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Herbstkino am Matthäikirchhof vom 3. bis 8. Oktober

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    Beim „Herbstkino am Matthäikirchhof“ werden vom 3. bis 8. Oktober 2020 jeweils um 19.15 Uhr auf dem Gelände der ehemaligen Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Filme gezeigt, die sich mit der SED-Diktatur in der DDR, der Friedlichen Revolution und der Deutschen Einheit sowie dem nachfolgenden Transformationsprozess befassen. Bei Regenwetter finden die Veranstaltungen im ehemaligen Stasi-Kinosaal (Goerdelerring 20) statt. Der Eintritt ist frei.

    Das Areal der früheren Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Leipzig zwischen Dittrichring und Matthäikirchhof soll zu einem „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ weiterentwickelt werden. Bis 1989 thronte der monströse Gebäudekomplex als „Zwingburg der SED-Diktatur“ mitten in der Stadt. Während der Friedlichen Revolution führten die Montagsdemonstrationen seit dem 2. Oktober 1989 an dem Gebäudekomplex vorbei, der am 4. Dezember 1989 friedlich besetzt wurde.

    So ist die „Runde Ecke“ heute sowohl ein authentischer Ort der Geschichte von Repression und Unterdrückung in der DDR als auch von der Selbstbefreiung der SED-Diktatur durch die Friedliche Revolution. Das historische Gelände der ehemaligen Leipziger Bezirksverwaltung für Staatssicherheit entwickelte sich in den vergangenen fast 30 Jahren zu einem Ort der Aufklärung über Diktatur und Widerstand.

    Der Ort ist hervorragend geeignet, um in der Weiterentwicklung aus verschiedenen Perspektiven autoritäre Herrschaftsmechanismen des 20. Jahrhunderts zu beleuchten, die allgemeine Auseinandersetzung mit diesen und die historisch-politische Bildung in der Gegenwart zu fördern. Es ist ein weit über die Stadt hinaus bekannter symbolischer Ort der siegreichen Bürgerrechtsbewegung über die SED-Diktatur und besitzt mit seinen denkmalgeschützten Gebäuden das besondere Potenzial, Raum für dieses Ziel zu schaffen.

    Der Arbeitskreis „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“

    Mit der Idee, die drei sächsischen Archive der BStU im Erinnerungsverbund mit dem Bürgerkomitee Leipzig e.V., Träger der Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ mit dem Museum im Stasi-Bunker, dem Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V., der Stiftung Friedliche Revolution und dem Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig – zu verbinden, könnten neue Akzente gesetzt und Impulse für die historisch kritische Beschäftigung mit den Diktaturen und den Formen der Gewaltherrschaft in Europa für die gesamte Bundesrepublik und darüber hinaus ins Ausland gegeben werden.

    Durch die Netzwerkbildung und die damit verbundene Bündelung historischer Quellen, Ausstellungen, Zeitzeugenberichte etc. könnte dieser Erinnerungs-, Forschungs- und Bildungsort weiterentwickelt werden. So wird aus dem einst einschüchternden Ort der Diktatur ein Zentrum lebendiger Demokratie und des Austausches von Generationen zu Zeitgeschichte, Gegenwart und Zukunft.

    Um diesen Prozess weiter voran zu bringen, haben sich die bereits am Ort aktiven Einrichtungen, die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“, das Stasi-Unterlagen-Archiv und das Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte, sowie die künftig hier aktiven Einrichtungen, das Archiv Bürgerbewegung Leipzig und die Stiftung Friedliche Revolution, zum Arbeitskreis „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“ zusammengeschlossen. Sie treten in diesem Jahr zum dritten Mal mit einem Veranstaltungsprogramm an die Öffentlichkeit.

    Das Programm im Überblick

    Eröffnet wird das „Herbstkino am Matthäikirchhof“ am Tag der Deutschen Einheit. Am Samstag, den 3. Oktober 2020, wird eine der spektakulärsten DDR-Fluchtgeschichten mit dem Film „Der Ballon“ gezeigt. Im Jahr 1979 wagten die Familien Strelzyk und Wetzel einen Fluchtversuch mit einem selbstgebauten Heißluftballon. Präsentiert von: Arbeitskreis „Forum für Freiheit und Bürgerrechte“.

    · Am Sonntag, den 4. Oktober 2020, zeigt der Film „Letztes Jahr Titanic“ Lebensgeschichten, Schicksale, Alltagsgeschichten in Leipzig – aufgenommen vom Dezember 1989 bis Dezember 1990. Wie erleben die Leute in Leipzig dieses Jahr? Wahlkämpfe und Wahlen, die D-Mark, das Reisen, die zunehmende wirtschaftliche Unsicherheit, schließlich das Ende der DDR und die deutsche Einheit. Präsentiert von: Archiv Bürgerbewegung Leipzig e.V.

    · Am Montag, den 5. Oktober 2020, erzählt „Gundermann“ die  Geschichte von Gerhard Gundermann (1955 – 1998), der tagsüber als Baggerfahrer im Braunkohletagebau in der Lausitz arbeitete und abends als Sänger auf die Bühne stieg und die Menschen mit seiner Musik bewegte. Er setzte sich mit Leben, Tod und Sterben auseinander, griff aber auch politische und sozialkritische Themen auf. Er war zugleich überzeugter Kommunist, Informant der Stasi und selbst Opfer ihrer Überwachung. Präsentiert von: Stasi-Unterlagen-Archiv Leipzig.

    · Am Dienstag, den 6. Oktober 2020, läuft der Film „Novembertage – Stimmen und Wege“. Der Oscar-prämierte deutsch-französische Regisseur und Dokumentarfilmer Marcel Ophüls macht sich 1990 auf eine Reise durch die DDR. Er interviewt Protagonisten der Friedlichen Revolution, Bürgerrechtler*innen genauso wie ehemalige Funktionäre, Künstler*innen und ganz „normale“ Zeugen der Veränderungen seit dem Herbst 1989. Der Film fasziniert noch drei Jahrzehnte später – mit einem fröhlichen und optimistischen Grundton, ohne dabei die nachdenklichen Stimmen auszusparen. Präsentiert von: Schulmuseum – Werkstatt für Schulgeschichte Leipzig.

    · Am Mittwoch, den 7. Oktober 2020, wird der Film „Barbara“ präsentiert. Das Drama zeigt das Schicksal einer jungen Ärztin aus Ost-Berlin, die im Sommer 1980 von der Charité in ein Provinzkrankenhaus an der Ostseeküste versetzt wird, nachdem sie einen Ausreiseantrag gestellt hat. Dort wird sie von ihrem neuen Chef bespitzelt. Trotz allem bereitet sie mit ihrem Geliebten ihre Flucht über die Ostsee nach Dänemark vor. Präsentiert von: Stiftung Friedliche Revolution.

    · Am Donnerstag, den 8. Oktober 2020, wird der Film „Deutschlandspiel“ präsentiert. Ost-Berlin, 7. Oktober 1989: Während die SED auf den 40. Jahrestag der DDR anstößt, geht das Volk der Arbeiter und Bauern auf die Straße. Am 9. Oktober 1989 gipfelt die Konfrontation auf dem Leipziger Ring, weit über 70.000 Menschen reihen sich in den friedlichen Protest ein, während in den Seitenstraßen die Volkspolizei und die Staatssicherheit bereitsteht. Das faktenreiche Dokudrama setzt sich als Montage aus Spielszenen, Dokumentationsmaterial und Aussagen prominenter Entscheidungsträger mit dem nur ein Jahr dauernden Wiedervereinigungsprozess bis zum 3. Oktober 1990 auseinander. Präsentiert von: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“

    Organisatorischer Ansprechpartner: Bürgerkomitee Leipzig e.V.

    Ausführlichere Informationen zum Programm gibt es auf der Website www.herbst89.de.

    Die neue „Leipziger Zeitung“ Nr. 83: Zwischen Ich und Wir

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