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Tanners Interview mit der Mitarbeiterin in der Georg Maurer Bibliothek Plagwitz, Frau Andruschow

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    Tanner und die Bücher, das ist eine Liebesgeschichte auf Lebenszeit. Klar, dass er da auch hin und wieder durch Bibliotheken scharwenzelt und dort mit den Damen der Berufung ins Gespräch kommt. Nun steht ein Jahr Renovierung in der Georg Maurer Bibliothek an. Und ein großes Fest mit Überraschungen. Tanner hakte ein und nach.

    Guten Tag Frau Andruschow. Am 30. Januar 2016 gibt es ein großes Abschiedsfest in der Bibliothek Georg Maurer zu Plagwitz. Abschied? Oder Wiederkommen? Was ist denn der genaue Grund für die Fete?

    Grund ist eine längst überfällige Sanierung, denn unsere gute alte Dame ist immerhin schon 86 Jahre alt und wird nun nach langjährigen Bestrebungen endlich ein neues Kleid bekommen. Doch bevor es soweit ist, ist es uns als Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Einrichtung ein Bedürfnis, uns von unseren Lesern zu verabschieden. Also im wahrsten Sinne des Wortes: „Willkommen und Abschied“ – die „alten“ Bibliothekarinnen ziehen da auch immer gleich die guten alten Klassiker heran – und wir verabschieden uns, um auf jeden Fall wiederzukommen!!!

    Na, ein Glück. Und wie lang sollen die Bauarbeiten anhalten? Und was wird verändert?

    Anvisiert ist ein Jahr, heißt im Januar 2017 sollte dann unser Haus in neuem Glanz erstrahlt sein und seine Pforten wieder öffnen, so ist es zumindest geplant. Vorgesehen sind u.a. die Sanierung von Dach, Fassade, Fenster und Türen, die Erneuerung der Gebäudeabdichtung und die Umsetzung von Anforderungen zum Brandschutz. So soll die Bausubstanz erhalten bleiben (immerhin stehen wir ja aufgrund unseres Bauhausstils auch unter Denkmalschutz!) und damit eine langfristige Nutzung des Gebäudes gesichert sein.

    Freuen kann man sich schon heute auf ein Lesecafé, einen modern ausgestatteten Veranstaltungsraum sowie eine neu möblierte Bibliothek. Teilbereiche werden nach der Sanierung auch an anderer Stelle im Haus zu finden sein – so wird z.B. die Kinderbibliothek mehr Platz bieten, was nach dem Zuzug vieler Familien in unserem Stadtteil auch dringend erforderlich ist. Und es wird auch darum gehen, die Aufenthaltsqualität insgesamt zu verbessern – Lümmel- und Leseecken sollen zum Verweilen einladen und viele Steckdosen die Nutzung eigener mobiler Endgeräte ermöglichen.

    Was gibt es denn dann genau zu erleben über den Tag verteilt am 30.01.?

    Ja – Jung und Alt sind eingeladen, mit uns zu feiern. Hier wird es viele Angebote geben: Unter anderem kann man mit der Häkelweltmeisterin Hai Nguyen in den Wettstreit treten – da als Sieger hervorzugehen scheint aber eher aussichtslos (sie schafft es in sechs Minuten eine Mütze zu häkeln!), doch der Spaß ist garantiert! Interessierte müssten bitte Wolle und Häkelnadel mitbringen. Darüber hinaus können sich Kinder ab zehn Jahren unter dem Motto „Zeichnen wie ein Profi“ auf gemeinsame Zeichenstunden mit dem bekannten Comiczeichner Schwarwel freuen.

    Etwas ernster, aber nicht weniger interessant, sondern geradezu spannend wird es bei dem Vortrag „Schöne Aussichten“, bei dem die Leiterin des Planungsbüros, Frau Stertze und der verantwortliche Sachgebietsleiter, Herr Örtl einen kleinen Vorgeschmack auf die zu erwartenden sanierten Räumlichkeiten geben werden. Zu guter letzt bleiben wir mit dem finalen Programmpunkt in unserem Stadtteil, denn zu dem haben wir uns „das Urgestein des Leipziger Westens“ eingeladen! Na – haben Sie ne´Ahnung, wer das sein könnte?

    Nö – woher denn?

    Na – dann wird`s aber Zeit, dass Sie mal in unser Programm schauen! Da steht nämlich: „Volly Tanner wird die beim Entrümpeln gefundene, teilweise kuriose Raritäten bei einer Auktion unter den Hammer bringen! Außerdem wird er interessante Menschen, die er in seinem Buch „Stadtgespräche aus Leipzig“ porträtiert hat, vorstellen!“

    Oh – gut, dass wir noch mal drüber gesprochen haben! Klar doch komme ich!

    Ist uns eine Ehre – wusste ich´s doch: Auf unsere stärksten Unterstützer im Stadtteil ist immer Verlass! Aber um etwas Wichtiges nicht zu vergessen: Den ganzen Tag über von 12 – 18 Uhr können unter dem Motto „Alles muss raus“ letztmalig unsere Medien entliehen werden und das über den gesamten Zeitraum der Schließung – wenn das nix ist!!! Geschieht übrigens nicht ganz uneigennützig: Was unsere Leser ausleihen müssen wir nämlich nicht einpacken! Kurzum: „Ein Kessel Buntes“ erwartet unsere Leser und wir freuen uns auf ihren (vorerst letzten) Besuch in unserem Haus!

    Ich hörte von der Fahrbibliothek am Lindenauer Markt als Interimslösung. Wann genau sind die denn da??? Und was haben die Fahrbibliotheker mit? Das ganze Sortiment ist ja nicht zu transportieren.

    Upps – als Interimslösung kann man das nicht bezeichnen! Es ist ein weiteres, ergänzendes Angebot an unsere Leser auf andere Einrichtungen der LSB auszuweichen! Eine wirkliche Interimslösung in unserem Stadtteil wie von unseren Lesern verständlicherweise sehr herbeigesehnt, wird es leider nicht geben. Dafür fehlen einfach die entsprechenden finanziellen Mittel.

    Ja – aber was die Fahrbibliothek angeht – sie steht jetzt jeden Donnerstag von 13:30 – 18:00 Uhr auf dem Lindenauer Markt und wird immer ca. 5.500 Medien im Gepäck haben. Im Vergleich: Unsere Bibliothek hat ca. 40.000 Medien, also: Von Ersatz kann man nicht sprechen und wir bitten unsere Leser, nicht mit überhöhten Erwartungen zu kommen! Es ist eine Möglichkeit, die wir neben der Nutzung aller anderen Stadtteilbibliotheken anbieten.

    Der kleine Rabe Socke ist ja bei Euch. Wo kommt der denn hergeflogen? Also in echt?

    Ach`- davon haben Sie schon gehört? Das habe ich elegant versucht zu unterschlagen, weil es ja am 30.01. auch noch Überraschungen geben soll und nun plaudern Sie das aus! Ja – nur so viel: Er ist uns tatsächlich ins Haus geflattert, suchte wohl einen warmen Unterschlupf vor dem Wintereinbruch… Aber da Sie ja zufälligerweise auch dabei sind, wird er sicher auch Ihnen über den Weg flattern. Und wenn Sie dann zu Hause ein Bild entdecken, auf dem Ihre Tochter liebevoll von dem kleinen Raben Socke umschlungen wird, dann war´s keine fata morgana!

    Und Sie als Frau Andruschow, was machen Sie ganz persönlich in der Schließzeit?

    Och – ein ausgiebiger Winterschlaf wär` nicht schlecht – wünschen wir uns alle insgeheim nach den letzten anstrengenden Wochen! Aber daraus wird wohl nix werden, in unserem Bibliotheksnetz lauert man schon auf uns! Zum einen gibt es immer wieder Lücken in der Personaldecke des Gesamtnetzes, die geschlossen werden wollen – unsere Leser werden uns also auf jeden Fall in anderen Bibliotheken wiedersehen – und zum anderen gilt es, noch einige dicke Bretter zu bohren, die schon lange auf unserer Agenda stehen! Dazu gehören die weitere Ausprägung einzelner Bibliotheksprofile, eine leserfreundlichere Präsentation unseres Bestandes – angedacht ist eine durchgängig thematische Aufstellung – und nicht zu vergessen die Erweiterung der Angebote für die Flüchtlinge in unserer Stadt. Da ist unsere Mitarbeit gefragt!

    Und natürlich werden wir auch weiterhin Veranstaltungen für alle Zielgruppen durchführen: Für die Schüler werden wir direkt in die Schulen gehen und auch unsere Veranstaltungsreihen bleiben dank freundlicher Angebote im Stadtteil erhalten! Auch bei Ihnen – im Stadtteilladen Leipziger Westen (Karl-Heine-Str. 54) – werden wir mit „Lesen!“, bei dem sich Mitarbeiter und Leser über ihre Lieblingsbücher austauschen und mit den „Stadtgeschichte(n) für Jung-gebliebene“ ein neues Zuhause finden! Und unsere Minis sind mit der „Eltern-Kind-Stunde“ im Mütterzentrum in der Walter-Heinze-Str. 22 bestens aufgehoben! Alle aktuellen Termine sind der Internetseite der LSB und dem monatlichen Veranstaltungsflyer zu entnehmen. Wir freuen uns jedenfalls, dass uns auf diese Weise der Kontakt zu unseren Lesern ein wenig erhalten bleibt!

    Diese Beispiele zeigen, dass wir im Stadtteil ganz wundervolle Partner haben und neben den genannten sei an dieser Stelle einmal Dank gesagt für eine stets verlässliche und fruchtbare Zusammenarbeit: allen Schulen in unserem Einzugsgebiet, dem Stadtteilverein Lindenau, dem Theater der Jungen Welt, dem KAOS mitsamt dem Kinderatelier, der Autodidaktischen Initiative, den Buchhandlungen SeitenBlick und Grümmer (letztere organisieren seit Jahren zu all unseren Autorenlesungen – so auch am 30.01. – die Büchertische), außerhalb unseres Stadtteils dem BuchVerlag für die Frau, dem wir tolle Koch- und Modeveranstaltungen zu verdanken haben (auch die Häkelveranstaltung am 30.01. wurde von ihm kreiert)  – und und und… Sorry, wenn ich hier nicht alle aufzählen kann!

    Ich freu mich aufs Fest. Danke für die Antworten.

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