wies erneut der Erzgebirgskreis (644 Pkw je 1.000 EW) auf, gefolgt vom Vogtlandkreis und dem Landkreis Bautzen.
In den Kreisfreien Städten Chemnitz und Dresden lag die Pkw-Dichte dagegen deutlich darunter. In der Kreisfreien Stadt Leipzig wurde mit 380 Pkw je 1.000 EW die niedrigste Pkw-Dichte in Sachsen und nach Berlin die zweitniedrigste einer Großstadt in Deutschland erfasst. München kommt zum Beispiel auf 525 Pkw je 1.000 Einwohner, Frankfurt auf 457, Köln auf 489.

Gegenüber 2025 ist die Pkw-Dichte in den Kreisfreien Städten Chemnitz und Leipzig sogar leicht rückläufig – nämlich jeweils rund –1 Prozent, meldet das Statistische Landesamt.

Erstmals wurde zum Stichtag auch die Anzahl privat gemeldeter Pkw verglichen. Auch bei dieser Betrachtung wies der Erzgebirgskreis mit 590 Pkw je 1.000 EW die höchste Pkw-Dichte in Sachsen auf. Für die Kreisfreie Stadt Leipzig wurde mit 331 privat gemeldeten Pkw je 1.000 EW ebenfalls die niedrigste Pkw-Dichte in Sachsen registriert.

Weitere Fakten zur Pkw-Dichte findet man im Regionalatlas Deutschland in kartografischer Form.

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