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Mittwoch, 20. Januar 2021

Am Freitag war Baustart für den Campus Lorenzo in Reudnitz

Von Redaktion

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    Was lange braucht, wird manchmal doch noch gut. Seit Jahren schon planen Caritas, Johanniter und die Gemeine St. Laurentius, aus dem einstigen Seniorenheim an der Riebeckstraße, dessen Häuser schon lange leerstehen, ein neues großes soziales Projekt für Reudnitz zu machen. Mit dem ersten Spatenstich begannen am Freitag, 1. Juni, die Arbeiten für das Bauvorhaben „Campus Lorenzo“ in Leipzig-Reudnitz.

    Das Projekt steht unter dem Motto „Gemeinsam Leben gestalten“ und wird in enger Zusammenarbeit mit dem Investor basis|d sowie den zukünftigen Mietern Caritasverband Leipzig, der Johanniter-Akademie Mitteldeutschland sowie der Römisch-Katholischen Pfarrei St. Laurentius realisiert.

    Mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro erwacht das Areal zwischen Witzgall-, Riebeck- und Stötteritzer Straße zu neuem Leben und wird nach seiner Fertigstellung im Jahr 2021 ein offenes, helles Tor zum sich positiv entwickelten Stadtteil im Leipziger Südosten sein. Während der dreijährigen Bauzeit entstehen eine Ausbildungsstätte für Sozial- und Gesundheitsberufe inklusive Wohnheim, eine Kita, neuer Raum für die Pfarrgemeinde, Wohnungen für alle Lebenslagen und Geschäfte des täglichen Bedarfs sowie ein Café für alle Viertelbewohner.

    „Ziel des Campus Lorenzo ist es, Wohnen, Arbeiten und Lernen an einer Adresse perfekt zu verbinden. Damit dies möglich wird, bringen gleich vier Partner ihre Interessen und vor allem auch Fähigkeiten in das Projekt ein und arbeiten gemeinsam an der Entwicklung des Areals“, erklärt Steffen Kretzschmar, Geschäftsführer von basis|d.

    Das Wohnungsunternehmen mit Sitz in Dresden wurde 1990 gegründet, ist ein ganzheitlicher Dienstleister für die Errichtung und Bewirtschaftung von Immobilien und zeichnet für das Projektmanagement des riesigen Bauprojekts verantwortlich. Geplant ist, den Campus Lorenzo architektonisch zur Nachbarschaft mit Wege- und Lichtachsen offen zu gestalten. Um dies zu realisieren wird ein Großteil der Bestandsobjekte zurückgebaut und durch moderne Neubauten ersetzt, die den hohen Anforderungen des Gemeinschaftsprojektes gerecht werden.

    Steffen Kretzschmar: „Der Campus Lorenzo wird Menschen sämtlicher Lebensmodelle zusammenführen und jeder Generation Raum bieten. Unser Konzept sieht Wohnraum für Bewohner mit sicherem Einkommen genauso vor wie die vor allem in Großstädten immer stärker nachgefragten Sozialwohnungen sowie betreutes Wohnen für Senioren. Mit Geschäften und einem Café schaffen wir Schnittstellen für die tägliche Begegnung.“

    Caritasverband Leipzig plant 124 Kitaplätze

    Diesem Konzept folgend wird der Caritasverband Leipzig als erstes Teilprojekt des Campus Lorenzo eine Kindertagesstätte mit mehr als 120 Plätzen errichten. Die Einrichtung soll auf drei Etagen Raum für insgesamt 40 Krippen- sowie 84 Kindergartenplätze bieten, von denen bis zu sechs für Integrativkinder zur Verfügung stehen. Der Baubeginn ist Mitte dieses Jahres vorgesehen. Mit der Fertigstellung rechnen die Bauherren Ende 2019.

    Ansicht des "Campus Lorenzo" von der Riebeckstraße aus. Visualisierung: basis|d
    Ansicht des „Campus Lorenzo“ von der Riebeckstraße aus. Visualisierung: basis|d

    „Mit der Kindertagesstätte im Campus Lorenzo eröffnen wir unsere fünfte Kita im Stadtgebiet und leisten einen maßgeblichen Beitrag, dass auch in Zukunft in der wachsenden Stadt Leipzig ausreichend Platz für die liebevolle und wertebasierte Betreuung von Kindern vorhanden ist“, sagt Tobias Strieder, Geschäftsführer des Caritasverbandes Leipzig und ergänzt: „Eltern können sich ab sofort über unsere Webseite für einen Kitaplatz bewerben. Außerdem suchen wir noch Erzieherinnen sowie Erzieher.“

    Johanniter-Akademie baut neues Berufsschulzentrum mit über 700 Plätzen

    Abgerundet wird der Campus Lorenzo mit der Errichtung eines Berufsschulzentrums für Sozial- und Gesundheitsberufe sowie angeschlossenem Wohnheim für die Auszubildenden durch die Johanniter-Akademie Mitteldeutschland. Das evangelische Bildungsinstitut ist bereits seit vielen Jahren auf dem Gelände der katholischen Pfarrei als Mieter ansässig und erweitert nun deutlich sein Engagement. Damit wird der Campus Lorenzo ein konfessionsübergreifendes Projekt, das Theorie und Praxis sozialer Berufe verwebt und weit über die Grenzen des Areals wirkt.

    „Hier bilden wir die Fachkräfte von morgen aus und tragen damit dem steigenden Interesse an beruflicher Bildung und dem Bedarf in sozialen Berufen Rechnung. Mit dem Neubau der Akademie steigt die Anzahl der Ausbildungsplätze auf 700“, fasst Lars Menzel, Leiter des Bildungsinstituts Mitteldeutschland der Johanniter-Akademie die Pläne zusammen. „Dadurch profitieren die künftigen Auszubildenden auf dem Campus Lorenzo von der direkten Nachbarschaft untereinander, zu Kita, altersgerechten Wohneinheiten, stationärer Jugendhilfe und Mutter-Kind-WG. Auf diese Weise schließt sich der Kreis für unseren Anspruch, Wohnen, Arbeiten und Lernen an einer Adresse zu verbinden und nicht nur in grauer Theorie zu lernen.“

    Die katholische Pfarrgemeinde in Reudnitz

    Dort wo künftig die Kinder spielen sollen, befanden sich bisher der Pfarrgarten der Römisch-Katholischen Pfarrei St. Laurentius Leipzig-Reudnitz und die Zufahrt zur Laurentiuskirche. Beides ist in Folge eines Grundstückstausches zwischen Pfarrgemeinde und Investor basis|d an die Stötteritzer Straße umgezogen und ermöglicht dadurch den Kita-Neubau. Im Zuge der Baumaßnahmen erfährt der Pfarrgarten eine grundlegende Neugestaltung. Auch das Pfarrhaus wird komplett saniert.

    „Mit der nun anstehenden Sanierung des Gebäudes und dem neuen Zugang von der Stötteritzer Straße zeigt sich die Öffnung der Gemeinde, die im Campus Lorenzo spirituelles Zentrum und Anlaufpunkt sein möchte für alle, die auf der Suche nach Lebenssinn und Begleitung sind“, erläutert Pfarrer Thomas Hajek die Pläne. „Außerdem werden sich Ende 2019 die vier katholischen Pfarreien St. Anna Taucha, St. Gertrud Engelsdorf, Hl. Familie Schönefeld und St. Laurentius Leipzig-Reudnitz zu einer Pfarrei verbinden, die mit ihren dann 9.000 katholischen Christen hier ein Zentrum findet.“

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