Kurz und knapp: So kann es im Leipziger Stadtrat auch mal zugehen. So wie am 29. April, als ein Wunsch der Linksfraktion auf der Tagesordnung stand: „Der Oberbürgermeister prüft bis Ende 1. Quartal 2026 die Errichtung von Pollern als Ersatz für die Schranke vor dem Elsterflutbett am Lauerschen Weg.“ Manchmal stehen einfach Hindernisse im Weg, bei denen ihre Erbauer nur daran dachten, dass hier unerlaubte Kraftfahrzeuge nicht durchkommen sollten. An Radfahrer hat da am Weg zum Cospudener See irgendwie keiner gedacht. Doch das Erstaunliche: Die Stadt hat tatsächlich gleich geprüft.

Das Problem, das hier gerade die Radfahrer – aber eigentlich auch die Fußgänger – ärgert: „Die Schranke muss umfahren werden, wobei stadteinwärts nur eine schmale, unebene Umfahrung besteht. Die stadtauswärtige Umfahrung ist nur in trockenen Zeiten sicher befahrbar, da sich die Schranke jedoch in einem kleinen Waldstück befindet, trocknet dieser Weg sehr schlecht ab.

In Absprache mit der Landestalsperrenverwaltung bitten wir um Behebung des Problems auf dem Lauerschen Weg als Teil des Radwegenetzes in Leipzig für eine sichere Befahrung und Begehung.“

Da hätte Linke-Stadträtin Franziska Riekewald am 29. April ganz weit ausholen können. Doch das Amt für Stadtgrün und Gewässer hat tatsächlich gleich reagiert. Man hat tatsächlich beim Bau der Schranke nur an motorisierte Fahrzeuge gedacht, nicht an die unmotorisierten See-Besucher.

„Die bestehende Schrankenanlage am Lauerschen Weg wurde im Jahr 2000 durch den Stadtforst errichtet, um eine unzulässige Befahrung des Landschaftsschutzgebietes ‚Leipziger Auwald‘ mit Kraftfahrzeugen wirksam zu verhindern. Die Anlage erfüllt bis heute eine zentrale Funktion im Schutz des sensiblen Naturraumes und trägt wesentlich zur Einhaltung der in der Schutzgebietsverordnung definierten Schutzziele bei“, beschreibt das Amt für Stadtgrün und Gewässer den Sinn der Schranke.

2000? Das war gerade das Jahr, als der Cospudener See als neue Badegelegenheit für die Leipziger freigegeben wurde. Der Strand war fertig. Und nördlich des Strandes war ein neuer Wald angepflanzt worden, um den sich die Stadtförster natürlich sorgten.

Aber eine Schranke muss es gar nicht sein. „Das Amt für Stadtgrün und Gewässer und das Mobilitäts- und Tiefbauamt hat in Rücksprache mit dem Amt für Umweltschutz die Alternativvarianten geprüft“, teilte das  Amt für Stadtgrün und Gewässer mit. Und stellte auch gleich die Lösung in Aussicht: „In dem Zusammenhang wird im Laufe des Jahres 2026 eine Polleranlage installiert, die die Durchfahrt am Lauerschen Weg verbessern soll.“

Um auf Nummer sicher zu gehen, stellte Franziska Riekewald trotzdem den Ursprungsantrag zur Abstimmung. Der dann tatsächlich die einmütige Zustimmung der Ratsversammlung bekam.

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