Thomas „Kuno“ Kumbernuß im langen L-IZ – Interview (Teil 2): Aktion „Seitenwechsel“ bei LEGIDA – Das Original

Allmählich scheint auch bei den Islamfeinden von „Legida“ klar geworden zu sein, dass man gegen Satire und Humor, zumal von "Eingeborenen" schlecht hetzen kann. Die bisherigen Versuche endeten meist kläglich, „LEGIDA - Das Original“ als tumbe Säufertruppe darzustellen, scheiterte am intellektuellen Anspruch der Humorfront in Leipzig. Und Humor ist eine ernste Sache, was sich auch an den unzähligen Behördengängen von „LEGIDA – Das Original“ ebenso zeigt, wie an der Hartnäckigkeit, mit der die Gruppe um Thomas (Kuno) Kumbernuß und Uwe Brückner seit Wochen am Thema der Verteidigung ihrer Kulturwerte dran bleiben.
Anzeige

Vor etwa 1,5 Wochen bekam auch das Leipziger Ordnungsamt zunehmend mitgeteilt, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, wenn sich Menschen in der Messestadt Montag für Montag zur „Vollversammlung“ treffen, Interviews geben, Aktionen vorbereiten und sich dafür einsetzen, dass Leipzig eben nicht Dresden zu sein scheint. Die Macher von „LEGIDA – Das Original“ kommen immer wieder und werden von Montag zu Montag mehr, während sie teilweise behördlich nicht ganz ernst, als reiner Jux ohne gesellschaftliche Relevanz wahrgenommen werden.

Dass dies falsch ist, zeigt ein Blick nach Dresden. Dahin, wo der Humor langsamer und nicht ansatzweise so wirksam war.

Während in der Landeshauptstadt eine kuriose Mischung aus Verständnisheuchelei von eben der regierenden CDU stattfindet, welche in Sachsen für den wachsenden Unmut mit verantwortlich zeichnet, gab es von der ersten Sekunde an in Leipzig neben einigen Auswüchsen von Gewalt so etwas wie eine friedliche, entschlossene und lebensbejahende Protestkultur vor allem junger und jung gebliebener Menschen.

Bereits am 12. Januar: Die Polizei ist gesprächsbreit im Sinne der demokratischen Entscheidung, wer in Leipzig "das Volk" ist. Das Kommunikationsteam drehte sich auf Wunsch des Fotografen. Foto: L-IZ.de

Bereits am 12. Januar: Die Polizei ist gesprächsbreit im Sinne der demokratischen Entscheidung, wer in Leipzig „das Volk“ ist. Das Kommunikationsteam drehte sich auf Wunsch des Fotografen. Foto: L-IZ.de

Dabei ging es nie um das Abstreiten gesellschaftlicher Verwerfungen, sondern eher um ein satirisches Bollwerk gegen Rassismus, Vorurteile, Dummheit und wahrhaft flirrender Intoleranz bei „Legida“. Eine Intoleranz, die auch kulturelle Freiheit in all den Subszenen Leipzigs letztlich unmöglich machen würde und den Kern der Messe- und Kulturstadt Klein-Paris im Mark treffen könnte. Kein Tourismus-Schutz-Geplänkel wie in Dresden: die Freiheit einer offenen Stadtgesellschaft in den Pubs, Cafeterien, Pizzabäckereien, Gyroswende- und Teestuben ist ebenso zu verteidigen, wie das Recht eines jeden Bürgers, diese auch noch nach 22 Uhr wahrzunehmen.

Doch wie begegnet man irritierender Faktenresistenz und fehlender Bildung – Moment, vor allem der fehlenden Bildung und einem bereits radikalisierten Menschenbild seitens der Legida-Anhänger? Wie einer Angst, die jene schon immer hatten, die das Leben nicht als einen ständigen Versuch in allen möglichen Irrtümern und Chancen begreifen? Und nicht als Vollkasko-Selbstbedienung mit der Garantie auf einen langen Lebensabend bei Schweinebraten und Kreuzschifffahrt?

Man baut einen Spiegel auf und nennt ihn „LEGIDA – Das Original“. Nun fordert „LEGIDA – Das Original“, dass auch ihre Rechte gewahrt bleiben. Der zweite Teil des Interviews mit Thomas (Kuno) Kumbernuß von der Partei „Die Partei“ und „LEGIDA“.

Herr Kumbernuß, glauben Sie, dass Silvio Rösler über ein Weichen vom Platz vor der Oper für Ihre Initiative mit sich reden lässt oder braucht es dafür viel Alkohol?

Was heißt hier mit Silvio Rösler reden. Mir kommt es so vor, als wenn er selbst nichts mehr zu sagen hätte. Warum sonst überlässt er immer häufiger Rednern aus den alten Bundesländern das Mikrofon? Jürgen Elsässer, Götz Kubitschek, Tatjana Festerling – alles Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt nicht in Leipzig haben, den Leuten aber trotzdem erklären wollen, warum es ihnen angeblich so schlecht geht und wie es ihnen angeblich besser gehen soll.

Entschuldigung, mich erinnert das irgendwie an die Zeit vor 25 Jahren in der damaligen DDR, als windige Geschäftsleute aus der damaligen BRD rüberkamen und den Menschen hier den letzten Schrott andrehten: kaputte Autos, faulige Bananen, unnütze Versicherungen. Damals sind viele auf solche Leute reingefallen. Ich will jetzt nicht das Bild vom bösen Wessie und armen Ossie bemühen, aber das wird man doch wohl noch sagen dürfen!

Wie wir erfahren haben, legt die Stadtverwaltung mit Oberbürgermeister Burkhard Jung an der Spitze Ihnen extrem viele Steine in den Weg. Es soll schon zu unschönen Szenen in den Verhandlungen um Ihren angestammten Platz vor der Oper gegeben haben. Wie ertragen Sie den Behördenterror?

Das ist eine gute weil berechtigte Frage. In der Tat ist es so, dass es von Seiten des Ordungsamtes als Vertreter der Stadt immer wieder zu widersprüchliche Aussagen kommt. Unsere ersten beiden Veranstaltungen waren am 26. Januar und 2. Februar.

Von mir wurde am 3. Februar für den 9. Februar und viele folgende Montage weitere Kundgebungen angemeldet. Auf meine damalige Nachfrage erklärte Herr Reinert vom Ordnungsamt mir, dass ihm nicht bekannt sei, dass es für diesen Tag (9. Februar) schon eine Anmeldung gäbe. Wenige Tage später erfuhr ich dann plötzlich Gegenteiliges. Auf Nachfrage von mir erklärte Herr Fischer, der Herr Reinert hätte mir am Telefon keine Aussage geben können, da die Anmeldesituation unübersichtlich wäre. Ich habe nicht mit dem Herrn Reinert telefoniert, ich war persönlich vor Ort!

Verwirrend, gab es eine Begründung, Sie von Ihrem Platz vor der Oper zu vertreiben, nachdem Sie bereits zwei Mal eben dort zuvor demonstriert hatten?

Sowohl Herr Fischer als auch Herr Sirrenberg erklärten mir, die anderen sogenannten Legida hätten einen Tag früher angemeldet, konnten mir aber nicht den Wochenentag nennen! Darüber, dass nicht wir, „LEGIDA – Das Original“, sondern die anderen sogenannten Legida am 9. Februar auf die Opernseite dürfen, erfuhr ich über lvz-online. Die Bestätigung des Ordnungsamtes via Email erhielt ich erst am Tag darauf und auch das erst nach mehreren Telefonanrufen!

Die Frage, wer und warum die LVZ vor mir benachrichtigt hatte, konnte mir niemand beantworten. Demokratie geht anders!

Thomas "Kuno" Kumbernuß - Jeder, der eine Demonstration anmeldet, muss letztlich immer mit der Polizei verhandeln. HIer geht es um die Frage, warum LEGIDA nicht "spazieren" darf. Auch diese Verhandlung erfolgte kollegial und die Polizei nennt sich längst Freund der Satirebewegung. Wohl auch, weil sie mit Abstand die friedlichste rings um Legida ist. Foto: L-IZ.de

Thomas „Kuno“ Kumbernuß – Jeder, der eine Demonstration anmeldet, muss letztlich immer mit der Polizei verhandeln. Hier geht es um die Frage, warum LEGIDA nicht „spazieren“ darf. Auch diese Verhandlung erfolgte kollegial und die Polizei nennt sich längst Freund der Satirebewegung. Wohl auch, weil sie mit Abstand die friedlichste rings um Legida ist. Foto: L-IZ.de

Es scheint, als ob die Kommunikation und das Erinnerungsvermögen seitens der Behörden nach solchen Gesprächen etwas gestört ist?

Um Missverständnisse und Ungereimtheiten künftig auszuschließen, schlug ich beim Kooperationsgespräch vergangener Woche mit Ordnungsamt und Polizei vor, dass gesamte Gespräch kostenfrei mitzuschneiden und den anwesenden Parteien einen Mitschnitt zu geben. Dieses wurde von Herrn Reinert (Anm. d. Red.: Leiter der Veranstaltungsbehörde des Ordnungsamtes Leipzig) abgelehnt.

Es soll Unstimmigkeiten über die Teilnehmerzahlen gegeben haben?

Bei besagtem Kooperationsgespräch stellte sich heraus, dass unsere Teilnehmerzahlen sich auf die Angaben des oben genannten Herrn Fischer beziehen. Der Herr Fischer verließ jedoch nach eigenen (!) Angaben gegen 18:30 Uhr unsere Veranstaltung. Die meisten unserer hart arbeitenden Anhängerinnen und Anhänger kamen jedoch erst, nachdem die „offizielle Zählung“ vorbei war. So wurde uns dann auch für den Montag dieser Woche ein größeres Arial auf der Gewandhausseite des Augustusplatzes zugewiesen, nachdem wir für 2.000 teilnehmende Personen anmeldeten.

Allerdings ist dieses auch nur für 3.200 Menschen geeignet, da das Ordnungsamt mit zwei Person pro Quadratmeter rechnet und wir 1600 Quadratmeter zur Verfügung hätten. Unsere Aussage, dass unsere Anhängerinnen und Anhänger breiter seien, wurde wie so vieles seitens des Ordnungsamtes ignoriert. So kann es zu keiner vertrauensvollen Kooperationsbasis auf Augenhöhe kommen. Unser Platz war an diesem Montag zum Teil bis knapp zur Hälfte gefüllt. Trotzdem berief sich Herr Reinert zunächst auf den Liveticker der LVZ und sprach von 600 bis 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Das Rechnen überlass ich jetzt mal den Leserinnen und Lesern.

Niemand steht so konsequent für Gewaltlosigkeit ein, wie eben die, die Satire betreiben. Dies aber voller Gewaltlosigkeit. Foto: L-IZ.de

Niemand steht so konsequent für Gewaltlosigkeit ein, wie eben die, die Satire betreiben. Dies aber voller Gewaltlosigkeit. Foto: L-IZ.de

Der Widerstand der etablierten Kasten des Systems scheint mit Ihren Forderungen zu tun zu haben, die auch nicht Jedem sofort verstehbar sind – also wir rätseln jedenfalls noch. Was erwarten Sie nun eigentlich von der Politik, der Gesellschaft?

Wir setzen uns konsequent gegen die Illegalisierung des Alkohols und für den Erhalt unserer (Trink-)Kultur ein. Getreide zuerst für Brot, Bier und Korn! Hefe muss im Grundgesetz verankert werden! Abkehr von einer den Kaffee und Tee propagierenden Multivitamingesellschaft! Außenpolitisch muss ein Freibierabkommen mit der USA, Russland, ja, der ganzen Welt eingeführt werden! Aufstockung der Mittel für die Empfänger von Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II und damit Wiedereingliederung der sozial Schwachen in die Mitte der Gesellschaft!

Bedingungslose Zuwanderung an die Tresen dieses Landes, unabhängig der Herkunft, des Alters, des Geschlechts, der Hautfarbe, des Glaubens und der sexuellen Orientierung des zu bewirtenden Gastes im Interesse des Friedens und der Völkerverständigung!

Reichen solche Forderungen wirklich für eine breite Massenmobilisierung?

Dies sind nur einige wenige unserer Kernpunkte, die nüchtern betrachtet von der breiten Masse der Leipziger Bevölkerung mitgetragen werden dürften. Da die Politik selbst bei solch elementaren Forderungen versagt, bleibt uns nur die Hoffnung in die Zivilgesellschaft. Nur mit ihr kann erst ein Seitenwechsel, später dann jedoch ein Niederringen der menschenverachtenden, lebensverneinenden, kulturignorierenden und humorlosen Ansichten der anderen sogenannten Legida erfolgen.

Es wird gemunkelt, es gäbe bald auch Unterstützung aus der internationalen Kulturszenerie für Ihren Protest – können Sie dazu schon mehr verraten?

Dieses kann ich nur bestätigen. Wir sind gerade mit einigen renommierten Künstlern in Verhandlung, können aber zum jetzigen Stand noch keine Namen nennen, da sich viele Anfragen auf unseren Tischen stapeln. Wir bitten noch um etwas Geduld und Verständnis, erste Namen werden in den nächsten Tagen bekannt gegeben. Dieses wird der Aufbruch in eine neue Demonstrationskultur werden, so viel sei an dieser Stelle schon verraten.

Wer bis dahin noch etwas Klamauk erleben möchte, kann sich jedoch gerne im Anschluss an unsere Kundgebung am kommenden Montag Richtung Opernseite begeben und aufrechten Germanen bei der eigenwilligen Interpretation ihrer sogenannten Nationalhymne lauschen.

Sie haben einen Wunsch frei. Was wäre das?

Ich würde mir wünschen, dass ich zwei Wünsche frei hätte.

Der erste Wunsch wäre, dass am kommenden Montag alle Menschen aus Leipzig und Umgebung, die für wirkliche und gelebte Menschlichkeit, Weltoffenheit und Toleranz stehen, in den letzten Wochen aber zu Hause geblieben sind, sich wieder friedlich auf dem Augustusplatz treffen.

Dieses ist dringend nötig, damit der Spuk der anderen sogenannten Legida schnellstmöglich beendet wird und wir uns in Frieden und Harmonie um die schönen Seiten des Lebens kümmern können.

Zudem wünsche ich mir weniger Schuppen auf dem Kopf.

Wir wünschen in jedem Fall weiterhin dichtes Haar und breite Zustimmung innerhalb der Bevölkerung, auch wenn es wohl ohne Volker klappen muss. Danke für das exklusive Interview.

Legida/Pegida* Video *
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Grafiken für eine bessere Welt: Der Irrsinn einer gedankenlosen Welt treffend in ironische Bilder gepackt
Captain Futura: Grafiken für eine bessere Welt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser Dass dieses Deutschland irgendwie doch zusammengewachsen ist, merkt man nicht in der Politik oder den Medien. Da ist alles noch streng geteilt nach Wir und Die, nach Hüben und Drüben. Da herrscht institutionalisierte Selbstgerechtigkeit. Man merkt es erst, wenn man sich mit jüngeren Großstadtbewohnern unterhält, die sich in München und Hamburg, Leipzig und Berlin alle mit denselben Problemen herumschlagen. Den Problemen, die eine Alte-weiße-Männer-Welt ständig produziert. Und die Captain Futura in punktgenaue Grafiken verwandelt.
Tournee-Verschiebung: Sinatra & Friends – A Tribute To The World’s Greatest Entertainers
Quelle: Semmel Concerts

Quelle: Semmel Concerts

Aufgrund der unterschiedlichsten Sicherheits-, Gesundheits- und Einreisebestimmungen innerhalb Europas ist es aktuell nicht möglich, eine logistisch sinnvolle Lösung für die ab März 2021 geplanten Tourneetermine von „Sinatra & Friends“ umzusetzen. Bedingt dadurch wird die Tour in den September und Oktober 2021 verschoben.
Tanzproduktion „Schule des Wetters: Schnee“ als Stream zu erleben
Theater der Jungen Welt. Foto L-IZ.de

Foto L-IZ.de

Am 04. November hätte das neue Tanzstück „SCHULE DES WETTERS: SCHNEE“ Premiere gefeiert. Aufgrund der aktuellen Situation kann die Produktion leider nicht im Theaterhaus gezeigt werden. Am kommenden Wochenende wird das winterliche Theatererlebnis von 28.11., 15 Uhr bis 29.11. 20 Uhr allerdings als Stream zu sehen sein, Karten dafür können auf der Seite dringeblieben.de gekauft werden. Alle Informationen sind natürlich auch auf der Website des TDJW zu finden.
„Die Situation ist absolut skurril.“ – Marko Hofmann wird Trainer bei den Kickers Markkleeberg und muss abwarten
Marko Hofmann kehrt als Coach der Kickers-Männer auf die Markkleeberger Trainerbank zurück. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelStell dir vor, du wirst als Landesliga-Trainer verpflichtet – darfst aber nicht trainieren. Genau so ergeht es momentan unserem LZ-Fußballexperten Marko Hofmann. Ausgerechnet zwei Tage vor dem November-Lockdown bekam der 36-Jährige das für ihn bisher höchstklassige Traineramt bei den Männern der Kickers Markkleeberg angeboten. Er nahm diese Offerte an, doch war unmittelbar zum Nichtstun verdammt.
Mittwoch, der 25. November 2020: Corona-Beratungen dauern länger als erwartet
Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Archivfoto: Matthias Rietschel

Archivfoto: Matthias Rietschel

Für alle LeserBis zum frühen Abend konnten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsident/-innen offenbar nicht auf sämtliche Details der weiteren Corona-Maßnahmen einigen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) warnt vor überlasteten Krankenhäusern im Freistaat. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 25. November 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
UFZ-Forschung: Der Klimawandel stellt die Trinkwasserversorgung auch in Mitteldeutschland vor neue Herausforderungen
Die Rappbodetalsperre im Harz ist die größte Trinkwassertalsperre Deutschlands. Foto: André Künzelmann / UFZ

Foto: André Künzelmann / UFZ

Für alle LeserSchlechte Politik lebt davon, dass Menschen vergesslich sind. Dass sie sich gern einreden lassen, die Dinge würden sich schon von allein bessern, es brauche keine Sanktionen und Gesetze, um die Klimaerhitzung und das Artensterben zu stoppen. Obwohl jetzt schon überall sichtbar wird, wie die Folgen auch unsere Lebensgrundlagen angreifen. Und wenn unsere Talsperren sich aufheizen, ist das ganz und gar nicht gut für die Trinkwasserversorgung, warnt das Umweltforschungszentrum.
Wo bleibt mein Radweg? Ökolöwe startet Petition für Pop-up-Radwege in Leipzig
Pop-up-Radweg in Berlin. Foto: Ökolöwe

Foto: Ökolöwe

Für alle LeserIm Frühjahr, als der erste Shutdown tatsächlich weitgehend das städtische Leben lahmlegte, forderte der Ökolöwe schon einmal, die Stadt solle in dieser Situation mehr Platz für Radfahrer/-innen schaffen und an Hauptverkehrsstraßen Pop-Up-Radwege anlegen. Eine ideale Gelegenheit, der Verkehrswende neuen Schub zu geben. Doch das zuständige Verkehrsdezernat winkte ab. Jetzt startet der Ökolöwe eine Petition für mehr Pop-Up-Radwege in Leipzig.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #53
The Times They Are a-Changin. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserThe Times They Are a-Changin'... Als ich mich vor knapp zwei Jahren im Tagebuch mit der Zahl der Frauen im US-Repräsentantenhaus beschäftigt und einen kleinen historischen Vergleich angestellt habe, sah der so aus: 1989: 16 Frauen bei den Demokraten, 13 Frauen bei den Republikanern. 2019: 88 Frauen bei den Demokraten, 13 Frauen bei den Republikanern.
Menschen brauchen Orte der Begegnung: Die Leipziger Museen sollten schnellstmöglich wieder geöffnet werden
Im Museum der bildenden Künste. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDass es so viele Menschen gibt, die meinen, gegen die immer neuen Corona-Maßnahmen protestieren zu müssen, hat auch damit zu tun, dass nicht wirklich klar ist, was alle diese Maßnahmen eigentlich bewirken. Es fehlt die Stringenz. Wichtige Maßnahmen, die die Verbreitung des Virus wirklich einhegen könnten, wurden unterlassen. Andere machen wenig bis gar keinen Sinn. Und auch die Direktoren der Leipziger Museen haben eigentlich die Nase voll von dieser Symbolpolitik.
Die Diskussion um die 2-Milliarden-Euro-Haushalte der Stadt Leipzig für die Jahre 2021/22 kann jetzt beginnen
Torsten Bonew. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserAm Dienstag, 24. November, hat Leipzigs Finanzbürgermeister Torsten Bonew dem Leipziger Stadtrat den Haushaltsplanentwurf für die Jahre 2021 und 2022 vorgelegt. Das Arbeitsprogramm hat ein Gesamtvolumen von 2 Milliarden Euro im laufenden Haushaltsjahr und davon über 200 Millionen Euro pro Jahr für Investitionsmaßnahmen.
Unfuck the Economy: Wie wir aus dem katastrophalen alten Wirtschaftsdenken schleunigst herauskommen müssen
Waldemar Zeiler mit Katharina Höftmann Ciobotaru: Unfuck the Economy. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIch weiß nicht, ob der Titel zündet. Auch wenn man ahnt, warum Waldemar Zeiler so deftig in die Jugendsprache gegriffen hat, um klarzumachen, dass es so nicht weitergeht, dass unsere ganze derzeitige Art, Wirtschaft zu denken, falsch und dumm ist und wir über die gesamten Grundlagen unseres Wohlstands gründlich nachdenken müssen. Jetzt und schnell. Die Corona-Pause wäre eine einmalig gute Gelegenheit dafür gewesen.
„Fußball ist eben nicht nur, an den Ball treten.“ – FC Phoenix-Präsident Erik Haberecht zwischen Hoffnung und Resignation
Der Phoenix kann aktuell nicht über den Fußballplatz fliegen. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelSeit Anfang November rollt entsprechend der aktuellen Corona-Schutzverordnung im Freizeit- und Amateursport kein Ball mehr. Sportanlagen sind gesperrt, Mannschaftstrainings untersagt. Das bringt auch für die Sportvereine bundesweit zum Teil erhebliche Probleme und Herausforderungen mit sich.
Dienstag, der 24. November 2020: Haushaltsplanung in Zeiten der Coronakrise
Das Neue Rathaus in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Leipziger Stadtrat hat sich heute erstmals mit dem Doppelhaushalt für die Jahre 2021/22 befasst. Klar ist: Dank der Coronakrise wird die Verschuldung der Stadt massiv ansteigen. Unterdessen wurden Details der neuen sächsischen Corona-Schutzverordnung bekannt. In Hotspots soll es demnach Ausgangsbeschränkungen geben. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 24. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Schulgeld errichtet hohe Hürden für junge Leute, die medizinische Berufe erlernen wollen
Hohe Hürde Schulgeld. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist zwar nicht nur in Sachsen so. Auch in anderen Bundesländern hat man das Gesundheitswesen auf Kante gespart und gerade beim medizinischen Personal immer weiter die Effizienz-Schraube gedreht. Aber dass nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie überall das medizinische Pflegepersonal fehlt, hat auch damit zu tun, dass für die Ausbildung immer noch Schulgeld verlangt wird. Dabei hätte es in Sachsen längst abgeschafft sein sollen.
Der Stadtrat tagt: Die zweite November-Sitzung im Livestream und als Aufzeichnung
Der Stadtrat tagt in der Kongresshalle am Zoo. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Stadtspitze möchte in der Ratsversammlung am Dienstag, den 24. November, den Entwurf für den Doppelhaushalt 2021/22 einbringen. Die Abstimmung soll aber erst am 31. März 2021 erfolgen. Der Doppelhaushalt ist fast das einzige Thema, das heute auf der Tagesordnung steht. Die L-IZ wird berichten. Ab circa 15 Uhr ist zudem ein Livestream verfügbar.