In Leipzig gibt es 30 sanierte und über 30 verfallene Handschwengelpumpen. Weitere in ihrer Zahl nicht bezeichnete sind im Stadtbild nur noch am Sockel oder gar nicht mehr zu erkennen. Auf sie weisen steinerne Grundplatten hin. Insgesamt sind 147 dieser historischen Brunnen in der Denkmalliste verzeichnet.

Die früher sehr bedeutsamen und oftmals kunstvoll gestalteten Handschwengelpumpen haben mit der Modernisierung der Wasserversorgung an Bedeutung verloren. Doch städtische Brunnen und Trinkwasserstellen sind im Rahmen der Klimaanpassung breit kommuniziertes Thema geworden.

Die historischen Handschwengelpumpen, die zwar kein Trinkwasser führen, könnten aus Sicht der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen jedoch zu Zwecken der Abkühlung und zum Gießen von Bäumen in den Sommermonaten neue Bedeutung erlangen. Daneben sind sie ein beliebtes spielerisches Objekt für Kinder und touristische Attraktion.

Katharina Krefft, Stadträtin und Fraktionsvorsitzende:

„Handschwengelpumpen fallen im öffentlichen Raum sichtlich auf – gerade auch wenn sie rostig und desolat sind. Sie könnten stärker ins Blickfeld geraten und durch Quartiersplätze aufgewertet werden. Mit dem Bewässerungskonzept, das wir weiterhin erwarten, könnten sie auch in ihrer Nutzbarkeit entdeckt werden – wie viel einfacher lassen sich Gießaktionen für unser Straßengrün bewerkstelligen, wenn Wasser nicht aus der Wohnung herangeschleppt werden müsste. Handschwengelpumpen haben Zukunft.“

Deswegen geht die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nun mit einer Anfrage auf die Stadtverwaltung zu und will wissen, ob weitere Sanierungen der Handschwengelpumpen anstehen und welche Rolle sie im Bewässerungskonzept spielen können. Auch eine Aufnahme der Handschwengelpumpen in das Spendenaktionswesen der Stadt (ergänzend zu Brunnen, Bäumen und Grabmalen) oder der Leipziger Bürgerstiftung (Bänke) wäre aus bündnisgrüner Sicht denkbar. Dann könnten auch alle Leipziger/-innen sich an der Wiederbelebung dieser historischen Wasserquellen beteiligen!

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