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Integration durch Sport an der Schule am Rabet

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    Es entwickelt sich scheinbar gut in der Schule am Rabet. Zumindest erweckt die Veranstaltung den Eindruck. Auch der offene Brief der Lehrer, der den Blick der Medien kritisiert, unterstreicht dies. Die waren reichlich vertreten. Viel Prominenz war auch da zum Aktionstag "Schule, Sport, Integration". Mehr als 60 Prozent der Schüler am Rabet haben einen Migrationshintergrund. Ein guter Ort für "Kicking Girls" und ein guter Ansatz, fanden alle Redner.

    Kicking Girls ist ein Projekt zur Integration von Mädchen mit Migrationshintergrund. Seit 2009 beteiligten sich 200 Schulen aus ganz Deutschland daran. In Leipzig ist ab kommendem Schuljahr die Grundschule am Rabet dabei. Zur Vorstellung des Projekts kam auch der Integrationsbotschafter des DFB Jimmy Hartwig, Ex-Nationalspieler (u.a. HSV, 1. FC Köln): „Ich erzähle den Kindern eine Geschichte, meine Geschichte: von einem jungen Mann, der jetzt 60 Jahre alt ist, der in Deutschland geboren ist und ich musste mich in diesem Land integrieren.“ Jimmy Hartwig war Anfang der Neunziger kurzzeitig Coach des FC Sachsen Leipzig. Daher kennt er sich hier ein bisschen aus.

    Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz, und die sächsische Ministerin für Integration, Petra Köpping, sind auch da. Und in der ersten Reihe hört neben den Bundestagsabgeordneten Monika Lazar (Grüne) und Bettina Kudla (CDU) auch der Leiter der Sächsischen Bildungsagentur in Leipzig, Ralf Berger, zu. An mehreren Stellen im Schulhaus hängt der offene Brief der Lehrer aus, der den Artikel der LVZ vom vergangenen Wochenende kritisiert:

    „Aus der Zeitung müssen wir erfahren, dass Lehrer unserer Einrichtung gefrustet, gesundheitlich angeschlagen und suizidgefährdet seien. […] Wir sind zutiefst darüber enttäuscht, dass unsere Bemühungen um die Kinder, die hier in die Schule gehen – Bemühungen, die weit über das Maß der Arbeit hinausgehen – immer wieder nicht anerkannt werden und unerwähnt bleiben. Weiterhin äußern wir unseren Unmut darüber, dass permanent eine ehemalige Sportlehrerin als die Einzige an der Schule hervorgehoben wird, etwas für die Integration unserer Kinder getan zu haben.“

    Das Schreiben trägt die Unterschrift von 14 Lehrern. Auch die Direktorin wird darin verteidigt. Alle haben nicht unterschrieben. Das ergibt ein spontaner Besuch der L-IZ im Lehrerzimmer. Doch der Brief zeigt, dass die Schulleiterin die Rückendeckung der Mehrheit ihrer Lehrer hat. Die Direktorin, Frau Trummer, bekennt sich in ihrer Rede ausdrücklich zu kontinuierlich vernetzter Arbeit.

    „Erfolgreiche Integration gelingt nur durch kontinuierliches und vernetztes Zusammenwirken aller: Lehrer, Eltern, Erzieher, Schulsozialarbeit und unterstützende Einrichtungen.“

    Frau Geissler vom Elternrat bleibt zwar skeptisch, sieht aber die Schule auf dem richtigen Weg. Wichtig sei, dass die Öffentlichkeit weiter einen Blick auf die Schule hat. Das ist sicher nicht nur an dieser Schule wichtig, damit Erfolgsmeldungen am Ende kein Strohfeuer sind und Kinder aus sozialen Brennpunkten in Zukunft eine realistische Chance bekommen.

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