Am Dienstag, den 16.11. wird in an den sächsischen Hochschulen gestreikt. Verbunden damit findet ein ganztägiger Hochschulaktionstag gegen prekäre Arbeitsbedingungen, schlechte Lehre und Kürzungen im Bildungsbereich statt. Im Zuge der Tarifverhandlungen des öffentlichen Dienstes versuchen studentische und wissenschaftliche Beschäftigte gemeinsam bessere Arbeitsbedingungen zu erstreiten.

Neben einem landesweiten Streikaufruf sind vor allem ganztägig verschiedene Aktionen von den beteiligten Gewerkschaften, der Mittelbauinitiative Leipzig (MULE) und einem studentischen Protestbündnis am Leipziger Hochschulstandort geplant. Genaue Angaben zu Zeiten und Orten finden Sie auf dem Plakat im Anhang [1].

Die Konferenz Sächsischer Studierendenschaften (KSS) und das Bündnis TVStud rufen dazu auf, sich an den Protesten solidarisch zu beteiligen.

Dazu Felix Fink, Referent für Hochschulpolitik der KSS: „Es ist ein Unding, dass sich die Hochschulen völlig legal eine Hilfsarmee von studentischen Hilfskräften halten können, die mit wissenschaftlicher Arbeit gerade einmal einen Euro über dem aktuellen Mindestlohn verdienen und noch dazu keinerlei tarifliche Rechte haben. Damit muss endlich Schluss sein! Wir Studierende stehen aber auch solidarisch an der Seite unserer Dozierenden: Denn schlechte Arbeitsbedingungen bedeuten in aller Regel auch schlechte Lehre.

Wer auf Hochdeputatsstellen bis zu einem Duzend Seminare pro Woche geben muss, hat natürlich keine Zeit zur Betreuung unserer Kommiliton/-innen, geschweige denn zur eigenen Weiterbildung und Forschung. Wir können uns diese prekären Zustände nicht mehr leisten! Wir unterstützen unsere Dozierenden und Kommiliton/-innen in ihrem Streik und fordern sie auf die Arbeit niederzulegen.“

Dazu die betroffene studentisch Beschäftige Charlotte Blücher vom Bündnis TVStud Sachsen: „Unser Bündnis setzt sich für einen Tarifvertrag für studentisch Beschäftigte (TV Stud) an sächsischen Hochschulen ein. Die Arbeitsbedingungen an den Universitäten und Fachhochschulen sind für den Mittelbau und die studentischen Beschäftigten denkbar schlecht. Wir hangeln uns von befristetem Vertrag zu befristetem Vertrag ohne Aussicht auf Entfristung. Dazu haben studentische Beschäftigte nicht einmal einen Tarifvertrag.

Das bedeutet: Schlechte Bezahlung, extrem kurze Arbeitsverträge, sehr geringe Urlaubsansprüche und keine Mitbestimmung bzw. echte Personalvertretung. Wir studentische Beschäftigte sorgen mit dafür, dass die Hochschulen überhaupt laufen. Das ist die größte Tariflücke im öffentlichen Sektor – wir fordern, dass sie im Rahmen der Verhandlungen zum Tarifvertrag der Länder endlich geschlossen wird! Auch wir haben das Recht auf gute Arbeitsbedingungen und tarifliche Absicherung – ohne Ausnahme!“

[1] https://cloud.kss-sachsen.de/s/NQYnOy4S1YRVLnI

Weitere Informationen:

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar