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Verkehrsinformationen für die Autobahn A4

Autobahn von oben.
Autobahn (Symbolbild). Foto: Ralf Julke

A4: Sperrung der Anschlussstelle Dresden-Wilder Mann in Fahrtrichtung Chemnitz (Aachen)

Vom 21.04.2026 bis 23.04.2026, jeweils von 20:00 Uhr bis 05:00 Uhr (Ende 23.04.2026, 05:00 Uhr), werden die Abfahrt und die Auffahrt der Anschlussstelle Dresden-Wilder Mann in Fahrtrichtung Chemnitz gesperrt. Grund dafür ist die Instandhaltung der Fahrbahn. Der abfahrwillige Verkehr wird zur Anschlussstelle Dresden-Neustadt und dann über das nachgeordnete Straßennetz geführt, der auffahrwillige Verkehr wird als Wendefahrt zur Anschlussstelle Dresden-Hellerau geführt.

Zudem kommt es in diesem Zeitraum nachts zwischen den Anschlussstellen Dresden-Hellerau und Dresden-Neustadt in Fahrtrichtung Chemnitz zur Reduzierung von Fahrstreifen. Der Verkehr wird auf der verbleibenden Fahrspur an der Maßnahme vorbeigeführt.

A4: Kurzzeitige Verkehrsstopps zwischen den Anschlussstellen Dresden-Altstadt und Dresden-Flughafen in beiden Fahrtrichtungen

Aufgrund von Großraum- und Schwertransporten kommt es in den Nächten vom 20.04.2026 zum 21.04.2026 sowie vom 23.04.2026 zum 24.04.2026 zu kurzzeitigen Verkehrsstopps (15 Minuten).

Betroffen sind mehrmals zeitgleich die Auffahrten der Anschlussstellen Dresden-Neustadt und Dresden Wilder-Mann in Fahrtrichtung Görlitz, die Auffahrt der Anschlussstelle Dresden-Hellerau in Fahrtrichtung Chemnitz (Aachen) sowie die Fahrbahn zwischen den Anschlussstellen Dresden-Altstadt und Dresden-Neustadt in Fahrtrichtung Görlitz und die Fahrbahn zwischen den Anschlussstellen Dresden-Flughafen und Dresden-Hellerau in Fahrtrichtung Chemnitz (Aachen).

UPDATE A4: Sperrung der Abfahrt der Anschlussstelle Limbach-Oberfrohna in Fahrtrichtung Görlitz

Die im Zuge der derzeit stattfindenden Fahrbahnerneuerung gesperrte Abfahrt der Anschlussstelle Limbach-Oberfrohna in Fahrtrichtung Görlitz ist noch bis zum 05.05.2026 gesperrt. Grund dafür sind witterungsbedingte Verzögerungen bei Arbeiten am Brückenbauwerk der Anschlussstelle. Ursprünglich sollte die Abfahrt Ende April geöffnet werden. Der abfahrwillige Verkehr nutzt weiterhin die Anschlussstelle Chemnitz-Röhrsdorf (A72).

A4: Sperrung der Anschlussstelle Wilsdruff in Fahrtrichtung Dresden

Vom 22. April 2026 bis Ende August 2026 ist die Anschlussstelle Wilsdruff in Fahrtrichtung Dresden gesperrt. Grund dafür ist der umfangreiche Umbau der S177, welchen das Landesamt für Straßenbau und Verkehr unterhalb der Anschlussstelle durchführt. Eine Umleitung ist ausgeschildert. Bitte wenden Sie sich bei Fragen direkt an das Landesamt für Straßenbau und Verkehr. 

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Polizeibericht 17. April: Polizeieinsatz in Grimma, 76 km/h zu schnell unterwegs, Mülltonnenbrand

Schild an einer Hauswand mit der Aufschrift Polizei
Polizei (Symbolbild). Foto: LZ

Mülltonnenbrand

Ort: Leipzig (Lößnig), Zwickauer Straße, Zeit: 17.04.2026, 01:00 Uhr

Aus bislang nicht bekannter Ursache brannte eine Mülltonne in der Nacht von Donnerstag zu Freitag im Leipziger Stadtteil Lößnig vollständig ab. Personen wurden nicht verletzt. Anwohner hatten den Notruf gegen 1 Uhr verständigt, woraufhin Feuerwehr und Polizei zum Brandort fuhren.

Durch die Feuerwehr der Feuerwache Süd konnte der Brand gelöscht werden. Im Zuge dessen mussten Fassadenteile entfernt werden, um ein mögliches Übergreifen des Brandes zu verhindern. Die Polizei ermittelt nun zur Brandursache. Es entstand ein Sachschaden von circa 3.500 Euro.

76 km/h zu schnell unterwegs

Ort: Schkeuditz (Radefeld), Kölner Straße / Südumfahrung Schladitzer See, Zeit: 16.04.2026, 16:05 Uhr

Eine Motorradausfahrt endete für einen 36-Jährigen mit der Sicherstellung seines Führerscheins. Der Mann war bei erlaubten 100 km/h mit 176 km/h unterwegs. Beamte der Verkehrspolizei waren mit einem speziellen Geschwindigkeitsmessfahrzeug im Landkreis Nordsachsen unterwegs, wo ihnen gegen 16:05 Uhr der 36-Jährige auf einer BMW S 1000 R auffiel.

Da die Strecke südlich um den Schladitzer See bereits in der Vergangenheit von Verkehrsteilnehmern für illegale Kraftfahrzeugrennen genutzt wurde, nahmen die Beamten die Verfolgung des Motorrades auf und konnten mehrere Geschwindigkeitsverstöße feststellen, unter anderem eine Überschreitung um 76 km/h. Zudem war der Kradfahrer in den Kurven in „hängender“ Fahrweise unterwegs, sodass er eine maximale Schräglag und damit eine maximale Kurvengeschwindigkeit erreichen konnte.

Bei der anschließenden Verkehrskontrolle wurde der Führerschein des Motorradfahrers sichergestellt. Die Ermittlungen wegen des illegalen Kraftfahrzeugrennens wurden aufgenommen.

Sprengung eines Fahrkartenautomaten

Ort: Leipzig (Reudnitz-Thonberg), Haltestelle S-Bahnhof Mockauer Straße, Zeit: 17.04.2026, gegen 04:00 Uhr

In der Nacht auf Freitag sprengten Unbekannte einen Fahrkartenautomaten am S-Bahnhof Mockauer Straße. Gegen 4 Uhr kam es zu einer Detonation, die durch einen unbekannten pyrotechnischen Gegenstand ausgelöst wurde. Dadurch wurde der Fahrkartenautomat vollständig zerstört. Die Polizeidirektion Leipzig wurde vor Ort durch die Entschärfer der Bundespolizei unterstützt, um festzustellen, ob von möglichen Resten der Pyrotechnik eine Gefahr ausging.

Nach erfolgter Freigabe konnten Spuren gesichert werden. Angaben zum Diebesgut sind derzeit noch nicht möglich. Der Sachschaden beträgt circa 25.000 Euro. Das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizei hat Ermittlungen wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion aufgenommen. Der Bahnverkehr zwischen Leipzig und Eilenburg war kurzzeitig eingeschränkt, aber nicht gesperrt.

Polizeieinsatz in Grimma

Ort: Grimma, Zeit: 17.04.2026

Anlässlich einer Versammlung im Stadtgebiet Grimma führt das Polizeirevier Grimma am Freitagnachmittag und -abend einen Einsatz durch. Neben weiteren Beamtinnen und Beamten der Polizeidirektion wird das Revier dabei durch Kräfte der sächsischen Bereitschaftspolizei, des Landeskriminalamtes, des Polizeiverwaltungsamtes und anderer unterstützt.

Für die Bildübertragung zur Lenkung und Leitung des Einsatzes sowie zur Dokumentation bei Straftaten wird ein Bildübertragungswagen präsent sein.

Im Zusammenhang mit dem Einsatz wird es zu Verkehrsbeeinträchtigungen in der Innenstadt kommen. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, den betroffenen Bereich zu umfahren.

Für Medienschaffende ist die Stabsstelle Kommunikation unter 0173/9618481 erreichbar. Es werden auch Ansprechpartner für Journalistinnen und Journalisten an den polizeilichen Einsatzschwerpunkten präsent sein.

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Drogenerkennung im Straßenverkehr

Halt, Polizei! Ein Polizist im Einsatz bittet zur Verkehrskontrolle (Symbolfoto). Foto: Jan Kaefer
Halt, Polizei! Ein Polizist im Einsatz bittet zur Verkehrskontrolle (Symbolfoto). Foto: Jan Kaefer

Gestern führte die Verkehrspolizeiinspektion Leipzig eine Großkontrolle zum Thema Drogenerkennung im Straßenverkehr durch. Ziel dieser konzentrierten Kontrolle war die Überprüfung der Fahrtüchtigkeit der Verkehrsteilnehmer. Auch Fahndungsmaßnahmen stellten einen Schwerpunkt dar. Die Großkontrolle fand mit circa 115 Einsatzkräften aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen und Brandenburg statt.

Insgesamt wurden gestern 479 Fahrzeuge angehalten und dabei 481 Personen überprüft. Bei 16 Personen bestand der Verdacht, dass sie ihr Fahrzeug unter berauschenden Mitteln wie Alkohol oder Betäubungsmittel führten. Folglich wurden 16 Blutprobenentnahmen durchgeführt.

Bei dem Beifahrer eines Transporters wurden knapp 60 Gramm Betäubungsmittel gefunden. Dabei kam auch ein Drogenspürhund zum Einsatz.

Im Einzelnen kam es unter anderem zu folgenden Verstößen:

Straftaten:

  • 4 x Fahren ohne Fahrerlaubnis
  • 2 x Fahren unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln gem. § 316 StGB
  • 3 x Kraftfahrsteuergesetz
  • 1 x Handel mit Betäubungsmitteln
  • 1 x Fälschung Personaldokument

Ordnungswidrigkeiten:

  • 14 x Fahren unter dem Einfluss von berauschenden Mittel
  • 42 x sonstige Ordnungswidrigkeiten

Auch im Verlauf des Jahres werden weitere Schwerpunktkontrollen an unterschiedlichen Orten stattfinden.

Bahnstrecke Leipzig–Chemnitz: Pro Bahn und Bahninitiative Chemnitz kritisieren das Planungschaos

Der Streckenausbau Leipzig-Chemnitz steckt in der Sackgasse. Foto: Michael Freitag
Der Streckenausbau Leipzig-Chemnitz steckt in der Sackgasse. Foto: Michael Freitag

Wenn wichtige Bauprojekte immer wieder vertrödelt und verschoben werden, werden sie auch immer teurer. Sachsen ist besonders geübt darin, solche Bauvorhaben zu vertagen, geleitet von der Vorstellung, man dürfe heute einfach keine Schulden machen. Beim zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke Chemnitz–Leipzig droht erneut nicht nur eine Verzögerung, sondern eine regelrechte Kostenexplosion.

Der geplante leistungsfähige Ausbau des Nordabschnitts der Bahnstrecke zwischen Chemnitz und Leipzig wird derzeit von der DB InfraGO erneut überprüft, da die geplanten Mittel aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen schon jetzt absehbar weit überschritten werden.

Für den Nordabschnitt Geithain–Leipzig soll angesichts steigender Kosten ein neues Gutachten Klarheit über die Machbarkeit bringen. In der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Katja Meier (Bündnis 90/Die Grünen) wird auf eine Kostenschätzung aus dem Jahr 2024 von rund 750 Millionen Euro verwiesen, während bislang rund 500 Millionen Euro eingeplant waren.

Oder mit den Worten aus der Antwort von Infrastrukturministerin Regina Kraushaar: „Die Beschlüsse des Bund-Länder-Koordinierungsgremiums (BLKG) stellen für das Infrastrukturvorhaben ein Budget von 498,5 Millionen Euro im Rahmen des Kapitels 4 Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) zur Verfügung. Im Jahr 2024 hat die DB InfraGO im Rahmen des InvKG-Prozesses eine Fortschreibung der bisherigen Kostenschätzung (ohne Vorliegen der Leistungsphase 1 und 2 nach HOAI) vorgenommen und Kosten in Höhe von 750 Millionen Euro benannt.“

Zwei Abschnitte müssen noch geplant und gebaut werden. „Zum Nordabschnitt Leipzig – Geithain lassen sich noch keine validen Angaben zum Baubeginn oder zum Zeitpunkt einer Inbetriebnahme treffen“, hatte die Ministerin mitgeteilt. Und: „Für den Südabschnitt Geithain – Chemnitz ist der Beginn der Bauarbeiten nach Angaben der DB InfraGO AG für das Jahr 2032 vorgesehen. Eine Inbetriebnahme des Abschnittes ist darauffolgend laut DB InfraGO AG für das Jahr 2035 zu erwarten.“

Da fragen sich nicht nur die Bewohner Sachsens, ob sie das überhaupt noch erleben werden.

Unklarheit und Intransparenz

„Es herrscht weiter völlige Unklarheit und Intransparenz, welche Kostenschätzung aktuell zugrunde gelegt und welche Planungen am Ende tatsächlich umgesetzt werden“, kommentierte Katja Meier die Antwort der Ministerin.

„Deshalb drohen Einschnitte beim dringend notwendigen Ausbau. Ergebnisse der von der Deutsche Bahn beauftragten Machbarkeitsstudie sollten im März bei einem Bahngipfel vorgestellt werden. Inzwischen wird die Öffentlichkeit auf Juni vertröstet. Wenn trotz finanzieller Mittel und klarem Zeitrahmen immer neue Verzögerungen auftreten, drängt sich der Eindruck auf, dass dieser Ausbau politisch nicht mit dem nötigen Willen vorangetrieben wird.“

Aber bei den 750 Millionen Euro werde es wohl nicht bleiben. Nach Informationen der Bahninitiative Chemnitz schätzt die DB InfraGO die Kosten für den ursprünglich zugesagten Ausbauumfang von ca. 500 Mio. Euro inzwischen auf nahezu das Dreifache: auf ca. 1,3 Milliarden Euro.

„Nach langem Einsatz konnten wir gemeinsam mit unseren Partnern einen nahezu zweigleisigen Ausbau sowie die vollständige Elektrifizierung im Südabschnitt erreichen. Für den Nordabschnitt war von Anfang an eine durchgehend zweigleisige und elektrifizierte Strecke geplant und zugesagt – dies wird unseren Informationen nach nun infrage gestellt“, erklärt Sebastian Drechsler, Sprecher der Bahninitiative Chemnitz.

Die Initiative sieht jetzt die konkrete Gefahr, dass die Planungen auf eine deutlich abgespeckte Variante hinauslaufen könnten – etwa mit nur wenigen Ausweichstellen oder sogar ohne Elektrifizierung. Beide Szenarien würden aus Sicht der Initiative das Aus für eine leistungsfähige und resiliente Fernbahnverbindung zwischen Chemnitz und Leipzig bedeuten.

Südwestsachsen abgehängt

„Wie bereits bei der letzten größeren Modernisierung der Strecke würde man erneut auf eine Sparvariante im Nordabschnitt setzen. Die Folgen einer solchen Infrastruktur konnten Fahrgäste in den vergangenen Jahren bereits erleben – damit würde jede Hoffnung auf eine überregionale Anbindung begraben“, erklärt Markus Haubold, Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland.

„Die Region Südwestsachsen steckt mitten in einer wirtschaftlichen Transformation und möchte sich im Rahmen des Prozesses des ‚Masterplans Südwestsachsen‘ zukunftsfähig aufstellen. Dennoch beraubt man die Region der dringend nötigen infrastrukturellen Voraussetzungen für die künftige wirtschaftliche Entwicklung. Während man die Flughäfen Dresden und Leipzig weiterhin mit Landesmitteln massiv bezuschusst, sorgt man für Südwestsachsen nicht einmal für eine ordentliche Schieneninfrastruktur.“

„Für die wirtschaftliche Zukunft Südwestsachsens ist eine leistungsfähige Schienenanbindung kein Nice-to-have, sondern eine zentrale Voraussetzung. Der Industrieverein Sachsen 1828 e.V. steht für Innovation, Transfer und internationale Vernetzung – all das braucht eine moderne, verlässliche Infrastruktur.

Eine Abschwächung der Ausbaupläne würde die Wettbewerbsfähigkeit der Region nachhaltig beeinträchtigen und sendet ein fatales Signal an Unternehmen, Fachkräfte und Investoren. Gerade in einer Phase der Transformation müssen wir in leistungsfähige Verbindungen investieren – nicht zurückrudern!“ betont Katrin Hoffmann, Geschäftsführerin des Industrievereins Sachsen 1828 e.V.

Woher kommen die Kostensteigerungen?

Auch die massiven Kostensteigerungen werfen Fragen auf. „Es ist für uns nicht nachvollziehbar, wie es zu einer nahezu Verdreifachung der Kosten kommen kann – und das noch vor Beginn der Detailplanungen. Entweder wurde massiv falsch kalkuliert oder die Anforderungen an den Ausbau waren von Anfang an nicht seriös ermittelt“, kritisiert Haubold.

Zum Vergleich: Die Generalsanierung der Riedbahn – einer hochbelasteten Hauptstrecke in Deutschland mit rund 70 Kilometern Länge, etwa 120 Kilometern Gleisanlagen sowie der Modernisierung von 20 Bahnhöfen – wird mit rund 1,5 Milliarden Euro veranschlagt. Ein vergleichbarer Betrag steht nun auch für den lediglich rund 40 Kilometer langen Ausbau des Nordabschnitts der Strecke Chemnitz–Leipzig im Raum.

„Wir müssen uns fragen, warum erst jetzt mit den konkreten Planungen begonnen wird, obwohl die Mittel aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen (InvKG) bereits seit 2020 für den Nordabschnitt zur Verfügung stehen“, so Drechsler.

„Wie bereits beim Bahngespräch im Januar deutlich angemahnt, erwarten wir eine bessere Kommunikation sowie verbindliche Zusagen für eine leistungsfähige Fernbahnstrecke für die Stadt Chemnitz und die gesamte Region Südwestsachsen“, fordert Drechsler.

„Im Verbund mit der Bahninitiative Chemnitz setzen wir als Fahrgastverband PRO BAHN auf klare Zusagen für den Nordabschnitt und erwarten eine zügige Umsetzung der zweigleisigen Elektrifizierung im Südabschnitt“, ergänzt Haubold.

Gekappter Efeu in der Thomasiusstraße: Ökolöwe e.V. reicht jetzt Fachaufsichtsbeschwerde ein

Zerstörter Efeubewuchs in der Thomasiusstraße 6. Foto: Ökolöwe Leipzig
Zerstörter Efeubewuchs in der Thomasiusstraße 6. Foto: Ökolöwe Leipzig

Im Januar sorgte die Kappung eines jahrzehntealten Efeus in der Thomasiusstraße für Aufregung: Dem Hausbesitzer, der den Giebel des Hauses sanieren wollte, lag keine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde vor. Die gab es erst nachträglich. Ein Unding, findet der Ökolöwe e.V. und hat eine Fachaufsichtsbeschwerde gegen die Stadt Leipzig eingereicht. Statt den Eingriff zu ahnden, billigte die Stadt das Vorgehen und beendete das Verfahren ohne ersichtliche Konsequenzen für den Eigentümer.

Der Verein wirft der Stadtverwaltung vor, ihre eigene Baumschutzsatzung nicht rechtskonform anzuwenden: Ist eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung nötig, scheint die Stadt eine Genehmigung nach Baumschutzsatzung für überflüssig zu halten.

„Diese Rechtsauffassung ist falsch“, erklärt Božena Nawka, Umweltpolitische Sprecherin des Ökolöwe e.V. „Denkmalschutz ersetzt nicht den Naturschutz. Weil die Stadt das ignoriert, entfallen wichtige Prüfungen – etwa zu Alternativen oder zu notwendigen Ersatzpflanzungen.“

Hinzu käme: Die Stadt prüft nicht, ob geschützte Tierarten betroffen sind. Bei einem großen, jahrzehntealten Efeubewuchs sei das Vorkommen von Vögeln oder Fledermäusen naheliegend. Statt Nachweise vom Eigentümer zu fordern und Vergleichsflächen mit demselben Potenzial zu prüfen, nahm die Behörde einfach an, dass keine geschützten Tiere betroffen seien.

„Dass die Stadt Verstöße nicht ahndet, ist vermutlich kein Einzelfall“, betont Nawka. „Allein in den letzten drei Jahren gab es über 200 illegale Eingriffe in geschützte Bäume und Pflanzen. Bleiben Regelverstöße folgenlos, während regelkonformes Verhalten benachteiligt wird, höhlt das die Baumschutzsatzung aus.“

Mit der Beschwerde fordert der Ökolöwe e.V. die Landesdirektion Sachsen als zuständige Aufsichtsbehörde auf, die Praxis der Stadt Leipzig zu überprüfen und sicherzustellen, dass geltendes Recht konsequent angewendet wird. Von der Stadt Leipzig fordert der Verein, ihre Rechtsauffassung zu korrigieren, verbindliche Artenschutzprüfungen durchzuführen und Ordnungswidrigkeiten künftig konsequent zu verfolgen.

Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 17. April

Dampf, Diesel, Draht. Im Eisenbahnmuseum werden die Legenden des Schienenverkehrs mit Liebe gewartet und präsentiert. Foto: Deutsche Bahn Stiftung

Leipzigs Handballer bleiben weiterhin erfolglos und verlieren erneut. Auf der Alten Messe kommt der Wiederaufbau der einstigen Halle 12 in die Endphase, die Neue Messe lädt ab heute die Fans von Computerspielen aller Art zu einem großen Game-Festival ein. Die Spritpreis-Wut treibt Kraftfahrer auf die Straße und in Halle gibt es ab morgen im neu eröffneten Bahn-Museum historische Eisenbahnen zu bestaunen. Zudem einen exklusiven Blick in die Zukunft.

Sowjet-Pavillon bekommt Bio-Zentrum 

Einer geht noch, ein Grundstein passt noch rein! Jahre lang stand der einstige Sowjetische Messepavillon mit der markanten goldenen Turmspritze leer. 2019 eröffnete im vorderen, sanierten Bereich das Leipziger Stadtarchiv seine neue Dienststelle. Der zweite Bauabschnitt wird künftig das Jugendamt beherbergen. Mit dem heutigen Tag beginnt der Bau des dritten Teils der ehemaligen Messehalle 12.

Er besitzt eine markante, denkmalgeschützte Gewölbekonstruktion aus Stahl, um die herum nun das neue Innovationszentrum der BioCity errichtet wird. Wirtschaftsbürgermeister Clemens Schülke und Kai Thalmann, Geschäftsführer der Leipziger Gewerbehof GmbH, legen dafür heute symbolisch den dritten Grundstein auf dem Baugrundstück im Herzen der Alten Messe. „Mit dem neuen Innovationszentrum in der historischen Messehalle 12 schlagen wir ein weiteres Kapitel in Leipzigs Erfolgsgeschichte auf. Auf 10.000 Quadratmetern entstehen hier die Ideen von morgen – und die Lösungen für ein längeres, gesünderes Leben”, verspricht Schülke in der Einladung zum Termin.

Sieht bald wieder aus wie früher, nur schöner. Die Messehalle wird jetzt komplettiert. Abbildung: leap:up GmbH

Der Campus werde mit Einrichtungen wie BioCity, BioCube, dem Fraunhofer IZI, dem City Lab Leipzig, dem Forschungszentrum iDiv und dem BioSquare weiter gestärkt. Gerade für Gründerinnen und Gründer entstehe ein Ort, an dem Forschung, Kliniken und Spitzenmedizin eng zusammenrückten.

Für das Projekt stellt die Stadt Leipzig rund 7,4 Millionen Euro über Kapitalrücklagen der Leipziger Gewerbehof GmbH (LGH) bereit, weitere 14,5 Millionen Euro kommen als Fördermittel des Freistaats hinzu. Das Innovationszentrum ist der dritte Bauabschnitt der Messehalle 12 und soll ab 2028 in Betrieb gehen. Dann wäre die denkmalgerecht umgebaute Halle vollständig revitalisiert. Ursprünglich als Achilleion bezeichnet, war das  1923–1924 errichtete Gebäude eine Ausstellungshalle, die auch als Sportpalast genutzt wurde. Der Bau wurde im 2. Weltkrieg stark beschädigt, Anfang der 1950er Jahre als Sowjetischer Pavillon neugestaltet.

Das historische Gewölbe wird beim Wiederaufbau erhalten. Foto: leap:up GmbH/Deutsche Fotothek

Spritpreis-Demo legt City-Ring lahm

Die Kraftstoffpreise sind seit Trumps kriegerischem Plutonium-Poker um das iranische Atomprogramm in einen Bereich gestiegen, der sich nicht nur für direkte Nutzer der Verbrennertechnologie bemerkbar macht. Denn neben den Spritkosten selbst steigen auch jene für den Transport von Menschen und Waren sowie für Heizung und Grundversorgung. Die Bundesregierung stellte ein nicht nur kontrovers diskutiertes, sondern bereits in der Vergangenheit gescheitertes Konzept vor, das dem Ernst der Lage nach Ansicht vieler nicht gerecht wird.

Ein Leipziger Spediteur hat wegen dieser Umstände für heute eine Kundgebung mit anschließendem Korso über die Prager Straße und den Stadtring angemeldet, wie Polizei und Versammlungsbehörde gestern Abend auf LZ-Anfrage bestätigten. Unter dem Motto „Ohne uns läuft nichts“ (was inhaltlich nicht so ganz richtig ist, denn ohne Busse und Taxis wird eher gelaufen als gefahren) treffen sich seit 8:30 Uhr die Teilnehmenden auf dem Parkplatz vor dem Völkerschlachtdenkmal.

Um zehn Uhr ist der Start eines Korsos über die Prager Straße in Richtung Innenstadt geplant. Nach einem Zwischenstopp auf dem Augustusplatz geht es zurück zu dem Ort, dessen eigentlicher Sinn in der Erinnerung an 100.000 Kriegsopfer der „Völkerschlacht“ am 18. Oktober 1813 liegt.

Direkt am Haupteingang zum benachbarten Südfriedhof, dem zweitgrößten Friedhof Deutschlands (82 Hektar), drehen dann gegen Mittag noch einmal die Verbrennungsmotoren ordentlich auf, um auf die Kosten für deren Betrieb aufmerksam zu machen. Eine Form des Protests, die möglicherweise nicht jedermanns Gefallen findet, obgleich sie notwendig erscheint, betrifft das Problem ja eben weit mehr Menschen, als jene hinterm Lenkrad.

Für ihren berechtigten Protest haben sich die Anmelder den falschen Ort ausgesucht. Foto: Benjamin Weinkauf

Spieler unter Strom

Diese Teenager bleiben nächtelang wach. Ab heute zahlen sie dafür sogar Eintritt. Doch keine Sorge: Ihre Kinder sind in guten Händen… Das Wort GamesConvention ist den Leipzigern noch immer ein Begriff. Auch wenn diese Messe bereits 2009 nach Köln abwanderte.

Mit der heute startenden „CAGGTUS“ zeigt Leipzig jedoch erneut, dass Löcher durchaus geflickt und repariert werden können. Der Name verweist dabei bewusst auf die Wurzeln der Veranstaltung: die Leipziger „Castle Area Gaming Group“ (CAGG). Ergänzt um den Kaktus als augenzwinkerndes Symbol für Ausdauer und Humor entstand eine Marke, die perfekt zur Gamer-Szene passt – ein Ort für lange Sessions, gemeinsames Erleben und die Leidenschaft am Spielen.

Mehrere Bühnen bieten ein dichtes Live-Programm, Talks und Shows, während parallel die größte LAN-Party im deutschsprachigen Raum läuft. Das ist, kurz erklärt, ein Treffen, bei dem unzählige Menschen ihre Computer oder Konsolen in einem lokalen Netzwerk (Local Area Network, kurz LAN) verbinden, um gemeinsam Spiele zu spielen. Im Mittelpunkt stehen dabei das direkte Miteinander vor Ort, kurze Reaktionszeiten ohne Internetverzögerung und das damit einhergehende Erlebnis eines riesigen Zeltplatzes – nur eben ohne offenes Feuer und bemühte Interpretationen alter Bob-Dylan-Songs.

An diesem Wochenende geht’s nicht ums Herz, sondern um Hertz. In einer eigenen Halle wird 70 Stunden am Stück gespielt – von den insgesamt 2.360 verfügbaren Plätzen dürften heute kaum noch welche buchbar sein. Gesund ist das nicht, deswegen ist – im Gegensatz zum Rest der Messe – der Zugang zu diesem Abenteuer Menschen ab 18 Jahren vorbehalten. Alle anderen können sich über neue Aussteller freuen.

Ein zentraler Baustein ist die sogenannte FYNG City: Auf 610 Quadratmetern bringt Webedia mit „Find Your Next Game“ zahlreiche Titel erstmals nach Leipzig. Ein Riese aus dem Kommunikations- und Spiele-Sektor kehrt mit einem großen Stand zurück. Spannend wird die Präsentation eines Gebrauchthandels, der auch im sonstigen Alltag gegenwärtig ist: „eBay Live“ gewinnt besonders für Sammelkartenfans und Streaming-Formate an Bedeutung. Verkäufer präsentieren ihre Produkte in Echtzeit per Livestream, Zuschauer können während der Übertragung Fragen stellen, Gebote abgeben oder Artikel sofort kaufen, wodurch ein interaktives Einkaufserlebnis entsteht.

Eine Art „Sotheby’s“ für Dinge, die man nicht anfassen kann – gekauft von Menschen, die in Schlafsäcken zwischen Festplatten schlafen. Wenn überhaupt. Der Zugang bleibt bewusst niedrigschwellig: Tickets gibt es ab 29 Euro, ermäßigt 19 Euro. Der Eintritt ist ab 12 Jahren möglich, für die LAN-Party gilt, wie geschrieben, ein Mindestalter von 18 Jahren.

Riesen-Schlafsaal mit Computerspielstraßen. Über 2000 Freaks nahmen 2025 an Deutschlands größter LAN-Party teil. Foto: Niclas Schmidt / Leipziger Messe

Alte Eisen in neuem Glanz

Am Sonnabend öffnet nach Umbau und  Sanierung das „DB Museum“ in Leipzigs charmanter Nachbarstadt Halle seine Lokschuppen. Die Geschichte der Eisenbahn, erzählt von ihren einstigen Hauptdarstellern. Erlebbar durch die Begegnung mit originalen Triebwagen, deren Führerstände betretbar sind, und Nachbauten in Modellbaugröße. Weil die Rückschau  auch eine Aussicht in die Moderne verdient, ermöglicht die „DB Regio“ morgen zwischen 10 und 12 zusätzlich einen exklusiven Blick in den Elektrobetriebszug „Mireo“, der ab Dezember im mitteldeutschen S-Bahn-Netz unterwegs sein wird. Eine Chance, die es zu nutzen gilt. Denn während des regulären Betriebes im Nahverkehr sind Besuche im Triebwagen schlicht verboten. Ab dem 18. April 2026 ist die Einrichtung damit wieder regelmäßig samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Wenig Hoffnung für den SC DHfK

Da half selbst der Zuspruch des Gegners nichts (LZ berichtete) – der Leipziger Männerhandball bleibt im Keller.  Zum achten Mal in Folge verlor die Mannschaft um Trainer Frank Carstens. Gestern mit 31:37 (12:21) gegen den VfL Gummersbach vor fast viereinhalbtausend Zuschauern in der heimischen Arena an der Jahnallee. Die Gäste aus Nordrhein-Westfalen erzielten hingegen ihren elften Sieg  in Serie und behaupten sich somit weiterhin souverän auf dem vierten Platz der Bundesliga. 

Ob sich der drohende Abstieg in die Zweitklassigkeit noch verhindern läßt, wird sich am 25. April zeigen. Dann sind die Leipziger in Kiel zu Gast. Der „Turnverein Hassee-Winterbeck“ (THW) wurde 1904 gegründet und besticht vor allem durch die Qualität seiner Handballer. Derzeit belegt das Team Platz 5 der Bundesliga.

Sachsen will die Wiederherstellungsverordnung aushebeln: NABU Sachsen reagiert mit scharfer Kritik

Auch die kanalisierte Neue Luppe ist so nicht zukunftsfähig. Foto: Ralf Julke
Auch die kanalisierte Neue Luppe ist so nicht zukunftsfähig. Foto: Ralf Julke

Sie nennen es nur zu gern „Entbürokratisierung“, wenn konservative Politiker wichtige Regeln und Gesetze zum Schutz unserer Umwelt angreifen und aushebeln wollen. Genau das hat die sächsische Staatsregierung vor, die mittlerweile immer wieder auffällt, dass sie versucht, die Bundesregierung zur Aufweichung wichtiger Umweltschutzstandards zu bringen. So auch am 14. April, als die sächsische Staatsregierung sich im Rahmen ihrer auswärtigen Kabinettssitzung in Berlin mit Vertretern der Bundesregierung traf. Und gleich mal eine europäische Verordnung aus den Angeln heben wollte: die Wiederherstellungsverordnung.

Im Austausch mit Bundesumweltminister Carsten Schneider habe sich Sachsen für eine grundlegende Überarbeitung der Wiederherstellungsverordnung (WVO) ausgesprochen, die die Erneuerung von Ökosystemen zum Ziel hat. Der Freistaat sehe – wie auch die übrigen Bundesländer – Schwierigkeiten bei der Umsetzung der WVO und habe sich für die vollständige Aufhebung ausgesprochen, um ein neues, praxisgerechtes und faires Regelungswerk zu schaffen, meldete die Staatsregierung.

Für Sachsen sei „dabei weiterhin entscheidend, mit Blick auf die besondere Sensibilität der Landeigentümer und -bewirtschafter auf Freiwilligkeit bei der Umsetzung zu setzen.“

Also zurück zu Ausgangszustand. Nur ja nichts regeln, nur ja nichts anpacken und im Freistaat Sachsen tatsächlich etwas Wirksames tun, um den Verlust von Arten, Ökosystemen, lebendiger Natur zu stoppen.

Aber die Bedenken seien gar nicht neu, stellt der NABU Sachsen fest. Die Vorgaben der EU-Wiederherstellungsverordnung (Nature Restoration Law) wären nicht umsetzbar und Landwirte wie Regierungen würden über Gebühr belastet, heißt es immer wieder.

Doch diese Stimmen bilden nicht die Meinung der Mehrheit ab. Auch nicht in Sachsen.

Worum geht es eigentlich?

Die EU-Verordnung hat die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme zum Ziel. Dabei geht es bei Weitem nicht nur um die Vernässung landwirtschaftlich genutzter Moore. Landschaftlicher Strukturreichtum, bestäubende Insekten und Feldvögelbestände sind genauso im Fokus wie Forste und Wälder, Gewässer und urbane Ökosysteme. Die Zielvorgaben sind nicht in allen EU-Mitgliedsstaaten gleich, sondern orientieren sich an bereits vorhandener Zerstörung.

Daher muss Deutschland, das bereits seit Jahrzehnten über eine deutlich industriellere Landwirtschaft verfügt als beispielsweise Rumänien, auch mehr im landwirtschaftlichen Bereich leisten und hat strengere Vorgaben. Die vermeintlich hohen Hürden rechtfertigen jedoch bei weitem nicht die Ausstiegsforderungen des Freistaates.

Die Ziele der Wiederherstellungsverordnung sind weder neu noch zu hoch

Im Grunde formuliert die Wiederherstellungsverordnung einen europaweiten Mindeststandard im Umgang mit geschädigten und zerstörten Ökosystemen und geht in keinster Weise über die bereits bestehenden Strategien Deutschlands und Sachsens hinaus, stellt der NABU Sachsen fest. Der Feldvogelindex (Artikel 11 der WVO) beispielsweise existiere seit 2007 und werde von der EU zur Evaluierung von Maßnahmen im ländlichen Raum herangezogen.

Deutschland nutzt ihn seit 20 Jahren unter anderem für seine Biodiversitätsstrategie – bislang erfolglos, wie die Zahlen zeigen, stellt der NABU fest.

„Wie wichtig ist es Ihnen persönlich, dass in Deutschland Maßnahmenergriffen werden, um Natur langfristig zu erhalten und wiederherzustellen?“ Grafik: NABU
„Wie wichtig ist es Ihnen persönlich, dass in Deutschland Maßnahmen
ergriffen werden, um Natur langfristig zu erhalten und wiederherzustellen?“ Grafik: NABU

Ein anderes Beispiel seien die urbanen Ökosysteme (Artikel 8 der WVO). Hier geht es im Wesentlichen um die Förderung von Stadtgrün und einer höheren Überschirmung durch Bäume. Auch das seien keine neuen Ziele, vor allem, da Städte und Kommunen dies längst als Klimaanpassungsstrategie erkannt haben. Die Förderrichtlinie Stadtgrün in Sachsen ist bereits seit 2023 in Kraft und verbindet urbane Ökosystemleistungen mit Artenvielfalt. Hier wäre schlicht eine Anpassung notwendig.

Auch die Wiederherstellung von Gewässern (Artikel 9 der WVO) ist durch die Wasserrahmenrichtlinie bereits bekannt. Das Land Sachsen gewährt Maßnahmen, die den Zustand oder das Potenzial der Gewässer verbessern, bereits jetzt eine finanzielle Unterstützung.

Die Wiederherstellungsverordnung schreibt lediglich auf, was ohnehin bereits beschlossen ist

Im Grunde ist die Wiederherstellungsverordnung lediglich die zwangsläufige Fortführung der bisherigen Ziele, merkt der NABU an. Wasserrahmenrichtlinie und Natura 2000 schreiben die Wiederherstellung von Ökosystemen bereits jetzt vor. Die neue Verordnung habe jedoch einen verbindlicheren Charakter, während die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie scheinbar eher als frommer Wunsch wahrgenommen würden und mit jeder Frist erneut gerissen werden.

Mit der Positionierung gegen die Verordnung stellen sich die Parteien der Landesregierung auch klar gegen den Willen ihrer Wählerschaft, kritisiert der NABU. Eine Umfrage zur Akzeptanz der Wiederherstellungsverordnung des NABU hat ergeben, dass immerhin 88 % aller befragten CDU-Anhänger und über 95 % der SPD-Anhänger die Wiederherstellung und Erhaltung der Natur für wichtig halten.

Wer mehr Natur hat, muss auch weniger herstellen

Die Wiederherstellungsverordnung belohnt all die Staaten, die in den letzten Jahrzehnten weniger Natur zerstört und mehr Natur wiederhergestellt haben. Für Sachsen bedeute dies – so der NABU – eine „Schulstunde im Nachsitzen“, denn der Freistaat hat es eben nicht geschafft, der Zerstörung Einhalt zu gebieten.

Wie die Deutschen das Gesetz zurWiederherstellung der Natur unterstützen. Grafik: NABU
Wie die Deutschen das Gesetz zur
Wiederherstellung der Natur unterstützen. Grafik: NABU

So hat es die Landesregierung beispielsweise nicht geschafft, die tägliche Flächenneuinanspruchnahme bis 2020 auf 2 Hektar zu begrenzen – ein selbst gestecktes Ziel. Aktuell werden jeden Tag mehr als 5 Hektar in Anspruch genommen. Diese „Inanspruchnahme“ äußert sich im Wesentlichen durch Bodenversiegelung (z.B. durch Gewerbegebiete auf der „grünen Wiese“) – allein die Wiedernutzbarmachung brachliegender Gewerbegebiete wäre ein wesentlicher Beitrag zur Wiederherstellung zerstörter Ökosysteme vor allem in der Agrarlandschaft gewesen.

Mehr als eine Willensbekundung für Kommunen gibt es aber nicht, stattdessen unterstützt die Förderrichtlinie Regioplan weitere Versiegelung finanziell.

Ein anderes Beispiel ist der Gewässerrandstreifen. Die Bereiche entlang der Ufer von Fließ- und Stillgewässern haben wesentliche ökologische Funktionen für die Gewässer selbst, aber auch für den Biotopverbund und die Artenvielfalt. Obwohl der Freistaat diese Ökosystemleistungen anerkennt, ist es in Sachsen erlaubt, bis zur Uferkante zu ackern, wenngleich außerorts innerhalb von 10 Metern links und rechts des Gewässers keine Düngemittel und Pestizide ausgebracht werden dürfen.

Ohne dauerhaften Bewuchs des Ufers landen diese aber trotzdem mit jedem stärkeren Regen im Gewässer. Die freiwillige AUK-Maßnahme zur gewässerschonenden Landbewirtschaftung unterstützt zwar die Entwicklung von Gewässerrandstreifen und gebe den Landwirten einen Ausgleich für den wirtschaftlichen Verlust, sei aber abhängig von der finanziellen Ausstattung, so der NABU Sachsen.

Besser wäre eine Gesetzesänderung, wie beispielsweise in Baden-Württemberg. Dort sei auch die ackerbauliche Nutzung, soweit diese mit einem Umbruch verbunden ist, verboten.

Klimaanpassung ohne gesunde Ökosysteme?

Schlussendlich müsse man sich fragen, warum der Freistaat auf der einen Seite Unterstützung bei der Klimaanpassung und bei Maßnahmen gegen den teils schon vorhandenen Wassermangel fordert, auf der anderen Seite aber die Wiederherstellung genau der Ökosysteme, die den Wasserrückhalt in der Landschaft gewährleisten, verweigert.

„Wir würden uns freuen, wenn die sächsische Politik ihre Energie weniger in die Blockierung von Maßnahmen setzen würde, die unseren zukünftigen Wohlstand gewährleisten, und sich mehr damit auseinandersetzte, wie die Ziele schnellstmöglich gemeinsam erreicht werden“, mahnt der NABU Sachsen.

„Dazu gehört auch die Beachtung der dafür wesentlichen Förderrichtlinien im kommenden Sparhaushalt. Mit der teilweisen Schließung der Richtlinie Natürliches Erbe (NE) wurden wesentliche Vorhaben, die Biodiversität und Artenschutz betreffen, auf Eis gelegt. Die Androhung, den ohnehin defizitären Haushalt im Naturschutz weiter zu reduzieren, zeigt, wie wenig die sächsische Staatsregierung die Zusammenhänge um Ökologie und künftigen Wohlstand verstanden hat.“

Exoplaneten: Ein Himmelsforscherbuch für alle unersättlichen Kinder

Cover des Buches.
Wendy Bjazevich, David Miles: Exoplaneten. Foto: Ralf Julke

Gibt es sie noch, die Kinder, die bei Wissenschaftssendungen wie gebannt vor dem Fernseher hocken? Die sich auf YouTube alles ansehen, was mit Mondmissionen, Marsreisen und unendlichen Weiten zu tun hat? Man kann es nur hoffen. Und die Eltern beglückwünschen, die solche wissensdurstigen Kinder haben. Für die sind auch einige Titel aus der Reihe „Bilderbande“ des E. A. Seemann Verlags gemacht. Dieses hier auf jeden Fall. Den Kleinen werden die Augen glänzen.

Und wenn sie noch nicht wissen, was Exoplaneten sind, erfahren sie es hier – von Wendy Bjazevich ausführlich erklärt und von David Miles farbenfroh illustriert. Es ist eine der spannendsten Wissenschaftsgeschichten der Gegenwart, eigentlich sogar noch ein bisschen spannender als die Mondmission Artemis II. Auch wenn wohl niemals ein Raumschiff von der Erde auch nur einen Exoplaneten erreichen wird.

Das liegt schlicht an den gewaltigen Dimensionen des Weltraums. Da messen sich Entfernungen nicht in Kilometern, sondern in Lichtjahren. Und trotzdem beschäftigt eine Frage die Forscher seit Jahrzehnten immer wieder: Gibt es da draußen Leben wie auf der Erde? Gibt es gar hochentwickelte Zivilisationen, mit denen man in Kontakt treten könnte? Gibt es wenigstens Planeten, die der Erde ähneln und Bedingungen für Leben bieten könnten?

Unendliche Weiten

Da wird es dann spannend. Denn diese kleinen Forschernaturen, die Mama und Papa ein Loch in den Bauch fragen können, weil sie alles, wirklich alles wissen wollen, stellen natürlich Fragen, bei denen auch die heutigen Astronomen und Astrophysiker oft noch rätseln: Wie groß ist das Weltall? Hat es irgendwo ein Ende? Wieviele Sterne gibt es da draußen? Oder gar Galaxien. So eine wie unsere, die Milchstraße?

Und: Kann man hinfliegen?

In der Phantasie schon. Und der Kosmos bietet jede Menge Anlass, auf Phantasie-Reisen zu gehen. Erst recht, seit im Jahr 1995 der erste Exoplanet entdeckt wurde – also der erste Planet außerhalb unseres Sonnensystems. Seitdem haben die Forscher immer mehr clevere Methoden entwickelt, um Planeten in anderen Sonnensystemen aufzuspüren. Denn anders als Sterne leuchten Planeten ja nicht.

Man braucht schon ziemlich ausgefuchste Methoden, um sie zu entdecken und dann vielleicht gar noch herauszufinden, wie groß sie sind, ob es Gasplaneten, Supererden, Eisriesen oder Gesteinsplaneten sind. Und in welcher Entfernung sie ihre Zentralgestirne umkreisen.

Was ja wichtig ist zu wissen. Jeder kluge Junge weiß , dass es ohne Wasser – höchstwahrscheinlich – kein Leben gibt. Also muss der Planet in einer Entfernung von seiner Sonne kreisen, in der es auf der Planetenoberfläche nicht so heiß ist, dass das Wasser verdampft, und nicht so kalt, dass es immer zu Eis gefroren ist. Das ist die bewohnbare Zone, die Zone des Lebens.

Gigantische Zahlen

Und allein in unserer Milchstraße – so schätzen die Forscher – muss es um die 300 Millionen Planeten geben, die in genau dieser Zone ihren Stern umkreisen. Man hat es sofort mit riesigen Zahlen zu tun. Immerhin schätzen die Astronomen, dass es allein in der Milchstraße über 100 Milliarden Sonnen gibt. Um jede dieser Sonnen können einer oder mehrere Planeten kreisen.

Aber die Forscher wissen natürlich auch, dass die Bedingungen für Leben wie auf der Erde trotzdem sehr, sehr selten sind. Unter den 300 Millionen geschätzten Planeten in der Lebenszone könnten sich – wenn wir Glück haben – 36 Planeten befinden, auf denen es Leben wie auf der Erde gibt. Auch das haben ein paar Forscher ausgerechnet.

Und da sind die anderen Galaxien noch nicht mitgerechnet, von denen es sogar 2 Billionen geben soll. Aber Wendy Bjazevich bleibt erst einmal hier, in unserer Galaxie. Denn hier haben die Himmelsbeobachter schon genug zu tun. Und sie sammeln seit 1995 tatsächlich einen neu entdeckten Exoplaneten nach dem anderen ein. 6.000 Stück haben sie schon gefunden. Und sie haben eben auch Methoden entwickelt, um herauszufinden, welche Art Planet ihnen da vor die Linse kam.

Und das nahm Wendy Bjazevich natürlich zum Anlass, die verschiedenen Arten von Exoplaneten zu beschreiben und zum großen Finale des Buches die berühmtesten gefundenen Exoplaneten vorzustellen – vom Gasriesen Kepler-7 B, der 2009 entdeckt wurde, bis zum Gesteinsplaneten YZ Ceti B, den man 2017 entdeckte und der etwas kleiner als die Erde ist.

Fremde Erden

Aber die kleinen Forscher werden sich natürlich für eine Kategorie besonders interessieren: die Supererden. Die sind (manchmal) deutlich schwerer als die Erde – aber nicht so schwer wie Jupiter oder Saturn. Und einige sind richtig spannend. So wie Kepler-22 B, der neun Mal schwerer als die Erde ist, aber – so vermuten die Forscher – auf der Oberfläche einen einzigen riesigen Ozean besitzt.

Ist das nicht ein Kandidat für Leben da draußen? Oder wie wäre es mit Kepler-452 bs, der seine Sonne fast im selben Abstand umkreist wie die Erde ihre Sonne? Wenn man das – von David Miles gemalt – so farbenfroh vor sich sieht, kann man sich schon gut vorstellen, wie man mit einem Raumschiff hinfliegt, in die Umlaufbahn einschwenkt und die Landungsboote fertigmacht …

Es wäre zu schön. Aber allein innerhalb der Milchstraße sind die Entfernungen so gigantisch, dass selbst das Licht abertausende Jahre braucht, um die riesige Leere zu überwinden. Uns wird vielleicht wirklich nur der Weg bleiben, immer bessere Beobachtungstechnik zu entwickeln und die flimmernde Welt da draußen zu beobachten.

Vielleicht erfassen ja unsere Riesenteleskope eines Tages tatsächlich das Bild eines Planeten, der fast genau so ist wie die Erde und von dem das beobachtbare Licht verrät, dass es dort vielleicht sogar eine Atmosphäre mit Sauerstoff gibt. Denn das würde wirklich verraten, dass dort Leben existiert.

Es ist ein Buch, das Kinder richtig anfeuern kann, ihre Neugier auf die Welt auszuleben, immer mehr wissen zu wollen und trotzdem immer mehr Fragen zu haben. Denn nur die Kinder, die nicht aufhören zu fragen, entdecken Neues. Und bewahren etwas, was so vielen Erwachsenen verloren gegangen ist: das Staunen über den gigantischen Reichtum unserer Welt.

Wendy Bjazevich, David Miles „Exoplaneten“ E. A. Seemann Verlag, Leipzig 2026, 20 Euro.

Prozessauftakt: Er soll versucht haben, seine Frau zu ermorden – und liefert eine bizarre Erklärung

Justizbeamte nehmen Angeklagtem Handfesseln ab.
Steffen S. (62, Mi.) werden die Handfesseln abgenommen. Der Angeklagte weist einen Tötungsvorsatz zurück. © Lucas Böhme

Am Leipziger Landgericht startete am Mittwoch, dem 15. April 2026, der Prozess gegen einen Mann wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung: Die Anklage wirft dem 62-jährigen Wurzner vor, er habe seine Frau mit Tötungsabsicht angegriffen und gewürgt, weil sie sich trennen wollte und eine neue Beziehung einging. Seine Erklärung, die er vor der Strafkammer abliefert, klingt bizarr und schockierend.

Er redet und redet und redet, stundenlang, schluchzt immer wieder laut, bricht in seinem weißen Hemd zeitweise in Tränen aus, die er mit dem Taschentuch wegwischt. Doch es ist kein Opfer, sondern ein mutmaßlicher Gewalttäter, der hier seine spezielle Sicht der Dinge schildert: Laut Anklageschrift von Staatsanwältin Vanessa Fink habe Steffen S., 62 Jahre, seine Frau am 18. Juli vergangenen Jahres ermorden wollen.

Nachbarn hörten Hilferufe und griffen ein

Unvermittelt soll er sie damals gegen 22:00 Uhr in der gemeinsamen Wurzner Häuslichkeit eine Treppe heruntergestoßen, sie mit einem Handtuch gewürgt und ihr die Atemöffnungen mit der Hand verschlossen haben. „Ich zeige dir, was ich mit Frauen wie dir mache!“, habe Steffen S. gedroht und versucht, sein Opfer an einen Stuhl zu fesseln.

Weil aufgeschreckte Nachbarn die Hilfeschreie hörten und unten an die Haustür hämmerten, ließ Steffen S. der Anklage nach von der Geschädigten ab. Die Frau konnte zum Glück fliehen, überlebte mit einem Schädelhirntrauma sowie Verletzungen an Armen, Hals, Schultern und Handgelenken. Steffen S. wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft.

Steffen S. bestreitet Tötungsabsicht

Er selbst weist jede Tötungsabsicht gegenüber der Frau von sich. Rechtsanwalt Daniel Luderer erklärt, sein Mandant habe nie einen Mordplan gehabt und könne den Vorwurf nicht nachvollziehen. Vielmehr habe der Angeklagte sich selbst nach einem im Detail festgelegten und recherchierten Drehbuch das Leben nehmen wollen und seine Frau hätte ihm zusehen sollen, wie er stirbt, nachdem sie plötzlich nach Hause gekommen war: Zu diesem Zweck habe er sie von hinten gepackt und geplant, sie auf dem Stuhl zu fixieren.

Im Gerangel seien beide hingefallen, er habe auf ihr gelegen und ihre Schreie zu unterbinden versucht. Dass er ihr ein Handtuch in den Mund gestopft haben soll, bestreitet der Verdächtige.

Ausschweifende Erklärung im Gerichtssaal

Und schildert nach der abgegebenen Erklärung seines Verteidigers detailreich die Geschichte ihrer Beziehung. Wie glücklich man mal miteinander gewesen sei und sich unterstützt habe, wie die Verbindung irgendwann erkaltete, wie man sich stritt, wie schön er seine Frau fand und wie sehr er sie liebte, wie irgendwann der Verdacht aufkam, sie würde ihn betrügen, wie hart ihn seine schwere Erkrankung vor einigen Jahren mitnahm: Kaum eine Einzelheit lässt Steffen S. in der stundenlangen Erklärung vor Gericht aus.

„Ich habe in meiner ersten Ehe viele Fehler gemacht. Ich wollte diese Beziehung“, beklagt sich der 62-Jährige in seinen Ausschweifungen. Laut Staatsanwaltschaft sah das seine Frau, die im Prozess als Nebenklägerin auftritt, ganz anders: Sie habe sich trennen und ein neues Verhältnis eingehen wollen, was Steffen S. nicht akzeptiert habe. Deswegen wollte er seine Frau den Ermittlungen nach bestrafen.

Die Staatsanwaltschaft nimmt insofern niedrige Beweggründe als Mordmerkmal an. Hinzu käme Heimtücke, weil das Opfer mit keinem Angriff des Mannes habe rechnen können. Die 16. Strafkammer des Landgerichts nimmt sich nun noch viel Zeit, den Sachverhalt zu durchleuchten: Bis 11. Mai sind derzeit acht weitere Verhandlungstage inklusive psychiatrischem Gutachten geplant.

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Hinweis der Redaktion: In diesem Beitrag spielt das Thema Suizid eine Rolle. Sind Sie selbst in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Es gibt eine Vielzahl von Hilfsangeboten, bei denen Sie – auch anonym – mit anderen Menschen über Ihre Gedanken sprechen können. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich. Wir stellen Ihnen die wichtigsten vor.

Telefonseelsorge: Die Telefonseelsorge ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Die Telefonnummern sind 0 800/111 0 111 und 0 800/111 0 222. Der Anruf bei der Telefonseelsorge ist nicht nur kostenfrei, er taucht auch nicht auf der Telefonrechnung auf, ebenso nicht im Einzelverbindungsnachweis. Die Telefonseelsorge finden Sie auch hier im Internet.

Muslimisches Seelsorgetelefon: Das muslimische Seelsorgetelefon ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 030/44 35 09 821 erreichbar.

Weitere Möglichkeiten und Angebote finden Sie hier
www.suizidprophylaxe.de

Donnerstag, der 16. April 2026: Strafrabatt für Burdukat, Verkehrskontrollen und Luftqualität

Tobias Burdukat.
Sozialarbeiter Tobias Burdukat am Donnerstag vor dem Landgericht Leipzig: Der 42-Jährige wurde erneut für schuldig befunden, erhielt aber einen Strafnachlass. © Lucas Böhme

Sozialarbeiter Tobias Burdukat hat in gefährdender Weise personenbezogene Daten über einen Staatsanwalt verbreitet, befand nun auch das Landgericht. Die Polizei führte Verkehrskontrollen am Schleußiger Weg durch. Und: Laut Stadt hat sich die Luftqualität in Leipzig entscheidend verbessert. Die LZ fasst zusammen, was am Donnerstag, dem 16. April 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Umstrittener Tweet zu Tag X-Staatsanwalt: Burdukat erneut schuldig gesprochen

Es wurde auch in zweiter Instanz nichts mit einem Freispruch, zumindest aber gab es Strafrabatt: Das Landgericht Leipzig verurteilte den bekannten Sozialarbeiter Tobias Burdukat heute wegen gefährdenden Verbreitens personenbezogener Daten zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 47 Euro. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung.

Hintergrund waren Tweets des heute 42-Jährigen, deren Absetzen er auch eingeräumt hatte: Im Zusammenhang mit den Kontroversen um den sogenannten Tag X in Leipzig vor fast drei Jahren hatte Burdukat im Kurznachrichtendienst X einen Text mit den Worten „Hier auch mal ohne Maske – falls er euch in den leeren Gassen Grimmas mal über den Weg läuft“ veröffentlicht, später gelöscht.

Die Formulierung, samt übernommenem Foto, bezog sich auf einen damaligen Staatsanwalt und jetzigen Richter, der während des Leipziger Demogeschehens am 3. Juni 2023 vermummt vor Ort im Einsatz war. Der Justizbedienstete war seinerzeit mit privaten Details im Netz geoutet worden. Auch hier soll sich Burdukat mit einem Post beteiligt haben.

Burdukat hatte den Vorwurf eines Gewaltaufrufs stets bestritten und sich davon distanziert: Er habe mit dem Kommentar auf die Tristesse Grimmas angespielt, so der Bürgermeisterkandidat und Ex-Stadtrat. Die Berufungskammer sah es weiterhin anders, setzte aber das Strafmaß gegenüber der ersten Instanz, dem Grimmaer Amtsgericht, deutlich herab. Diese Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Schleußiger Weg: Polizei kontrolliert Autofahrer

Autofahrerinnen und -fahrer mussten sich auf dem Schleußiger Weg am Donnerstagnachmittag ein wenig in Geduld üben: Bis etwa 17:00 Uhr führten Polizeikräfte aus mehreren Bundesländern hier großangelegte Kontrollmaßnahmen durch.

Verkehrskontrollen am Donnerstag, dem 16. April, am Schleußiger Weg in Leipzig. © Steffen Peschel

Dabei soll es vor allem um die Offenlegung von Drogen- und Alkoholkonsum im Straßenverkehr gegangen sein. Über die Ergebnisse vom Donnerstag ist bisher noch nichts kommuniziert worden.

Zudem könnte auch die sogenannte Speedweek (nein, es geht nicht um die Droge) ein Hintergrund sein: Noch bis 19. April suchen die Behörden fast im ganzen Bundesgebiet intensiver nach Temposündern, um sie entsprechend zur Kasse zu bitten oder weitergehende Maßnahmen zu ergreifen.

Luftqualität: Stadt meldet deutliche Verbesserung

Die Luftqualität in Leipzig soll sich erheblich verbessert haben: Damit könnte auch die seit 2011 geltende Umweltzone in Leipzig wegfallen. Das berichtet das Referat Kommunikation der Stadt Leipzig heute.

Seit 2019 würden demnach an allen offiziellen Messstationen die Grenzwerte für Feinstaub (PM10) und Stickstoffdioxid (NO₂) zuverlässig eingehalten. Auch gemäß Prognosen würden die Werte selbst ohne Umweltzone in Zukunft deutlich unter der gesetzlichen Begrenzung bleiben.

Besonders die Belastung durch ultrafeine Partikel habe die Einführung der Umweltzone deutlich reduziert, heute leiste sie aber nur noch einen überschaubaren Beitrag zur sauberen Luft in Leipzig: „Da die rechtlichen Voraussetzungen für ihre Beibehaltung nicht mehr gegeben sind, wird die Umweltzone im Rahmen der anstehenden Fortschreibung des Luftreinhalteplans in ihrer derzeitigen Form aufgehoben“, so die Stadt. Zugleich richte sich der Blick auf strengere Grenzwerte, welche die EU ab 2030 vorgibt.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Landgericht: Prozess um brutale Überfallserie beginnt mit Geständnissen

Bedrohte Projekte im Erich-Zeigner-Haus: Grüne kritisieren Kahlschlag bei Demokratieförderung

Brunnenwasseranalysen im Kreis Leipzig seit 2011: Der Nitratgehalt sinkt, aber noch viel zu langsam

Hallo Leipzig: So startet Donnerstag, der 16. April 2026

Verwaltung stimmt Grünen-Antrag zur Ausweitung des Bewohnerparkens zu: Der VCD Leipzig fordert eine zügige Umsetzung

„daß sie frei sein werden“: Der ganze mitteldeutsche Bauernkrieg in Daten, Fakten und Zahlen

Was sonst noch so los war:

Die Wildkatze ist die Auwaldart des Jahres 2026.

Bereits gestern wurden in Sachsen, unter anderem in Leipzig, mutmaßliche IS-Kämpfer gefasst.

Im sächsischen Regionalverkehr gab es Warnstreiks.

Die Lufthansa stellt ihre Regionaltochter CityLine ein.

US-Präsident Donald Trump (79) hat eine Waffenruhe im Libanon verkündet.

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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