Zum Weltkrebstag am 4. Februar 2022 weisen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen auf die Risiken von Rauchen und Alkohol hin. In Deutschland erkranken rund 500.000 Menschen jährlich an Krebs, nahezu 240.000 Menschen sterben daran.

Im Jahr 2020 waren die vielfach durch Rauchen hervorgerufenen Krebserkrankungen der Atemwege die häufigste Krebsart mit Todesfolge: Mehr als 46.000 Menschen verstarben daran. Demnach ist Rauchen der wichtigste vermeidbare Risikofaktor für die Entstehung von Krebs. Auch Alkohol kann Krebs auslösen. Mehr als 20.000 Krebserkrankungen jährlich sind in Deutschland auf den Konsum von Alkohol zurückzuführen.

Gesundheitsministerin Petra Köpping: „Da es für Lungenkrebs kein Früherkennungsprogramm gibt, ist weiterhin die beste Vorsorge, nicht zu rauchen bzw. mit dem Rauchen aufzuhören. Neben Lungenkrebs reduziert sich dadurch auch das Risiko, an anderen mit Tabakkonsum assoziierten Krebsleiden zu erkranken.“

Die vier klinischen Krebsregister in Sachsen erheben Daten zur Diagnose und zum Verlauf von Krebserkrankungen und werten sie aus, damit die onkologische Versorgung in Sachsen stetig verbessert werden kann.

Im Jahr 2019 wurden in den vier klinischen Krebsregistern des Freistaates Sachsen 31.861 Krebsneuerkrankungen dokumentiert (Männer: 17.500, Frauen: 14.360). Hiervon entfielen 28.112 Fälle auf bösartige Neubildungen und 3.749 Fälle auf in situ Neubildungen. Somit erkrankten pro 100.000 Einwohner ab 18 Jahren 501 Männer und 413 Frauen. In den beiden letzten Jahren des Beobachtungszeitraums sind diese Erkrankungsraten angestiegen; im Jahr 2017 waren 461 Männer und 366 Frauen pro 100.000 Einwohner betroffen.

Die am häufigsten dokumentierten bösartigen Neubildungen betrafen bei Männern die Prostata (24,4 %), die Bronchien und Lunge (11,0 %) und das Kolon (9,1 %). Bei Frauen wurden am häufigsten bösartige Neubildungen der Brustdrüse (30,0 %), des Kolons (8,9 %), der Bronchien und Lunge (6,6 %) erfasst. Dieses Muster hat sich im Verlauf von zehn Jahren kaum verändert. A

llerdings ist der Anteil von Lungenkrebs bei Frauen seit 2010 angestiegen, wohingegen er bei Männern kaum Veränderungen zeigt. Bei beiden Geschlechtern erkranken darüber hinaus aktuell mehr Personen an einem malignen Melanom der Haut als vor zehn Jahren (31 im Vergleich zu 21 Fällen pro 100.000 Einwohner).

Fünf Jahre nach der Diagnose Krebs leben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung noch 71,3 % der Patienten (relative Überlebenswahrscheinlichkeit). Zu den Erkrankungen mit vergleichsweise guter Prognose zählen maligne Melanome sowie Prostatakarzinome mit Überlebenswahrscheinlichkeiten von 97,1 % bzw. 94,9 %. Vergleichsweise ungünstige Prognosen weisen dagegen Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (17,4 %) sowie der Bronchien und Lunge (27,5 %) auf.

Den aktuellen Jahresbericht der klinischen Krebsregister in Sachsen finden Sie hier:
https://www.krebsregister-sachsen.de/fileadmin/user_upload/dokumente/auswertungen/Jahresbericht_KKR_Sachsen_2021.pdf

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