Prof. Christian Kleber leitet seit dem 1. November den Bereich Unfallchirurgie der Klinik und Poliklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und plastische Chirurgie (OUP) am UKL. Der 43-Jährige Spezialist für schwerste Verletzungen wechselt vom Uniklinikum Dresden nach Leipzig. Prof. Kleber übernimmt mit der neuen Aufgabe die Nachfolge von Prof. Christoph Josten, der bis zu seiner Bestellung als Medizinischer Vorstand des UKL im Oktober 2019 die Klinik und später den Bereich für Unfallchirurgie 22 Jahre leitete.

„Wir freuen uns sehr, Prof. Kleber für die Leitung der Unfallchirurgie gewonnen zu haben,“ so Prof. Josten. „Er ist ein exzellenter Spezialist und leidenschaftlicher Chirurg, der das Team der Klinik hervorragend vervollständigt.“

Kleber wechselt vom Universitätsklinikum Dresden, wo er zuletzt als leitender Oberarzt am UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- und Plastische Chirurgie tätig war. Zuvor war er Oberarzt für Traumatologie und septische Chirurgie am Centrum für Muskoloskeletale Chirurgie der Charité. Berlin war für den gebürtigen Regensburger die erste berufliche Station nach dem Medizinstudium. Für den Arztberuf begeisterte er sich während seines Zivildienstes im Rettungsdienst, an den er eine Ausbildung als Rettungsassistent anschloss.

Sein Schwerpunkt in der klinischen wie auch der wissenschaftlichen Arbeit liegt in der lückenlosen Versorgung von Schwerstverletzten, also der sogenannten Polytraumata, von der Erstversorgung am Unfallort bis zur Rehabilitationsbehandlung. „Das Herzstück unserer unfallchirurgischen Arbeit ist der Schockraum in den Notfallaufnahmen“, so Prof. Kleber. „Hier entscheidet sich in kurzer Zeit, ob und wie wir dem Patienten nach dem Transport in die Klinik helfen können“. Ein wesentlicher Teil der Arbeit ist da bereits erfolgt – die Versorgung am Unfallort sowie während des Transportes.

„Schwerstverletztenversorgung ist Teamarbeit, nicht nur zwischen den Berufsgruppen, sondern auch zwischen Klinik und Rettungsdienst“, beschreibt der Unfallchirurg, der sich auch im Katastrophenschutz engagiert. Daher ist ihm die Nähe zum Rettungsdienst ein extrem wichtiges Anliegen. Als Hubschrauberarzt ist er neben seiner Arbeit in der Klinik bis zur Berufung nach Leipzig regelmäßig zu Rettungseinsätzen unterwegs gewesen.

In der Corona-Pandemie hat Kleber das Leitstellen-Konzept zur Koordination der Cluster-Kliniken in den sächsischen Regionen maßgeblich entwickelt und umgesetzt, zudem war er für die Verlegungen von COVID-Patienten nach dem sogenannten Kleeblatt-Prinzip zum Jahreswechsel 2020/2021 verantwortlich.

Diese Aufgabe hat er mit dem Wechsel ans UKL an Prof. Sebastain Stehr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, abgegeben. Auch wenn sein Start in Leipzig in eine angespannte Zeit steigender Infektionszahlen fällt, ist er begeistert von dem Empfang, der ihm am UKL bereitet wurde. „Ich treffe hier auf viele offene Türen und ein tolles Kollegenteam, sowohl unter den Bereichsleitern der Klinik als auch seitens der Mitarbeiter meines Bereichs und den Kollegen anderer Fachdisziplinen“, so Kleber.

An seinem neuen Arbeitsplatz schätzt er die guten Möglichkeiten, Patienten eine optimale Versorgung bieten zu können. „Dazu gehört unter anderem das westsächsische Trauma-Netzwerk, dass vor genau zehn Jahren hier am UKL mit einer Zertifizierung als erstes mitteldeutsches und damals größtes Netzwerk bundesweit ins Leben gerufen wurde“, so Kleber. Daran beteiligen sich 29 Kliniken, die alle über die für die Versorgung Schwerverletzter erforderliche Infrastruktur und Spezialisierung verfügen.

Diese Zusammenarbeit möchte Prof. Christian Kleber fortführen und ausbauen, im Interesse einer optimalen Rettungskette. „Wir haben beste Voraussetzungen, von denen unsere Patienten auch künftig profitieren werden. Die gilt es zu erhalten und weiter zu entwickeln. Darauf freue ich mich.“

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