Leipziger Auenwald

Wagt Sachsen tatsächlich ein großes Gesamtkonzept für das Leipziger Auensystem?

Für alle LeserDas kann schwierig werden. Seit ein paar Tagen thematisieren wir ja immer wieder das Thema Umgang mit dem Leipziger Auenwald. Sein Hauptproblem ist: Er steht in großen Teilen trocken, abgedeicht von den natürlichen Wasserzuflüssen. Die Überschwemmungen fehlen. Was dazu führt, dass der typische Hartholzauenwald stark bedroht ist. Dafür soll es 2018 endlich ein Gesamtkonzept gehen. Aber wird es auch eins?

Die Arbeit passiert vor allem im Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG), teilt uns auf Nachfrage Angelika Freifrau von Fritsch, Leiterin des Amtes für Umweltschutz, mit. Dort hat man mit Sorge konstatiert, dass vor allem der Hartholzauenwald in Leipzig Probleme hat. Der Großteil befindet sich noch in einem leidlich guten, ein Drittel aber schon in einem schlechten Erhaltungszustand. Daran können auch forstwirtschaftliche Maßnahmen nichts ändern, weil dieser Auenwaldtyp regelmäßige natürliche Überschwemmungen braucht. Wenn es die nicht gibt, verschwindet zwar der Wald nicht – es wird nur ein völlig anderer.

„Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) bearbeitet aktuell das Vorhaben ‚Naturschutzfachliches Leitbild/Gesamtkonzept für das Leipziger Auensystem‘ (Bezugsfläche Landschaftsschutzgebiet ‚Leipziger Auwald‘). Ein zentraler Betrachtungsgegenstand ist hierbei der FFH-Lebensraumtyp (LRT) Hartholzauwald. Teile dieses LRT befinden sich in der Kategorie ‚schlechter Erhaltungszustand‘“, bestätigt auch Angelika Freifrau von Fritsch. „Deshalb besteht Handlungsbedarf, entsprechende Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen zu ergreifen. Dies betrifft vor allem die Wiederherstellung von Auendynamik. Bei der Entwicklung dieses Konzeptes sind die unteren Naturschutzbehörden eingebunden. Das Konzept soll Ende 2018 vorliegen.“

Auendynamik heißt: Altarme im Leipziger Auensystem müssten wieder dauerhaft Wasser führen. Und es müsste wieder regelmäßig natürliche Überschwemmungen geben – nicht in der ganzen Aue, das ginge auch technisch nicht, ohne den Hochwasserschutz der Stadt aufzulösen.

Aber gerade Teile des südlichen Auenwaldes und ein Großteil der Nordwestaue wären für die Wiederherstellung der Auendynamik prädestiniert.

Pleiße im südlichen Auwald. Foto: Ralf Julke

Pleiße im südlichen Auwald. Foto: Ralf Julke

Das Problem ist nur: So groß wollen derzeit die staatlichen und kommunalen Behörden nicht denken, obwohl es jetzt um Grundsatzentscheidungen für die nächsten Jahrzehnte geht.

„Ein Baustein für eine Revitalisierung des nördlichen Auwaldes soll das Projekt ‚Lebendige Luppe‘ darstellen. Im südlichen Auwald soll als Kompensationsmaßnahme der Landestalsperrenverwaltung ein Wiedervernässungsprojekt auf einer Fläche von ca. 14 ha durchgeführt werden (mittels Deichdurchörterung rechter Deich Elsterhochflutbett). Das Plangenehmigungsverfahren wurde hierfür eingeleitet“, bestätigt die Amtsleiterin den aktuellen Stand.

Aber das erfüllt noch nicht wirklich den Rahmen eines Gesamtkonzepts und löst auch nicht das Problem, dass ein Drittel der Hartholzaue in schlechtem Zustand ist. Die Hartzholzauenbestände findet man genau in den beiden Bereichen: im südlichen Auenwald und in der Nordwestaue.

Die Zustandsbeschreibung des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG):

„Mit 84 Einzelbeständen zu insgesamt ca. 720 ha (>25 % der SAC-Gesamtfläche) bilden die Hartholz-Auenwälder (LRT 91F0) den im Hinblick auf seine Ausdehnung bedeutsamsten FFH-LRT des Gebietes. Zu ihm gehören der Großteil des im Nordwesten befindlichen Waldbestandes sowie die zentralen, tiefer liegenden Bereiche des Ratsholzes im Süden. Mehr als zwei Drittel der kartierten Bestände von Hartholz-Auenwäldern (bezogen auf die Fläche) weisen einen noch guten EHZ auf. Flächen in hervorragendem Zustand existieren nicht, vor allem aufgrund der erheblichen Beeinträchtigungen durch fehlende Überflutungsereignisse infolge Flussregulierung. Bei den Beständen mit aktuell unzureichendem EHZ (ca. 30 % der Gesamtfläche) handelt es sich ausschließlich um strukturarme Jungbestände ohne LR-typische Anteile von starkem Totholz und Biotopbäumen bzw. mit fehlender Reifephase.“

Und dann die deutliche Warnung: „Der LRT ist im SAC vom Aussterben bedroht, sofern die widrigen Umstände des Gesamtwasserhaushaltes dauerhaft Bestand haben.“

Heißt im Klartext: Wenn sich der Wasserhaushalt in diesen Waldbeständen nicht deutlich verändert, ist dieser Lebensraumtyp (LRT) vom Verschwinden bedroht. Ob Projekte wie die „Lebendige Luppe“ dazu ausreichen, dürfte zu bezweifeln sein.

Aber natürlich sind 720 Hektar Hartholzaue nur ein Teil der über 4.900 Hektar Auwald-Schutzgebiet. Dazu zählen verschiedene Gewässertypen, Wiesen, Weichholzaue, seltene Kleinbiotope …

Und man darf auch nicht vergessen: Ein Großteil des Auenwaldes ist nicht nur historisch durch die Bildung der Lehmaue im Mittelalter geprägt. Wesentliche Waldtypen sind auch durch die Waldbewirtschaftung bis ins 19. Jahrhundert erst so entstanden. Die Leipziger holten sich ihr Brennholz aus den Wäldern, trieben ihr Vieh in die Wälder und ließen es dort grasen und Eicheln fressen. Die Wiesen wurden regelmäßig gemäht. Hier sind Waldtypen entstanden, die man normalerweise nur dadurch erhält, indem man die alte Waldnutzung wieder einführt oder, wie es die Leipziger Stadtforsten versuchen, forstwirtschaftlich die alten Zustände wieder herzustellen.

Ein echtes Diskussionsthema, weil man natürlich unterschiedliche Herangehensweisen finden kann, wie man das macht.

Aus Sicht der Stadt klingt das so: „Von der Stadt Leipzig (Stadtforsten) wurde für die forstliche Bewirtschaftung aller Wälder im LSG ‚Leipziger Auwald‘ eine Konzeption erarbeitet. Diese ist Bestandteil des im Jahr 2000 vollendeten Gesamtkonzeptes für den Leipziger Auwald, dem ‚Erweiterten Maßnahmeplan Flussauenlandschaft von Elster und Pleiße‘. Im Jahr 2002 wurde hierfür der Sächsische Umweltpreis verliehen. Diese forstliche Konzeption ist nicht statisch und wird regelmäßig, so auch im Augenblick, überarbeitet, um neue Fakten und Erkenntnisse einfließen zu lassen. Die ‚Konzeption zur forstlichen Pflege des Leipziger Auwaldes‘ ist in die Homepage der Stadt Leipzig eingeflossen und als Konzentrat in den Unterlagen des Grünen Ringes enthalten. In nächster Zeit wird diese Konzeption überarbeitet.“

Mit Spannung haben wir natürlich auch auf unsere zwei letzten Fragen gewartet.

Die lauteten: Und wie steht der OBM dazu, der in seinem Arbeitspapier „Leipzig 2020“ schrieb: „Wir setzen uns deshalb zum Ziel, die natürlichen Lebensgrundlagen in Leipzig – auch in Zusammenarbeit mit der Region – zu sichern und weiterzuentwickeln. Dies umfasst insbesondere ein flächensparendes und versieglungsarmes Bodenmanagement, das bewusst Prioritäten in der Innenentwicklung setzt. Aber auch die Sicherung der Güte von Grund- und Oberflächenwasser, der Erhalt und die Entwicklung der Biodiversität und des Biotopverbundes (Natura 2000) sowie das Management von Schutzgebieten bleiben im Fokus.“ Und: Die „Entwicklung der Biodiversität und des Biotopverbundes (Natura 2000)“ verlangt eigentlich zwingend nach einem „Generalplan“ für den Auenwald. Wird ihn OB Jung in Auftrag geben? Und wenn ja: Wann?

Die Antwort war dann eher ausweichend: „Im Freistaat Sachsen besteht eine Biotopverbundplanung, bei der u. a. ‚Kernflächen, Verbindungsflächen und Verbindungselemente‘ ausgewiesen werden. Der Leipziger Auwald ist Bestandteil dieses Biotopverbundes. Die Stadt Leipzig ist Mitglied im Bündnis ‚Kommunen für biologische Vielfalt e. V. ‘, ein Zusammenschluss von im Naturschutz engagierten Kommunen und hat im Wettbewerb der Deutschen Umwelthilfe ‚Bundeshauptstadt der Biodiversität‘ einen Platz unter den ersten zehn teilnehmenden Städten belegt.“

Wenn man dann freilich nach Arten- und Biotopschutz auf der Homepage der Kommunen für biologische Vielfalt e. V. nachschaut, ist kein einziges Leipziger Projekt aufgeführt.

Dabei ist das Ziel dieses kommunalen Zusammenschlusses recht groß definiert, wie man bei Wikipedia lesen kann: „Städte und Gemeinden in Deutschland sollen dazu motiviert werden, Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt in verschiedenen Bereichen zu ergreifen. Diese Bereiche sind: Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich, Arten- und Biotopschutz, nachhaltige Nutzung sowie Bewusstseinsbildung und Kooperation.“

Eigentlich eine ideale Grundlage, eine Revitalisierung der Elsteraue tatsächlich einmal in einer Gesamtschau zu skizzieren. Was auch die Herstellung natürlicher Wasserläufe beträfe, überall da, wo es möglich ist. Und möglich wäre es in viel mehr Gebieten, als es jetzt als machbar erscheint.

Hat dazu in Sachsen jemand den Mut? Oder geht’s weiter mit Kleinklein?

Die neue LZ Nr. 48 ist da: Zwischen Weiterso, Mut zum Wolf und der Frage nach der Zukunft der Demokratie

 

Auenwald
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