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Was geschieht da in luftiger Höhe? Das werden sich in den letzten Monaten viele Grünauerinnen und Grünauer, nicht nur an der Ecke Alte Salzstraße / Stuttgarter Allee, gefragt haben. Mit einem großen Außenaufzug waren Menschen am Werk und malten ein Bild an die Giebelwand. Man konnte ab Anfang Juli die Entstehung des Wandbildes an der Stuttgarter Allee 18 beobachten. Was wird das, wer hat das initiiert?
Die Antwort bekamen wir am 22. Juli beim Start für die KunstWANDerung durch Grünau.

Die Bau- und Wohnungsgenossenschaften BGL, „Lipsia“, UNITAS, VLW und WOGETRA haben die gemeinsame Plattform „wohnen bei uns“ gegründet und beschenken gemeinsam den Stadtteil Grünau zu seinem 50-jährigen Jubiläum mit sechs großformatigen Fassadenkunstwerken (Murals). Fünf davon sind bereits fertig, das sechste ist noch in der Vorbereitung.
Die fünf bereits fertigen Murals wurden vom Leipziger Künstler BOND TRULUV gestaltet, das sechste wird ein Gemeinschaftsprojekt von Grünauer Kindern und Jugendlichen gemeinsam mit Profi-Künstlern. Das Mural an der Giebelwand der Uranusstraße 30 soll im Spätsommer fertig sein. Wir dürfen gespannt sein. Bis jetzt ist dort eine leere Wand, das Fragezeichen im Bild ist dort selbstverständlich nicht zu sehen.

Los ging die KunstWANDerung in der Dahlienstraße 107/109, Nelly Keding, Vorstandsvorsitzende WG Lipsia, und Wolf-Rüdiger Kliebes, Vorstandsvorsitzender der VLW eG führten kurz in das Thema ein. Besonders hervorgehoben wurde, dass es nicht nur einfach Bilder sind, auf den Tafeln zu den Murals ist ein QR-Code. Wenn man diesen scannt, der Anleitung folgt und etwas zurücktritt, dann kommt das Bild in Bewegung. Es ist nicht nur ein 3D-Bild, BOND TRULUV hat diese Bilder auch mit Augmented Reality erweitert und in Bewegung gebracht.
Die Bilder stellen einen Bezug zu den Adressen her, so ist die Dahlie ein zentrales Element auf dem Mural in der Dahlienstraße. Dieses Bild zeigt auch die Stärken der 3D-Technik, die Hausecke verschwindet völlig. Es entsteht der Eindruck einer durchgängigen Wand, wenn man auf dem richtigen Punkt steht.
Warum diese Bilder? Es soll etwas für die Grünauerinnen und Grünauer sein, aber auch Touristen in den Stadtteil locken. So sagte Nelly Keding, Wolf-Rüdiger Kliebes ergänzte, dass sich alle fünf Plattform-Genossenschaften für die Mural-Idee begeistern ließen.

Das Mural an der Stuttgarter Allee 18 weist auf die Bedeutung des Handelsweges „Alte Salzstraße“ hin. Man könnte meinen, dass die Bauelemente gemeinsam mit dem Vogel in die Richtung dieses Weges weisen.

An der nächsten Station des etwa viel Kilometer langen Rundganges weist das Mural eindeutig auf die Adresse „Am Schwalbennest“ hin. Ein solches, mit Schwalbenmutter und Kindern, ist das dominierende Element. Auch hier geht die Bildkomposition über die Hausecke hinaus und erweitert optisch das Bild. Christian Glöckner, Pressesprecher der VLW, sagte uns auf Nachfrage, dass die Resonanz der Mieterinnen und Mieter auf die Fassadengestaltung überwiegend positiv ausgefallen ist.

An der Station in der Uranusstraße 30 ist eine leere Wand zu sehen, wir haben hier in das Foto das, auf dem zugehörigen Plakat zu sehende, Fragezeichen eingefügt. Mit dem Projekt „Sketching our Future“ des Programms Stadtkuratorin Leipzig werden Kinder und Jugendliche des Stadtteils dieses Bild gestalten.

Am Giebel der Uranusstraße 80 schwebt der kleine blaue Gasplanet über Grünau. Wir nutzen die Gelegenheit Nelly Keding ein paar Fragen zu stellen. Zuerst fragten wir: „Was sind die Plattform-Genossenschaften und wie ist das mit den Bildern zustande gekommen?“ Wir konnten uns die Frage nach eventuellen Street-Art Projekten nicht verkneifen.
Am Endpunkt der Tour startet eine Saturn-Rakete aus Grünau heraus zum gleichnamigen Planeten, wenn das nicht ein Zeichen dafür ist, dass es in Grünau wieder aufwärts geht.

Zum Abschluss stellten sich die Vertreterinnen und Vertreter der Genossenschaften noch mit den Plakaten zu einem Abschlussbild. Von links nach rechts sind dort Tilo Blumhagen (BGL), Béla Hambuch (Wogetra), Rolf Pflüger und Nelly Keding (Lipsia), Ute Schäfer (Unitas), Wolf-Rüdiger Kliebes und Christian Glöckner (VLW) zu sehen.

Fazit: Es sind tolle Fassadenkunstwerke entstanden, die KunstWANDerung können wir empfehlen. Wir sind auf das sechste Mural gespannt und hoffen, dass es weitere neue Kunstwerke gibt. Die Aussage von Nelly Keding dazu, lässt diese Hoffnung zu.
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