Es geht auf die Zielgerade! Auf der riesigen LVB-Baustelle an der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofes beginnt ab Montag die zweite und letzte Bauphase. Drei Wochen lang werden die Linienpläne vieler Straßenbahnen dadurch aber noch einmal ordentlich durcheinandergerüttelt. Eine spannende Frage hat nun auch ihre Antwort gefunden: Wird an den neu verlegten Gleisen die gleiche Fugenmasse eingebracht, die kürzlich in der Frühsommerhitze kollabierte? Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 24. Juli 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Baustelle am Hauptbahnhof läutet zweite Phase ein

Das große Buddeln am Hauptbahnhof verläuft reibungslos nach Plan. Ein mächtiges Gewusel aus verschiedenen Gewerken herrscht rund um die Gleisanlagen auf der Westseite. In gut drei Wochen muss hier alles fertig sein, denn zum Schuljahresbeginn am 17. August soll verkehrstechnisch alles wieder seinen gewohnten Gang gehen. Die durch die hohen Belastungen verschlissenen Gleise und Weichen werden dann durch neue ersetzt worden sein.

Der erste Abschnitt ist erfolgreich bewältigt, konnten die LVB heute zufrieden resümieren. Ab 27. Juli geht es dann in die finale zweite Phase. Weil dabei direkt vor dem Bahnhof ALLE vier Gleise lahmgelegt werden müssen, werden die Karten der Linienführung teils ordentlich durchgemischt. Die Straßenbahn-Stopps sind nun auf die Westseite sowie auf die Wintergartenstraße aufgeteilt. Hier sind die wichtigsten Fakten:

Zwischenstand der Gleisbauarbeiten rund um die Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs, kurz vor Beginn der 2. Bauphase; 24.07.2026. Foto: Jan Kaefer

Hauptbahnhof-Westseite (Steige E, F)

Die Linien 1 und 9 gehen hier einen sogenannten Linienverbund ein. Praktisch heißt das, dass die Bahn jetzt von Lausen aus über den Hauptbahnhof in Richtung Thekla fährt.

Einen ebensolchen Linienverbund bilden ab Montag auch die 12 und die 14. Entsprechend bimmelt diese Linie dann von Gohlis über Zoo und Hauptbahnhof nach Eutritzsch und zum St. Georg-Krankenhaus.

Und auch einen dritten Linienverbund wird es geben: Die 15 und die 16 machen gemeinsame Sache. Hier geht’s dann von Miltitz über Hauptbahnhof hin in Richtung Messegelände.

Nur die Linie 11 macht diesen Verbund-Hype nicht mit. Sie fährt eigenständig vom Hauptbahnhof über Thomaskirche zum Wilhelm-Leuschner-Platz – und dann weiter in Richtung Südvorstadt.

Zwischenstand der Gleisbauarbeiten rund um die Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs, kurz vor Beginn der 2. Bauphase; 24.07.2026. Foto: Jan Kaefer

Hauptbahnhof-Wintergartenstraße (Steige G, H)

Erst einmal was bleibt: Die Straßenbahnlinien 3 und 8 gleiten auch in der neuen Bauphase ohne Veränderungen übers Gleis.

Die Linie 7 hingegen verändert ihren Weg und kurvt nun südlich über den Ring. Von Reudnitz kommend geht es via Wintergartenstraße dann also über den Wilhelm-Leuschner-Platz und den Westplatz zum wieder regulären Waldplatz – und von dort aus normal weiter. Und zwar auch wieder ohne Schienenersatzverkehr bis nach Böhlitz-Ehrenberg! Die Anwohner wird’s freuen.

Eine Besonderheit sind zwei eigens installierte Baustraßenbahnlinien: die 31 und die 36. Die 36 geht dabei einen Linienverbund mit der 4 ein. Sie fährt also als 4 von der Naunhofer Straße über Reudnitz zur Wintergartenstraße, verwandelt sich dann in die temporäre 36, die anschließend auf der eigentlichen 16er-Route nach Lößnig fährt.

Das gleiche Prinzip gilt auf der Baustraßenbahnlinie 31. Diese ersetzt im Ost-Abschnitt die Linien 1 und 15 komplett. Die 31 fährt also direkt von Mockau aus über Schönefeld und die Eisenbahnstraße zur Wintergartenstraße. Von dort führt ihr Weg via Augustusplatz und Prager Straße bis hinter nach Meusdorf.

Einen Gesamtüberblick über die Streckenänderungen während der zweiten Bauphase erhalten Sie unter diesem Link.

Die Fugenmasse wird eingebracht. Zwischenstand der Gleisbauarbeiten rund um die Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs, kurz vor Beginn der 2. Bauphase; 24.07.2026. Foto: Jan Kaefer

LVB setzt weiter auf gleiche Fugenmasse

„Ja, wir bauen das gleiche Material wieder ein“, bestätigte Stefan Röll, Bereichsleiter Infrastruktur der LVB. Gemeint ist damit die Fugenmasse, welche ganz ÖPNV-Leipzig während der kürzlichen großen Frühsommerhitze anderthalb Wochen lang in Atem hielt. Beim heutigen Vor-Ort-Termin am Hauptbahnhof begründete Röll die Entscheidung folgendermaßen:

„Wir haben uns sehr intensiv dazu beraten, ob es sinnvoll ist, die Fugenmasse ausgebaut zu lassen oder ob es sinnvoll ist, ein anderes Material zu verwenden – oder wieder das Material zu verwenden, das wir auch schon hatten. Wir haben uns dabei auch mit dem eingebundenen Gutachter abgestimmt und sind aus unserer technischen Perspektive und aus der des Gutachters dazu gekommen, dass der Einbau des Fugenmaterials wieder sinnvoll ist. Wir haben dazu gesonderte Monitoringsysteme verabredet, vorrangig organisatorische Regeln.

Bei steigenden Temperaturen wird es dann andere Überwachungen geben. Es wird dann lokale Messungen der Temperatur für die Schiene und die Bitumenfuge geben. Und wir haben unsere Bauüberwachung, die für uns die Qualitätssicherung betreibt, noch einmal sensibilisiert, dass wir diese Fugen nach den gültigen Regeln und Vorschriften eingebaut und dokumentiert haben. Momentan ist es ein zugelassenes Material, ein zugelassenes Verfahren im Stand der Technik.“

Stefan Röll (Bereichsleiter Infrastruktur der LVB). Zwischenstand der Gleisbauarbeiten rund um die Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs, kurz vor Beginn der 2. Bauphase; 24.07.2026. Foto: Jan Kaefer

Jugendliche von Auto erfasst

Die Westseite des Leipziger Hauptbahnhofes wurde am gestrigen Abend leider auch zum Schauplatz eines tragisches Verkehrsunfalls. Kurz nach 18 Uhr wollte hier eine 16-Jährige die Kurt-Schumacher-Straße in Richtung Hauptbahnhof überqueren. Dazu sprang sie offenbar über die Begrenzung einer Straßenbahnhaltestelle, ohne aber auf den Verkehr zu achten. Ein 28-jähriger Skoda-Fahrer konnte der Jugendlichen nicht mehr ausweichen und erfasste sie mit seinem Wagen.

Die junge Frau wurde bei dem Unfall schwer verletzt und musste mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gefahren werden, vermeldete heute die Polizeidirektion Leipzig. Wie sich alles ganz genau zugetragen hat, ermitteln nun der Verkehrsunfalldienst. Zudem entstand ein Sachschaden, der auf etwa 4.000 Euro taxiert wurde.

Straßenbahn-Unfall in Wiederitzsch

Nur ganz wenige Minuten zuvor, war es ebenfalls eine junge Frau, die in einen Verkehrsunfall verwickelt wurde. Die 23-Jährige war mit einem Skoda Octavia in nordwestliche Richtung unterwegs und wollte an der Kreuzung Delitzscher Landstraße/ Messe-Allee auf die Linksabbiegerspur wechseln. Allerdings hatte sie dabei eine hinter ihr fahrende Straßenbahn übersehen. Beide Fahrzeuge krachten ineinander. Zudem kollidierten noch zwei weitere – hinter der Straßenbahn fahrende – Autos mit der Bimmel.

Die junge Skoda-Fahrerin verletzte sich glücklicherweise nur leicht, von Verletzungen bei anderen Beteiligten berichtet die Polizei in ihrer Meldung heute nichts. Allerdings gab es reichlich Blechschaden. Zwei der drei in die Kollision verwickelten Pkw waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Auf um die 20.000 Euro wird der entstandene Schaden geschätzt. Auch hier laufen nun die Ermittlungen zum Unfallhergang.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

50 Jahre Grünau: Mit der KunstWANDerung sechs Fassadenkunstwerke im Stadtteil entdecken

Widerstand gegen den Ausbau des Frachtflughafens Leipzig/Halle: Wie kann man die Klage der Fluglärmgegner unterstützen?

Hallo Leipzig, so startet Freitag, der 24. Juli 2026, ins Wochenende

Embedded: Der Leipziger Wolfgang Zarnack dreht eine 50-teilige Antikriegs-Serie ohne Team

Wilhelm Büchsel: Die opulente Biografie eines deutschen Admirals im Flottenfieber des Kaiserreichs

Was sonst noch wichtig war:

Der bekannte Batteriehersteller Varta hat insgesamt vier Insolvenzanträge bestätigt. Betroffen sind die Varta AG, die Varta Microbattery GmbH, die Varta Micro Production GmbH sowie die Varta Storage GmbH. Dem Unternehmen droht nun die Zerschlagung, da wichtige Gläubiger den Konzern aufteilen wollen.

In ihrem heute veröffentlichten Report übt die EU-Kommission weiterhin Kritik an der chinesischen Social Media-Plattform TikTok. Diese tue nicht genug dafür, um minderjährige Nutzer zu schützen. So ermöglichen die Konto-Einstellungen weiterhin unerwünschte Kontaktaufnahmen, Cybermobbing oder ausbeuterisches Verhalten. TikTok hingegen hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat heute einige Veränderungen im Kabinett bekanntgegeben: Demnach wird die bisherige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) neue Chefin im Kanzleramt. Thorsten Frei (CDU), der diese Position bisher innehatte, rückt für den zurückgetretenen Jens Spahn (CDU) an die Spitze der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann wiederum soll die entstandene Lücke in der Führung des Bundesgesundheitsministeriums schießen. Und schließlich soll Philipp Amthor (CDU) den bisherigen Staatsminister für die Bund-Länder-Zusammenarbeit im Kanzleramt, Michael Meister, ablösen.

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Jan Kaefer über einen freien Förderbetrag senden.
oder

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar