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Alte Propsteikirche am Rosental kann jetzt abgerissen werden

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    Für FreikäuferEs hat ein Weilchen gedauert. Aber zwei Jahre nach dem Umzug aus dem Gebäude nahe am Rosental meldet die Leipziger Probsteigemeinde St. Trinitatis nun, dass der Verkauf des alten Gebäudes an der Emil-Fuchs-Straße abgeschlossen ist. Der Käufer wird das Gebäude auf schwankendem Grund nun wohl abreißen.

    Grundstück und Gebäude der ehemaligen Leipziger Propsteikirche sind endgültig verkauft. Nachdem schon im Oktober des vergangenen Jahres der Kaufvertrag unterschrieben wurde, folgte nun mit der Zahlung des Kaufpreises der Abschluss des Verkaufs. Über den Käufer und die Kaufsumme wurde im Vertrag Stillschweigen vereinbart, meldet die Probsteipfarrei St. Trinitatis.

    Der Leipziger Propst Gregor Giele ist froh, dass dieses Kapitel in der Geschichte der Propsteigemeinde nun zu seinem Ende gekommen ist. „Die Gemeinde“, sagt Giele, „blickt auf diesen Abschluss mit Erleichterung und mit Melancholie. An dem Gebäude hängen viele Erinnerungen.“

    Damit findet eine lange Odyssee tatsächlich ihren Abschluss. Die mehr als 300 Jahre alte zentrale katholische Gemeinde Leipzigs verlor im Jahr 1943 ihre 1847 errichtete neogotische Kirche bei einem Bombenangriff. Die Kirche zwischen West- und Rudolfstraße, gleich gegenüber vom Neuen Rathaus, wurde zwar zerstört, der Turm war aber noch viele Jahre zu sehen. Doch das Versprechen der SED-Machthaber, den Bau einer neuen Kirche am alten Ort errichten zu dürfen, hielten diese nicht ein. Sie wollten keinen neuen Kirchenbau an so prominenter Stelle.

    Die Gemeinde willigte aufgrund des Versprechens zwar in die Sprengung der schwer zerstörten Kirche ein. Nach der Sprengung im Dezember 1954 zogen die SED-Behörden das Versprechen für den Neubau zurück. Erst Ende der 1970er Jahre wurde eine Baugenehmigung für ein sumpfiges Gelände außerhalb der Innenstadt, direkt am Elstermühlgraben erteilt. Die 1980 eingeweihte zweite Propsteikirche wies schon nach wenigen Jahren aufgrund des sich setzenden Untergrundes Schäden auf, die schließlich so untragbar wurden, dass der heutige Neubau und auch das Wachstum der Gemeinde einen Neubau notwendig machten. Am 9. Mai 2015 wurde die neue Kirche St.Trinitatis am Martin-Luther-Ring geweiht.

    Die Leipziger Pfarrei St. Trinitatis ist in den letzten 20 Jahren von 1.934 auf mehr als 4.800 Mitglieder angewachsen zur inzwischen stärksten Pfarrei des Bistums Dresden-Meißen. 4,4 % der Einwohner Leipzigs sind katholisch. Ihr Anteil an der Bevölkerung ist in den letzten Jahren auch durch den starken Zuzug nach Leipzig gewachsen.

    Aber noch etwas Anderes lag der Propsteigemeinde am Herzen.

    Vor einer Woche wurde auch das Kunstwerk von Achim Kühn, die Innengestaltung der Kirche, aus dem Kirchgebäude herausgenommen. Es wurde an anderer Stelle eingelagert und soll später in einer neu entstehenden Kunsthalle präsentiert werden. Die Künstlerfamilie hat dieser Neuaufstellung zugestimmt. Die Herausnahme geschah aus Sicherheitsgründen.

    „Trotz diverser Maßnahmen zum Schutz des Gebäudes wurde die Verlagerung des Kunstwerks aus der ehemaligen Kirche nötig“, betont Propst Gregor Giele. „Es gab zunehmend Probleme mit Einbrüchen und Metalldieben. Graffiti tauchte im Innern des Gebäudes auf. Wir mussten Vorsichtsmaßnahmen treffen. Es war höchste Zeit.“

    Die Auslagerung der Kunst gibt nun dem Erwerber die Möglichkeit, das Gebäude abzureißen.

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