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Streiks im Einzelhandel am Montag und Dienstag in Teilen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens

Von ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
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    Montag, 26. Juli 2021, und Dienstag, 27. Juli 2021, werden Beschäftigte im Einzelhandel schwerpunktmäßig in und um Leipzig sowie in und um Chemnitz zum Streik aufgerufen. Die Streiks von letzter Woche in Thüringen und Sachsen-Anhalt Süd werden fortgesetzt.

    „Keine Ruhe im Einzelhandel“, schildert ver.di Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago die Situation. „Solange es keinen Tarifabschluss gibt, werden wir die Streiks im Einzelhandel in Mitteldeutschland fortsetzen. Am vergangenen Freitag und Samstag hatten insgesamt 300 Verkäufer*innen gestreikt, für heute rechne ich mit um die 500 Streikenden.“

    „In Leipzig werden die H&M Filialen, Aldi, Netto, die Kaufländer in Torgau, Großpösna und Leipzig-Schönau sowie Primark zum Streik aufgerufen. Gegen 10 Uhr findet eine Streikversammlung am Gewerkschaftshaus in der Karl-Liebknecht-Str. 30 statt“, so der örtliche ver.di Streikleiter Thomas Schneider.

    „Zum ersten Mal werden die Kaufland Beschäftigten in Burgstädt streiken“, sagt die ver.di Streikleiterin Andrea Busch. „Gegen 9 Uhr wird eine Streikversammlung vor dem Markt stattfinden. Dazu werden streikende Verkäuferinnen vom Kaufland Mittweida, Freiberg und vom Marktkauf Röhrsdorf sowie von einigen netto-Filialen aus der Chemnitzer Umgebung kommen.“

    „In Gera wird es vor den Arcaden gegen 9 Uhr zu einer Streikkundgebung kommen“, so Lauenroth-Mago weiter.

    „Die Beschäftigten haben kein Verständnis für die Hinhaltetaktik der Arbeitgeber, die Umsätze boomen sowohl im Lebensmitteleinzelhandel wie u.a. auch bei den Textilfachgeschäften. Seitdem der Lockdown beendet ist, gibt es keine Gründe mehr, Beschäftigte unterschiedlich zu entlohnen.

    In der zweiten Verhandlungsrunde hatten die Arbeitgeber eine Lohnsteigerung von 2 % im ersten Jahr, im zweiten von 1,4 % und im 3. Jahr erneut von 2 % angeboten. Allerdings bestehen die Arbeitgeber auf eine Differenzierung für Unternehmen, die vom Lockdown betroffen waren. Diese sollen die Erhöhung um mehrere Monate verschieben können.

    Die Arbeitgeber lehnen eine Verhandlung über die Angleichung der Laufzeiten Ost an West, die Allgemeinverbindlichkeit und über einen Mindestlohn von 12,50 Euro sowie über bezahlten Gesundheitstage für Gewerkschaftsmitglieder ab.

    Die ver.di-Tarifkommission fordert eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 4,5 Prozent plus 45 Euro monatlich. Darüber hinaus fordert ver.di ein rentenfestes Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde. Der neue Tarifvertrag soll eine verkürzte Laufzeit von 10 Monaten haben, um eine Angleichung an die anderen Bundesländer zu vollziehen. Für Gewerkschaftsmitglieder werden zusätzliche drei freie Tage als „Gesundheitstage“ gefordert.

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