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Nun könnte doch eine Radfahrerherberge mit Café-Terrasse am Auensee entstehen

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    Es lohnt sich, nachzufragen. Diese Erfahrung dürften dieser Tage die Grünen im Leipziger Stadtrat machen. Sie hatten sich etwas verwundert erkundigt, warum zwei Jahre nach der Ausschreibung der einstigen Jugendherberge der Stadt am Auensee immer noch nichts passiert ist. Die Nachfrage hat die Verwaltung augenscheinlich aus einem Dornröschenschlaf geschreckt. Denn längst gibt es ein gutes Konzept. Und nun wohl auch einen Zuschlag.

    Und so weit ab von der richtigen Idee lagen die Grünen auch nicht, als sie nach einer Radfahrerherberge fragten. Die läge hier – keine 200 Meter vom Elsterradweg entfernt – genau richtig.

    Es könnte sogar mehr werden. Denn gerade im Bereich jener Reisenden, die mit etwas weniger Geld, aber dafür sehr naturnah unterwegs sind, fehlen in Leipzig die Angebote. Schon lange. Selbst die Budget-Hotels, die jetzt in der Leipziger Innenstadt gebaut werden, sprechen ein völlig anderes Publikum an. Hostels sind fast immer ausgebucht. Und die Jugendherberge in Schönefeld – na ja, die würde so langsam eine Generalkur vertragen.

    Aber die Idee für das 1956 als Jugendherberge eröffnete Haus in der Parklandschaft am Auensee geht über ein Jugendherbegekonzept deutlich hinaus. Ein „Bed and Breakfast für Fahrradfahrer und Backpacker“ soll es werden. Die Bausubstanz ist gut, auch wenn man nun – nachdem das Haus viele Jahre leerstand – einiges in die Wiederherrichtung investieren muss. So viel wie nötig, denn die Preise sollen bezahlbar bleiben. Von 15 Euro pro Übernachtung ist die Rede und von einer zu schaffenden familiären Atmosphäre. Weil’s auch ein Familienbetrieb werden soll. Nichts Gesichtsloses also.

    Was auch für Leipzig wichtig ist. So stellt man sich eine Herberge für müde Radfahrer und tapfere Backpacker vor. Und nicht nur die werden hier einkehren können. Das Haus soll sich öffnen. In den Nebengelassen soll eine richtige Fahrradstation eingerichtet wird. Einen bekannten Leipziger Fahrradverleiher habe man schon als Partner angesprochen. Wer hier also ohne Rad landet, kann sich eins ausleihen und in die Stadt fahren. Oder in den Auenwald.

    Und wer mit gestraucheltem Rad hier landet, soll eine kleine Fahrradwerkstatt vorfinden. Manche Ideen liegen einfach so herum – aber es muss erst mal jemand kommen, der sie auch aufhebt. Und hier am Auensee liegen jede Menge Ideen herum. Es muss nicht mal ein neuer Lunapark werden. Den brauchen die heutigen Leipziger gar nicht. Aber es kann ein hübsches Pendant zum Haus Auensee auf der Westseite des Sees werden und eine Ergänzung zum „Haus am See“ auf der Südseite. Hier könnte nämlich auch ein Café eröffnen – mit einer noch zu bauenden Terrasse auf der Seeseite, auf der die alte Jugendherberge an den neugebauten Spielplatz grenzt. Ideal für Eltern, die hier einkehren wollen, während ihre Sprösslinge auf dem Spielplatz toben. Offen natürlich auch für müde Wanderer und alle, denen andere Leipziger Parks längst viel zu überlaufen sind.

    Geplant ist das erst einmal für die warmen Monate März bis August. So steht es zumindest im Konzept. Aber wenn es sowieso schon bis Oktober warm ist – warum nicht auch länger öffnen?

    Man hat das Bild ja schon vor sich: lauter zufriedene Leipziger, die hier mit Blick auf ihre quietschenden Kinder Kaffee trinken. Oder Radler. Oder was Exotisches. Einen Eisenbahnerpunsch zu Beispiel.

    Denn auch die alte Idee, die Mitglieder des Parkeisenbahn Auensee e.V. mit ins Haus zu holen, ist nicht vom Tisch. Vorstellbar ist eine entsprechende Ausstellung im Foyer, die über die einstige Pioniereisenbahn und die Arbeit des heutigen Vereins berichtet. Fast scheint es, als müsste es ein sehr großes Foyer werden. Denn man befindet sich ja auch im Naturschutzgebiet Leipziger Auenwald. Da sind dann auch noch Erläuterungen zum Naturschutzgebiet denkbar. Eigentlich sogar naheliegend. Denn wenn man vor allem Radfahrer und Wanderer beherbergt, dann sind das genau die Gäste, die sich für den Reichtum und den Schutz der Natur besonders interessieren. Manche bestimmt auch für die historische Auenlandschaft und den Auenwald ganz besonders.

    Und wie man so hört, gab es für dieses Konzept justament dieser Tage das Grüne Licht aus dem Rathaus. So schnell kann’s manchmal gehen. Jetzt kann man gespannt sein, ob alles auch so wird wie geplant. Dann wäre das eine sinnvolle und herrlich irdische Ergänzung für all das, was in den letzten Jahren am Auensee schon alles (wieder) entstanden ist.

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