Am Freitag war Baustart für den Campus Lorenzo in Reudnitz

Für alle LeserWas lange braucht, wird manchmal doch noch gut. Seit Jahren schon planen Caritas, Johanniter und die Gemeine St. Laurentius, aus dem einstigen Seniorenheim an der Riebeckstraße, dessen Häuser schon lange leerstehen, ein neues großes soziales Projekt für Reudnitz zu machen. Mit dem ersten Spatenstich begannen am Freitag, 1. Juni, die Arbeiten für das Bauvorhaben „Campus Lorenzo“ in Leipzig-Reudnitz.

Das Projekt steht unter dem Motto „Gemeinsam Leben gestalten“ und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Investor basis|d sowie den zukünftigen Mietern Caritasverband Leipzig, der Johanniter-Akademie Mitteldeutschland sowie der Römisch-Katholischen Pfarrei St. Laurentius realisiert.

Mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro erwacht das Areal zwischen Witzgall-, Riebeck- und Stötteritzer Straße zu neuem Leben und wird nach seiner Fertigstellung im Jahr 2021 ein offenes, helles Tor zum sich positiv entwickelten Stadtteil im Leipziger Südosten sein. Während der dreijährigen Bauzeit entstehen eine Ausbildungsstätte für Sozial- und Gesundheitsberufe inklusive Wohnheim, eine Kita, neuer Raum für die Pfarrgemeinde, Wohnungen für alle Lebenslagen und Geschäfte des täglichen Bedarfs sowie ein Café für alle Viertelbewohner.

„Ziel des Campus Lorenzo ist es, Wohnen, Arbeiten und Lernen an einer Adresse perfekt zu verbinden. Damit dies möglich wird, bringen gleich vier Partner ihre Interessen und vor allem auch Fähigkeiten in das Projekt ein und arbeiten gemeinsam an der Entwicklung des Areals“, erklärt Steffen Kretzschmar, Geschäftsführer von basis|d.

Das Wohnungsunternehmen mit Sitz in Dresden wurde 1990 gegründet, ist ein ganzheitlicher Dienstleister für die Errichtung und Bewirtschaftung von Immobilien und zeichnet für das Projektmanagement des riesigen Bauprojekts verantwortlich. Geplant ist, den Campus Lorenzo architektonisch zur Nachbarschaft mit Wege- und Lichtachsen offen zu gestalten. Um dies zu realisieren wird ein Großteil der Bestandsobjekte zurückgebaut und durch moderne Neubauten ersetzt, die den hohen Anforderungen des Gemeinschaftsprojektes gerecht werden.

Steffen Kretzschmar: „Der Campus Lorenzo wird Menschen sämtlicher Lebensmodelle zusammenführen und jeder Generation Raum bieten. Unser Konzept sieht Wohnraum für Bewohner mit sicherem Einkommen genauso vor wie die vor allem in Großstädten immer stärker nachgefragten Sozialwohnungen sowie betreutes Wohnen für Senioren. Mit Geschäften und einem Café schaffen wir Schnittstellen für die tägliche Begegnung.“

Caritasverband Leipzig plant 124 Kitaplätze

Diesem Konzept folgend wird der Caritasverband Leipzig als erstes Teilprojekt des Campus Lorenzo eine Kindertagesstätte mit mehr als 120 Plätzen errichten. Die Einrichtung soll auf drei Etagen Raum für insgesamt 40 Krippen- sowie 84 Kindergartenplätze bieten, von denen bis zu sechs für Integrativkinder zur Verfügung stehen. Der Baubeginn ist Mitte dieses Jahres vorgesehen. Mit der Fertigstellung rechnen die Bauherren Ende 2019.

Ansicht des "Campus Lorenzo" von der Riebeckstraße aus. Visualisierung: basis|d

Ansicht des „Campus Lorenzo“ von der Riebeckstraße aus. Visualisierung: basis|d

„Mit der Kindertagesstätte im Campus Lorenzo eröffnen wir unsere fünfte Kita im Stadtgebiet und leisten einen maßgeblichen Beitrag, dass auch in Zukunft in der wachsenden Stadt Leipzig ausreichend Platz für die liebevolle und wertebasierte Betreuung von Kindern vorhanden ist“, sagt Tobias Strieder, Geschäftsführer des Caritasverbandes Leipzig und ergänzt: „Eltern können sich ab sofort über unsere Webseite für einen Kitaplatz bewerben. Außerdem suchen wir noch Erzieherinnen sowie Erzieher.“

Johanniter-Akademie baut neues Berufsschulzentrum mit über 700 Plätzen

Abgerundet wird der Campus Lorenzo mit der Errichtung eines Berufsschulzentrums für Sozial- und Gesundheitsberufe sowie angeschlossenem Wohnheim für die Auszubildenden durch die Johanniter-Akademie Mitteldeutschland. Das evangelische Bildungsinstitut ist bereits seit vielen Jahren auf dem Gelände der katholischen Pfarrei als Mieter ansässig und erweitert nun deutlich sein Engagement. Damit wird der Campus Lorenzo ein konfessionsübergreifendes Projekt, das Theorie und Praxis sozialer Berufe verwebt und weit über die Grenzen des Areals wirkt.

„Hier bilden wir die Fachkräfte von morgen aus und tragen damit dem steigenden Interesse an beruflicher Bildung und dem Bedarf in sozialen Berufen Rechnung. Mit dem Neubau der Akademie steigt die Anzahl der Ausbildungsplätze auf 700“, fasst Lars Menzel, Leiter des Bildungsinstituts Mitteldeutschland der Johanniter-Akademie die Pläne zusammen. „Dadurch profitieren die künftigen Auszubildenden auf dem Campus Lorenzo von der direkten Nachbarschaft untereinander, zu Kita, altersgerechten Wohneinheiten, stationärer Jugendhilfe und Mutter-Kind-WG. Auf diese Weise schließt sich der Kreis für unseren Anspruch, Wohnen, Arbeiten und Lernen an einer Adresse zu verbinden und nicht nur in grauer Theorie zu lernen.“

Die katholische Pfarrgemeinde in Reudnitz

Dort wo künftig die Kinder spielen sollen, befanden sich bisher der Pfarrgarten der Römisch-Katholischen Pfarrei St. Laurentius Leipzig-Reudnitz und die Zufahrt zur Laurentiuskirche. Beides ist in Folge eines Grundstückstausches zwischen Pfarrgemeinde und Investor basis|d an die Stötteritzer Straße umgezogen und ermöglicht dadurch den Kita-Neubau. Im Zuge der Baumaßnahmen erfährt der Pfarrgarten eine grundlegende Neugestaltung. Auch das Pfarrhaus wird komplett saniert.

„Mit der nun anstehenden Sanierung des Gebäudes und dem neuen Zugang von der Stötteritzer Straße zeigt sich die Öffnung der Gemeinde, die im Campus Lorenzo spirituelles Zentrum und Anlaufpunkt sein möchte für alle, die auf der Suche nach Lebenssinn und Begleitung sind“, erläutert Pfarrer Thomas Hajek die Pläne. „Außerdem werden sich Ende 2019 die vier katholischen Pfarreien St. Anna Taucha, St. Gertrud Engelsdorf, Hl. Familie Schönefeld und St. Laurentius Leipzig-Reudnitz zu einer Pfarrei verbinden, die mit ihren dann 9.000 katholischen Christen hier ein Zentrum findet.“

Leipzig will mit Laurentius-Gemeinde über Kauf der Grundstücke an der Riebeckstraße verhandeln

 

ReudnitzCampus Lorenzo
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Leichenfund im Clara-Zetkin-Park: Polizei veröffentlicht Bild des Toten und bittet um Mithilfe
Der abgesperrte Fundort der Leiche am Donnerstag. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Nach dem Fund einer Leiche im Inselteich des Clara-Zetkin-Parks am Donnerstag steht fest, dass es sich bei dem Toten um einen älteren Mann handelt und er gewaltsam zu Tode kam. Zur Klärung seiner Identität bittet die Leipziger Polizei nun die Öffentlichkeit um Unterstützung und hat ein Foto mit Beschreibung äußerer Merkmale des Mannes veröffentlicht.
Auch am 27. September ist ein Seifenkistenrennen auf dem Fockeberg undenkbar
Fockebergmarkt im vergangen Jahr. Foto: Tine Zeiler

Foto: Tine Zeiler

Für alle LeserEs sollte der 29. Prix de Tacot werden am 10. Mai auf dem Fockeberg. Doch Corona machte auch diesem von der naTo veranstalteten Traditionsereignis den Garaus. Auch wenn man im Haus am Südplatz noch zuversichtlich war, dass man das Rennen im Herbst würde nachholen können, genauer: am 27. September. Doch auch das wird nichts. Weder ist Corona aus der Welt verschwunden, noch kann man bei so einem Rennen die berühmten AHA-Regeln einhalten.
Extreme Dürreperioden in Mitteleuropa werden zunehmen, wenn wir den Treibhausgasausstoß nicht drastisch senken
Niedrigstwasser in der Elbe in Dresden im Jahr 2018. Foto: André Künzelmann / UFZ

Foto: André Künzelmann / UFZ

Für alle LeserEigentlich ist es seit über zwanzig Jahren bekannt, was die Klimaerwärmung speziell auch für Sachsen bedeutet, das neben den längeren Hitzeperioden auch besonders von zunehmenden Dürreperioden betroffen ist. Das dritte Jahr hintereinander erlebt Sachsen so ein Jahr. Und Entwarnung gibt es keine. Im Gegenteil. Das in Leipzig heimische Umweltforschungszentrum sieht noch mehr Dürren und Trockenzeiten auf uns zukommen. Denn den Treibhausgasausstoß haben wir noch immer nicht gesenkt.
Aus großer Wiese entsteht in Liebertwolkwitz ein neuer Park direkt vorm Seniorenheim
Der Entwurf für den neuen Park in Liebertwolkwitz. Grafik: Stadt Leipzig / Landschaftsplanungsbüro Köhler

Grafik: Stadt Leipzig / Landschaftsplanungsbüro Köhler

Für alle LeserBis jetzt war es immer nur eine große grüne Wiese an der Getreidegasse. Wenn man am Bahnhof Liebertwolkwitz ausstieg und die Getreidegasse hinunterging, kam man am Weiher vorbei, dahinter tauchte dann die Wiese auf. Doch die wird derzeit zu einem richtigen Park umgestaltet. Am 13. August soll der neue Park der Öffentlichkeit übergeben werden. Und besonders freuen wird das die Bewohner des benachbarten Seniorenheims.
Der Bambusspross wird zum Bambusstamm: Erstaunlich lebendige Spruchweisheiten aus Kambodscha
Gabriele und Ngen Yos: Der Bambusspross wird zum Bambusstamm. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserManchmal ist es wirklich nur die Sprache, die uns daran hindert, in den Kulturen fremder Völker uns selbst wiederzufinden, das Vertraute, das allen Völkern gemeinsam ist. Denn alle Menschen müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten, mussten Land urbar machen und miteinander klarzukommen lernen. Wären da nicht ein paar Tiere, die es nur in Südostasien gibt, die Sprichwörter, die Gabriele und Ngen Yos jetzt veröffentlicht haben, könnten manchmal auch aus deutschen Sammlungen stammen.
Freitag, der 7. August 2020: Von „Warnungen aus der Nachbarschaft“ zu „Weimarer Verhältnissen“
Im Vordergrund: ein schwarzer Block; im Hintergrund: ein schwarzer Block. Foto: Tim Wagner

Foto: Tim Wagner

Für alle Leser/-innenAls vor drei Jahren einige hundert Antifaschist/-innen in Wurzen demonstrieren wollten, reagierten Einwohner/-innen, indem sie Geschäfte verbarrikadierten. Ähnlich unverhältnismäßig fielen nun die Reaktionen auf die Ausladung einer Kabarettistin in Hamburg aus, gegen die angeblich Linke gewaltsam vorgehen wollten. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 7. August 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Einkommenstatistik 2018: Sachsen ist kein gutes Pflaster für Selbstständige
Primär- und Verfügbare Einkommen 2018. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle Leser„Verfügbares Pro-Kopf-Einkommen stieg im Jahr 2018 in Sachsen um 3,3 Prozent bzw. 646 Euro“, meldete am Donnerstag, 6. August, das Statistische Landesamt. Das klang erst einmal gut. Denn wenn die Sachsen 2018 mehr Einkommen hatten, mussten sie sich ja weniger vor Armut fürchten, oder? Aber tatsächlich erzählt die sächsische Statistik von einer nicht gerade unwichtigen Entwicklung bei den Beschäftigten – nämlich dem schleichenden Verlust an Selbstständigen.
LVB wollen Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz demontieren und dafür die Haltestelle deutlich vergrößern
Gleiskurve am Wilhelm-Liebknecht-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit einigen Wochen ist in den Straßenbahnen, die von der Eutritzscher Straße her die Haltestelle Wilhelm-Liebknecht-Platz ansteuern, die Ansage zu hören: Vorsicht! Die Haltestelle ist nicht barrierefrei! – Das überrascht, den eigentlich hat die Haltestelle Hochborde, die ein Einsteigen auch mit Rolli und Kinderwagen problemlos möglich machen. Aber eine Stadtratsvorlage zeigt jetzt, wo das Problem liegt: Die Bahnsteige sind zu kurz.
Mutmaßlicher Komplize will auspacken: Mammut-Mordprozess um verscharrten Geschäftsmann am Landgericht geplatzt
Er soll den Mord in Auftrag gegeben haben: Hüseyin D. (51, r.), hier 2018 bei seiner Vorführung am Landgericht. Er kam nun aus der U-Haft frei. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserEin ebenso spektakuläres wie zähes Verfahren um die Tötung eines Geschäftsmannes im Leipziger Norden vor fast sechs Jahren wird komplett neu aufgerollt. Dabei schien der Prozess nach über zwei Jahren seinem Ende nahe. Doch nun meldete sich überraschend ein mutmaßlicher Mittäter zu Wort, der seit Jahren untergetaucht ist. Bringt er eine Wende in den verworrenen Fall?
Trödelei bei sächsischen Regionalplänen macht das neue Klimaprogramm zum zahnlosen Tiger
Windräder am BMW Werk im Leipziger Norden. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Sächsische Energie- und Klimaprogramm ist ein Thema, bei dem nicht nur Marco Böhme, Energie- und Klimaschutzpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, wie auf Kohlen sitzt. Im Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen wurde zwar ein schnellerer Ausbau von Photovoltaik- und Windenergieanlagen beschlossen. Aber tatsächlich stockt der Ausbau, während die Landesregierung ganz offiziell für den Weiterbetrieb der schmutzigen Kohlekraftwerke gekämpft hat. Bremst da jemand?
In diesem Buch stirbt jeder: Die lustvolle Demontage des Romaneschreibens in einem Roman von Beka Adamaschwili
Beka Adamaschwili: In diesem Buch stirbt jeder. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVor ein paar Jahren hat der georgische Autor Beka Adamaschwili seinen Helden Piere Sonnage in die Literatenhölle geschickt. Das Buch gefiel nicht nur den Georgiern. Vielleicht auch, weil Adamaschwili sie nicht mit den Malaisen der gegenwärtigen georgischen Politik oder der jüngeren Geschichte konfrontierte. Im Gegenteil: Augenzwinkernd nahm er sie mit in die großen Bücher der Weltliteratur. Denn nichts öffnet Horizonte so sehr wie große Literatur. Auch wenn der Autor darin seltsame Dinge anstellt.
Haltungsnote: „Jump, you Fuckers“ – Eine Kolumne über Börsencrash und Steuergerechtigkeit
Autor, Leipziger und Kolumnist David Gray. Foto: Erik Weiss Berlin

Foto: Erik Weiss Berlin

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelAls 2008 die Finanzkrise begann, forderten Demonstranten, dass die Banker, die die Krise verursacht hatten, gefälligst aus ihren Bürotürmen springen sollten. So, wie das einige der Bankrotteure am Schwarzen Freitag 1929 getan hatten. Es sagt viel über den Fortschritt der Zivilisation aus, dass beim Bankencrash 2008 kein einziger Banker zerschmettert auf dem Büropalasthofpflaster landete. Stattdessen betonte die Bankerelite nur kurz nachdem der erste Staub sich gesetzt hatte, wie gefährlich es sei, jetzt etwa die Boni einzufrieren.
Donnerstag, der 6. August 2020: Die Kurve steigt wieder an
Der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz kritisiert die Kritik an den Kritikern der Corona-Maßnahmen. Foto: Arnold Vaatz

Foto: Arnold Vaatz

Für alle Leser/-innenDie Tage, an denen in Sachsen kein einziger neuer Coronafall dazu kam, sind offenbar vorläufig gezählt. Allein seit Montag hat es 45 neue Fälle gegeben. Zu den Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen hat sich der sächsische CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz geäußert – und klingt dabei nicht viel anders als jene, die auf der Straße waren. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 6. August 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Eine Line ziehen macht glücklich und gesund: Slacklinen in Leipzig
Slackline-Romantik vorm Stelzenhaus. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelSie sind unter uns, man kann sie sehen – jeden Mittwoch im Clara-Park oder sogar auch schon am Karl-Heine-Kanal: Slackliner. Diese Menschen, die über ein schmales Seil balancieren und dabei die komischsten Verrenkungen machen, um nicht herunterzufallen. In Polen werden die Lines sogar an Kirchtürme und Rathäuser gespannt, in Tschechien hängen sie zwischen Felsen. In Leipzig versucht der Verein Slacknetz Leipzig e. V., den Sport prominenter zu machen. Vielleicht klappt das ja bald zum Stadtfest? Ruthger Fritze gehört dem Verein an und erklärt die Faszination des Sportes.
Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (5): Der offizielle Antifaschismus in der DDR
März 1966: Der vor dem Obersten DDR-Gericht angeklagte Auschwitzer Lagerarzt Horst Fischer zeigt an einer Tafel die Krematorien des Vernichtungslagers. Fischer wird im Juli 1966 hingerichtet. © Bundesarchiv

© Bundesarchiv

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im Handel„Wir bitten das Volk in Israel um Verzeihung für Heuchelei und Feindseligkeit der offiziellen DDR-Politik gegenüber dem Staat Israel und für die Verfolgung und Entwürdigung jüdischer Mitbürger auch nach 1945 in unserem Lande.“ Ernüchternde Worte, mit denen sich Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der ersten und letzten frei gewählten DDR-Volkskammer, im April 1990 an die Öffentlichkeit wendet – und das Selbstverständnis der DDR als antifaschistisches Vorbild zerlegt.