Als Mitglied des Notfallverbundes Leipziger Archive und Bibliotheken hat das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig neun Notfallboxen entgegengenommen, um zukünftig gut für einen etwaigen Havariefall ausgerüstet zu sein. Die Mittel hierfür wurden überwiegend von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) bereitgestellt.

Nach einschlägigen Ereignissen der Vergangenheit gerät die Notwendigkeit von Notfallvorsorge kultureller Einrichtungen immer stärker in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Dem im Jahr 2012 gegründeten Notfallverbund Leipziger Archive und Bibliotheken sind über die Jahre neue Einrichtungen beigetreten, um personelle und sachliche Ressourcen für Notfälle zu bündeln.

Um auch diese mit der erforderlichen Anzahl an Notfallboxen auszustatten, beantragte das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig stellvertretend für weitere Institutionen bei der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) eine Zuwendung in Höhe von rund 9.000 €. Somit konnten die in Havariefällen unabdinglichen Notfallboxen zur Sicherung von Kulturgütern nun erworben werden.

Vier der neun Notfallboxen gehen an das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig, die verbleibenden fünf erhalten folgende weitere Mitglieder des Notfallverbundes: der Zoo Leipzig (Bibliothek), die Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn-Bartholdy (Bibliothek/Archiv) und das Gewandhaus zu Leipzig (Gewandhausarchiv).

Die Anschaffung des Stadtgeschichtlichen Museums im Sinne der Notfallprävention wertet die Ausstattung des gesamten Notfallverbundes sowohl quantitativ als auch qualitativ auf.

Dokumentationsleiter Michael Stephan zeigt sich erfreut: „Wir konnten unseren Bestand von einer auf aktuell fünf Notfallboxen erweitern, was einen signifikanten Zuwachs bedeutet. Nach einem Wasserschaden im Museum selbst, wo sich unsere Depots befinden, ist es noch einmal bedeutsamer geworden, das Kultur- und Kunstgut unserer Häuser besser bergen und auch andere Einrichtungen des Leipziger Notfallverbundes unterstützen zu können.

Im Ernstfall können wir so Leinwände, Grafiken, Archivgut, Fotos und Papiere, darunter z. B. auch die Autographe von Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner und Johann Sebastian Bach schnell sichern.“

Auch die Leipziger Berufsfeuerwehr setzt auf die Zusammenarbeit mit dem Verbund, um bei Schadensfällen eine materielle Basis gemeinsam nutzen zu können.

Zu schwerwiegenden Notfällen, bei denen Kulturgüter in Mitleidenschaft gezogen werden, zählen der Wassereinbruch, verursacht beispielsweise durch Hochwasser, Frostsprengung von Wasserleitungen, Windbruch an Fenstern oder verstopfte Fallrohre, sowie Brand- und Gebäudeschäden. Gänzlich ausschließen lassen sich derartige existenzielle Bedrohungsszenarien auch trotz Sorgfalt und Vorsorge nicht.

Die Notfallboxen enthalten ausgewählte Materialien, die im Ernstfall schnell zur Hand sind, um die Schadensausbreitung umgehend einzudämmen sowie beschädigtes oder gefährdetes Kulturgut professionell zu sichern, zu evakuieren und zu dokumentieren. Unter den „Erste Hilfe“-Utensilien befinden sich beispielsweise Verbände, Abdeckplanen, Stretchfolien, Türkeile, Druckverschlussbeutel, Permanent-Stifte, Handleuchten oder eine Einwegkamera.

„Vergessene“ Häuser in Leipzig: Impressionen des Verfalls + Bildergalerie, Update 13.10.2020 & Übersichtskarte

https://www.l-iz.de/politik/leipzig/2020/10/Vergessene-Haeuser-in-Leipzig-Impressionen-des-Verfalls-347491

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