Leipzigs Grüne fordern die Aussetzung des Forstwirtschaftsplans

Für alle LeserAm Freitag, 8. November, stellten Rüdiger Dittmar, Leiter des Amtes für Stadtgrün und Gewässer, und Andreas Sickert, Leiter der Abteilung Stadtforsten, den neuen Forstwirtschaftsplan für den Leipziger Stadtwald vor. Über 10.000 Festmeter Holz sollen im Winter eingeschlagen werden, davon über 7.500 Festmeter im streng geschützten FFH-Gebiet „Leipziger Auensystem“. Das geht so nicht, finden die Grünen und fordern die sofortige Aussetzung des Plans.
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Der Kreisverband der Leipziger Grünen übt Kritik am Forstwirtschaftsplan und fordert, diesen unter dem Ansatz des gerade beschlossenen Klimanotstandes neu zu bewerten. Holzeinschläge in Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH-Gebieten) sollen ganz ausgesetzt werden.

Im beschlossenen Klimanotstand ist auch dieser Punkt explizit mit aufgenommen worden: „Auch der Erhalt des Leipziger Auwaldes sollte im Rahmen des Klimanotstandes besondere Berücksichtigung finden. Natürliche Wälder speichern CO2 in großen Mengen, haben eine klimatische Ausgleichswirkung und schützen so auch die Gesundheit der Leipziger/-innen. Durch Trockenheit und Schädlingsbefall erfolgt aktuell eine erhebliche Auslichtung der Bestände im Auwald, weshalb eine neue Strategie im Sinne einer ökologischen Waldpflege notwendiger denn je ist. Daher ist der Forstwirtschaftsplan 2019 vor dem Hintergrund des Klimanotstands konkret und gewissenhaft auch hinsichtlich seiner Auswirkung auf die Klimabelange zu prüfen.“

„Es ist gut und richtig, dass nunmehr der Forstwirtschaftsplan vorgelegt wird. Allerdings verwundert der Zeitablauf. Viele Bürger/-innen Leipzigs nehmen an der Entwicklung des Auwaldes und dem dortigen Holzeinschlag Anteil. Daher wäre es notwendig, dass die Verwaltung sich auch Zeit nimmt, um die Leipzigerinnen und Leipziger umfassend über die geplante Maßnahme zu informieren“, stellt Ulrike Böhm, Sprecherin des Grünen-Kreisverbandes, fest.

„Wir Grünen setzen uns für eine naturnahe Waldbewirtschaftung ein. Wir fordern, dass die Einschläge in FFH-Gebiete des Leipziger Auwaldes zunächst ausgesetzt werden, um das Ergebnis des derzeit laufenden Klageverfahrens nicht vorwegzunehmen.“

Das Leipziger Verwaltungsgericht scheint zwar die Klage der Grünen Liga gegen den Leipziger Forstwirtschaftsplan abgewiesen zu haben. Aber so recht klar ist dabei nicht, wie das weitergeht. Wird da versucht, die Grüne Liga als Naturschutzverband daran zu hindern, bei höheren Instanzen ein fachlich fundierteres Urteil zu bekommen?

Karte der geplanten Baumfällungen im Forstwirtschaftsplan 2019. Karte: Stadt Leipzig

Karte der geplanten Baumfällungen im Forstwirtschaftsplan 2019. Karte: Stadt Leipzig

Denn die Argumentationen der Stadt für ihre massiven Eingriffe in den Auenwald haben keine fachlich begründete Untersetzung.

Im Forstwirtschaftsplan wird eine Forstbewirtschaftung, wie sie für normale Stadtwälder gilt, einfach auch auf den seit 2012 besonders streng geschützten Auenwald übertragen, ohne dass sich die Schutzbelange des FFH-Gebietes tatsächlich im Plan widerspiegeln. Deswegen gibt es ja all die bunten Kringel an den Bäumen, wo das Signum des Försters bedeutet „Dieser Baum kann weg“ und das Signum der Fachleute „Dieser Baum ist ein besonderer Biotopbaum. Der darf nicht angerührt werden.“

„In Leipzig fehlt es an einem integrierten Gesamtkonzept zur Entwicklung des Leipziger Auwaldes“, stellt Jürgen Kasek, umweltpolitischer Sprecher der Grünen-Stadtratsfraktion, fest. „Der Forstwirtschaftsplan kann nur ein Teil davon sein. Auch wenn Einschläge im Wald zur Erhaltung der Artenvielfalt notwendig sind, müssen alle Maßnahmen insbesondere im Hinblick auf eine Umweltverträglichkeitsprüfung und den gerade beschlossenen Klimanotstand Bestand haben. Insbesondere verwundert, dass der Plan am vergangenen Freitag zwar der Presse vorgestellt wurde, aber den Gremien des Stadtrates nach wie vor nicht vorliegt. Hier wird ohne Not für die Umsetzung eines so wichtigen Planes großer Unmut geschürt.“

Und an Öffentlichkeitsbeteiligung fehlt es auch, stellt Kasek noch fest.

Deswegen will der Grüne-Kreisverband noch im November zusammen mit Kritikern und Befürwortern des Forstwirtschaftsplanes diesen gemeinsam diskutieren und so zur Information der Leipziger/-innen und zur Aufklärung beitragen.

NuKLA appelliert mit einer Petition an den OBM, die Zerstörung des Leipziger Auenwaldes zu stoppen

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