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Es ist eine ewig währende Geschichte, die Verwaltung und Stadtrat nun seit tatsächlich schon zwölf Jahren beschäftigt. Damals wollte das Schauspiel Leipzig seine Spielstätte „Skala“ in der Gottschedstraße loswerden. Die Stadt wollte das Haus verkaufen. Und die Cinémathèque Leipzig meldete sich zu Wort, weil sie schon lange ein Gebäude für ein attraktives Filmkunsthaus in Leipzig suchte. Der Stadtrat bremste die Verkaufsgelüste der Verwaltung. Aber dann wurde es richtig zäh. Jetzt endlich rückt die Sanierung des Hauses in greifbare Nähe, kündigt das Kulturdezernat an.

Die Sanierung und Modernisierung des Gebäudes in der Gottschedstraße 16 und dessen Umbau zum „Haus der Festivals“ werden endlich konkret, meldet das Kulturdezernat. Nach Abschluss der Genehmigungsplanung soll es im Herbst dieses Jahres mit der Ausführungsplanung losgehen. Der Baustart für den Umbau des Hauses ist für 2027 geplant. Das geht aus der Dienstberatung des Oberbürgermeisters hervor. Der Stadtrat muss dem Bau- und Finanzierungsbeschluss noch zustimmen.

Das „Haus der Festivals“

Mit dem „Haus der Festivals“ werde der zentral gelegene und etablierte Kulturstandort in der Gottschedstraße 16 grundhaft neu entwickelt, formuliert das Kulturdezernat das Anliegen. Dabei sollen mehrere imageprägende Kulturfestivals der Stadt neue Geschäftsstellen mit modernen Büro- und Konferenzräumen bekommen. Der Veranstaltungssaal wird mit dem Ziel der multifunktionalen Nutzbarkeit umfangreich modernisiert. Der Jazzclub Leipzig e. V. als Hauptmieter soll diesen zu seiner neuen und ganzjährig betriebenen Spielstätte entwickeln.

Daneben sollen im „Haus der Festivals“ zukünftig die Leipziger DOK-Filmwochen GmbH, der LeipJazzig e. V., die euro-scene Leipzig, der Schumann-Verein e. V. und der Leipziger Literarischer Herbst GbR sowie Akteure der freien Szene und Kreativwirtschaft arbeiten und den Veranstaltungssaal für ihre Formate wie Filmvorführungen, Tanz- und Theateraufführungen, Lesungen und Konferenzen nutzen.

„Gerade in Zeiten angespannter Haushalte ist es sinnvoll, Kräfte zu bündeln. Umso mehr, wenn Bund und Freistaat uns dabei mit hohen Fördersummen unterstützen. Das ‚Haus der Festivals‘ stärkt die Leipziger Kulturlandschaft durch gemeinsame Infrastruktur, den Aufbau von fachübergreifenden Netzwerk- und Kooperationsstrukturen und einen lebendigen und innovativen Spielort für Musik und Festivals. Dabei ist kulturelle Vielfalt ein entscheidender Standortfaktor für Leipzig. Festivals, Musik und internationale Begegnungen tragen wesentlich zur Strahlkraft Leipzigs in die Welt bei“, sagt Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke.

„Die geplante Maßnahme knüpft an die lange kulturelle Tradition des Hauses an und schafft darüber hinaus eine neue Heimstätte für das Leipziger Kulturleben und seine vielfältigen Angebote. Damit setzen wir auch ein Zeichen für nachhaltige Kulturinfrastruktur. Der Dank gilt dabei allen politischen Akteuren, die dieses Vorhaben ermöglicht haben“, ergänzt der amtierende Kulturamtsleiter Tobias Kobe.

Die Baukosten betragen nach aktuellem Stand rund 17,33 Millionen Euro. Hieran beteiligen sich der Freistaat Sachsen mit 6,95 Millionen Euro und der Bund mit 4,95 Millionen Euro. Von beiden Fördermittelgebern liegen die entsprechenden Bescheide vor. Für den verbleibenden Eigenanteil in Höhe von ca. 5,43 Millionen Euro bemüht sich die Stadt Leipzig um weitere Fördermittel.

Die Gottschedstraße 16

Das Objekt wurde bisher nicht umfassend saniert und instandgesetzt. Im Jahr 1957 wurde zwar das Dachgeschoss ausgebaut und in den 1980er Jahren der Veranstaltungssaal brandschutztechnisch ertüchtigt, aber es sind umfangreiche Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen notwendig, um das denkmalgeschützte Gebäude an den heutigen Standard anzupassen. Dazu zählen neben Büros und Saal auch Barrierefreiheit, Brand- und Schallschutzmaßnahmen. Außerdem ist ein Wettbewerb für „Kunst am Bau“ geplant.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude Gottschedstraße 16 wurde im Jahr 1882 als Teil der gründerzeitlichen Blockrandbebauung der sogenannten Inneren Westvorstadt erbaut und war unter dem Namen „Kammerspiele“ bekannt. Im Erdgeschoss des mehrgeschossigen Wohnhauses befand sich ursprünglich ein Restaurant, ein dazugehöriger Saal mit Bühne war in einem Seitenflügel untergebracht. Der Saal wurde ab 1949 als Spielstätte des späteren Schauspielhauses genutzt, welche später in „Neue Szene“ und „Skala“ umbenannt wurde.

Mit dem Stadtratsbeschluss „Entwicklung der Liegenschaft Gottschedstraße 16 zum ‚Haus der Festivals‘“ vom 17. Juni 2020 wurde entschieden, dass die Liegenschaft weiterhin im Eigentum der Stadt Leipzig verbleibt, dauerhaft kulturell genutzt werden soll und dafür grundlegend saniert wird.

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