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565.000 Euro für neue Demografie-Projekte

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    In Sachsen gibt es vielerorts spannende Ideen und ein großes Engagement für ein lebenswertes Umfeld der Generationen. Bereits seit 2007 unterstützt der Freistaat mit dem Landesprogramm „Demografie“ engagierte Kommunen, gemeinnützige Vereine und kreative Akteure bei der Umsetzung ihrer Vorhaben, die den Verbleib der Menschen in ihrer Heimat und den Zuzug nach Sachsen fördern sollen.

    In der Förderperiode 2021 sind elf neue Demografie-Projekte hinzugekommen, darunter ein Anrufdienst gegen Einsamkeit, ein rollendes Kulturprojekt und ein Coworking-Projekt. Für die teils mehrjährigen Vorhaben werden bis 2023 insgesamt rund 565.000 Euro bereitgestellt, davon rund 325.000 Euro in diesem Jahr. Für laufende Projekte aus den Vorjahren stehen 2021 zudem rund 236.000 Euro zur Verfügung.

    Sachsenweit sind – die neuen Projekte eingerechnet – seit dem Start des Landesprogramms im Jahr 2007 rund 240 Projekte mit insgesamt rund zehn Millionen Euro gefördert worden.

    Staatskanzleichef Oliver Schenk würdigte das große Engagement der Akteure und betonte: „Wir wollen mit dem Förderprogramm die Handelnden in den Regionen Sachsens bei der Umsetzung ihrer Ideen bestärken und unterstützen. Besonders wichtig ist uns dabei eine aktive Beteiligung der Menschen vor Ort, um das Engagement für lokale und regionale Belange sowie das Miteinander der Generationen weiter zu stärken.“

    Folgende Projekte werden neu gefördert:

    Strategiepapiere zur Gestaltung des demografischen Wandels, Städte Rothenburg/O.L., Netzschkau und Reichenbach/O.L.

    Die Städte Netzschkau, Rothenburg/O.L. und Reichenbach/O.L. erarbeiten in ihrem jeweiligen Projekt ein Strategiepapier als Handlungsgrundlage für zukunftsfeste Entscheidungen und Lösungsansätze zur Sicherung der Daseinsvorsorge sowie Bewahrung der Handlungsfähigkeit der Kommunen unter Berücksichtigung der demografischen Veränderungen. Dabei werden verschiedene Handlungsfelder betrachtet. Ziel der Maßnahmen ist die langfristige Sicherung und Erhöhung der Lebensqualität der Bevölkerung in den Städten.

    Projekt „LandgestaltenMobil“ des Vereins Landgestalten

    Das „LandgestaltenMobil“ bringt Kultur auf Rädern zu den Menschen. Im Projekt wird ein alter Verkaufswagen, ein Vintage-Caravan der 60er Jahre, restauriert und als Raum/Atelier/Werkstatt genutzt. Er bringt unterschiedliche Angebote, wie z. B. ein Handarbeitscafe, Kino, Yoga, Seniorentreff, zu den Menschen in den Dörfern der Region Nossen. Mit der Projektidee gehört Kathrin Dobiéy mit dem Verein zu den „Neulandgewinnern“ der Förderrunde ab 2021 im Programm „Neulandgewinner. Zukunft erfinden vor Ort“ des Thünen-Instituts für Regionalentwicklung e. V., an das der Wettbewerb der Robert Bosch Stiftung übergegangen ist.

    Von den insgesamt sieben geförderten sächsischen Neulandgewinner-Ideen beteiligt sich Sachsen mit einem Projekt an der Finanzierung.

    Projekt „InSite AE“ der Stadt Auerbach/Vogtl.

    Auerbach/Vogtl. als stark vom demografischen Wandel betroffene Kleinstadt im ländlichen Raum besitzt ein eingeschränktes kulturelles Angebot. Die Jugendlichen sind freizeitorientiert und bedürfen mehr niedrigschwelliger kreativer Angebote. Deshalb soll mit ihnen eine Medienplattform erstellt werden. Durch das Projekt erfahren die Jugendlichen Selbstwirksamkeit, wodurch Fähig- und Fertigkeiten sowie bürgerschaftliches Engagement gestärkt werden.

    Projekt „Implementierung eines nachhaltigen motorisch-kognitiven Bewegungskonzeptes in die Lebenswelten älterer Personen im Raum Chemnitz“ der Technischen Universität Chemnitz

    Die zunehmende Überalterung der Bevölkerung v. a. in der Region Chemnitz stellt eine Herausforderung des demografischen Wandels dar und ist mit sozioökonomischer Belastung (Zunahme Pflegebedürftigkeit) verbunden. Das vorliegende Projekt soll mit Hilfe der Konzeption, der Umsetzung unter Einbeziehen von Mentorinnen und Mentoren sowie Evaluation eines gesundheitsförderlichen Bewegungskonzeptes zur Verbesserung der körperlichen und kognitiven Leistungsfähigkeit in den Lebenswelten älterer Personen einen nachhaltigen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels leisten.

    Projekt „Morgenohr Chemnitz – Anrufdienst gegen Einsamkeit im Alter durch ehrenamtliche Helfer“ des Vereins Volkssolidarität Stadtverband Chemnitz

    Die Anzahl alleinlebender älterer Menschen steigt. Einige von ihnen leiden an einem Mangel an sozialen Kontakten, der typischerweise durch eingeschränkte Mobilität und ein ausgedünntes soziales Netz bedingt ist. Durch den Anrufdienst „Morgenohr“ wird Einsamkeit gelindert, indem freiwillig engagierte Telefonpatinnen und -paten die Klienten regelmäßig für kurze, freundliche Gespräche anrufen. Ein erwünschter Nebeneffekt ist, dass dabei sich entwickelnde Bedürfnislagen sowie Notfälle rechtzeitig erkannt werden und Hilfsangebote vermittelt werden können.

    Projekt „Weiterführende Untersuchungen zur umweltschonenden Erschließung des Valtenbergareals zur Ganzjahresnutzung“ der Gemeinde Neukirch/Lausitz

    Im Ergebnis der Machbarkeitsstudie „Umweltschonende Erschließung des Valtenbergareals zur Ganzjahresnutzung“ sind weitere Untersuchungen erforderlich. Die vorgesehenen Maßnahmen haben zum Ziel, das Valtenbergareal im Sinne einer höheren Attraktivität Neukirchs und umliegender Gemeinden zu entwickeln, zur Stabilisierung ihrer Einwohnerzahl beizutragen und anziehend u. a. für Fachkräfte, Jugend, Familien und Touristen zu sein. Die Gemeinde möchte in das Entwickeln von Wohnungsbaustandorten, Freizeitaktivitäten und die Anbindung an den ÖPNV investieren.

    Projekt „Chance Glauchau“ der ATB Arbeit, Technik und Bildung gGmbH

    Das Projekt will die Attraktivität der Stadt ins Bewusstsein der Bevölkerung bringen, v. a. junge Menschen sollen erkennen, dass ihre Stadt vielfältige Chancen für Arbeit und Leben bereithält und die Beteiligung an Entwicklungsprozessen ermöglicht. In fünf aufeinander aufbauenden Workshops sollen regionale und betriebliche Haltefaktoren und Attraktoren in Glauchau herausgearbeitet werden, die in einer Spielidee münden. Die Bindung der Bevölkerung zu ihrer Stadt bzw. Region kann damit gestärkt werden.

    Projekt „Coworking space Eilenburg“ des Landkreises Nordsachsen

    Der Landkreis Nordsachsen möchte in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Eilenburg und dem Tourismus- und Gewerbeverein Eilenburg e.V. die Voraussetzungen und Möglichkeiten für einen Coworking space beteiligungsorientiert untersuchen. Coworking als neue Arbeitsform ist eine Chance für Regionen außerhalb der großen Städte, Menschen in der Region zu halten oder sie zunächst auf das Land zu holen und zum Bleiben zu begeistern. Ziel ist es, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken, den überregionalen Berufsverkehr zu reduzieren, Berufstätige zu vernetzen, Leerstände auszunutzen und somit neue Angebote im ländlichen Raum zu schaffen.

    Projekt „Heute die Macherinnen und Macher von Morgen fördern! Regionalentwicklung durch Jugendmanagement“ des Vereins Sächsische Landjugend

    Mit dem Projekt sollen Jugendliche sehen, dass es gewünscht ist, sich in der Region zu engagieren, um damit die Bleibebereitschaft zu steigern. Das Engagement der bereits Engagierten soll aufrechterhalten werden, noch nicht Engagierte sollen sich motiviert fühlen, sich zu engagieren. Entscheidungsträger bekommen wichtige Informationen über Haltefaktoren für junge Menschen vor Ort.

    Fachkräfte und Multiplikatoren aus Verwaltungen, Schulen, Jugendtreffs und Vereinen treten darüber in einen Dialog, wie sie in Zukunft jugendliches Engagement verstärkt für die Entwicklung der Region nutzen können. Zentrales Element des Projektes ist jeweils ein Jugend-Engagement-Wettbewerb in drei sächsischen Regionen.

    Weitere Informationen zum Förderprogramm und zu bereits geförderten Projekten sowie zu Ansprechpartnern finden sich unter: https://www.demografie.sachsen.de/foerderrichtlinie-und-projekte-4786.html

    Hintergrund:

    Die demografische Entwicklung verläuft auch in Sachsen regional sehr differenziert. Insbesondere die ländlichen Räume sind vom Rückgang der Bevölkerungszahl, der Überalterung und dem Mobilitätsverlust betroffen.

    So hat sich das Durchschnittsalter der sächsischen Bevölkerung von 39,4 im Jahr 1990 auf 46,9 im Jahr 2020 erhöht. Während Anfang 1990 in Sachsen noch 4,8 Millionen Einwohner lebten, verringerte sich die Zahl bis Ende 2020 auf rund 4,06 Millionen Einwohner. Nach der 7. Regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes wird die Bevölkerung in Sachsen bis 2035 auf 3,94 bzw. 3,81 Millionen Personen (Variante 1 bzw. 2) weiter sinken.

    Die Steuermittel für die Förderung werden auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt.

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