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Was der Leipziger Südosten braucht, ist ein wirklich durchdachtes ÖPNV-Konzept

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    Unter der Woche, zum Berufsverkehr, wälzen sich zehntausende Pkw und Lkw durch Mölkau. Der Ortsteil im Leipziger Südosten leidet unter dieser Blechflut und man versteht, dass die Bewohner demonstrieren und aus lauter Verzweiflung den Bau des östlichen Teils des Mittleren Rings fordern. Gegen den am heutigen Freitag, 3. Mai, ab 17 Uhr die Bürgervereine des Leipziger Ostens mit einem Spaziergang demonstrieren. Und die Grünen erklären, was wirklich nötig wäre.

    Der sogenannte Mittlere Ring Leipzig-Südost, ein städtebauliches Projekt aus den 2000er Jahren, sollte dermaleinst vor allem die Innenstadt Leipzigs vom Autoverkehr entlasten. Mittlerweile liegen zwei Varianten des Mittleren Rings vor: Einmal die sogenannte Wohngebietsvariante, deren Umsetzung den Wegfall zahlreicher Häuser, Gärten und Parks in den betroffenen Quartieren zur Folge hätte. Als favorisiert gilt daher die sogenannte Bahnvariante, die parallel zur S-Bahnstrecke zwischen den Haltepunkten Völkerschlachtdenkmal und Engelsdorf verläuft.

    Aber auch hier wäre eine solche vierspurige Stadtautobahn nur durch absoluten Raubbau an Natur, Mensch und Umwelt zu realisieren, kommentieren die Leipziger Grünen das Vorhaben, das seit 2013 auf Eis liegt, weil sich die enormen Investitionskosten von über 200 Millionen Euro mit einem eher vagen Entlastungseffekt nicht vereinbaren lassen. Im Gegenteil: Gerade die Bewohner der betroffenen Quartiere befürchten noch mehr Verkehr, Lärm und Gestank.

    In Mölkau hofft man hingegen, der Straßenneubau könnte im geplagten Ortsteil ein wenig Entlastung bringen.

    Derzeit fahren auf der Verbindung Stötteritz – Mölkau – Engelsdorf täglich fast 20.000 Autos durch den Leipziger Südosten, was für die Anwohner/-innen an allen Schwerpunktkreuzungen, vor allem aber in der Mölkauer Ortsmitte massive Lärm- und Abgasbelastungen mit sich bringt.

    „Doch immer neue Straßen lösen das Problem der hohen Verkehrsbelastung durch den motorisierten Individualverkehr nicht. Wir stehen auf der Seite aller, die sich gegen die hohe Belastung der Straßen und den damit verbundenen Lärm, die Unfallgefahr und die Schadstoffe wehren“, erklärt Jürgen Kasek, grüner Spitzenkandidat zur Kommunalwahl im Wahlkreis 2.

    Stattdessen seien die vorhandenen Straßen zu entlasten, indem mit einer durchdachten Verkehrsregelung gezielt die Verkehrsarten des Umweltverbundes gestärkt werden. Heißt: S-Bahn, Bus und Radverkehr. Das existierende Netz genügt nicht wirklich den Ansprüchen. „Durch einen sinnvoll getakteten und einen bezahlbaren ÖPNV, insbesondere natürlich der S-Bahn, durch sichere Radverkehrsanlagen und Fußwege können mehr Menschen motiviert werden, das eigene Auto stehen zu lassen und so einen individuellen Beitrag zur Entlastung zu leisten“, erklärt Jürgen Kasek, wo man eigentlich ansetzen müsste.

    Denn dass es sich bei der Belastung in Mölkau fast nur um Berufsverkehr handelt, kann man am Wochenende besichtigen. Dann herrscht auf den eben noch dicht befahrenen Straßen fast beschauliche Stille. Nur die üblichen Brötchenholer und Motorradfahrer sind unterwegs. Ein echtes Problem ist freilich die Belastung mit gewerblichem Verkehr – das Gewerbegebiet ist dabei wichtiger Ziel- und Knotenpunkt – und der Verkehr schwerer Lkw. Beides wird man mit einem Mittleren Ring hier nicht reduzieren können. Auch deshalb strandete ja die Diskussion um den Mittleren Ring, weil die wirklich wichtigen Entlastungen damit schlicht nicht darstellbar waren.

    „Niemand kann ernsthaft wollen, dass noch mehr Parks und Grünflächen für Straßen geopfert werden und damit auch die Wohnqualität sinkt“, findet Ulrike Böhm, grüne Kandidatin für den Ortschaftsrat Holzhausen. „Pläne wie der Parkbogen Ost, dessen Kernprojekt ein kilometerlanger Rad- und Fußweg durch eben dieses Gebiet ist, sollten von der Stadt endlich aus der Schublade geholt und umgesetzt werden.“

    Die Grünen rufen deshalb alle Bürgerinnen und Bürger im Leipziger Osten und Südosten auf, am Freitag, 3. Mai, an der Fußwanderung entlang der diskutierten Trasse des Mittleren Rings teilzunehmen und sich zu informieren. Treffpunkt ist 17 Uhr in der Cunnersdorfer Straße, Höhe Karl-Härting-Straße.

    Bürgerinitiativen aus dem Leipziger Osten laden zum Informationsspaziergang am 3. Mai ein

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