Seit kurzem können Kinder, die eine Untersuchung in einem Magnetresonanztomografen (MRT) der Kinderradiologie des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) absolvieren müssen, sich spielerisch darauf vorbereiten. Dank MiniTOM Kids, einem kindgerechten Lern- und Vorbereitungsgerät, das einem Original-MRT nachempfunden wurde und eine reale MRT-Untersuchung simuliert, erfahren sie vorab, wie diese abläuft – und lernen somit ganz nebenbei, dass sie keine Angst davor haben müssen.

Mit leisem Surren fährt der Tisch des rund ein Meter hohen Modells nach vorn. Ein kleines Mädchen legt sein Kuscheltier darauf. Der Träger fährt in die kreisrunde Öffnung zurück. Ein Licht fängt an zu blinken. Drückt man jetzt einen Knopf, ertönen die typischen Klopf- und Brummgeräusche. Was hier spielerisch vorab simuliert wird, kommt dem Untersuchungsablauf in einem „echten“ Magnetresonanztomografen ziemlich nah.

„Das Einfahren in die enge Röhre eines MRT-Geräts und dessen Geräusche können schon bei Erwachsenen zu Beklemmungen führen. Bei manchen Kindern treten diese negativen Reaktionen noch stärker auf. Um aber während der Untersuchung scharfe, konturenreiche Bilder zu erhalten, müssen die kleinen Patient:innen möglichst ruhig liegen. Dies erfordert dann häufig eine Sedierung oder Narkose“, beschreibt Prof. Franz Wolfgang Hirsch, Direktor des Instituts für Kinderradiologie am UKL, die Herausforderung, vor der er und sein Team immer wieder stehen. 

Dabei ist das MRT als nicht-invasives bildgebendes Verfahren zur detaillierten Darstellung von Organen, Weichteilgewebe und Blutgefäßen unerlässlich, um beispielsweise Krebserkrankungen bei Kindern richtig diagnostizieren und behandeln zu können.

„Für eine solche Untersuchung fahren Eltern mit ihren kranken Kindern manchmal hunderte Kilometer zu uns nach Leipzig – vor allem auch deshalb, weil wir über eines von nur zwei Echtzeit-MRT in der Kinderrradiologie in ganz Deutschland verfügen“, sagt Prof. Hirsch. Mit einem solchen Gerät lassen sich bewegte Objekte wie beispielsweise die Lunge durch sehr schnelle Messsequenzen in einer hohen zeitlichen Auflösung darstellen und damit praktisch in Echtzeit beobachten.

„Umso mehr freuen wir uns und sind sehr dankbar, dass nun auch bei uns am Klinikum mit dem MiniTOM Kids ein Gerät steht, das unseren jungen Patient:innen eine MRT-Untersuchung auf kindgerechte Weise nahebringt und ihnen Angst und Unsicherheit davor nimmt“, so der Experte, der seit 2002 die Kinderradiologie am UKL leitet.

„Wir erhoffen uns davon, dass die Kinder ruhiger und kooperativer sind. So kann die Untersuchung für sie, ihre Eltern, aber auch für die Mitarbeiter:innen der Kinderradiologie in Zukunft angenehmer, das heißt ruhiger, schneller und mit weniger Unterbrechungen, verlaufen.“ 

Der MiniTOM Kids steht damit für ein zeitgemäßes Konzept, mit dem Kindern der Ablauf einer radiologischen Untersuchung altersgerecht vermittelt wird. Erreicht wird dies vor allem durch spielerische Materialien: So sieht der MiniTOM, der seit kurzem am UKL in Betrieb ist, nicht nur aus wie eine „große Röhre“, sondern verfügt auch über einen Bildschirm, der sich per App steuern lässt.

Ebenfalls ganz kindgemäß erscheint hier eine kleine Giraffe und erklärt interaktiv und in kurzen Videos, wie eine MRT-Untersuchung abläuft und warum diese wichtig ist. Außerdem können die Kinder in eine Tunnelöffnung von circa 40 cm Durchmesser im hinteren Teil des Geräts hineinkriechen und dort üben, möglichst lange stillzuliegen. 

Spende des CancelCancer e. V. 

Bei dem MINITOM Kids, der am UKL im Wartebereich der Kinderradiologie in einer bunt gestalteten Spielecke aufgestellt wurde, handelt es sich um eine Spende des CancelCancer e. V. Der in Bremerhaven beheimatete Verein setzt sich für eine Kindheit ohne Krebs ein und möchte mit seinen Aktionen auf die Kinderkrebsforschung aufmerksam machen. Dazu gehört auch, dass er gezielt Spenden sammelt, um Kliniken die Anschaffung eines MiniTOM Kids zu ermöglichen.

Die Idee, auch am UKL ein solches Gerät aufzustellen, bestand bereits seit längerer Zeit. Aber erst durch die Teilnahme des Vereins am RTL-Spendenmarathon wurde es möglich, die Kosten in Höhe von 15.000 Euro vollständig zu finanzieren und dem Uniklinikum zu übergeben.

„Wir sind dem Verein für sein Engagement und Investition sehr zu Dank verpflichtet“, sagt Franziska Bell, Kaufmännische Departmentleiterin des Departments für Bildgebung und Strahlenmedizin am UKL, und fügt hinzu: „Die spielerische Heranführung sorgt dafür, dass Kinder besser auf die eigentliche MRT Untersuchung vorbereitet werden und diese mutig antreten.“

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