Laut Daten der BARMER haben rund ein Prozent der Frauen in Sachsen eine ärztlich diagnostizierte Endometriose. Das bedeutet, sie leiden unter ganz besonders starken Regelschmerzen. Betroffen sind hochgerechnet etwa 18.300 Menschen. In den Jahren 2012 und 2021 stieg sachsenweit die Zahl der Betroffenen um rund 40 Prozent an. Besonders in den vergangenen Jahren wurde die Diagnose häufiger gestellt.

„Der Trend zeigt, dass die Erkrankung tendenziell häufiger diagnostiziert wird und seltener unerkannt bleibt“, erklärt Monika Welfens, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen. Dies könne auch damit zusammenhängen, dass Betroffene offener mit ihrer Erkrankung umgehen, mehr Informationen zum Krankheitsbild zur Verfügung stehen und die Behandlungsmöglichkeiten vielfältiger werden.

„Lange Zeit gab es nur sehr belastende Behandlungsmethoden wie eine Hormontherapie oder eine Operation. Nun übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen mit der Goldnetztherapie eine neue, schonendere Therapiemöglichkeit für Frauen mit starken Regelblutungen und Schmerzen“, sagt Welfens.

Leider sei immer noch von einer erheblichen Dunkelziffer auszugehen. Am stärksten betroffen sei die Altersgruppe der 30- bis 49-Jährigen. „Wir wollen für die Erkrankung sensibilisieren und Betroffene ermutigen, ihre Beschwerden medizinisch abklären lassen“, so die Landeschefin der BARMER. Es sei wichtig, die Endometriose weiter ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, um Diagnose- und Therapieoptionen aufzuzeigen.

Starke Blutungen, wiederkehrende Schmerzen

Die Beschwerden bei Endometriose können sehr unterschiedlich sein. Bis Patientinnen eine Diagnose erhalten, würden deshalb im Durchschnitt bis zu zwölf Jahre vergehen. Auch habe es gerade bei starken Regelblutungen lange Zeit nur sehr belastende Behandlungsoptionen gegeben, wie die Entfernung der Gebärmutter. Nun könnten die gesetzlichen Krankenkassen bei Frauen mit sehr starken Regelblutungen und Schmerzen eine neue, schonendere Option in der ambulanten Versorgung übernehmen, die sogenannte Goldnetztherapie.

Sie könne Schmerzen und Blutungen verhindern. Anders als frühere Behandlungstechniken erfordere sie keinen Klinikaufenthalt. „Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass Frauen, die sich für diese Therapie entscheiden, keinen Kinderwunsch mehr haben. Eine umfassende gynäkologische Beratung sei deshalb unverzichtbar“, darauf weist Welfens hin. Für die digitale Gesundheitsanwendung Endo-App übernähme die BARMER die Kosten.

Die Endo-App könne Patientinnen im Umgang mit der Erkrankung Endometriose unterstützen. BARMER Versicherte, die sich zu den Therapiemöglichkeiten bei Endometriose informieren möchten, könnten sich an eine gynäkologische Praxis wenden oder sich über den BARMER Teledoktor medizinisch beraten lassen. Der BARMER Teledoktor sei über die Hotline 0800 3333 500 und per App erreichbar.

Mehr zu Symptomen und Behandlung von Endometriose: www.barmer.de/a008620 

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