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Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli: In Deutschland gibt es weiterhin zu viele Neuinfektionen

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    Deutschland verfehlt die WHO-Ziele zur Reduzierung der Zahl der Hepatitis-Neuinfektionen. Das sagt Prof. Thomas Berg, Leiter des Bereichs Hepatologie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) anlässlich des Welt-Hepatitis-Tages am 28. Juli. Die Weltgesundheitsorganisation wollte die Neuinfizierten bis zu diesem Jahr um 30 Prozent weltweit senken. Hierzulande werde dies nicht erreicht werden können, bedauert der UKL-Experte.

    Bis 2030 sollen es laut WHO sogar nur noch zehn Prozent der jetzigen Neuinfektionszahl sein, so der Plan. In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass von den aktuell 1,75 Millionen Neuinfektionen weltweit nur noch 175.000 übrigbleiben sollen. Auch die Sterblichkeit soll global um zehn Prozent (Jahr 2020) bis 65 Prozent (Jahr 2030) sinken.

    „In Deutschland ist jedoch kein klarer Eliminationsplan zu erkennen“, erklärt Prof. Berg. Dabei gebe es hierzulande robuste Testmöglichkeiten für den Nachweis und für Hepatitis B sogar eine Impfung. Am wichtigsten sei es, daher auch das Motto des Welttages „Finde die fehlenden Millionen“, durch umfangreiche Testungen alle Infizierten zu finden.

    „Das Virus ist nur von Mensch zu Mensch übertragbar, durch Blut oder bei Geschlechtsverkehr. Gibt es keine Infizierten mehr, findet auch keine Verbreitung statt“, erklärt der leitende Hepatologe am Universitätsklinikum Leipzig. „Die Ziele sind realistisch“, so Berg. Länder mit einem funktionierenden Eliminierungsprogramm wie Island, Australien, aber auch Georgien und Ägypten machten es vor und seien sehr erfolgreich, sagt er.

    Durch das Corona-Virus und die weltweit geltenden Schutzmaßnahmen sorgt sich Prof. Berg derzeit um negative Konsequenzen für derartige Eliminierungsstrategien. Er betont aber auch, dass Patienten mit Hepatitis B oder C nach jetzigem Stand bei guter ärztlicher Betreuung kein höheres Risiko hätten, an Covid-19 zu erkranken oder einen schwereren Verlauf zu erleiden.

    Doch stellt er auch klar: „Wenn wir nur ein Zehntel des Einsatzes der deutschen Politik gegen das Corona-Virus auch bei der Hepatitis gehabt hätten, wären wir in diesem Land jetzt viel weiter.“ Erfolge gebe es natürlich trotzdem, vor allem im Therapiebereich, aber: „Wir trocknen sozusagen die Neuinfektionen einfach nicht aus.“

    Eine Hepatitis B-Erkrankung kann heutzutage zumindest so gut behandelt werden, dass sie nicht mehr zum Tod führt. Eine vielleicht lebenslange Behandlung müssen Erkrankte dennoch fürchten. Doch es gibt neue Ansätze für eine Kurzzeitbehandlung von einem halben bis einem Jahr, um Hepatitis B zu heilen. Ein Beispiel ist die therapeutische Impfung, um das Immunsystem des Betroffenen zu aktivieren und die Krankheit auszuheilen.

    „An solchen Studien nehmen wir teil“, erläutert Prof. Thomas Berg. „Unser Forschungslabor unter Leitung von Oberarzt Dr. Florian van Bömmel war beteiligt an der Entwicklung neuer – und inzwischen international anerkannter – so genannter Biomarker, die eingesetzt werden, um herauszufinden, wie gut eine Hepatitis B-Ausheilung funktionieren kann.“

    Für Hepatitis C ist weiterhin keine Impfung in Sicht. „Das wäre natürlich das Beste“, sagt der Leipziger Mediziner, „doch wir haben gute Tests zum Nachweis und mit acht bis zwölf Wochen Behandlung erreichen wir in 99 Prozent der Fälle eine Ausheilung.“
    Für Reisen in Hepatitis A-Risikogebiete empfiehlt der Experte wiederum dringend, sich vorher dagegen impfen zu lassen.

    Zahlen neu diagnostizierter und an das RKI gemeldeter Hepatitis-Fälle im Jahr 2018:

    ·  Hepatitis B: 4500 in Deutschland, in Sachsen waren sechs von 100.000 Einwohnern infiziert

    ·  Hepatitis C: 5900 in Deutschland, in Sachsen waren fünf von 100.000 Einwohnern infiziert

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit waren die Neandertaler schmerzempfindlicher als der moderne Mensch

     

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