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Schon 700 Unterstützer/-innen: Petition fordert einen dauerhaften östlichen Zugang zum Bahnhof Leutzsch

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    Es steht wahrscheinlich heute auf der To-do-Liste der Ratsversammlung, die wegen des Corona-Lockdowns nun doch wieder zwei Mal in der Kongresshalle tagt: Die Entscheidung über die Ersatz-Fußgängerbrücken während des Baus der Georg-Schwarz-Brücken in den Jahren 2024 bis 2030. Der Stadtbezirksbeirat Altwest hat dazu einen Antrag geschrieben, den der Leipziger Per Kropp prima findet. Aber da ist mehr drin, fand er, und startete eine Petition, die schon mehr als 700 Leipziger/-innen unterstützen.

    Die wesentliche Idee hat ja schon der Stadtbezirksbeirat Altwest formuliert. Der wesentliche Punkt: „Am Bahnhof Leutzsch wird als westlicher Zugang zu den Bahnsteigen eine Brücke für Radfahrende dauerhaft gebaut.“

    Einen ähnlichen Antrag haben auch Linke und Grüne gestellt.

    Aber Per Kropp und auch der Leipziger Ökolöwe finden es seltsam, dass trotzdem erst eine Behelfsbrücke gebaut werden soll, damit während der Bauzeit die Bahnsteige der S-Bahn erreicht werden können. Denn die Idee, später eine dauerhafte Brücke für Fußgänger und Radfahrer zu bauen, hat ja das Planungsdezernat erst einmal nur skizziert. Wann sie gebaut werden soll, ist völlig offen.

    Aber die Bürger im Stadtteil haben das sehr wohl mitbekommen und machen sich so ihre eigenen Gedanken. Denn auch in Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg hat man nach Jahren der Stagnation in der Politik für die umweltfreundlichen Verkehrsarten in Leipzig das wachsende Gefühl, dass man eigentlich keine Lust mehr hat zu warten, bis Verwaltungen und Geldgeber so gnädig sind, die Bedürfnisse von Radfahrer/-innen und Fußgänger/-innen endlich ernst zu nehmen.

    Und ernst nehmen heißt eigentlich: Man löst ihre seit Jahren aufgestauten Probleme jetzt – vor Beginn des Baus der Georg-Schwarz-Brücken. Und zwar dauerhaft und nicht schon wieder nur behelfsmäßig.

    2024 soll die Auto- und Straßenbahnbrücke, welche die Georg-Schwarz-Straße in Leutzsch mit Böhlitz-Ehrenberg verbindet, erneuert werden. Damit entfällt zumindest für einen Teil der Bauzeit der Zugang zu den Bahnsteigen am Bahnhof Leipzig-Leutzsch. Auf einer Bürgerinformationsveranstaltung der Stadtverwaltung wurde ein alternativer östlicher Zugang zu den Bahnsteigen vorgestellt.

    Dieser soll aber nur als Behelfsbrücke während der Bauzeit errichtet werden. Zugleich wurde in Aussicht gestellt, später eine Brücke für Fußgänger und Radfahrer als Stadtteilverbindung zwischen Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg zu bauen.

    Der temporäre Bahnsteigzugang allein aber wird schon 3,5 Millionen Euro kosten und lediglich sechs Jahre stehen.

    „Das heißt, dieser Steg kostet pro Tag 1.600 Euro“, rechnet Per Kropp vor. „Das ist für mich widersinnig und Geldverschwendung! Warum baut man nicht gleich die dauerhafte Brücke, die 100 Jahre stehen wird?“

    Ein östlicher Zugang zu den Bahnsteigen erleichtere die Zugänglichkeit der Leutzscher zu ihrem Bahnhof enorm, ist Kropp überzeugt. „Auch die Schüler/-innen der Aus- und Weiterbildungsstätte nahe des Alfred-Kunze-Sportparks wie Fans und Gäste der BSG Chemie Leipzig würden von dem östlichen Zugang profitieren.“

    Dies zeigt auch eine Studie, die Per Kropp zusammen mit weiteren Mitstreitern der Petition erstellt hat. Hier zeigt sich, dass nur der östliche Zugang innerhalb von 5 Minuten Fußweg nennenswert Menschen anschließt. Die Stadt hat auch einige eher westlich gelegene Zugänge durchgerechnet.

    Und die Ersatzbrücke steht sowieso nur im westlichen Teil, ist also wirklich nur ein provisorischer Bypass für die Georg-Schwarz-Brücken und verbessert die Anbindung von Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg in keiner Weise. „Das sind verschenkte Fahrgäste für Zug und S-Bahn. Das können wir uns in Zeiten des Klimawandels nicht mehr erlauben“, stellt Kropp klar.

    Die Studie zur Erreichbarkeit der S-Bahn-Haltestellen von Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg.

    Die Stadtplaner wollen mit der Ersatzbrücke während des Baus lediglich den westlichen Zugang (rote Flächen in der Grafik) erschließen, der aber kaum Bevölkerung fußläufig anschließt. Innerhalb der roten Flächen stehen kaum Wohnhäuser, kritisiert Kropp die visionslose Planung. Der östliche Zugang (grüne Flächen) erschließt hingegen innerhalb von 5 Minuten große Teile Leutzschs und das Wohngebiet rund um den Alfred-Kunze-Sportpark.

    Mögliche Fußgängerpotenziale für eine östlich gelegene Fußgänger-/Radfahrerbrücke. Grafik: Per Kropp
    Mögliche Fußgängerpotenziale für eine östlich gelegene Fußgänger-/Radfahrerbrücke. Grafik: Per Kropp

    „Die Spielstätte der BSG Chemie wird dann innerhalb von 7 Minuten ab Bahnhof Leutzsch erreichbar (hellere Grüntöne im Norden)“, so Kropp.

    Kropp startete deswegen vor zehn Tagen die Petition „Eine dauerhafte Brücke für Fußgänger und Radfahrer zur Station Leipzig Leutzsch“ und ist selbst überrascht, dass bereits über 700 Unterschriften zusammen sind.

    In der Ratsversammlung am heutigen Mittwoch, 11. November, entscheidet der Stadtrat Leipzig höchstwahrscheinlich über das Projekt. Kropp empfiehlt deswegen den Leipziger Stadträtinnen und Stadträten, für den Änderungsantrag des Stadtbezirksbeirates Altwest zu stimmen. Dieser fordert unter anderem aus städtebaulicher Sicht den östlichen Zugang barrierefrei und dauerhaft zu bauen.

    Aber eigentlich fehlt darin noch die konkrete Formulierung, dass die Stadt sofort diese dauerhafte Radfahrer-/Fußgänger-Brücke bauen muss. Denn auch Kropp zweifelt daran, dass das Projekt sonst gleich im Anschluss an den Bau der Georg-Schwarz-Brücken verwirklicht wird.

    „Ich glaube nicht daran, dass die Stadt zehn Jahre nach der Fertigstellung der neuen Georg-Schwarz-Brücken noch einmal eine zweite dauerhafte Anbindung schafft“, sagt er. „Diese Chance muss jetzt genutzt werden. Vielleicht kann man dafür ja bei dem aus meiner Sicht völlig überdimensionierten Neubau der Georg-Schwarz-Brücken noch etwas abspecken.“

    Ökolöwe unterstützt die Petition, die Behelfsbrücke zwischen Leutzsch und Böhlitz-Ehrenberg sofort als dauerhafte Brücke zu bauen

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