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Schaubühne Lindenfels kündigt Sanierungen ab August an und die erste Stück-Aktie für Oktober

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    Es ist doch prima, wenn man auf einer Aktionärsversammlung verkünden kann, dass endlich mal wieder Geld in die Sanierung der Firma gesteckt wird. So geschehen am Dienstag, 14. Juli. Da hatte die gemeinnützige Schaubühne Lindenfels AG zur 10. Hauptversammlung eingeladen. Und kündigte auch gleich mal die - vorübergehende - Schließung des Hauses an.

    Denn jetzt, wo nach einer langen und mühsamen Bewerbungsrunde um die benötigten Fördergelder endlich Spielraum ist, muss auch schnell losgelegt werden. Die ersten Sanierungsarbeiten im beliebten Haus an der Karl-Heine-Straße beginnen Ende Juli und erstrecken sich bis zum 2. September. Aus diesem Grund wird die Schaubühne im August eine Umbaupause einlegen und für Publikum komplett geschlossen bleiben, teilt die Schaubühne nun mit.

    Die Förderbewilligung hatte vorher schon den Leipziger Stadtrat beschäftigt. Immerhin ging in dem kreativen Haus im Leipziger Westen in den letzten Jahren baulich fast gar nichts voran. Aber mittlerweile ist die Spielstätte als wichtiger kultureller Magnet in Plagwitz/Lindenau anerkannt.

    Der Vorstand und künstlerische Leiter der Schaubühne, René Reinhardt, verkündete nun am Dienstag den Aktionären des gemeinnützigen Hauses, dass 2015 und 2016 422.000 Euro in den Substanzerhalt der Schaubühne investiert werden sollen. 360.000 Euro davon stammen aus Fördergeldern der EU, des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig. Die restlichen 62.000 Euro bilden den notwendigen Eigenmittelanteil.

    „Dieses Förderpaket ist hart erkämpft, Ergebnis langer Vorarbeit und Verhandlungen. Nach Jahren des Sanierungsstaus ist es so erstmals möglich, wesentliche Arbeiten für die Sicherung des Kulturstandortes in diesem Umfang zu realisieren“, erklärte René Reinhardt. Die geplanten Baumaßnahmen zielen neben der Erneuerung von Gebäudeteilen auf eine Verbesserung der energetischen Bilanz, der Arbeitsbedingungen und des Veranstaltungsbetriebs ab.

    Noch im Jahr 2015 steht diese lange Latte von Vorhaben auf der Liste:

    • Sicherung und Sanierung des Kellerbereichs mit Lagerräumen
    • Fußbodenerneuerung in der Küche
    • Einbau eines Sanitärbereichs in der Künstlergarderobe
    • Erneuerung und Abdichtung des stark abgelaufenen Bodenbelags an Eingang und Terrasse
    • Erneuerung der Dachentwässerung
    • Sicherung und Restaurierung der Dachaufbauten
    • Umgestaltung von Foyer und Gastronomiebereich

    Einige Sanierungsmaßnahmen werden dann noch im Jahr 2016 stattfinden, dazu gehören die Erneuerung des Parketts im Ballsaal und im Grünen Salon, die Wiederherstellung der Verbindungsgalerie im Ballsaal und die Errichtung eines Seiteneingangs mit Laderampe zum Ballsaal.

    Die Aktionärsversammlung hat das alles wohlwollend zur Kenntnis genommen. Wer eine Aktie der Schaubühne Lindenfels gAG besitzt, weiß, dass solche Finanzierungsprojekte in dem alten Haus ein echter Kraftakt sind und selbst kleine Schritte schon ein echter Erfolg. 2005 wurde die Schaubühne Lindenfels gAG gegründet. Wer seitdem eine der künstlerisch gestalteten Aktien der Schaubühne erworben hat, weiß, dass er damit die Arbeit der Kultureinrichtung sichert. Und gesichert hat. Auch in wirklich harten Zeiten. Und die Zahl der Aktionäre wächst: Inzwischen gehört das erste deutsche Aktientheater rund 1.200 Aktionären.

    Die Aktien der Schaubühne Lindenfels gAG sind buchstäblich künstlerische Wertpapiere: In einer limitierten Auflage werden Anteilsscheine von verschiedenen Künstlern gestaltet und signiert. Bisher sind vier Editionen erschienen mit Motiven von Thomas Moecker, Verena Landau, Christoph Ruckhäberle und Frank-Heinrich Müller sowie eine Sonderedition, gestaltet von Christoph Ruckhäberle.

    Und jetzt gibt es die sechste Emission. Auch sie natürlich ein Kunstwerk.

    Im Rahmen der Hauptversammlung wurde die Herausgabe der neuen Kunstaktien-Edition bekanntgegeben. Bei dieser wird es sich erstmals um ein Wertpapier handeln, das unmittelbar einem Theaterprojekt der Schaubühne gewidmet ist: der nächsten SCHAU-Produktion „Brodsky“. Diese wahre „Stück-Aktie“ hat den Wert von zwei Anteilsscheinen und kostet 50 Euro. Gestaltet von dem Leipziger Künstler Thadeusz Tischbein, greift sie das Motiv des Theaterplakats auf. Die neue Edition erscheint zur Premiere am 15. Oktober 2015, Exemplare des Kunstdrucks können jedoch bereits jetzt vorbestellt bzw. gekauft werden. Ihr Motiv wird demnächst der Öffentlichkeit vorgestellt, kündigt die Schaubühne an.

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