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Tanners Interview mit Carolin Juler vom Jugendparlament Leipzig

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    Tanner sucht ja immer nach Menschen, die Vorverurteilungen zuwiderlaufen. So ist ein altbekanntes Vorurteil, dass junge Menschen nur an ihren eigenen Kühlschrank denken und die Restzeit mit der Balz verbringen. Doch mitnichten, liebe Leserschaften: Carolin Juler zum Beispiel engagiert sich im Jugendparlament Leipzig. Tanner hakte nach.

    Hallo Carolin Juler. Du bist Teil des Leipziger Jugendparlaments. Was ist das denn für ein Gremium?

    Das Leipziger Jugendparlament ist die Interessenvertretung aller Leipziger Jugendlichen in der Kommunalpolitik. Alle 35.000 Jugendlichen, zwischen 14 und 21, hatten die Möglichkeit 20 JugendparlamentarierInnen zu wählen. Es wurde ein Jugendbeirat gewählt, der aus Jugendlichen und StadträtInnen und Jugendlichen aus dem Jugendparlament besteht. Dieser Beirat ermöglicht uns die aktive Beteiligung an der Stadtpolitik, denn unser Beiratsvorsitzender (William Rambow) hat einen Sitz im Stadtrat und dort Rede- und Antragsrecht.

    Welche politische Richtung vertrittst Du denn innerhalb der parlamentarischen Struktur? Ist das bei Euch auch schon so parteiisch festgefräst?

    Ich selber habe natürlich eine politische Richtung. Freunde von mir bezeichnen diese als „soft-links“. Mitglied einer Jugendorganisation bin ich nicht, allerdings gibt es einige im Jugendparlament, die sich in Parteien und/oder Jugendorganisationen politisch engagieren. Dabei ist jede politische Richtung vertreten. In unserer Satzung steht geschrieben, dass wir überparteilich arbeiten. Doch wie wir alle wissen, haben alle Menschen eine unterschiedliche Meinung. Das macht sich vor allem in Debatten und Diskussionen erkennbar. Dennoch versuchen wir gemeinsam eine Lösung zu finden, mit der alle leben können.

    Wie würdest Du Eure Einflussmöglichkeiten einschätzen in Leipzig?

    Da wir das erste Jugendparlament in Leipzig sind, müssen wir uns noch relativ viel erkämpfen, da, wie ich finde, wir ab und zu nicht richtig ernst genommen werden. Trotzdem bekommen wir von einigen StadträtInnen Unterstützung, was die Arbeit manchmal sehr erleichtert. Unsere Einflussmöglichkeiten schätze ich recht groß ein, jedoch müssen wir „den Alten“ erst einmal richtig klar machen, dass es uns gibt und dass wir auch etwas zu melden haben. Aber bis das bei allen angekommen ist, kann es noch ein wenig dauern.

    Wie bist Du ins Jugendparlament hineingeraten? Wurdest Du deligiert oder gewählt oder wie lief das ab?

    Zuerst war ich in der Initiativgruppe über ein Jahr aktiv und dann habe ich mich zur Kandidatur aufgestellt. Ende März 2015 war die Wahl. Und da wir ja nicht mehr im 18. Jahrhundert leben, wurde per Onlinewahl gewählt. Jede/r LeipzigerIn hat per Post eine Wahlbenachrichtigung bekommen. Auf dieser Wahlbenachrichtigung stand ein Code. Anschließend konnte man drei Stimmen verteilen. Und ja, so wurde ich gewählt. Besonders stolz bin ich, dass ich die fünftmeisten Stimmen hatte. Denn ich hatte schon Schiss, nicht reingewählt zu werden, da mir das Jugendparlament sehr am Herzen liegt.

    Politische Prozesse zu begleiten und zu befeuern ist ein langwieriges Ding, manchmal öde, oft emotional, ganz bestimmt nicht wie zur Party gehen und balzen – was treibt Dich an? Warum machst Du das eigentlich?

    Vor ungefähr drei Jahren wurde mein Interesse an Politik in der Schule (ja, die kann auch mal ganz nützlich sein) geweckt. Plötzlich verstand ich, dass man nicht alles hinnehmen darf, so wie es ist. Und da ich ein Mensch bin, der des Öfteren mal meckert, wollte ich mich engagieren, um etwas zu ändern. Erst fing ich im Schülerrat an meiner Schule an. Und irgendwann bin ich zur Initiativgruppe gegangen. Ich lernte neue Leute kennen, hab mich mit Dingen beschäftigt, die vorher so unerreichbar schienen und dann merkte ich, dass man mit Engagement was bewirken kann. Natürlich klappt nicht alles, was man sich vornimmt, aber schon allein das Beisammensein mit anderen Jugendlichen, die Diskussionen und auch der Spaß, treiben mich an.

    Was sind denn die nächsten Aktionen des Jugendparlaments? Geht Ihr auch nach draußen zu den Leuten?

    Bisher stehen wir mit Jugendlichen in Kontakt, die einen neuen Skatepark in Lößnig haben wollen. Die verschiedenen Arbeitsgemeinschaften, bei denen alle Interessierten gern mitarbeiten können, treffen sich regelmäßig. Und wir wollen versuchen, dass die Treffen dieser AG’s immer in verschiedenen Jugendclubs stattfinden, damit wir mehr Jugendliche erreichen können.Einige Veranstaltungen schwirren in unseren Köpfen, aber daran muss noch gefeilt werden, bis es die Öffentlichkeit erfährt.

    Seid gespannt!

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