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IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen ruft zu Aktionstagen vom 10. bis 12. September auf

Angriffe auf Tarifverträge und Mitbestimmung, drohende Insolvenzen, Standortschließungen, Stellenstreichungen: Die Lage in der Automobilindustrie, im Maschinenbau, in der Stahlindustrie, bei den Zulieferern, in der Kontraktlogistik und in der Flugzeugindustrie in Berlin, Brandenburg und Sachsen spitzt sich zu. An drei Aktionstagen beteiligen sich Metallerinnen und Metaller aus vielen Betrieben im Bezirk. Geplant sind Aktionen auf Marktplätzen, Flash-Mobs und Vor-dem-Tor-Aktionen wie bewegte Mittagspausen und mehr im Bezirk.

„In der Krise hat die Bundesregierung einen guten Job gemacht, zum Beispiel haben die Regelungen zur Kurzarbeit in vielen Betrieben geholfen. Die IG Metall konnte darauf aufbauend in vielen Betrieben die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes erreichen“, sagte Stefan Schaumburg, IG Metall Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Die Angriffe der Arbeitgeberverbände auf arbeitsrechtliche Standards und sozialpolitische Errungenschaften sind dagegen das falsche Mittel.“

„Wir erleben in den Betrieben derzeit drastische Sparmaßnahmen, große Wellen von Personalabbau, Angriffe auf die Tarifbindung“, sagte Birgit Dietze, designierte IG Metall Bezirksleitern Berlin-Brandenburg. Die Gewerkschafterin kündigte massiven Widerstand an, wenn Arbeitsplätze gestrichen und tarifliche Standards wie Einkommen in Frage gestellt werden sollten. „Wenn Arbeitgeber versuchen, unter dem Deckmantel von Corona, lange geplante Einsparungen und Stellenabbau durchzusetzen“, so Dietze, „werden sie die Gegenwehr der Beschäftigten erleben.“

Die Aktionstage stehen unter dem Motto „Damit wir auch Morgen gute Arbeit haben: Beschäftigung sichern! Zukunft sicher und fair!“

Ohne Gesundheit ist alles nichts! In der aktuellen Situation ist ein wirksamer Infektionsschutz notwendig. Um eine Gesellschaft solidarisch auszugestalten, braucht es jedoch noch mehr und das auf unterschiedlichen Ebenen.
Deswegen fordert die IG Metall auf der betrieblichen Ebene:

– Sicherung der Beschäftigung! Wir kämpfen für den Erhalt von Arbeitsplätzen und gegen Kündigungen. Wir fordern: Kurzarbeit statt Entlassungen! Und wenn, dann besser Stunden entlassen und nicht Menschen!

–  Absicherung von Einkommen! Wir wehren uns gegen Tarifflucht, Absenkung tariflicher Standards und Beschneidung von Mitbestimmung und Gewerkschaftsrechten.

– Zukunftschancen wahren! Azubis und Studierende müssen auch in Krisenzeiten eine Perspektive im Betrieb erhalten. Ausbildung muss mindestens auf dem jetzigen Niveau fortgeführt werden.

– Qualifizierungsoffensive! Beschäftigte müssen durch Qualifizierung eine Chance auf gute, sichere und zukunftsfähige Arbeit erhalten.

– Wenn Betriebe Corona-bedingt in Schieflage geraten, brauchen diese Unterstützung! Wer Steuermittel vom Staat erhält, muss Entlassungen vermeiden und Azubis übernehmen – und Tarifverträge achten!

Ergänzend fordert die IG Metall auf der gesellschaftlichen Ebene:

– Europa muss einen solidarischen Weg aus der Krise finden! Nur gemeinsam können wir die Krise überwinden. Hilfen für schwer getroffene Länder helfen auch unserer Wirtschaft wieder auf die Beine.

– Mehr statt weniger Sozialstaat! Ein starker, vorsorgender Sozialstaat stabilisiert und reguliert die Entwicklung in der Sozialpolitik und auf dem Arbeitsmarkt. Wir wehren uns gegen Angriffe auf die soziale Sicherung auch bei der Rente und der paritätischen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung.

– Eine aktive, gestaltende Industriepolitik! Eine aktive Industriepolitik reduziert internationale Abhängigkeiten und setzt sich für „geschlossene Wertschöpfungsketten“ ein.

– Mehr Wirtschaftsdemokratie! Mitbestimmung sichert gute Arbeit und schafft nachhaltige Perspektiven für Unternehmen und Beschäftigte. Wenn Betriebe mit staatlichen Geldern gestützt werden, muss dies auch zu echter Mitbestimmung und Beteiligung führen.

– Große Vermögen und Einkommen müssen stärker zur Bewältigung der Krise beitragen! Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte über einen fairen Lastenausgleich. Wir wehren uns gegen die Absenkung von sozialen Standards oder mehr Steuern und Abgaben für kleine und mittlere Einkommen.

Die wichtigsten Aktionen im Bezirk:

Berlin
In Berlin werden am 10. und 11. September Unterschriften-Aktionen u.a. im Mercedes-Benz Werk Berlin-Marienfelde, in mehreren Siemens-Betrieben, im ASB Autohaus Berlin, bei FP Inovolabs und Osram durchgeführt.

Potsdam/Oranienburg und Ludwigsfelde
Am Samstag, 12. September, findet auf dem Bassinplatz in Potsdam von 11 bis 14 Uhr eine Kundgebung mit Infoständen statt. Als Redner werden erwartet: Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall; Jörg Steinbach, Wirtschaftsminister Brandenburg; Birgit Dietze, designierte IG Metall Bezirksleiterin und betriebliche Vertreter/-innen.

Ostbrandenburg
Am Freitag, 11. September: Aktion vor den Werktoren bei ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt

Leipzig
Neben weiteren Aktionen wird die IG Metall Leipzig am Samstag, 12. September einen Flash-Mob in der Innenstadt Leipzig veranstalten.

Ostsachsen
Am Donnerstag, 10. September: Informationsstände bei Bombardier in Bautzen und Görlitz, bei Ontex, Birkenstock und Capron.

Chemnitz
Am Donnerstag, 10. September, werden Aktionen bei thyssenkrupp System Engineering, Vitesco Technologies und Continental Aerospace Technologies stattfinden.

Zwickau
Am Donnerstag, 10. September wird es Aktionen bei Volkswagen Sachsen und Grammer in Zwickau, Schnellecke Logistics Sachsen in Glauchau und Mahle Industrial Thermal Systems in Reichenbach/Vogtland geben. Stefan Schaumburg, IG Metall Bezirksleiter wird am 10. September in Zwickau an Aktionen teilnehmen. Am Freitag, 11. September folgen Aktionen bei Adient in Meerane, der Handtmann Leichtmetallgießerei in Annaberg-Buchholz und Sächsisch-Bayerische Starkstrom-Gerätebau in Neumark/Vogtland.

Mittwoch, der 9. September 2020: Reaktionen auf Moria aus Sachsen und Demo am Abend + Video

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