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Montag, 18. Januar 2021

Mehr Bänke, vier neue Lampen, neue Sträucher: Thomaswiese wird bis zum Mai wieder schön gemacht

Von Ralf Julke

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    Die Stadt nennt das Fleckchen Freiraum zwischen Petersstraße und Thomaskirchhof beharrlich "Grünfläche am Thomaskirchhof". Bei den Leipzigern und den jüngeren zumal ist es schlicht die "Thomaswiese". Hier darf man sich, wenn's warm ist, mitten in der City räkeln, abhängen, rumhängen, schwatzen. Und 2012 sogar auf frischem Grün, wenn alles gut geht. Die Bauarbeiten haben begonnen.

    Am Freitag, 6. Januar, wurde die gesamte Freifläche eingezäunt und die Landschaftsgestalter von Bafu Heyne aus Stötteritz begannen, die Zierkirschenbäume, die seit dreizehn Jahren auf der Fläche stehen, mit Holzkorsetten einzuhüllen. In den nächsten Tagen wird Erde ausgehoben, Aufbauten entfernt und die Bauarbeiter buddeln sich ins Erdreich. Denn nicht nur oberirdisch hat die Grünanlage einen „erheblichen Nutzungsdruck“, wie Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal es ausdrückt, und entsprechende Folgeschäden – auch die unterirdische Entwässerung macht Probleme und muss erneuert werden.

    Der Passant sah davon natürlich nur die Oberfläche. Etwa die kläglich um ihr Überleben kämpfenden Rosen unter den Zierkirschen, die mürbe werdenden Sitzbänke oder den großflächig zerschundenen Rasen. Vor 13 Jahren war die Grünfläche an der Thomasgasse so gestaltet worden. Damals war eine vehemente Forderung der Leipziger erfüllt worden, die seit der Enttrümmerung nach dem 2. Weltkrieg existierende Grünfläche in Herzen der Stadt zu erhalten. Bis zur Zerstörung im Bombenhagel befand sich hier eine der bekanntesten Einkaufspassagen der Stadt – die Steckner-Passage. Lediglich ein Teil der damaligen Grünfläche wurde 1997/1998 durch das Haus Marquette überbaut, in dem sich unter anderem die Buchhandlung Hugendubel befindet.Der „Rest“ wurde im heutigen Raster neu gestaltet. Im Vorfeld der jetzigen Umgestaltung wurde intensiv darüber diskutiert, dem an der Ecke Thomasgasse/Petersstraße stehenden Kiosk mehr Fläche für einen Freisitz einzuräumen. Das wird so nicht passieren, auch wenn sich in der Grünanlage jetzt einiges ändert.

    „Der schlechte Zustand der stark frequentierten Grünfläche bietet dringend Anlass zur Sanierung“, sagt Heiko Rosenthal. „Durch den hohen Nutzerdruck weist der Platz so starke Schäden auf, dass eine generelle Überarbeitung hinsichtlich der Funktionen, Materialverwendung und der Bepflanzung erforderlich ist.“ Die stark frequentierten Wege in der Grünfläche werden verbreitert und erhalten einen neuen robusteren Belag aus Kleinpflaster.Damit einher geht die Verbesserung der Bedingungen für vorhandene Bäume. Erneuert wird auch die Oberflächenentwässerung. Hinzu kommt die Bepflanzung der Flächen unter den Bäumen mit standortgerechten und robusten Gehölzen. Statt der malträtierten Rosen unter den Bäumen werden niedrige Kirschlorbeerhecken gepflanzt, die nach Aussage der Landschaftsgärtner auch mal eine etwas derbere Behandlung durch Kinder vertragen.

    Auch wenn die Anlage kein Spielplatz ist und hier auch kein Spielplatz entstehen soll, wie Rosenthal betont. „Dafür sind andere Flächen in der Innenstadt vorgesehen.“ Aber trotzdem halten sich gerade im Sommer natürlich gern auch Familien während des Einkaufsbummels hier auf. Deswegen soll auch die Zahl der Bänke deutlich erhöht werden.Zunächst sind 32 Meter zusätzliche Bänke unter den Bäumen geplant. Diese sollen dann in den Folgejahren Schritt für Schritt ergänzt und auf eine Länge von rund 120 Meter erweitert werden. Gerade für müde Familienmütter interessant sind die geplanten Bänke direkt an der Petersstraße.

    Und weil die Anlage auch in den Abendstunden gern genutzt wird, soll zur Erhöhung der Sicherheit und Ordnung auf der Fläche auch die Beleuchtungsanlage erweitert werden. Ergänzend zu den vorhandenen Bodenstrahlern sind Standorte für vier zusätzliche Mastleuchten ausgewiesen.

    Die erste Maßnahme, die Passanten jetzt beobachten können, sind die Baumpflegearbeiten in den Wintermonaten. Die Zierkirschen werden fachgerecht beschnitten. Für die vier Ahornbäume auf der Seite zum Thomaskirchhof freilich kommen die Sägen zum Einsatz. Sie müssen gefällt werden, da sie längerfristig nicht mehr standsicher sind. Sie werden durch zwei Zierkirschen ersetzt.

    Rund 270.000 Euro kostet die Erneuerung der Anlage. Wenn jetzt doch noch Frost einsetzen sollte, werden die Bauarbeiten logischerweise unterbrochen. Aber auch dann, schätzt Rosenthal ein, sollte der Fertigstellungstermin Anfang Mai geschafft werden. Und die Thomaswiese steht den Flanierenden dann wieder zum Stelldichein zur Verfügung.

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