This article is also available in English: Read this article in English.
„Unser Anliegen ist klar: Wir wollen den weiteren Ausbau des Frachtflughafens und die damit verbundene zusätzliche Belastung der Menschen und der Umwelt nicht einfach hinnehmen. Die Klage ermöglicht es, die geplanten Ausbaupläne rechtlich überprüfen zu lassen. Damit dieses Verfahren nicht an den finanziellen Möglichkeiten der Kläger scheitert, bitten wir um Unterstützung“, schreibt Matthias Zimmermann, Sprecher des Aktionsbündnisses gegen den Ausbau des Frachtflughafens Leipzig/Halle. Gemeinsam mit dem BUND Deutschland hat das Aktionsbündnis gegen die Ausbaupläne für den Flughafen geklagt. Aber das kostet Geld.
Weshalb das Aktionsbündnis an die Öffentlichkeit appelliert, die Klage mit Spenden zu unterstützen.
Einen Aufruf hat auch Werner Kindsmüller, Präsident der Bundesvereinigung gegen Fluglärm (BVF), gestartet und sich mit einem persönlichen Appell an die Mitglieder und Freunde der Bundesvereinigung gewandt und um Unterstützung für das gemeinsame Verfahren mit dem BUND gebeten.
„Die Botschaft ist eindeutig: In Leipzig/Halle wird über Fragen entschieden, die künftig Menschen an Flughäfen in ganz Deutschland betreffen können. Es geht um den Schutz der Gesundheit vor Fluglärm und Luftschadstoffen, um die Folgen von Ultrafeinstaub und um die Frage, welchen Stellenwert die Interessen der betroffenen Bevölkerung bei weiteren Flughafenausbauten tatsächlich haben“, erklärt Matthias Zimmermann. „Die BVF bezeichnet das Verfahren deshalb als ‚Grundsatzverfahren mit bundesweiter Bedeutung.‘“
Für das Aktionsbündnis sei diese Unterstützung eine große Anerkennung des jahrelangen Engagements – „und zugleich ein deutliches Zeichen, dass sich der Widerstand gegen immer mehr Nachtflug und immer größere Belastungen nicht auf Leipzig/Halle beschränkt.
Werner Kindsmüller fasste das Anliegen der Klage so zusammen: „Im November beginnt vor dem Sächsischen Oberverwaltungsgericht die mündliche Verhandlung über die Klage gegen den Ausbau des Frachtflughafens Leipzig/Halle. Es geht dabei nicht nur um einen einzelnen Flughafen. Verhandelt werden grundlegende Fragen des Fluglärm-, Gesundheits-, Klima- und Naturschutzes, deren Beantwortung für zukünftige Entscheidungen an zahlreichen deutschen Flughäfen richtungsweisend sein kann.
Auslöser der Klage ist der Planfeststellungsbeschluss vom 16. September 2024, mit dem der weitere Ausbau des Flughafens Leipzig/Halle genehmigt wurde. Die vorgesehenen Erweiterungen ermöglichen zusätzliche Flugbewegungen und führen insbesondere in den Nachtstunden zu weiteren Belastungen durch Fluglärm und Luftschadstoffe. Forderungen nach weitergehenden Schutzmaßnahmen für die betroffene Bevölkerung fanden dabei keine ausreichende Berücksichtigung.
Gegen diesen Beschluss haben die Landesverbände Sachsen und Sachsen-Anhalt des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit unserer Mitgliedsorganisation, dem Aktionsbündnis gegen den Ausbau des Frachtflughafens Leipzig/Halle, Klage erhoben. Vertreten wird die Klägergemeinschaft durch die auf Umwelt- und Planungsrecht spezialisierte Rechtsanwältin Dr. Franziska Heß.“
Das Spendenkonto:
Bundesvereinigung gegen Fluglärm e.V.
Stichwort: Spende Grundsatzverfahren Leipzig/Halle
IBAN: DE83 3004 0000 0855 0030 00
BIC: COBADEFFXXX
Weiterführende Informationen zur Klage, zu den zentralen Rechtsfragen und zum Fortgang des Verfahrens findet man hier.
Empfohlen auf LZ
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:




















Es gibt 3 Kommentare
Hallo kayto,
naja, es gibt „NIMBYS“ und „NIMBYS“. In diesem Falle trifft auch eher das zu, was Rudi sagt, denn die Flugschneisen bringen je nach Wetterlage und Flugroutenbelegung ganze Stadtviertel um den Schlaf.
Zumal der Ausbau nicht nachhaltig ist und Ressourcen verschwendet, weil die ganze Chose auch wieder quersubventioniert werden muss und zukünftige potentielle Investitionsmittel des Freistaats über Jahre bindet. Selbst eine Kerosin- und Flughafensteuer wäre dann nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
Gute „NIMBYS“ – Die, die wirklich das Allgemeinwohl und die Umwelt im Blick haben und deswegen überflüssige Prestige- und Großprojekte verhindern wollen, die im Endeffekt nur wenigen nützen und Konzerne bereichern, welche uns mit Leiharbeiter-Spamming und Gewerkschaftsrepressionen über’s Ohr hauen, Subventionen einstreichen und Milliarden mit Steuervermeidungsgarantie ergaunern.
Schlechte „NIMBYS“ – Kleine Egoisten, die wichtige und meist nachhaltige Infrastrukturprojekte verhindern, weil ihnen ideologische Flöhe ins Ohr gesetzt wurden, meist auch von den Bütteln der Konzerne und Lobby-Schranzen, die solche Projekte verhindern wollen, um ausgerechnet die Projekte fördern zu können, die die guten „NIMBYS“ verhindern wollen.
Sie müssen also nicht auf Teufel komm raus versuchen, die halbe Stadt und das westliche Umland zu einem einzigen „Backyard“ zu reduzieren, außer Sie sind ein DHL-Fan oder deren Corpo-Büttel.
Und bestimmt wünscht sich nicht jeder Ausbeutungsplätze von der Kapitalistenkaravane der (US-)Corpos oder Fabrikatoren von mobilen Kostensenken, ich würde gar behaupten die wenigsten. Die meisten Menschen möchten einen ordentlichen Job.
___
Liebe Grüße
Morrigan (n/b, they/them)
@kayto
Das Problem ist doch nicht, dass da 100 Flieger/Tag ankommen und abfliegen. Das Problem ist der Zeitraum der Flüge. Die Flieger kommen zwischen 22 und 5Uhr – also zu der Zeit, wo es auf der ganzen Welt ein Nachtflugverbot gibt. Hier werden Menschen seit Jahren um ihren Schlaf gebracht.
Die Engländer haben dafür ein Wort: NIMBY. Jeder will die Arbeitsplätze von DHL, Amazon und der Autoindustrie, aber offenbar nicht die Flüge und Infrastruktur, von denen sie abhängen. Wird Wachstum blockiert, investieren diese Unternehmen eben anderswo.
Die Flüge verschwinden dadurch nicht, sondern verlagern sich (samt Arbeitsplätzen!!) möglicherweise in dichter besiedelte westdeutsche Bundesländer. Lärmschutz ist berechtigt aber ein Frachtzentrum ohne Entwicklungsperspektive ist nicht.