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SPD-Fraktion wünscht sich einen Neubau für die Musikschule „Johann Sebastian Bach“

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    Es ist zwar noch kein Bauantrag. Da würde auch die SPD-Fraktion in die Hoheit der Verwaltung eingreifen. Aber eine Prüfung darf sie beantragen. Denn auch wenn es der Passant von außen nicht sieht und sich eigentlich freut, was für ein schönes Gebäude die Musikschule hat – drinnen merkt man, dass hier seit 2007 eine Sanierung überfällig ist. Und zu klein ist das alte Bankgebäude auch noch für den wachsenden Bedarf.

    Drum soll die Verwaltung jetzt die Möglichkeit eines Neubaus für die Musikschule prüfen. „Die SPD-Fraktion will die Stadt Leipzig mit ihrem Antrag beauftragen, den Bau eines neuen Hauptgebäudes für die Musikschule ‚Johann-Sebastian-Bach‘ zu prüfen“, so Heiko Oßwald, Mitglied des Finanzausschusses. „Bereits im letzten Doppelhaushalt konnten wir im Rahmen eines Haushaltantrages von uns 200.000 Euro für dringende Instandsetzungsmaßnahmen im Rat durchsetzen. Die Verwaltung selbst beschreibt den Sanierungs- und Instandhaltungsbedarf der Musikschule als hoch. Dies hat nun eine ausführliche Bauzustandsanalyse weiter bestätigt“.

    Das jetzige Hauptgebäude der Musikschule in der Petersstraße befindet sich in einem ehemaligen Bankgebäude und wird seit 2007 von der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ genutzt. Es wurde der bauliche Zustand von 1990 übernommen. Seitdem erfolgte eine durchgehende Nutzung des Gebäudes, ohne eine grundlegende Sanierung und Instandhaltung.

    „Das Hauptgebäude ist sehr zentral gelegen, hat aber keinen idealen räumlichen Aufbau für eine Musikschule. So fehlen unter anderem Gruppenproberäume und auch ein zweiter Raum für Orchesterproben wäre wünschenswert. Die Musikschule braucht zudem Raumkapazitäten für den Musikunterricht. Dies liegt zum einen an der wachsenden Schülerzahl und zum anderen fallen immer mehr Räume in Schulgebäuden für den Musikunterricht weg“, erläutert Heiko Oßwald die zentralen Probleme.

    Nach der Bauzustandsanalyse müssten für die Wiederherstellung des Soll-Zustandes mindestens 4 Millionen Euro, für eine Gesamtsanierung mindestens 7 Millionen Euro eingesetzt werden. Bei beiden Varianten ist ein Ausweichobjekt für die Bauzeit erforderlich.

    „Betrachtet man die Kosten der Sanierung, die Kosten für ein Ausweichobjekt und die Tatsache, dass dann trotzdem noch weitere Unterrichtsräume gebraucht werden und angemietet werden müssen, liegt die Überlegung eines Neubaus aus finanzieller Sicht nah“, zieht Oßwald seine Schlüsse aus der Zustandsanalyse.

    „Zudem würde dann das Altobjekt für eine anderweitige Nutzung der Verwaltung zur Verfügung stehen oder an Dritte vermietet oder verkauft werden können. Sollte die Prüfung zu einem positiven Ergebnis führen, wollen wir die Stadt beauftragen, uns bis zum III. Quartal 2018 geeignete, zentral gelegene Standorte zu benennen, so dass wir dann Ende des Jahres die Entscheidung zügig treffen können in Richtung Neubau“.

    Die Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“ hat aktuell etwa 8.000 Schüler und Schülerinnen. Viele weitere junge Menschen würden gerne an der Musikschule lernen. Sie ist sowohl bei der sogenannten Spitzenausbildung als auch bei der Breitenausbildung eine der erfolgreichsten Musikschulen in Deutschland.

    200.000 Euro müssen erst einmal schleunigst zur Abstellung der Sicherheitsmängel in der Musikschule eingesetzt werden

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    2 KOMMENTARE

    1. Zitat: „oder verkauft werden können“. Nichts gelernt aus den letzten Jahren! Eigentlich unvorstellbar.

    2. Wenn man für Zwecke der Allgemeinheit oder Daseinsvorsorge solche Gebäude zur Verfügung hat, ist das attraktiv und schön!
      Wer jedoch dieses Haus kennt, den Schweißgeruch in den vielen gefangenen Fluren wahrnimmt, den Lautstärkepegel vor den Zimmern verflucht, während hinter den Türen versucht wird, Musik zu machen, merkt, dass dieses Gebäude für eine Musikschule ungeeignet ist.
      Ein Neubau wäre sicher sinnvoll, aber wo?
      Viele kommunale Grundstücke wurden bereits irrwitzigerweise verschleudert; an solch einer zentralen Lage wieder eine Möglichkeit zu finden, halte ich für aussichtslos.
      Hoffentlich erfährt der Musikschule nicht das gleiche Schicksal wie dem Naturkundemuseum: fernab der Peripherie sein Dasein zu fristen. Weggelobt und weg argumentiert aus sinnvoller und zentral erreichbarer Lage…

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